Ratlos und furchtbar traurig (alter Hund)

    • (1) 27.04.12 - 19:48

      Hallo Urbianer!

      Ich habe ein Problem. Unser Familienhund (ein Deutsch-Drahthaar) wird in ein paar Tagen 15 Jahre alt. Das ist für diese Hunderasse sowieso schon total alt. Seit ein paar Wochen merkt man ihm sein Alter auch wirklich an, er frisst nur noch wenig, ist nicht mehr so aktiv wie früher, wird immer dünner etc.

      Soweit so gut, das ist eben der Alterungsprozess. Er hat außerdem eine Kehlkopferkrankung, die ihm das Schlucken etwas erschwert, dagegen bekommt er aber Tabletten und seitdem geht es.

      In meinem Elternhaus wohnen meine Mutter (an der der Hund sehr stark hängt), ihr Mann und meine Oma. Meine Mutter und ihr Mann haben am Wochenende geheiratet und sind jetzt 3 Wochen in den Flitterwochen auf Hawaii. Bevor sie geflogen sind waren sie noch einmal mit dem Hund beim Tierarzt und haben ihn durchchecken lassen, weil er einen Tag vorher nichts gefressen hat. Dort war alles soweit ok, das Blutbild in Ordnung, die Leberwerte allerdings leicht erhöht, was aber von den Tabletten kommt. Am nächsten Tag war er wieder fitter und hat gefressen, also sind wir davon ausgegangen, dass es sich wieder bessern wird.

      Naja das Ende vom Lied ist, dass meine Mutter jetzt weg ist und meine Oma auf den Hund aufpasst (ich wohne leider 300km weg). Er frisst jetzt garnichts mehr und ist auch sonst sehr apathisch. Er tut mir einfach so leid, weil es ihm sowieso nicht gut geht und jetzt ist auch noch seine Hauptbezugsperson weg, ich hoffe nicht dass er sich jetzt "im Stich gelassen" fühlt. Morgen geht meine Oma mit ihm noch einmal zum Tierarzt, vielleicht hat er ja noch eine Möglichkeit, was los sein könnte. Ich hoffe so sehr, dass es ihm bald wieder besser geht und er seine "Mama" noch einmal sehen kann, damit er merkt dass sie "noch da" ist.

      Er war schön öfter mit meiner Oma alleine, auch über 3 Wochen, also das ist nicht "neu" für ihn, aber es ist eben ein ziemlich schlechter Zeitpunkt.

      Es wäre wirklich so schlimm, wenn die Beiden aus den Flitterwochen wiederkommen würden und er wäre dann nicht mehr da.
      Was würdet ihr tun? Es ihnen sagen, falls es mit ihm zu Ende geht? Oder warten, bis sie aus dem Flitterwochen zurück sind? Ich bin so ratlos und traurig und weiß einfach nicht was ich tun soll.

      Meine Mama hängt so sehr an ihm und ich weiß nicht, ob ich sie so "anlügen" könnte, aber andererseits weiß ich auch, dass sie den Urlaub dann überhaupt nicht mehr genießen könnte. Ach Mann.... es ist so furchtbar. Und von hier aus kann ich noch nicht einmal etwas tun. Ich werde, wenn es nicht besser wird, nächste Woche hinfahren, damit er wenigstens mich noch einmal sehen kann.

      Es tut mir leid, dass ich hier so rumheule, aber irgendwie musste ich mir das jetzt von der Seele schreiben.

      Traurige Grüße,
      amberlynn

      • Das ist wirklich schlimm :-( also meine Eltern haben uns immer gesagt, das sie nicht möchten das man sie benachrichtigt, wenn was mit den Hunden ist. Wegen dem Urlaub halt.
        hmmm schade das ihr das nicht abgesprochen habt vorher :-( also ich würde es gerne wissen wollen, würde wahrscheinlich sofort zurück fliegen :-p

        Auf der einen Seite bringt es nichts es ihnen im Urlaub zu sagen, weil sie sich dann nur Gedanken machen, auf der anderen Seite wenn sie ankommen, müsst ihr sie noch vor der Ankunft vorbereiten.

        Die Frage ist auch was soll aus dem Hund werden wenn er stirbt? Friedhof, Urne? oder nicht von dem?

        Ist echt schwer und tut mir unendlich leid.

        hallo amberlynn,
        schwierige Sache. Auf der einen Seite hab ich Verständnis für deine Mama, dass sie ihre Hochzeitsreise macht, auf der anderen Seite kann ich sie nicht verstehen, wie sie ohne ihren Hund wegfahren kann. Gerade, weil der Hund schon ein gewisses Alter hat und man gemerkt hat, dass es ihm nicht so gut geht.
        Ich weiss auch nicht, was ich dir raten soll.Wäre ich an deiner Stelle würde ich wahrscheinlich wie du, hinfahren und mich um den Hund kümmern und meiner Mutter nichts sagen. Wenn es dann so ist, dass er es nicht schafft und sie zurück kommt und er ist nicht mehr da, dann ist das halt so.
        Traurig

        • "auf der anderen Seite kann ich sie nicht verstehen, wie sie ohne ihren Hund wegfahren kann."

          Naja, ne Hochzeitsreise bucht ja keiner Spontan und wenn der Hund bei Abwesenheit versorgt war bisher macht man das auch wenn das Tier älter ist.
          Und wenn es ihm jetzt erst schlecht geht wird keiner ne 3 wöchige Hawaii Reise abblasen, denn wer weiß was Hawaii kostet kann sich annähern ein Bild machen was dann in den Sand gesetzt wird an Geld bei kurzfristigem Reiserücktritt. Zumal es dem Hund am Tag der Abreise ja eh noch so halbwegs ging....

          Zur Frage der TE, ich würde sie maximal 2 Tage vor Abreise benachrichtigen damit sie wissen was sie erwartet wenn sie nach Hause kommen.

          LG

          • auch wieder wahr. Irgendwie klemmts bei mir. Ich denk mir, wenn jemand so irre an einem Tier hängt, wie kann er dann und erst recht, wenn das Tier ein gewisses (für einen Hund schon kritisches) Alter hat, wegfahren. Ist in meinem Kopf und meine Denke. Deinen Vorschlag mit den 2 Tagen vorher find ich gut!

      (6) 28.04.12 - 11:25

      Sorry aber bei einem 15 jahre alten hund war zu erwarten dass es schnell gehen kann! Und gerade WEIL deine Mutter die bezugsperson ist finde ich es ziemlich unschön von ihr dass sie sich offenbar selbst am nächsten steht und 3 wochen Urlaub macht und dabei den hund zurück lässt. Die reise hätten sie auch nachholen können aber das risiko den hund "alleine " sterben zu lassen finde ich recht gedanken und herzlos von ihr. Ich könnte mir das nicht verzeihen und deswegen wäre ich auch nicht auf die Idee gekommen bei einem 15 jahre alten hund nach hawaii zu fliegen!!! Ein kurzurlaub ja! Aber einen wo ich täglich zurück kommen könnte wenn es meinem alten geliebten hund nicht gut geht.

    • (7) 28.04.12 - 19:01

      ach mensch, das ist ja ganz blöd. da hast du ja die wahl zwischen pest und cholera.

      wären sie nicht auf hawaii, sondern "um die ecke" mit der möglichkeit, nach hause zu kommen, würde ich deiner mutter wahrscheinlich mitteilen, wie es um den hund steht. aber so wie es jetzt ist würde das nur dazu führen, dass sie den rest ihres urlaubs nicht mehr genießen kann ohne die möglichkeit der kurzfristigen rückkehr zu haben.

      die situation, ihnen möglicherweise den tod des hundes erklären zu müssen, wenn sie wieder da sind, ist natürlich auch nicht das gelbe vom ei. aber vielleicht gehts ja nochmal wieder bergauf und er wartet mit dem sterben, bis sie zurück ist.

      • (8) 30.04.12 - 18:18

        Er hat es leider nicht geschafft. Meine Oma war mit ihm beim Tierarzt weil er immer schwächer wurde und er konnte sich kaum noch auf den Beinen halten, sie musste ihn sogar reintragen :-( Keiner konnte ahnen, dass es SO schnell gehen wird.

        Der Tierarzt sah dann keinen anderen Ausweg mehr, als ihn von seiner Qual zu erlösen. Wir sind alle furchtbar traurig darüber, aber sind uns einig, dass es die einzig vernünftige Entscheidung für ihn war. Ansonsten wäre er ohnehin in den nächsten Tagen gestorben und so ist er wenigstens sanft eingeschlafen.

        Schnell waren wir uns einig, dass wir es nervlich nicht schaffen, meiner Mama vorzugaukeln dass es sich wieder bessert und ihr nach dem Urlaub erst sagen, was los ist. Wir haben es ihr gesagt und nach dem anfänglichen Schock sagte sie auch, dass die Hauptsache ist, dass er nicht mehr leiden muss, dass es ihm jetzt besser geht. Jetzt ist wenigstens die Ungewissheit weg und sie muss sich keine Sorgen mehr machen.

        Es wird für sie nochmal richtig schlimm, wenn sie nach Hause kommt und er nicht mehr da ist :-(, aber so ist sie wenigstens schon mal drauf vorbereitet.

        Ach Mann, ich könnte immer wieder heulen, wenn ich an ihn denke :-(

        R.i.p. Rico

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