Wer zahlt den TA im Schadensfall (Pferd)???

    • (1) 18.05.12 - 12:48

      Hallo,

      ich habe meinen einen Ponyopa bei einer Freundin stehen die sonst nur ihre Ponys und Pferde auf dem Hof hat.

      Die Herde war bisher sehr harmonisch da neben ihm nur noch 3 Ponys und ein Großpferd dort standen. Nun hat meine Freundin sich noch ein weiteres Großpferd dazu geholt und das ist zudem noch beschlagen im Gegensatz zum ganzen Rest, verletzungsrisiko also gleich noch höher.

      Was mich jetzt aufregt, das Pferd ist 2 Tage auf dem Hof und offensichtlich auch überfordert mit der Situation, logisch, neuer Hof, neue Herde, neue Menschen, verkraftet ja nicht jedes Pferd so locker. Meine Freundin erwartet nun aber das sie schon perfekt funktioniert und sich anpasst und zu allem Übel hat sie sie heut mit auf die Weide gepackt ohne das sie abgetrennt stand (macht man ja eigentlich das sich alle erstmal übern Zaun beschnuppern konnen) tja und was soll ich sagen, in der Herde ist ein riesen Chaos und die Stute schlägt um sich wenn ihr einer zu nahe kommt, grad die alten Shettys (neben meinem noch einer) haben da verlohren, die Shettyoma meiner Freundin bekam vorhin ordentlich eine vor den Latz und verzog sich daraufhin ans andere Koppelende.

      Wie sieht es denn nun aus wenn diese Stute meinem Pony eine Wunde zufügt die behandelt werden muss? Ich hab e meiner Freundin gesagt das ich es scheiße finde das sie die direkt dazu stellt und ich kein Bock auf ein zerklopptes Pony habe. Ich weiß das sie keine Tierhüterhaftpflicht hat! Wir haben auch keinen schrifftlichen Einstellvertrag weil es ebend eine Freundin ist und der Hof auch privat. Muss sie dann die TA Kosten tragen für den Fall das was passieren sollte oder würde ich drauf sitzen bleiben auch wenn ich ihr sage ich möchte nicht das mein Kleiner Opa mit der neuen sofort zusammengepackt wird?

      LG

      • >Wir haben auch keinen schrifftlichen Einstellvertrag weil es ebend eine Freundin ist und der Hof auch privat.<
        Dann würde ich mich privat mit ihr einigen und es schriftlich festhalten. Und wenn ihr euch nicht einigen könnt oder ich mir ernsthafte Sorgen um mein Tier machen würde, dann würde ich mir dringend einen anderen Platz suchen. Mir geht es bei meinen Tieren erst in zweiter Linie um die Kosten, hauptsächlich möchte ich natürlich, dass sie so untergebracht sind, dass ihnen erst gar kein Schaden (oder Schmerzen) zugefügt werden kann.

        LG

        (3) 18.05.12 - 16:38

        Hi,

        grundsätzlich ist der Halter des verursachenden Pferdes haftbar. Aber dafür muss eindeutig sein, welches Pferd die Verletzung verursacht hat. Ansonsten gibt es entweder ein Teilschuld (zw. 30-70% je nach Versicherung) oder eben gar nichts.

        Außerdem rate ich Dir dringend, Freundin hin oder her, macht einen schriftlichen Vertrag. Darin sollte alles enthalten sein, was ihr vereinbart habt (z.B. Stallmiete, Mithilfe und wie oft, Futter, Einstreu, Haltung, Haftung etc.). Damit seid ihr beide im Fall des Falles auf der sicheren Seite und könnt uU bei Problemen eure Freundschaft erhalten.

        Aber das hier "und das ist zudem noch beschlagen im Gegensatz zum ganzen Rest, verletzungsrisiko also gleich noch höher." ist -sorry- Blödsinn. Nur weil ein Pferd beschlagen ist, ist das Risiko der Verletzung oder die Verletzung an sich nicht höher/schwerer als bei unbeschlagenen Pferden. Blöd getroffen´und das Bein ist durch - egal ob mit oder ohne Eisen. Meine Stute stand jahrelang in einer größen-, alters- und geschlechtsgemischten Herde mit beschlagenen und unbeschlagenen Pferden. Ihre schlimmste Verletzung hatte sie vom Tritt einer unbeschlagenen Stute (ich dachte das Bein ist durch, weil mein Pferd sich legte und nicht mehr aufstehen wollte!).

        Viel wichtiger ist die langsame Zusammenführung - und darauf würde ich hier auch bestehen. Erst Recht, weil hier alte udn deutlich kleinere Pferde in der Herde sind!

        Ach ja, eine Tierhüterhaftpflicht braucht sie nur, wenn sie dich als Einstelleer führt - nicht aber, wenn ihr eine Haltergemeinschaft seid!

        Gruß
        Kim

        • (4) 18.05.12 - 20:44

          Danke für die Antwort!

          Oh doch, das Risiko mit Eisen bei einem Tritt verletzt zu werden ist wohl höher, kann ich nämlich durch meine anderen beiden Pferde ein Lied von singen, grad wenn Stifte in den Eisen sind wie bei der Stute!
          Ein Tritt ohne Eisen gleitet ab (mal von Prellungen oder Brüchen abgesehen), einer mit Eisen und zudem Stiften bleibt schonmal hängen und reist ne schöne große Wunde ins Pferd und genau weil ich das bei meinen beiden Reitpferden schon erlebt habe, habe ich grad bei dem Ponyopa echt bedenken, der kann ja nun noch weniger ab. Kenne auch grad bei Offenstallbesitzern so einige die zumindest hinten Eisen verbieten.

          Ich habe ihn auch nur da stehen weil meine anderen beiden auf einer Anlage stehen wo nur Sportpferde sind, da hat er als kleiner Ponyopa keine Freunde, hatten wir probiert.

          Bisher stand er super in der Herde meiner Freundin weil sie eine gleichalte Shettyoma hat und zudem die anderen Ponys auch ehr schon ü15 sind und ihr "Großer" ist super lieb mit denen... da steht der Lütte schon seit 3 Jahren und wir hatten bisher auch nie Probleme daher bisher auch keinen Vertrag.

          Ne Haltergemeinschaft sind wir ehr nicht....hmm... weiß ja nicht wann man das ist und wann nicht, der steht halt in Rente da und ich bin auch höchstens 2 x die Woche in dem Stall da ich es öfter nicht hin schaffe durch Job, Kind und die anderen 2 Pferde.

          Die Stute prügelt wohl immernoch rum aber sie hat zumindest über Nacht die Ponys rein geholt, denke aber morgen früh werden sie wieder raus gebracht

          LG

          • Wenn Du um den Kleinen Angst hast, biet der Freundin doch an, ein Stück Weide für die beiden Lütten abzuteilen.

            Du wirst sie aber nicht zwingen können, Ihr Pferd nicht mit auf die Wiese zu stellen, sondern max. verlangen können, dass Deiner nicht auf die Wiese kommt. Ich denke aber, die Ponys werden sehr schnell lernen, der Stute aus dem Weg zu gehen, wenn genug Platz vorhanden ist. Riskanter wäre ein gemeinsamer kleinerer Auslauf.

            LG,

            W

            • Hallo,

              naja, sie hat nun die beiden großen getrennt gestellt da eines ihrer Ponys ordentlich eine gepellt bekommen hat, das hat nun eine aufgeschlagene Ganasche.... soetwas muss doch echt nicht sein, aber nun hat sie ja ein einsehen, find es nur schlimm das alles Reden nicht hilft und wirklich erst Blut fließen muss.

              LG

              • Ich finde eigentlich, dass kleinere Verletzungen zum Herdenleben dazu gehören und die kann es auch nach dem Zusammenstellen von Pferden geben, die vorher Box an Box oder Wiese an Wiese gestanden haben...

                Wir haben da bislang auch immer kurzen Prozess mit der Zusammenführung gemacht, allerdings mit sehr umgänglichen gut sozialisierten Pferden und auf ausreichend großer Fläche.

                LG,

                W

      da du es ja weißt dass die pferde gemeinsam auf der weide stehen und pferde nunmal unberechenbar sind ist es ein vorhersehbares risiko uns somit hast du eine teilschuld. wenn du 100 prozent sicher bist welches pferd geschlagen hat bekommst du 50 prozent von dessen haftpflicht. die anderen 50 prozent musst du leider selbst tragen (hatte einen ähnlichen fall.. nur dass mein wallach nach einem tritt leider eingeschläfert werden musste)

      • (9) 21.05.12 - 09:32

        Hi,

        das ist nicht pauschal richtig. Es kommt hier sehr auf den Schadenfall und die Versicherung (man kann Weideunfälle mitversichern) an. Ich hatte bisher zwei Weideunfälle, die jeweils zu 100% von der Haftpflicht des anderen Pferdes gezahlt wurde.

        Beim ersten Mal war es sehr teuer - eine Woche TA-Behandlung im heimischen Stall, 5 Tage Klinik mit OP und Intensivbetreuung sowie Wertausgleich, weil mein Pferd trotzdem gestorben ist. Alles in allem ein Schaden von mehr als 15000DM.

        Auch der Fall meiner Stute wurde zu 100% bezahlt. Es gab Zeugen, die gesehen haben, wie die andere Stute getreten hat. Kosten auch hier ca. 3000€.

        Beide Pferde standen im Offenstall - und keine Versicherung hat hier versucht, mir deshalb ein Eigenverschulden anzulasten. Es gab aber immer Zeugen für den jeweiligen Vorfall - ohne kann, wenn mehrere Pferde zusammen stehen, ein Eigenanteil von 20-50% verbleiben.

        Gruß
        Kim

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