Hund bei Hitze im Auto - welche Strafe erwartet den Hundehalter?

    • (1) 23.05.12 - 13:02

      Hallo!

      Wir hatten gestern mal wieder ein Erlebnis der besonderen Art :-(.

      Mein Mann war jetzt eine Wochen im KH wg Verdacht auf Schlaganfall (war es glücklicherweise nicht) und gestern um 12.30 Uhr durfte ich ihn endlich wieder abholen. Neben mir parkte ein Auto in der prallen Sonne, was ich nur in der Form zur Kenntnis nahm, dass ich dachte "typisch Frau - 2 Parkplätze blockieren". Das war um 12:37 Uhr (hatte zufällig auf die Uhr im Auto geschaut.

      Naja, meinen Mann abgeholt, Papiere bekommen - und ab zum Auto. Da war es nicht ganz 12:45 Uhr. Im vorbeigehen sehen wir bei 28°C Außentemperatur einen stark hechelnden JRT im Auto - Fenster gerade mal 1cm weit auf.

      War also nix mit heimfahren... Wir sind wieder an die Pforte und haben den Fahrzeughalter ausrufen lassen.

      15 min passierte nichts - also es kam kein Fahrzeughalter. Daraufhin rief ich bei der Polzei an, schilderte die Situation (Hund saß ja mind. 30min im immer heißer werdenen Auto) und fragte, was ich tun kann. Der Polizist war sehr nett und meinte, er schickt einen Wagen zu uns - entweder Ordnungsamt oder eben einen Dienstwagen der Polizei. Ob wir so lange warten könnten, um die Kollegen einzuweisen - na klar!

      Um 13.30 Uhr kamen dann zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes (ich stand neben dem auto und beobachtete den Hund und die Uhr, damit ich notfalls das ok von der Polizei zum Handeln bekomme, falls der Hund umfällt - er suchte nämlich bereits unter den Sitzen nach Schatten). Und nicht ganz 5min später auch die Halterin. Diese war total pikiert darüber, dass wir den Hund im Auto gemeldet haben - sie wäre ja schließlich vorher lange mit ihm unterwegs gewesen und hätte regelmäßig nach dem Hund geschaut, während sie bei ihrem Sohn im KH war (was schlimm ist, aber das nicht rechtfertig - der Hund hätte Zuhause bleiben können). Mein Hinweis, dass sie mind. 45min NICHT nach dem Hund geschaut hat (so lange standen wir da) und das für diesen hätte tödlich enden können, ignorierte sie völlig. Bestand nur immer wieder darauf, mit ihm draußen gewesen zu sein und regelmäßig zu schauen. Das konnten wir ja nun widerlegen.

      Ich hatte dem Herrn vom Oamt, der eine Wasserflasche für den Hund dabei hatte (die Halterin hatte nichtmal das dabei!) noch unsere Notfallwasserschüssel angeboten, aber das war nicht gewünscht / nicht nötig. Wir sind dann gefahren - der Herr vom OAmt bedankte sich, dass wir nicht weg gesehen haben (für uns selbstverständlich - auch in anderen Situationen) und meinte, sie kümmern sich jetzt um alles und brauchen uns nicht mehr. Wir sind dann auch gefahren.

      Mal abgesehen davon, dass ich soetwas absolut nicht nachvollziehen kann und egal wie die Situation ist kein Verständnis dafür habe - es gab in den letzten Jahren in unserem Großraum immer wieder Meldungen über Hunde, die im Auto starben und Hinweise an die Hundehalter - was erwartet die Hundehalterin jetzt? Bekommt sie überhaupt eine Strafe/Verwarnung mit Bußgeld oder so? Der kleine Jacky war ja nicht dem Tode nahe, aber sehr durstig (trank durch den Fensterschlitz das Wasser, das der Herr vom OAmt reinlaufen liess) und schon durch die Hitze geschwächt.

      Weiß da jemand etwas?

      Gruß
      Kim

      • Hallo,

        was da passiert? Kurz und knapp: gaaaaar nix!!!

        Ein Hund ist ein Gegenstand, was Du mit Deinem Eigentum machst, ist dir überlassen.

        In dem Falle ist ja nicht von Tierquälerei zu sprechen, da man ja nicht vorsätzlich handelt.

        Bööööser Unfall eben. Das wars.

        Traurig was?

        Wäre es ein Kind, dann ist es etwas anderes, aber bei einem Tier interessiert sich keine Sau dafür.

        Sie hat ja immerhin einen Spalt offen gelassen ......

        LG

        Kerstin

          • Ja, nur sieht die Realität leider völlig anders aus.

            Du mußt den Vorsatz beweisen, und das wird sehr sehr schwierig. Sowie auch nur ein Spalt offen ist, handelt es sich nämlich nicht mehr um Vorsatz. Ebenso spielen andere Faktoren eine Rolle.

            Klar hauen die die Tierschützer ordentlich auf dem Putz, nur erreichen kann man leider sehr wenig.

            • Hi,

              aber es gibt doch entsprechende Urteile - irgendwer muss ja mal nach diesem Leitsatz entschiede haben:

              "In den Fällen, in denen der Hund glücklicherweise überlebt, wird der Besitzer in der Regel zu einer hohen Geldbuße verurteilt. Getreu dem oben genannten Rechtsgrundsatz, lassen die Gerichte die oft vorgebrachte Entschuldigung der Besitzer, sie hätten das nicht gewollt, nicht gelten."

              Eine Frau, die den Kosten wiedersprechen wollte, hat kein Recht bekommen.

              Vorsatz muss hier nirgendwo nachgewiesen werden lt. Artikel. Naja, bei unserem Fall wird sich eh nix mehr tun.

              Gruß
              Kim

      Huhu,

      einen ähnlichen Fall hatte ich letztes Jahr im Sommer.

      Ich war mit den Kindern im Zoo hier im Ort ( Jahreskarten) und als wir zum Parkplatz zurückkamen wollten eigentlich nur schnell noch was trinken und dann heim ins Panschbecken...weils wirklich, wirklich heiß war.

      Während wir am Auto standen hörte ich auf einmal ein Bellen. Ok, soweit nicht ungewöhnlich, da ein Wald mit vielen Wegen in der Nähe ist und da eben viele mit ihren Hunden unterwegs sind.

      Aber...der Hund bellte regelmäßig auf und mein doch noch nicht vergreistes Gehör signalisierte mir das dieses Bellen immer aus der exakt der selben Richtung kam....und seltsam klang.

      Ich sah eine Weile in die Richtung und...ja genau...dort ging es weder zum Wald, noch zu den Häusern...das Bellen kam vom Parkplatz.

      Ich lief durch die Autoreihen und sah dann plötzlich einen kleinen, weißen Hund in einem Auto sitzen, bellen und hecheln. Ich schätze wir hatten draussen ca. 30°, das Auto stand in der prallen Sonne und EIN Fenster war vielleicht 1 cm weit geöffnet. Der Hund hatte kein Wasser und war zuallem überfluss auch noch angebunden, so das er nicht ohne weiteres im Fußraum Kühlung suchen konnte ( was ja eh nix gebracht hätte).

      Sofort habe ich im Zoo selber angerufen, die haben einen MItarbeiter geschickt ( dauerte keine 2 Minuten) und dann haben wir die Polizei gerufen. Das dauerte einen Moment ( habens aber auch ein wenig weiter) und als die gerade ankamen, kam auch der ( mindestens 10 mal durchgerufene) Fahrzeughalter mit seinem Sohn.

      Er schimpfe wie ein Rohrspatz auf mich doofe Deutsche ( er war Belgier, wie standen in NL auf einem Parkplatz) und die dämlichen, niederländischen Polizisten ( was die gar nicht gerne hörten) und regte sich fürchterlich auf...das es ja wohl seine Sache wäre was er mit seinem Hund macht und wenn der niederländische Zoo nicht so blöd wäre Hunde zu verbieten, dann wäre das ja auch nicht passiert.

      Tjoa....die Polizisten nahmen sehr, sehr freundlich meine Personalien auf, im Falle dessen das noch eine Zeugenaussage gebraucht würde, ebenso die einer weiteren anwesenden Dame und die des Zoomitarbeiters und dann durften wir ( im Gegensatz zum Hundehalter) gehen. Der Hund wurde vor Ort von den Polizisten mit Wasser versorgt, das hatten sie eigens mitgebracht.

      Hier gehen die Strafen für dieses Vergehen bei 250,- Euro los...können aber uach höher ausfallen ( bei dem Verhalten des Hundehalters könnte ich mir vorstellen dass das der Fall war).

      lg

      Andrea

      • Hi,

        schade, dass wir nicht in NL wohnen... unsere Personalien wollte niemand haben...

        Leider war die Dame bei uns auch nicht wirklich einsichtig - ich hoffe, die Herren vom OAmt konnten mehr bewirken als ich. Und wenn dann keine Strafe kommt, wie "ungeheuerlich" schreibt - dann tut mir der Hund echt leid :-(.

        Trotzdem werden wir immer wieder die Polizei rufen, wenn wir so etwas sehen!

        Gruß
        Kim

    (9) 23.05.12 - 20:52

    Hallo Kim,

    erstmal finde ich es ganz ganz Klasse von Euch !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Das ist nicht selbstverständlich !!!!!!!!

    Wenn es nach mir ginge müßte man mit den Besitzern das gleiche machen :-[

    Ich gehe zur Zeit mit unserer Boxerhündin ( 2 Jahre ) nur morgens und Abends nochmal eine größere Runde Gassi.

    Sie liegt sonst bei der Hitze lieber auf der Terasse oder unter einem Baum bei uns im Garten.

    Lg
    Mulli

    (10) 23.05.12 - 22:04

    Hallo!

    ich fürchte, da gibt es eigentlich nur eine vernünftige Lösung:

    Polizei anrufen, sagen der Hund taumelt schon, und noch bevor die kommen Scheibe einschlagen.

    Dann erklären, man hätte ja handeln müssen, weil der Hund schon kollabiert wäre (somit ist die Sachbeschädigung Straffrei, weil man damit das Leben des Tieres gerettet hat).

    Und der Hundebesitzer hat damit auch eine Strafe, nämlich er darf sich eine neue Scheibe einbauen lassen - und macht das ganz sicher nie wieder.

    (11) 24.05.12 - 13:04

    Ich hoffe sie wird auch solange in ein heisses Auto gesetzt find das unmöglich ich lass meine Hunde keine 5 min bei dem Wetter im Auto ohne das wir fahren und genug luft da ist.

    • (12) 24.05.12 - 17:32

      Hi,

      ja das hätte ich auch gerne getan. Habe heute mal beim OAmt per Mail eine Anfrage gestellt, ob das für die Halterin irgendwelche Konsequenzen (Ordnungsgeld oder so) hat.
      Mal sehen, ob ich Antwort bekomme.

      Gruß
      Kim

      • (13) 25.05.12 - 06:41

        Und kam schon was?

        • (14) 25.05.12 - 08:16

          Hi,

          habe gerade mal geschaut - bisher leider noch nicht.

          Gruß
          Kim

          (15) 29.05.12 - 10:52

          Hi,

          ich habe heute eine Antwort erhalten: die Halterin wurde mündlich verwarnt und somit wäre von Amtswegen keine weitere Nachverfolgung möglich - ich könnte aber eine Framdanzeige machen.

          Die Frage, die sich mir stellt: wenn ich eine Anzeige machen würde, was passiert dann? Wird das weiterverfolgt oder eingestellt wg "Geringfügigkeit"? Immerhin lebt der Hund noch und erholte sich nach Wassergabe recht schnell (Terrier eben) und er war ja auch nicht "halb tot" als die Herren vom OAmt kamen.

          Gruß
          Kim

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