An die Katzenerfahrenen. Dringend!

    • (1) 08.06.12 - 10:27

      Hallo,
      ich brauche dringend eure Meinung, Ratschläge und Tipps.
      Zur Situation: Wir haben einen kastrierten Kater (12) und eine kastrierte Kätzin (2). Beide leben nun seit zwei Jahren zusammen und sind bisher gut miteinander ausgekommen. Seit einigen Tagen nun gibt es immer wieder Streit und Kampf. Meine Beobachtungen dazu ergeben eine Missdeutung des Verhaltens des Katers durch die Kätzin. Das heißt, beide sind erst friedlich in einem Raum, gern auch der Balkon, die Kätzin erschreckt sich durch irgendetwas und wenn der Kater dann dazu kommt, gibt es schlimmen Streit bis hin zum Kampf. Die Kätzin legt die Ohren an, macht sich groß und heult richtig, rennt dann nach einem Fauchen aber auch davon. Der Kater verfolgt sie dann und treibt sie so lange in die Enge, bis ich sie entweder trennen kann oder sie sich tatsächlich prügeln. In den letzten drei Tagen kam es nun immer häufiger zu solchen Situationen, da die Kätzin nun noch schreckhafter ist und jeden Blick vom Kater bedrohlich findet. Ich hab nun Angst, sie überhaupt zusammenzulassen bzw. sie gar zusammen allein zu lassen. Ich habe das Gefühl, meine Aufgeregtheit geht auch auf die Katzen über. Dazu kommt, dass ich schwanger bin und in den nächsten Tagen entbinden werde. Ich frage mich, ob die Katzen auch davon etwas mitbekommen.
      Was soll ich nun tun? Soll ich sie das austragen lassen, was mir sehr schwer fallen würde, da auch ich sofort aufgeregt bin, wenns losgeht oder soll ich sie erstmal räumlich trennen? Ich habe das Gefühl, die Kätzin wird immer misstrauischer und so verschlimmert sich die Situation mehr und mehr.

      Vielen Dank schon mal für eure hoffentlich zahlreichen Ratschläge.

      • Wir hatten die Situation mal etwas anders, aber in gewissen Zügen gleich.

        Wir haben 2 Kater. Der eine ist absolut gutmütig und sehr mutig und fordert den anderen ganz gern zum Spielen auf.

        Der 2. ist auch gutmütig, aber absolut feige und schreckhaft. Der fühlt sich ganz leicht in die Ecke gedrängt, versucht dann erst spielerisch sich gegen die Übergriffe des anderen zu wehren, diese Rangelei kann dann aber so ausarten, dass es hier richtig Zoff und Hauerei gibt.

        Unser kleiner Feigling ist dem Mutigen in Größe und Gewicht stark überlegen. Das weiß er auch allzu gut.

        Der Mutige ist dann im Kampf eher der Kopfdenker und versucht sich dann aus der Situation heraus zu ziehen.

        Der Feigling allerdings ist dann so in diese Situation eingeschossen und so dermaßen verärgert, dass er sich vor dem Mutigen nur noch in einer Tour aufbaut, ihn in die Ecke drängeln will und nur noch ganz schlimmen Streit sucht.

        Ich muss dazu sagen, dass es mal wirklich viel viel extremer bei uns gewesen ist, als die beiden noch jünger waren. Inzwischen sind es alte Opas, beide aber noch sehr gut zu Wege, sehr agil und fit.

        Die einzigen Dinge, die damals wirklich halfen waren, ähnlich wie bei einem Baby, was sich nicht einschreien sollte, da es sonst gar nicht mehr von der Palme runter kommt, sofort dazwischen gehen und ablenken. NICHT tadeln!!!! Aber z. B. versuchen, beide Katzen spielerisch von einander abzulenken.

        Wenn gar nichts mehr bei uns ging und über Tage so ein riesiges Gezicke war, habe ich die beiden auch schon mal getrennt. Sprich einer musste bei geschlossener Türe im Zimmer bleiben. Ging auch ganz gut, ich tat es nur zum Schutz der beiden Kampfhähne, nach ca. 48 Stunden war der Spuk dann auch vorbei und ich habe versucht die beiden spielerisch wieder zusammen zu führen.

        Wichtig ist, dass man den Streit nicht eskalieren lässt und den Katzen dann gemeinsam ein positives Erlebnis ZUSAMMEN bereitet. Z. B. durch gemeinsames spielen.

        Das Problem ist, dass derjenige, von dem die meiste Streitsucht ausgeht, dass nicht sofort aus dem Kopf bekommt.

        Und je länger man wartet und dem einfach tatenlos zusieht, umso negativer werden die Erlebnisse untereinander. Umso schwieriger wird es nachher, die Tiere überhaupt wieder im Guten zusammen zu führen.

        Weil beide immer noch im Kopf haben, der tut mir weh, ich muss mich gegen ihn wehren, ihn irgendwie auf Abstand halten.

        Daher ist dieses herbei führen von positiven Erlebnissen eine tragende Rolle, um sie wieder runterzuwickeln.

        Dir alles Gute, Janette

        • Danke erstmal für deine Antwort. Mich würde interessieren, wie ihr das mit dem Ablenken immer hinbekommen habt? Ich habe das Gefühl, es geht manchmal so schnell, dass ich gar nicht so schnell agieren kann. Oder dass meine Bewegung erst die nächste Reaktion der beiden auslöst.

          Bei uns ist es so, dass die wesentlich jüngere Kätzin natürlich auch körperlich unterlegen ist. Der Kater ist ziemlich groß und dick aber dafür langsamer. Scheinbar steht mir meine eigene Angst auch im Weg. Ich fürchte diese Konfrontationen der Katzen sehr und bin dann zugegebenermaßen auch hysterisch, weil ich ihnen helfen will, aber nicht weiß, wie. Das scheint noch eine größere Aufgabe für uns alle zu werden.

          Herzlich,
          Nicole

      Hallo!

      Das Konzept von Schwangerschaft und Geburt ist Katzen natürlich bekannt, das ist bei ihnen ja nun nicht groß anders. Wahrscheinlich haben sie schon vor Dir bescheid gewusst, der andere geruch ist schon wahrnehmbar. Und natürlich merken sie, dass es bald los geht bei Dir.

      Du hast natürlich auch ein wenig Bammel vor der Geburt, vielleicht auch richtig massiv angst, und das spüren sie. Deine Anspannung liegt einfach in der Luft, aber das können sie nicht so recht einordnen - bei Katzen gibt es ja seltener probleme bei der Geburt, und Angst vor etwas, das noch gar nicht da ist, kennen Katzen auch nicht.

      also nehmen sie an, du bist so angespannt, weil es gerade eine Bedrohungssituation gibt, und sind deswegen aufmerksamer - besonders Deine kätzin scheint da sehr besorgt zu sein. Und darüber geraten sie eben jetzt immer wieder aneinander.

      Versuch einfach nur, sie zu beruhigen, und Dich auch. Wird schon alles klappen, und in ein paar Tagen kommst Du mit Baby nach hause, alles ist wieder gut, Du bist selber ruhiger und der kleine Schreihals wird euch alle auch so genug beschäftigen.

      Mach jetzt keinen großen Aufriss um die katzen, geb ihnen öfter was zu fressen und achte gar nicht so sehr drauf, die kriegen sich schon wieder ein.

      Alles gute für die geburt!

      • Lieben Dank für deine Antwort. Klingt schon einleuchtend, was du schreibst. Sie war bisher eher wenig anhänglich, aber in letzter Zeit begleitet sie mich meistens auf Schritt und Tritt. Ich dachte nur eher, dass das damit zusammenhängt, dass auch sie älter wird und nun quasi fast erwachsen ist. Aber vielleicht hängt es auch tatsächlich mit unserem Sohn zusammen, der nun jeden Tag kommen kann.

        Viele Grüße,
        Nicole

        • Wenn in einer Katzengruppe eine andere schwanger ist und bald die Geburt zu erwarten ist findet sich da auch oft eine freiwillige, die ihr hilft, quasi die Hebamme spielt, hilft, die Babys groß zu ziehen etc. und wahrscheinlich will sie das bei Dir machen. das ist ja auch wirklich total lieb von ihr, und sie macht sich da eben große Sorgen, wenn Du angespannt bist. Also nur die Ruhe, wird sich schon wieder legen...

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