Hund und Baby, wann ist der beste Zeitpunkt?

    • (1) 22.06.12 - 15:21

      Hallo,

      meine Frage steht schon oben, aber ich werde noch mal ein wenig ausholen.

      Wir, dass sind mein Mann, meine zwei "Großen Jungs"(5 und 10 Jahre) und meine Tochter (8 Monate) befassen uns schon länger mit dem Gedanken eine Hund anzuschaffen.
      Wir machen uns die ganze Entscheidung nicht einfach, denn wir wollen dem Hund ein schönes Zuhause geben und nicht unüberlegt handeln. Da sowohl mein Mann als auch ich totale "Neulinge"im Bezug auf Hunde sind, haben wir uns einige Bücher zugelegt und uns versucht so gut es geht zu informieren (auch eine Allergie auf Hunde wurde ausgeschlossen)

      Nach längerem Suchen würden wir uns einen ELO gut als Familienmitglied vorstellen können. (vielleicht auch ein Berner Senn?)
      Wir haben mit einer Hundeschule Kontakt aufgenommen und auch schon einmal mit einem Elo-Züchter. Beide haben sich bezüglich richtigem Zeitpkt. der Tieraufnahme (wegen dem Baby) sehr bedeckt gehalten und konnten nicht aus Erfahrungen berichten.

      Jetzt also zu meiner Frage: Was meint Ihr, kann man einen Welpen und ein Baby gut zusammenbringen, oder würdet Ihr noch etwas abwarten?

      Wir denken im Übrigen, dass ein Welpe für uns das Richtige wär, oder besser doch schon ein "großer Hund"?

      Ach ja noch zu den Rahmbedingungen: Haus mit Garten(wird noch eingezäunt); 3 Kinder, ländliche Umgebung-Wald-Feld....

      Ich fange ab Oktober wieder an teilweise zu arbeiten, sodass das Tier dann an meinen Bürotagen (2-3 Tagen in der Woche) leider für ca. 5 Std. hier allein wär.

      Über eine ehrliche und sachliche Meinung wären wir sehr dankbar, vielleicht sogar mit eigenen Erfahrungen?!

      LG und danke Jule

      • (2) 22.06.12 - 16:15

        Hi,

        ich würde mit Baby keinen Welpen nehmen und auch deshalb nicht, weil Du ab Oktober wieder arbeitest.

        Ich würde eher zu einem 2-3jährigen (oder gerne auch älteren Hund) raten, der evtl. von einer Familie abgegeben wurde, zumindest die Grunderziehung hat, evtl. Kinder kennt. Ein Familienhund kann jeder Hund werden - egal ob Mischling oder Rassehund, egal ob Welpe oder erwachsener Hund, egal ob von privat, aus dem Tierschutz oder vom Züchter.

        Wir habe uns, obwohl wir sehr viel Hundeerfahrung haben (beide mit großen Hunden wie DSH, Schnauzer und Bernhardiner aufgewachsen) und selbst bereits den 4. eigenen Hund haben, wieder für einen Hund entschieden, der "älter" ist. Sana kam mit 8 Monaten zu uns. ist jetzt 8 Monate bei uns und selbst bei ihr ist die Erziehung echt viel arbeit. Und das beziehe ich nicht nur auf den Hundeplatz sondern vor allem den Alltag. Aber dadurch, dass sie eben kein Baby mehr ist, sidn viele Dinge im Vergleich zum Welpen leichter:

        Sie konnte von Anfang an mehrere Stunden einhalten (vor allem nachts), tagsüber auch länger als ein Welpe (der muss nach dem schalfen, spielen, fressen, etc raus), konnte zumindest anfangs schonmal 30-40min spazieren gehen, etc. Und trotzdem bekomme ich oft die Kurve nicht, um mit ihr richtig zu arbeiten.

        Alle unsere eigenen Hunde kamen / kommen aus dem Tierschutz bzw. zweiter Hand:

        Sandy *15.2.97 - 26.09.11: Wolfspitzhündin, kannte fast nichts, wurde bis zu 16h täglich alleine gelassen - kam zu uns mit fast 5, weil die BeSi umzog und sie zurück liess, bevor ich überhaupt schwanger war und war eine tolle Freundin für unser Sohn und sehr geduldig.

        Pancho *01.05.93 - 23.11.10: Dackelmix, Rüde, kam zu uns mit 10 Jahren und davon lebte er mind 95% auf der Straße in Mallorca als unser Sohn 5 wochen alt war. Als Hund nicht einfach, weil er den Körper eines Dackels hatte, aber die Seele und den Mut eines Löwen. Er war vom ersten Tag an Fabians bester Freund und Beschützer - und hat wirklich ALLES geduldet (auch das, was wir nicht dulden wollten, wie z.B. unkontrolliertes zappeln und treten von Fabian (wenige Monate alt und konnte noch nichtmal krabbeln), wenn er auf der Decke lag - und Pancho an seinen Füßen - da konnte cih ihn wegnehmen sooft ich wollte - er ging sofort wieder hin). Bis zu seinem letzten Tag hat er seine aufgabe als Freund und Beschützer ernst genommen - hat Fabian getröstet als er erfuhr, dass Pancho sterben wird, kontrollierte jeden Abend, ob im Zimmer alles ok ist,Etc.).

        Spike *01.10.2004: Dackel-Malinois-Mix, kam mit 6 Monaten zu uns als Fabian gerade 2 Jahre alt war. Kannte Kinder, war einfach süß, wir kannten seine (schwierige) Vorgeschichte (gehörte den Nachbarn meiner SM) und man sollte meinen, als junger Hund viel einfacher als die alten... Pustekuchen. Mit ihm hatten wir die meisten Probleme: er hatte eine geringe Frustgrenze, schnappte schonmal (was natürlich geahndet wurde - auf beiden Seiten!), Erziehung war sehr schwierig, obwohl er sehr intelligent ist (vielleicht auch deshalb), pinkelte und kotete ins Haus (aus Protest), etc. Heute liebt er unseren Sohn, ist gut erzogen, wesentlich geduldiger, super lieb und schmusig (wobei er das bei allen Problemen immer war) und wir wollten keinen anderen mehr haben. Aber der Weg war echt hart -vor allem während der endlos dauernden Pubertät -und als Anfänger wären wir mit ihm völlig überfordert gewesen.

        Dies nur zum Verdeutlichen, warum ich zu einem älteren, erwachsenen Hund rate.

        LG
        Kim

        • (3) 23.06.12 - 23:15

          Hallo Kim

          Ich bin gerade etwas schockiert: Ihr habt einen Dackel-Malinois-Mix?? Wer kommt denn auf so eine bescheuerte Idee?? Ich hoffe doch sehr, dass die Mutter nicht der Dackel war.

          Das geht nicht gegen euch. Überhaupt nicht. Aber Dackel-Malli-Mix... Für mich absoluter Horror!!

          LG, Ciara (die selber einen Malli-Rüden hier liegen hat)

          • (4) 26.06.12 - 08:18

            Hi,

            es war die ersten Jahre auch nicht ohne - habe ein Bild von Spike in der VK.

            Körperlich perfekt proportioniert, den Dickschädel und die Eigenständigkeit vom Dackel, der Arbeitswille und die geringe Frustationsgrenze vom Malinois und durch eine zu frühe

            Trennung von der Mutter mit einer Wesensschwäche (nervös, oft unsicher, etc.) ausgestattet. Dazu war er extrem spätreif - erst mit fast 3 war er in der Lage sich länger als 1-2mi zu konzentrieren und Kommandos umzusetzen.

            Mittlerweile ist er fast 8 Jahre alt und wird ruhiger, kann sehr viel besser mit Frust umgehen (z.B. wenn er einer Katze nicht hinterherkommt, weil er an der Leine ist - früher hat er nach allem geschnappt, was in der Nähe war - heute jammert er nur noch) und ist auf dem Hundeplatz zusammen mit meinem 9jährigen Sohn der "Star" - er arbeitet nämlich wie ein Mali und je mehr er gelobt wird, umso stolzer wird er ;-).

            Glücklicherweise war die Mama der Malinois - und natürlich war es "ein Unfall" :-[. So zumindest sagen es die Vorbesitzer.

            LG
            Kim

      (5) 22.06.12 - 19:22

      Hallo!

      Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen.

      Wir haben seit 3 Wochen einen Welpen und meine Tochter ist fast 2 Jahre alt.

      Und ich würde es nie, nie, nie wieder so machen!

      Der Welpe ist einfach zu stürmisch, was er ja auch sein darf, ist ja noch ein Baby. Aber er ist den ganzen Tag nur dabei, meine Tochter zu beißen, ihr in jegliche Körperteile zu schappen, obwohl ich die ganze Zeit daneben bin! Sie ist dauernd am weinen, weil sie nicht mehr gezwickt werden will.

      Vor allem, wenn sie mal hinfällt, stürzt sich der Welpe auf den Kopf und beißt zu. Klar, er denkt, dass sie spielen will bzw. er mit ihr spielen kann. Das dauert jetzt noch einige Zeit, bis er lernt, dass er das nicht darf..... es ist extrem anstrengend! Bei Deinem Kind ist es ja noch extremer, denn es krabbelt ja wahrscheinlich nur. Die perfekte Höhe, um die Ganze Zeit im Gesicht zu knabbern.....

      Zum anderen fängt Kind jetzt an, den Welpen zu treten und zu hauen, weil sie sich wehren will, bzw. rächen will. Da muss man richtig aufpassen, dass der Hund keinen seelischen Schaden davonträgt.

      Man kriegt es bestimmt alles hin, aber aus meiner Sicht würde ich für mich noch warten, bis das kleinste Kind mindestens 5 Jahre alt ist.

      (6) 22.06.12 - 20:29

      Ich würde ein älteres Tier nehmen,gerade wegen dem arbeiten.Ansonsten könnte es auch ein Welpe sein.Aber 5 stunden alleine sind zuviel,das ist für einen erwachsenen Hund schon die Obergrenze.Darüber hinaus sollte man sich jemanden suchen,der den Hund dazwischen ausführt.
      Wir bekommen vermutlich gegen ende des Jahres einen Welpen und dann ist unser jüngster 3jahre alt.Vorher wäre es mir zu stressig.
      lg Julia

    • (7) 23.06.12 - 08:08

      Aaaalso,
      ich würde mir paralel zu einem Kind, bzw Baby keinen Welpen antun und mich von den Rassevorsteloungen verabschieden! Ein Welpe ist wie ein Baby, er braucht die Zeit die er braucht genau dann wann er sie braucht. Ein adultes Tier braucht auch Zeit und Training, ist aber flexibler in der Zeit, du kannst di "Pausen" nutzen, die du hast!Als wir unseren Hund geholt haben, haben wir bestimmt zwischen 20 und 30 Hunde angeschaut, Meine Tochter Amelie war etwa 4 Monate alt und so "bodennahe" kinder, verwirren die meisten Hunde. Wer hätte gedacht, dass ein unkastrierter Strubbel-Streuner-Rüde, der bisher nur mit anderen Hunden auf einem Grundstück mit Ziegen gelebt hat, unser perfekter Familienhund werden würde? Er hat noch nie in einem Haus gelebt, kannte kein Kommando, aber,... und genau das war der Auslöser,.. er hat super toll auf de kleine reagiert,... hat sich ihr gegenüber auf den Boden gelegt und sie abgeschlabbert.
      Sicher musste mit ihm wahnsinnig viel gearbeitet werden, aber ich konnte das tn, wenn die kleine schläft, wenn ich Abends "Feierabend" von der kleinen hatte und,.... was soll ich sagen? Amelie liebt ihren Hund, niemand bringt sie so oft zum lachen wie er! Sie wissen beide und lernen täglich mehr, wie sie miteinander umgehen müssen(mir ist es sehr wichtig, dass die gute beziehung zwischen den beiden bestehen bleibtund nicht durch meine unachtsamkein zerstört wird, die kleine weiß also ganz genau wann sie den hund in ruhe lassen muss).

      Suche deinen Hund nach Gefühl aus und probiere wie er auf dein Kind reagiert. Nicht nach Stammbaum :)

      Viel Glück

      (8) 23.06.12 - 08:15

      Nochmal zum Alter des hundes:
      Hol dir ein junges, adultes Tier, wenn es sich einrichten lässt (wiegesagt, andere Faktoren sind wichtiger) Dann hast das Welpen-Gedöns hinter dir, aber deine Kinderhaben auch noch was von ihm, es gibt Hunde, die mit zunehmendem Alter weniger Action und Stress vertragen (ist aber längst nicht bei allen so).

      Auf gar keinen Fall, hol dir bitte einen Welpen

      (9) 23.06.12 - 09:43

      Hallo,

      ich würde mir an eurer Stelle keinen Welpen holen. Das wird sehr stressig in Verbindung mit eurer 8 Monate alten Tochter. So schnell kann man gar nicht gucken, wie die spitzen Zähnchen vom Welpen überall reinbeissen. Die machen auch vor einem krabbelnden Baby nicht halt.

      Ich erzähle mal meine Geschichte, als wir unsere Leonberger-Hündin mit 8 Wochen bekommen haben. Das ist mittlerweile 10 1/2 Jahre her. Wir waren damals auch absolute Anfänger, was Hunde angeht. Weder mein Mann, noch ich hatten Erfahrung mit Hunden.
      Seit meiner Jungend sind Leonberger meine absoluten Traumhunde und ich konnte meinen Mann sehr schnell für diese Rasse begeistern. Als wir unseren Welpen bekommen haben, war unser Sohn auch erst 8 Wochen alt. Die Züchterin hatte erst Bedenken, uns den Hund zu geben, weil eben unser Sohn auch erst 8 Wochen alt war. Nach langen Gesprächen hat sie dann aber zugestimmt, weil sie gemerkt hat, dass wir uns sehr gut informiert hatten und sie im selben Ort wie wir wohnt. Sie stand immer - auch heute noch - mit Rat und Tat zur Seite.

      8 Wochen altes Baby und 8 Wochen alter Hunde-Welpe. Die ersten 4 Wochen waren Stress pur. Schlaf habe ich während der Zeit selten bekommen. Unser Sohn hat tagsüber viel geschlafen und lag dann in seinem Stubenwagen, wo der Welpe nicht ran kam. Während unser Sohn geschlafen hat, habe ich mich mit dem Welpen beschäftigt. Als der Welpe geschlafen hat, habe ich unseren Sohn versorgt. Wenn beide zusammen wach waren, wurde es stressig.

      Nun muss ich dazu sagen, dass der Welpe relativ schnell die Grundkommandos konnte und auch innerhalb von 2 Tagen stubenrein war. Unsere 2. Leonberger-Hündin, die wir vor 2 1/2 Jahren als Welpen bekommen haben, hat dagegen 3 Wochen gebraucht, um stubenrein zu werden.

      Was ich damit sagen will, ist, dass unser Sohn im "spitzen Zähnchen-Alter" des Welpen noch im Stubenwagen lag und deshalb für den Hund nicht erreichbar war.
      Ein 8 Monate altes Baby fängt an die Welt zu erkunden, liegt vielleicht auch mal auf der Krabbeldecke. Finde ich in Verbindung mit einem jungen Welpen aufgrund der spitzen Zähnchen schwierig.

      Als unser Sohn 8 Monate alt war, war unser Leo ja auch 8 Monate alt und hatte kapiert, dass das Kind auf der Krabbeldecke tabu ist. Das ging komischerweise recht gut. Als unser Sohn gekrabbelt ist, ist unser Hund ihm aus dem Weg gegangen, hat unseren Sohn höchstens mal beschnuppert. Aber man musste halt ständig ein Auge drauf haben.

      Ein Problem sehe ich dann auch mit den Spielsachen. Bei einem Hundewelpen sollte mann nichts rumliegen haben, da ja in der Anfangsphase wirklich alles angeknabbert wird, wenn man nicht aufpasst. Zum Glück hatte unsere Leo-Oma im Welpenalter nicht so die Ambitionen dazu. Sie hat kaum etwas kaputtgebissen. Während unsere 2. Leo-Hündin alles ins Maul genommen hat und drauf rumgekaut hat, was ihr in die Quere kam. Selbst 2 Terrakotta-Töpfe im Garten hat sie angenagt, als sie unbeobachtet war.

      Ich würde den Welpen auch noch nicht für 2 bis 3 Tage in der Woche à 5 Stunden alleine lassen. Ich halte das für zu früh. Unsere 2-jährige Hündin fängt heute noch an Blödsinn zu machen, wenn sie länger als 4,5 Stunden alleine ist. Weil ihr dann einfach langweilig wird. Unsere Leo-Oma hat dagegen nie etwas gemacht. So unterschiedlich sind Hunde.

      Deine beiden älteren Söhne können sich ja auch mit dem Welpen beschäftigen. Aber was machst du morgens, wenn die beiden im Kindergarten und Schule sind? Zumal ich Kinder in dem Alter auch nicht ohne Aufsicht mit einem Welpen lassen würde. Unser Sohn geht wohl heute mal mit der Hunde-Oma alleine übers Grundstück, aber mit der jungen Hündin darf er das auch nicht. Sie ist sehr temperamentvoll.

      Ich würde mir an eurer Stelle einen Junghund oder aber auch einen etwas älteren Hund holen, der die Grunderziehung hinter sich hat und Kinder kennt.

      Das ist aber nur meine Meinung und mein Erfahrungsbericht. Entscheiden müsst ihr selber. ;-)

      LG

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