Gassi gehen vs. Rudelhaltung beim Hund

    • (1) 19.07.12 - 08:19

      Ich will mal eine Frage in die Runde werfen: Was macht einen Hund "glücklicher"? Viele Artgenossen oder Gassi gehen?

      Wenn man klassisch fragt, was braucht ein Hund, sagen die meisten 2 Stunden Gassi gehen, gelegentlich Kontakt zu Artgenossen, artgerechte Auslastung.

      Im Hundesport (Agility und Hüten) kenne ich viele Leute die eine große Anzahl Hunde haben mit denen nicht immer Gassi gegangen wird. Die haben ein großes Grundstück und mit denen wird auch nahezu täglich gearbeitet. Das klassische Gassi gehen 3 mal am Tag fällt da aber weg. Die gehen schon auch größere Runden mit ihren Tieren und nehmen dann eine abwechselnde Menge an Hunden mit. Aber da sicherlich nicht mit jedem Hund 2 Stunden Gassi gegangen. Allerdings haben die Leute alle große Grundstücke bzw. Höfe wo die Hunde viel draußen sind und in den meisten Fällen ständigen Zugang zum Garten haben.

      Welches ist wohl der glücklichere Hund, der der 2 Stunden Gassi geht am Tag und da gelegentlich mit anderen spielt. Oder die die im Rudel auf einem großen Grundstück leben und dafür nicht so viel Gassi gehen?????? Am idealsten wäre sicher großes Rudel UND 2 Stunden Gassi gehen, aber das sind wohl eher die Ausnahmen ;-)

      Gruß Sabine

      • (2) 19.07.12 - 08:24

        das Gassi-Gehen ist ein Weg einen Hund körperlich auszulasten, ihm was für die Nase zu bieten und ihn mit Artgenossen zusammen zu bringen. Wenn das auf andere Weise stattfinden kann, warum nicht? Mein Hund hat zuvor auch im Rudel gelebt, allerdings ohne echte auslastung, sondern auf einem Grundstück mit Ziegen und 4 anderen Hunden. Er war definitiv nicht ausgelastet.

        Beide?

        Damals in meiner Jugenzeit gab es im Dorf einen Jäger, der hat seine Hunde im Zwinger gehalten und der Zwinger stand auf einer großen Rasenfläche, wo die Hunde dann ihren tägl. Auslauf und den Bedürfnissen nachgehen konnten (außer die Hunde waren natürlich mit dem Jäger auf Tour). Wir, 2-3 Mädels, durften mit den Hunden dann öfter Gassi gehen.
        Ich hatte nie den Eindruck, das die Hunde "unglücklich" waren.
        Wenn man beide Haltungsmöglichkeiten gut Umsetzt (weiß nicht, wie ich das beschreiben soll #schein), dann sind alle Hunde irgendwo glücklich, denke ich.

        LG

        (4) 19.07.12 - 09:19

        Hi,

        ich denke, es gibt da kein "richtig oder falsch" - man kann bei beiden Haltungsformen Fehler machen. Und es hängt auch sehr stark davon ab, welche art Hund/e man hat.

        Wir hatten ursprünglich 3 Hunde mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen:

        Unsere Wolfspitzhündin als klassischer Hofhund war schon glücklich, wenn sie draußen liegen konnte und das Grundstück bewachen durfte - spazierengehen war wichtig, aber es ging auch mal 1-2 Tage ohne.

        Unser alter Pancho, ehemaliger Straßenhund, wollte mit der Nase arbeiten und raus, was erleben - konnte zwar auch mal einen Tag verzichten und die Sonne genießen, aber länger nicht. Notfalls ging er spazieren, wenn man nicht schnell genung das Tor zu hatte und kam 20min später wieder.

        Unser Spike, Dackel-Malinois-Mix MUSS kopfmäßig und körperlich ausgelastet werden - dem reicht es nicht, nur mit den anderen Hunde zu spielen und zu rennen. Vernachlässigt man das, hat man ein Nervenbündel und Kläffer zu Hause.

        Als unser beiden Senioren gestorben waren, mussten wir kurzfristig eine neue Partnerin für Spike finden - er war als Einzelhund so unglücklich, dass wir dachten, er gibt sich auf. Aus dem kleinen Quirl wurde ein apathischer und viel zu ruhiger (alter) Hund - obwohl er erst 7 war. Und das, obwohl wir 3 Spaziergänge täglich gemacht hatten, davon mind 1 längerer über 1,5h, ihn überall hin mitnahmen (was mit 3 Hunden immer nur schwer möglich war), Kopfarbeit machten, er hatte täglichen Kontakt zu dem Hund meines Vaters (die ist täglich bei uns) und der neuen Hündin meiner Schwiegermutter. Ihm reichte das nicht. Erst als Sana bei uns einzog, wurde er wieder "unser" Spike.

        Sana ist eine DSH-Mix-Hündin, kein Hund, der lange Strecken laufen will, aber unbedingt kopfmäßig UNd körperlich ausgelastet werden muss. Wobei die Kopfarbeit bei ihr den Löwenanteil ausmacht. Ihr reicht es genausowenig wie Spike, dass die beiden zusammen rennen und spielen können (und es auch fast ständig tun).

        Das nur mal als Beispiel - auch Rudelhaltung reicht nicht bei jedem Hund zur Auslastung. Und es muss die richtige Form der Auslastung für jeden Hund gefunden werden!

        Gruß
        Kim

      • hallo,

        viele denken ja, ich hab einen garten, das reicht für den hund. da hat er genug auslauf. aber das stimmt nicht. man muss auch mit einem hund gassie gehen. wie lange, das ist wohl jedem selbst überlassen. aber so etwa eine stunde würde ich schon einplanen.

        ich gehe mit meinen hund viel gassie. nicht immer eine stunde. manchmal ist es auch nur ne halbe.

        zwischendurch übe ich mit dem hund auf der hundewiese. also das apportieren, sitzen, zurückrufen und das leinentraining. da hat meine viel bewegung.

        und es gibt tage, da gehe ich in einer hunderunde mit. je nachdem wie ich dienst habe. da sind andere hunde dabei. eine kleine runde von 3 bis 6 hunden.

        wir gehen da etwa 1,5 stunden spazieren und die hunde können herumtoben. und haben nebenbei auch noch auslauf.

        meiner gefällt das super.

        ich würde ein gleichgewicht schaffen. ist die zeit mal knapp, weil man tausend termine hat oder aber krank ist, dann reicht es auch mal aus, den hund im garten zu lassen und dort zu beschäftigen. aber ich würde dennoch immer einen spaziergang mit einplanen. das tut nicht nur den hund gut, sondern auch sich selbst.

        achso, und der hund braucht auch mal abwechslung, was ein garten mit der zeit nicht bietet.

        • Es ging hier nicht um Hunde die einfach in den Garten geschmissen werden. Sondern z.b. um 6 Border Collies die bei der Hofarbeit mit eingebunden werden und dafür nur alle 2 Tage Gassi gehen.

          Ich selber hab "nur" 3 Hunde da kann man noch jeden Tag Gassi gehen. Aber ich geh nur einmal am Tag.

          • (7) 19.07.12 - 12:33

            Hi,

            "Sondern z.b. um 6 Border Collies die bei der Hofarbeit mit eingebunden werden und dafür nur alle 2 Tage Gassi gehen"

            Ein Border Collie, der z.B. täglich Schafe oder andere Tiere hüten darf (und das mehr als 2x 10min) oder anderweitig artgerecht arbeitet (Agility gehört da für mich nicht dazu!) der braucht nicht wirklich Spaziergänge! Der ist nach der Hütearbeit froh, wenn er seine Ruhe hat.

            Gruß
            Kim

            • (8) 19.07.12 - 13:54

              Welche Schafe wollen schon jeden Tag geschubst werden, Sommer wie Winter. Denke das ist wohl eher selten der Fall.

              Ich bin auch kein Freund von Schafschubserei nur um den Hund auszulasten. Sieht man ja auch immer öfter. Bei uns wird nur mit den Tieren gearbeitet wenn es nötig ist.

              Aber das mal abseits vom Thema. Da kann man sich totdieskutieren bei dem Thema muß jeder Border jeden Tag hüten, und woher sollen die ganzen Schafe kommen.

              Mir gings mehr darum dass Hunde die z.B. ausgelastet werden UND ihre Gruppe haben doch auf keinen Fall unglücklicher sind nur weil sie nicht 2 Stunden über Wiesen stromern.

              Ohne Auslastung sind beide Modelle Mist, nur Gassi gehen reicht keinem Hund und nur im Garten mit anderen Hunden reicht keinem Hund. Trotzdem zieh ich mittlerweile die Mehrhundhaltung vor, auch wenn dadurch manchmal die Gassigänge kürzer sind weil ich mehr Zeit zur Auslastung brauch.

              • >>Trotzdem zieh ich mittlerweile die Mehrhundhaltung vor, auch wenn dadurch manchmal die Gassigänge kürzer sind weil ich mehr Zeit zur Auslastung brauch. <<

                Da sehe ich die größte Gefahr.

                Ich bin bei uns im Tierheim engagiert und sehe immer öfter, dass gerade berufstätige Hundehalter, die nur einen Hund Zuhause haben, sich für einen Zweithund interessieren. Als Grund wird immer angegeben: Damit der erste nicht so viel alleine ist und er auch Beschäftigung hat, wenn wir arbeiten müssen.

                Und leider müssen wir den Besitzern dann immer sagen, dass das der falsche Ansatzpunkt für einen Zweithund ist. Denn die Beschäftigung, die sich zwei oder mehrere Hunde geben können, ist sehr begrenzt. Die Rangordnung ist schnell geklärt und dann ist nichts mehr mit Beschäftigung oder Auseinandersetzung mit dem Gegenüber. Lediglich das Bedürfnis nach sozialer Nähe wird erfüllt, sofern das denn von allen Hunden auch überhaupt gewünscht ist.

                Ich bin der Meinung, dass Hunde in Rudelhaltung nicht zwangsläufig glücklicher sind. Denn wir wissen alle, wie aufwendig und zeitintensiv es ist, einen Hund wirklich auszulasten. Geradeso, wie er es wesensmäßig einfordert.

                Ich finde nichts fürchterlicher, als Hofhunde, die zwar den ganzen Tag draußen rumlaufen dürfen, denen aber sonst nichts geboten wird. Da können 10 Hunde mitlaufen, die Außenzeize fehlen einfach. Für mich ist das geistige Verstumpfung.

                LG

                minimöller

                • (10) 19.07.12 - 19:44

                  >> Ohne Auslastung sind beide Modelle Mist, nur Gassi gehen reicht keinem Hund und nur im Garten mit anderen Hunden reicht keinem Hund. Trotzdem zieh ich mittlerweile die Mehrhundhaltung vor, auch wenn dadurch manchmal die Gassigänge kürzer sind weil ich mehr Zeit zur Auslastung brauch <<

                  Es ging ums Gassi gehen und nie um die geistige Auslastung.

                  • Ja, das weiß ich :-).

                    Mir war nur wichtig, zu betonen, dass ich Mehrhundehaltung nicht positiver finde, als Gassigänge. Denn die Voraussetzungen, unter denen mehrere Hunde oft gehalten werden, ist eben meistens nichts anderes als reine Hofhaltung.

                    • Deshalb hab ich ja extra das Beispiel mit den Bordern gebracht. Mir gings nicht um Leute die einfach mehrere Hunde einfach so halten. Sondern eher um Leute die mit ihren Hunden Hundesport (z.B. hüten) betreiben und deshalb mehrere halten.

                      Aber gut, so hat jeder seine Meinung. Ich stelle oft fest dass Halter die einfach einen Hund haben oft nicht mehr machen als mit dem auf die Hundewiese und da dann 2 Stunden schnattern und Hunde rennen lassen. Ich denke es gibt genauso beim Einzelhalter wie beim Mehrhundehalter schwarze Schafe.

          (13) 20.07.12 - 09:03

          Eine Tante hat auch 3 (größere) Hunde und die gehen auch nur 1x am Tag, allerdings ist es auch immer dann eine große Runde von bis zu 2 Stunden oder so. Ansonsten laufen die Hunde im großen Garten und nebenan ist auch ein Feld, wo die auch mal einfach rauflaufen.

          Generell sind die Hunde aber eher "bequem", schlafen morgens auch mal länger als die Besitzer #rofl (gegen 5-6 Uhr, wenn Onkel los muß, schon mal kurz gassigehen geht gar nicht), also haben keinen Drang nach draußen und pennen lieber weiter.

          LG

    Gassigehen, ganz klar klar. Was würdest du sagen wenn du nur in deienr Bude rumlaufen darfst, hast ja alles da wozu rausgehen? Du würdest jeden Ris, jede Fuge jeden Dreckkrümel in und auswendig kennen und deine Leute würden 24/7 dir auf der Pelle hocken.

    So gehts den Hunden auch! Arme Tiere! Beim Gassigehen ist immer was neues, man geht neue Wege, trifft neue Menschen...

    Abgesehn davon ICH würde mir net das Grundstück vollscheissen lassen

    • Kannst du lesen?????

      Es ging nicht drum die Hunde in die Bude zu sperren. Es ging um Leute die einen großen Hof haben, mehrere Hunde und nur alle 2 Tage z.B. ne große Runde gehen. Sehr wohl aber arbeiten mit ihren Hunden und das wochenends auch gerne den ganzen Tag! Ich gehenz.B. mit meinen 3en früh und abends garnet und nur tagsüber eine große Runde. Natürlich arbeite ich jeden Tag mit den Hunden. Aber die groß Runde ist auch mal kleiner. Dafür sind sie Wochends fast den ganzen Tag mit uns unterwegs.

      Und ganz ehrlich, ich finde es kein Problem die Haufen meiner Hunde aufzusammeln, wir haben ca. 20 Fichten im Garte stehen und da haben die einen Löseplatz, auf die Wiesenstücke dürfen sie weder pinkeln noch scheißen. Draußen lass ich auch keinen Haufen liegen genau wie im Garten.

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