Viele Meinungen erwünscht - gelähmter Hund...

    • (1) 07.08.12 - 07:37

      Hallo,

      ich mal wieder :-p.

      So, nun habe ich eine Frage an Euch:

      Wir haben ja schon oft einen Pflegehund gehabt bis er gut vermittelt werden konnte. Nun hat mich allerdings das Helfersyndrom gepackt #schock. Es gibt einen kleinen Hund, dieser wurde von einem Auto überrollt und liegenlassen. Schwerverletzt wurde er ärztlich behandelt. Soweit ist er wieder fitt und gut drauf - ABER er wird für immer an den Hinterläufen gelähmt bleiben.

      Seine Vermittlungschancen sind bei 0 logischerweise. Dennoch wird eine Pflegefamilie gesucht. Hat mich wieder mal mitten ins Herz getroffen, zumal der Pfiffi wirklich goldig ist...

      So, er wird wohl einen Rolli bekommen wo er sich einigermaßen "frei" bewegen kann. Inkontinent ist er nicht. Momentan zieht/schleppt er sich durch die Gegend, seine Beinchen sind schon wundgescheuert (das kann ich nur schwer mit ansehen #heul).

      Auf der einen Seite würde ich ihm schon gerne die Chance geben - auch wissentlich, dass er wohl an uns hängen bleibt auf der anderen Seite denke ich mir aber auch - ist das tatsächlich ein Leben für einen Hund? Im ersten Moment sagt man sich Sicher, klar, wenn es ihm sonst gut geht. Ist dem aber auch tatsächlilch so?

      Nun meine Frage an Euch: Hat jemand einen gelähmten Hund? Ist die Lebensfreude wirklich ungebremst? Ist es eine gute Entscheidung gewesen? Würdet Ihr es wieder machen?

      Ich freue mich über alle Meinungen, Erfahrungen und Gedanken. Sowohl im positiven Sinne als auch im Negativen!

      Danke!

      Caro

      • Ich kann hier nicht aus eigener Erfahrung sprechen - aber welchen Eindruck hast du denn von diesem Hund? Hast du den Eindruck, dass er sein Leben noch genießt oder dass er eigentlich nur leidet.

        Wenn ersteres, dann sollte man sich über eine Art Hunderollwagen Gedanken machen, damit könnte der kleine wieder durch die Gegend fetzen - das ist ein großes Stück Lebensqualität.

        Ich muss aber sagen, wenn mein Hund so schwer verletzt wäre, dann hätte ich solche OPs vermutlich nicht durchführen lassen. Aber in deiner Situation, wo die OPs schon durchgeführt worden sind, kann man zumindest versuchen das Beste daraus zu machen. Vorausgesetzt das nötige KLeingeld ist vorhanden.

        • Hallo,

          danke für Deine Antwort.

          Ja, er wurde wohl operiert. Er hat auch keinerlei Quetschungen oder schwere innere Verletzungen davongetragen. Es ist wohl so, dass er genau an der Stelle der Wirbelsäule verletzt wurde wo die Hinterläufe gekappt wurden. Er ist tatsächlich soweit wieder quirlig und aufgeweckt. Versucht hinter allem herzulaufen, aber es geht halt nicht.

          In diesem Fall würden wir jetzt nicht auf den Kosten sitzen bleiben. In unserem Verein ist es tatsächlich so, dass die Pflegefamilie Futterkosten übernimmt, den Rest trägt der Verein.

          Ich würde ihm den Rolli kaufen, an dem sollte es jetzt nicht scheitern.

          Mich quält einfach wirklich die Frage ob man genau diesem Hund eine Chance gibt oder eben einem anderen, der kein Handicap hat, aber genauso dringend Unterstützung benötigt. Auf der einen Seite kommt da mein Helfersyndrom enorm zum Vorschein - aber ob das tatsächlich Sinn macht?

          LG
          Caro

          • na hör mal, wer denn sonst, wenn nicht Du??? ;-)

            Du schreibst selber die Vermittlungschancen liegen bei 0, Dein Herz blutet, die Kosten sind geregelt, worauf wartest Du???

            Erfahrungen habe ich nicht, aber Du hörst Dich zumindest so an, als hättest Du die Motivation, ihm noch ein schönes Leben zu bescheren.

            LG und alles Gute

            Nic

            • Hallo,

              *lach* ja das stimmt schon was Du schreibst. Hätte ich das Geld, würde ich ein Haus mit rießigem Grundstück kaufen und alles was Fell hat und Hilfe braucht bei mir aufnehmen - Lottospielen brachte aber noch nicht den Erfolg... :-p

              Schwierige Entscheidung. Muss ich mal meinem Mann heute erzählen, wenn er von der Arbeit kommt. Mal sehen, wie er die Dinge so sieht. Sicherlich nicht so extrem wie ich - Männer halt.

              Danke für Deine Meinung!

              LG
              Caro

              • wie wohnst Du denn? würde das mit diesem Rollstuhlersatz (oder wie nennt man so ein Teil?) klappen?

                Kenne das Syndrom, hab ich immer, wenn ich höre, dass ein Tier abgegeben werden muss aus meinem Umfeld, vor allem, wenn es ungerecht dem Tier gegenüber ist. Aber den Platz und die Zeit für noch mehr Tiere als meine beiden Hunde, habe ich einfach nicht... #schmoll

                LG nci

      Ich habe nicht viel Erfahrung mit Hunden. Aber ich denke, ich an Deiner Stelle würde den Tierarzt fragen. Wenn der meint, daß es dem Hund gut geht und er nicht leidet, kannst Du es versuchen. Wenn Du ihn selbst behalten willst, sollte aber auf jeden Fall Deine Familie damit einverstanden sein. Es ist bestimmt viel Arbeit, sich um so ein Kerlchen zu kümmern.

      LG

      Swety

      Vorweg, wir haben selbst keinen gelähmten Hund, aber einen der schwerste Allergie hatte und es zwischenzeitlich so schlimm war, dass sie sich nur noch gekratzt hat und ihre Lebensqualität bei 0,00 war. Es ging wieder bergauf, und heute hat sie fast keine Allergie mehr.

      Ich bin Physiotherapeutin und hatte mit "Menschlichen" Rollis gearbeitet. Und generell ist es schon so, dass Tiere mit körperlichen Einschränkungen wesentlich besser klarkommen als Menschen. U.a. weil sie der "verloren gegangenen " Aktivität / Körperteil nicht hinterherweinen und sich keine Sorgen über die Zukunft machen sondern sofort die Krankheit annehmen und das beste daraus machen. Und ohne den Hund zu kennen, würde ich sagen: Gib ihm ne Chance! Nimmt er den Rolli an und hat Spaß an seinem leben, dann ist es doch super ein so tolles Frauchen gefunden zu haben!Es gibt nicht viele die kranken Tieren eine Chance geben! Find ich super!!!#pro

      Wir stehen garade davor einen Staff-Mix in Pflege zu nehmen, die von Herrchen geschlagen wird, heute ist das erste Treffen zwischen Hunden und Menschen. Bisschen bammel hab ich schon...#zitter Zumal es unser erster Pflegehund wäre. Aber ich kenne die Vermittlerin und bin guter Dinge!

      #winke Die gespannte Emilia mit 2#katze, 2 Kids und #hund Shila

      • Hallo,

        danke für Deine Meinung!

        Erzähl doch mal, wie Ihr Euch heute entscheidet! Vielleicht fällt mir ja dann die Entscheidung leichter. Ein Staff aus schlechter Haltung ist ja auch nicht ohne!

        Oh mann, wir machen schon Sachen! Na jetzt werde ich mal auf meinen Mann warten was der zu sagen hat...

        LG
        Caro

    Hallo Caro,

    ich finde die Frage ist sehr schwer zu beantworten. Ich habe schon einige Tiere gesehen, die gelähmt waren, aber nur wenige die auch "glücklich" waren. Außerdem bedeutet so ein Tier viel Arbeit. Ihr müsstet täglich den Kot entfernen, er wird evtl. eure Wohnung/Haus "einsauen"... könnt ihr auf Dauer damit leben?

    Ich habe eine Katze, die im Kippfenster hängen geblieben ist und auch an den Hinterbeinen gelähmt war. Es hat Wochen gedauert, bis diese Katze wieder annähernd laufen konnte und ich muss zugeben, das es schon sehr an meinen Nerven gezerrt hat und ob ich es noch einmal machen würde weiß ich nicht.

    LG

    • Hallo,

      danke für Deine Antwort.

      Nein, ich könnte nicht über Jahre hinweg ständig Kot und Urin wegmachen. Ich tue es zwar - unser Kater pieselt und erledigt sein großes Geschäft täglich irgendwo hin ins Haus - aber das ist auch schon genug.

      Genau da liegt eben auch der Knackpunkt. Ein Tier ist und bleibt ein Tier. Ohne uns Menschen hätte dieser kleine Hund keine Chance gehabt - naturbedingt. Daher bin ich ja am Überlegen OB dieser Hund wirklich glücklich werden kann. Sicherlich gibt es Hilfsmittel wie Rollis, Windeln usw.. Das wiederum hat aber nur wenig mit einem Hundeleben zu tun.

      Auf der anderen Seite denke ich mir einfach, gut, er wurde operiert, er wird behandelt. Ihm bleibt erst mal nichts anderes als mit seinem Handicap zu leben ob er will oder nicht. Dort wo er jetzt ist - das ist kein Leben für so ein Tier. Aus diesem Grund hätte ich ihn wenigstens zu uns geholt. Wo er einigermaßen sein Leben leben kann. Vielleicht annähernd "glücklich" wird. Zumindest regelmäßig zum TA gehen um zu sehen ob es ihm tatsächlich so weit gut geht, er regelmäßig was zum Fressen und Trinken bekommt und ihm jemand das Gefühl gibt, dass er toll ist und es jemanden gibt, der ihn lieb hat.

      LG
      Caro

      • Guten Morgen,

        ich kann es sehr gut nachvollziehen, habe es auch mal gemacht (der HUnd hatte aber etwas anderes) und ich würde es NIE wieder tun! Unser Familienleben hat total darunter gelitten, weil sich alles nur noch um den HUnd gedreht hat. Mir tun auch soo viele Tiere leid, aber ich wurde durch diese Aktion echt "geheilt" und habe eben eingesehen, dass man nicht jedem Tier helfen kann.

        Die Entscheidung liegt bei euch :-)

        LG

        • Hallo noch mal,

          genau so eine Perspektive wie Du sie mir aufgezeigt hast brauche ich auch.

          Es ist nicht alles gold was glänzt. Du hast vollkommen Recht mit dem was Du sagst. Aber bei mir dauert das erst bis es mein Gehirn erreicht hat. Ich sehe im Augenblick nur dieses Tier - ohne das ganze drumherum, erstmal.

          Jetzt fange ich langsam damit an "klar" zu denken mit allem was dazu gehört. Von dem her, die Entscheidung steht noch aus, muss jetzt wirklich überlegen ob oder ob nicht.

          Danke noch mal!

          LG
          Caro

(19) 09.08.12 - 11:01

Hi Du!

Ich selber habe Gott sei dank einen gesunden Hund, und selber nicht viel Erfahrung mit Hunden, die in einem solchen Maße behindert sind wie Du es beschreibst, die, die ich jedoch kennenlernen durfte haben mich sehr überrascht... ich war immer der Meinung, dass so ein Leben nicht schön sein kann... naja, als ich diese tobenden Hunde dann gesheen habe, habe ich meine Meinung etwas geändert.

Wie gesagt, ich kann Dir leider nicht viel merh erzählen, aber ich gebe Dir hier die Adresse einer Homepage, das ist ein Verein, der Hunde nach Deutschland holt, klar, darum geht es nicht, ABER: Die haben auch einige schwer behinderte Hunde, die mit rolli leben und toben. Vielleicht möchtest du Dich mal mit denen austauschen? Die sind sehr sehr nett, und bestimmt bereit mit Dir Kontakt zu halten ( Telefon, Email). Die Homepage ist nie ganz aktuell, aber wenn Du den Kontakt suchst, freuen sie sich bestimmt.

http://www.tierhilfe-eral.de/

Alles Liebe für Dich und den Hund weiterhin!

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