Wie vermittel ich Welpe Sicherheit?Und Knurren was tun?

    • (1) 13.08.12 - 23:08

      Hallöchen!

      Unser Welpe ist ein ziemliches sensibelchen.(Er ist 10 Wochen)
      Ich war am WE auch das erste mal in der Welpenspielstunde da hatte er sich aber nur verkrochen und ankommende Hunde angeknurrt.

      Nun ist es so das er auch mit meinen Partner nicht gern Gassi geht , er sich hinsetzt ,die Türe im Blick behält und manchmal sogar zu winseln beginnen würde.

      Bei mir geht das eigentlich.

      Er knurrt jeden fremden Menschen an- ich denke er hat Angst.Er bellt dann auch schon sehr gern mal.

      Mit anderen Hunden ist es ja das selbe.
      In den Situationen geh ich meistens unbeirrt weiter und in der Regel dreht er sich um (nach dem Mensch oder Hund um und bleibt kurz stehen,durch einen schwachen Zug durch mein weitergehen am Halsband setzt er sich wieder in Bewegung und folgt mir)

      Nun weiß ich nicht wirklich wie ich mich bei dem Knurren verhalten soll,so etwas ist ein wichtiges Warnsignal und sollte nicht verboten werden.Aber ich möchte auch keinen Hund der ständig jeden Menschen an knurrt und an bellt auf der Straße.

      Ich vermute das er Unsicher ist.

      Wie kann ich Ihm denn Sicherheit vermitteln?

      Was würdet Ihr tun?

      Ich werde auch nochmal in der Hundeschule fragen aber erst am WE.
      Vielleicht habt ihr ja ein paar Tipps.

      • (2) 14.08.12 - 07:14

        Hallo,

        was ist es denn für eine Rasse?
        So ein Verhalten ist kein welpentypisches Verhalten, Welpen sollten neugierig auf alles zugehen, die einen mehr, die anderen weniger.
        Anscheinend wurde bei deinem Kleinen nicht viel in der Aufzucht gemacht. Wenn ein Welpe dann noch ein Sensibelchen ist, wird das immer schlimmer!
        Du solltest ab sofort solche Situationen täglich üben, aber immer nur kurz. 10 Minuten reichen. Dazu würde ich dem Hund ein gutsitzendes Geschirr anziehen und einfach los marschieren. Wenn er knurrt, nicht stehenbleiben, sondern ein "knurrendes Nein" erwidern, weiterlaufen. Niemals in so einer Situation zu Hund runterbeugen, ihn "beruhigen" oder auf den Arm nehmen.
        Welpenspiel ist für solche Hunde ganz schlecht, weil sie da überfordert sind. Ich würde mir eine Welpenschule suchen (oder mit der bestehenden Hundeschule darüber sprechen), in der mehr gelernt, als gespielt wird.
        Kennst du Leute mit gutmütigen, ausgewachsenen Hunden? Dann halte mit denen Kontakt, von einem gut sozialisierten Althund lernen Welpen mehr, als im Spiel mit Welpen!

        LG

        • (3) 14.08.12 - 10:42

          es ist ein großer Schweizer Sennenhund - vom Züchter!

          Ja wir haben in der Gartenanlage auch einen Hund-gutmütig und schon älter aber auch bei Ihr macht er das Spiel.Dreht sie sich um-kommt er unter dem Stuhl hinvor und will sie beschnuppern.Sobald Sie sich umdreht knurrt er und rennt wieder unter dem Stuhl.

      (4) 14.08.12 - 08:28

      Guten Morgen

      Ich frage mich gerade, WOHER du den Hund hast???!!!

      Egal um welche Rasse es sich handelt, ob Mischling oder Rassehund.
      Für mich ist er NICHT sozialisiert!

      Wie pechawa dir schon geschrieben hat... halte dich an gut sozialisierte erwachsene Hunde. Von denen lernt er.
      Keinesfalls belohnen oder betüddeln, das macht das Ganze noch schlimmer!

      Vielleicht triffst du dich auch einfach mal mit nur einem der Welpenbesitzer.
      Geht in den Garten, macht eine ganz kleine Gassirunde zusammen.

      Er wird sehen, wie der andere Welpe spielt und unbeschwert ist.
      Beobachte ihn, ignoriere aber, wenn er kommt und betüddelt werden möchte.

      LG

      • (5) 14.08.12 - 10:43

        er ist vom Züchter.
        Wir sind einmal ganz Deutschland hoch und wieder runter gefahren um Ihn zu holen.
        Also leider nichts mit Welpen spiel aus seinen Wurf.

        • (6) 14.08.12 - 11:53

          Telefoniert die Hundeschulen durch und schildert das Problem. Vielleicht bietet einer an raus zu gehen mit einen souveränen Hund von dem er abschauen kann. Ich kenne das schon von Trainern dass die ihre Hunde als gutes Beispiel mitnehmen.

        • (7) 14.08.12 - 12:25

          Oh - wenn das so weit war, ist nichts mit mal hinfahren!

          Auf alle Fälle würde ich mit ihm telefonieren und um Rat fragen!

    (8) 14.08.12 - 09:00

    Woher kommt der Welpe? Welche Rasse? In welchem Alter wurde er abgegeben?

    Klingt garnicht gut. Entweder er ist ein Extremfall oder dem seine Welpenzeit war ganz übel. Such dir ne Welpenstunde bei einem GUTEN Hundetrainer. Sonst wirds nur noch schlimmer.

    • (9) 14.08.12 - 10:46

      Ein Großer Schweizer Sennenhund.Wie eben schon geschrieben vom Züchter.
      Und da war alles tip top.Zumindest das was wir mitbekommen haben.
      Sogar an schnuffeltuch zum mitnehmen haben Sie da gedacht+ Ball .
      Auch die Haltung da war super, gab es nichts auszusetzen.

      • (10) 14.08.12 - 11:15

        Also schon richtig Züchter mit Papieren? Gibts ein Welpentagebuch? Habt ihr den Züchter angerufen?

        Wie war denn der Start bei euch. Schläft er bei euch mit im Schlafzimmer. Das klingt echt nicht gut. Ich würde hier kein knurren unterbinden. Für mich klingt es als wäre der Zwerg völlig aus der Bahn und total verunsichert. Aufbauen ist hier die Devise. Bloß keinen Druck oder an der Leine zerren oder barsch anreden. Wie geht denn dein Mann mit ihm um?
        In Situationen wo er knurrt würde ich auch zügig weiter gehen. Und viel aufbauen. Futter aus der Hand, an der Leine nicht ziehen sondern viel locken mit Dr stimme und Futter.

        Hol dir nen guten Trainer und bau den Kleinen auf. Und wirklich ganz arg drauf achten das KEINER aus der Familie Druck ausübt oder ungeduldig wird. Der wird auch groß. Der wenn die Welt als Feind empfindet wird er irgendwann genauso auf die Welt reagieren.

        • (11) 14.08.12 - 12:08

          Ja mit Papieren.
          Tagebuch haben wir nicht.

          Ja er schläft mit im Schlafzimmer,direkt neben meiner Bettseite (aber vor dem Bett) .Haben Ihm aber auch eine Matratze am Fußende (Boden) mit Decke usw zurecht gemacht.
          So ist er ja auch super.Er hört (kommt wenn wir rufen, macht sitz und zwar sofort wenn er es hört,geht perfekt an der Leine auch wenn Kinderwagen dabei ist-es sei denn jemand läuft eben an uns vorbei-verhalten wie beschrieben und nachsehen.Da ich aber ja zeigen will hier ist nix schlimmes -nicht beachten geh ich eben weiter-also ich zerre nicht an der Leine oder so,ganz leichter Zug und er tippelt wieder los.
          Er bettelt zb auch nicht wenn wir essen.Er legt sich da unter Tisch und schläft.Er springt auch nur schwer auf leckerlies an.Also schnuppert- mal nimmt er und mal nimmt er sie nicht.

          Mein Mann ist auch sehr geduldig mit Ihm.Nur eben gestern wo das im Garten mit dem Knurren und dem anderen Hund war wollte er das verbieten -da habe ich aber dann gesagt das er das nicht tun soll.

          Ich habe jetzt auch noch mal eine Mail an die Hundeschule geschrieben.
          Mir ist das auch wichtig das er gut und bestmöglichst erzogen aufwächst.

          • (12) 14.08.12 - 12:38

            Das hört sich ja eigentlich perfekt an, bis auf die Ängstlichkeit!
            Ich möchte auch mal einen Welpen sehen, der in Allem super ist ;-)
            Meiner ist mit 10 Wochen wie ein Känguru an der Leine gesprungen!
            Ich denke, ihr seid auf dem richtigen Weg! Du bemühst dich und ich drücke die Daumen, dass du in deiner Hundeschule kompetente Hilfe bekommst.
            Diese Tobespiele in Welpenschulen sind auch nicht das non plus Ultra! Ich halte garnichts davon, vor allen Dingen bei Welpen, die neu dazu kommen!
            Vielleicht kannst du dich von der Spielerei in deiner Hundeschule erst mal fern halten und wenn dein Welpe die Umgebung einige Male gesehen hat, klappt es evtl. auch besser mit den anderen Welpen!
            Dein Kleiner weiß ja nicht, was für ein großer Hund er ist! Man muss sich das mal vorstellen, man kommt mit dem Welpen neu in eine Hundeschule und dann stürzen sich gleich 10 oder noch mehr auf den Neuankömmling ...... Sensibelchen bekommen da Angst!

            (13) 14.08.12 - 15:59

            Also eigentlich klingt das gut und es klingt auch nach ner guten Kinderstube. Wissen tut mans natürlich nie.

            Vielleicht ist er einfach ein sensibelchen. Ich bin auch kein Freund von dieser Abgabe mit 8 Wochen, weiß aber dass das Standard ist. Aber ich glaube trotzdem dass ein 12 Wochen alter Welpe mehr Selbstbewußtsein mitbekommt um so eine große Umstellung zu meistern. Aber gut, ändert jetzt nix.

            Gehosam ist bei unsicheren Hunden meistens weniger das Problem als eben diese Unsicherheit aus der blöde Handlungen entstehen können.

    (14) 14.08.12 - 10:50

    Achso und wir haben ihn mit 8 Wochen geholt

(15) 14.08.12 - 09:33

Wie geschrieben, geh zu jemanden der einen selbstsicheren erzogenen erwachsenen Hund hat damit er lernen kann. Niemals bestärken in der Angst, knurren wo ich nicht erwünscht finde unterbinde ich. Du willst ja nciht das er Menschen und Hunde dauernd anknurrt.

  • (16) 14.08.12 - 11:18

    Und wenn sie nun das Knurren unterbindet? Dann schnappt er halt als nächstes direkt zu? Tut mir leid, aber in so einem Fall dazu zu raten, das Knurren zu unterbinden, ist schon sehr gewagt, um es mal vorsichtig auszudrücken...

    • (17) 14.08.12 - 11:48

      Ja, das ist es ja.Ich will ja das er lernt zu kommunizieren.Und das knurren wichtig ist sich mit zuteilen ist ja bekannt.

      Ich denke er Knurrt weil er unsicher ist.Zumindest habe ich den Eindruck.

      • (18) 14.08.12 - 12:24

        Du musst da auch ein bisschen Fingerspitzengefühl haben! Knurrt er andere Hunde an, darf er das. Er darf anderen Hunden zeigen, dass er keinen Kontakt will.
        Knurrt er Menschen an, ist das ein no go, wobei ich bei diesem Hund niemals mit irgendwelchen härteren Methoden dran gehen würde. Ich glaube auch, bei dem reicht ein "geknurrtes Nein" vom Menschen.
        Wenn du einen guten Züchter hast, würde ich auf alle Fälle mit dem reden, evtl. sogar hinfahren und ihm den Hund nochmal vorführen. Wurden die Welpen im Haus aufgezogen?
        Manchmal wird unter Hundegeschwistern auch gemoppt und wenn deiner das Mobbingopfer war, hättest du eine Erklärung!
        Wenn du nicht viel Hundeerfahrung hast rate ich dir, wirklich zu einem privaten Hundetrainer und ja, ich weiß, es ist wahnsinnig schwer, heute einen guten zu finden!

        Auf alle Fälle würde ich weiterhin Kontakt zu dem gutmütigen Hund halten. Wenn da ein wenig Routine rein kommt, wird deiner auftauen und das ist wichtig!

        LG

(19) 14.08.12 - 14:20

Ich möchte Dir mal erzählen, wie es bei meinem jetzigen Hund war. Ich habe sie, seit sie 9 Wochen alt ist - sie ist ein Mischling, Tierschutzhund aus sehr schlechter Haltung.

Mein Hund hatte genau die gleichen Probleme, wie Deiner. Sie wollte kein Gassi gehen, andere Hunde waren ihr suspekt, fremde Menschen ein Greul.

Ich rate Dir davon ab, den Hund bewusst in Situationen zu führen, in denen er falsch reagieren wird. Bei Deinem Hund ist das Kind schon in den Brunnen gefallen, da kann man nichts mehr "üben". Du solltest von jetzt an ganz konsequent ein Gegenmaßnahmenprogramm starten.

Und zwar so:

Grundsätzlich hat Dein Hund KEINEN Kontakt zu Fremden. Niemand wird den Hund anfassen, ohne dass Du das erlaubst. Wenn Dein Hund zuhause auch mit dem Knurren gegenüber Fremden anfangen sollte, wird er konsequent auf seinen Platz geschickt. Zur Not hilft ein Kennel oder er wird angeleint. Wenn sich die Situation zuhause gelegt hat und alles easy ist, darf der Hund laufen. Beim kleinsten Knurren wird er kommentarlos wieder weggebracht (auf den Platz / in den Kennen).

Niemand sollte den Hund ansehen, ansprechen und schon gar nicht anfassen oder Futter geben (vorläufig nicht). Zu Hause auch nicht.

Übe zu Hause das Kommando "schau", sie soll lernen, dich anzusehen.

Clickerst du?

Wenn nicht, egal, geht auch so:

Nimm ein Leckerchen in die Hand, führe es zu deinen Augen, sobald Dein Hund Dich ansieht, sagst du "schau", lobst sie und gibst ihr das Lecker. Üben, üben - bis es bald klappt.

Bei Menschenbegegnungen setzt du dieses Kommando ein, Jeden musst du zuerst sehen, Jeden, Hund bleibt an der Leine! Bevor dein Hund einen Menschen wahrnimmt, ziehst du den Blickkontakt auf dich und hälst diesen aufrecht, bis der Passant vorbei ist. Bei uns klappte es in Sitzposition besser.

Halte große Abstände ein, bleibe stets zwischen deiner Hündin und fremden Menschen. Lenke sie in nächster Zeit von den Leuten komplett weg, sodass sie diese kaum wahrnehmen kann. Wenn das alles gut klappt, verringest du die Abstände allmählich.

Viel, viel später machst du sie auf fremde Menschen aufmerksam.

Das bitte mit viel positiver Ausstrahlung in deiner Stimme: "Ahhh, schauuuuu, wer da kommt!" (Hündin ist ruhig, sieht dich kurz an). Sofort beginnst du, den Menschen "schön" zu füttern, bis dieser vorbei ist.

Training langsam ausweiten, übe das erst mit Dir bekannten Personen.

Später (bei Erfolg) bittest du Leute, stehen zu bleiben oder sprich jemanden an und frage nach der Uhrzeit.

Platziere Deinen Hund dafür hinter Deine Beine, nie vor Dir zur fremden Person. Wenn Dein Hund in das alte Verhaltensmuster verfällt, ignorierst du ihn, sprich kein Wort, nicht beruhigen, nicht schimpfen: NICHTS. Wortlos aus der Situation nehmen und gehen, notfalls Bogen laufen oder umkehren.

Fazit für den Hund:

Bedrohlicher Fremder kommt auf mich zu, aber er wird mich nicht anfassen und wenn ich mich artig verhalte, fliegen mir die Kekse zu? Mein Frauchen lässt nicht zu, dass mich andere anfassen. Sie soll lernen, das niemand was von ihr will, ihr keiner zu Nahe kommt und dass DU das für sie regelst.

Ich kann Dir nur an Herz legen, ganz konsequent zu üben, denn Dein Hund wird in seiner Entwicklung (mit Beginn der Pupertät) noch einen zweiten Unsicherheitsschub bekommen. Und was sich jetzt schon festsetzt, wirst Du immer schwere aus ihm raus kriegen.

Hundekontakte sind wichtig für die Entwicklung. Aber Du musst nun höllisch aufpassen, mit welchen Hunden Du unterwegs bist. Schlechte Angewohnheiten würde Dein Hund jetzt aufsaugen wie ein Schwamm. Und schlechte Erfahrungen prägen ein unsicheres Tier noch viel schlimmer, als ein Tier mit stoischer Gelassenheit.

Viel Erfolg.

minimöller

  • Und mit dieser Methode hast du einen selbstsicheren souveränen Hund hinbekommen????

    Prinzipiell versteh ich dich schon. Aber das klingt alles so verkrampft. Blickkontakt wenn ein Fremder kommt, auf den Platz wenn er zu Hause knurrt. Und damit lernt der Hund ganz locker mit Fremden umzugehen und dass es toll ist wenn Besuch kommt.

    Ich bin skeptisch bei solchen Sachen. Ich will einen Hund der nicht steif an mir klebt wenn Fremde kommen sondern der locker an ihnen vorbei läuft.

    Dass man ihn jetzt nicht weiterhin in Stresssituationen bringen soll die man selber nicht kontrolliert geb ich dir recht. Aber ich bin mir unsicher ob das was du beschreibst wirklich die Unsicherheit aus dem Hund nimmt. Wenns bei dir funktioniert hat ist es ja schön. Würde ich mit meinem Border so arbeiten, würde er nur aus gehorsam und nicht aus Vertrauen nicht auf andere losgehen.

    Schwierig, schwierig!

    • Ich bin mir sicher, dass dieser Welpe niemals ein sicherer und souveräner Hund werden wird. Er wird sein Leben lang auf Besitzer angewiesen sein, die ihm zeigen, dass er keine Entscheidungen zu treffen hat. Und wenn er auf die nicht trifft, wird dass mit Sicherheit ein Angstbeißer.

      Mein Hund ist auch bei Weitem kein sicherer Hund geworden. Und er wird es auch niemals sein - und dass, obwohl ich viel Zeit, Mühe und Geld in Hundeerziehung stecke. Aber er hat gelernt, dass er sich an mir zu orientieren hat.

      Es ist in der Tat "verkrampft". Menschen, die solche Hunde noch nicht erlebt haben, empfinden es als absolut anstrengend, sich 100 % auf den Hund einstellen zu müssen. Das bedeutet, in der Anfangszeit meines Trainigs mit dem Hund, konnte ich nicht wirklich "spazieren" gehen. Ich musste ständig und immer üben. Ich bin extra nicht viel im Wald gewesen, sondern habe bewußt Spaziergänge gewählt, wo ich "Übungsgegener" hatte. Erst habe ich mit geübt, dass Menschen nicht angeknurrt werden - später habe ich mich um die Hunde gekümmert. Wobei das viel einfacher ist, wenn mann einen wunderbar ausgeglichenen Trainingshund dabei hat. Da erledigt sich vieles von selbst.

      Wenn Du ein entspanntes Leben mit so einem Hund haben möchtest, wirst Du nicht viel mit Selbstständigleit, Vertrauen und Entspanntheit erreichen. Solche Hunde brauchen - viel mehr noch als alle anderen Hunde - eine glasklare Führung. Und die lernt der Hund nicht, wenn man ihm gönnt, Fünfe gerade sein zu lassen. Also zumindest in solchen Trainingssituationen nicht.

      Jetzt nach 2,5 Jahren sieht es natürlich anders aus. Aus Training ist Routine geworden. Trotzdem muss ich immer ein wachsames Auge auf meinen Hund werfen.

      Und vielleicht erscheint es Dir deshalb als sehr verkrampft, weil Du einen sehr selbstständigen Border hast. Der wurde gebaut, um selbstständig zu sein und hat vermutlich genug Selbstvertrauen, viele Situationen souverän zu meistern.

      Ich finde es nicht so verwerflich, wenn ein Hund aus reinem Gehorsam aus gefährlichen Situationen gebracht werden kann.

      LG

      minimöller

      • Nein, ich habe einen vollkommen unsicheren Border Collie von der Border Collie Rescue der aus einem Stall kommt. Ich muß auch aufpassen. Nach wie vor knurrt sie wenn sie jemand unverhofft streicheln will oder sich über sie beugt. Anfangs hat sie viel geschnappt. Wenn deiner natürlich richtig zubeißt oder so mußt du wahrscheinlich mehr aufpassen.

        Ich kenne schon was du beschreibst. Ich muß schon auch aufpassen. Arbeite aber trotzdem anders. Fremde dürfen die auch nicht einfach anfassen. Aber sie läuft komplett entspannt beim spazieren gehen durch Fremde durch und an Hunden vorbei. Sogar an bellenden und knurrenden. Ich benutze auch extra keine Leine um sie nicht noch unsicherer zu machen. Deshalb muß ich natürlich viel über Gehorsam machen. Um den Hund zu schützen und die Umwelt. Aber ich mach es dennoch lockerer.

        Beispiel: Bei mir gibt es kein, geh auf deinen Platz, es gibt nur ein geh da nicht hin. So kann sich der unsichere Hund dort hin bewegen wo er sich wohl fühlt. Kommt Besuch und wird angeknurrt schick ich sie ein paar Meter zurück und begrüß den Besuch freudig und ganz entspannt. Hunde saugen gerne die allgemeine Stimmung auf. Meistens entspannt sie sich dann schon setzt sich und guggt von ihrem Platz. Dann darf sie den Fremden beschnuffeln und wenn sie dabei gelassen bleibt und neugierig lob ich sie.

        Genauso fremde Hunde. Wenn sie die Lefzen zieht weil die sie beschnüffeln gibts nur ein "Na" und ich fang mit dem fremden Hund an zu reden was er für ein feiner ist und wenn sie sich entspannt was sie für eine Feine ist. Wird der Fremde aufdringlich pack ich sie hinter mich. Wobei ich auch versuche sie nur mit Hunden zusammen zu lassen wo ich kenne. Die ist mir einmal von einem Schäfer gepackt worden. Das brauch ich kein zweites mal.

        Und ich arbeite viel mit ihr. Agility, Obedience, auch bisserl Ziegen schubsen. Wo ich viel mit ihr mache und sie lob und sie aufbau. Wir zwei sind ein tolles Team, wenn du dich auf mich verlässt wird alles gut.

        Bei einem 10 Wochen alten Hund würde ich die Flinte noch nicht ins Korn werfen dass der nicht selbstsicher werden kann. Vorallem wenn keine wirklich schlimmen Erlebnisse dahinter stehen.

        Aufbauen heißt auch nicht 5e grade sein lassen oder alles nachgeben. Das eine hat mit dem anderen garnichts zu tun. Dass gerade ein unsicherer Hund guten Gehorsam braucht, da geb ich dir absolut recht.

        • Ja, da ist Dein Hund ein ganzes Stück entspannter als meiner.

          Ich könnte sie niemals unter fremden Menschen laufen lassen. Sie würde ganz spontan entscheiden: "Huch, Dich finde ich jetzt aber gruselig - zack, schnapp....hau bloß ab!"

          Und ich fürchte, dass sich das nie ändern wird. Ich habe einfach gelernt, mit diesem Zustand zurechtzukommen. Da ich kein Risiko eingehen möchte, umgehe ich alle Eventualitäten und bin kategorisch gegen Fremdeinflüsse.

          Bei dem Welpen der Theardschreiberin befürchte ich, dass es auch so ein Kaliber wie meiner werden könnte. Denn ein 10 Wochen alter Welpe, der jetzt schon knurrend und mürrisch durch die Welt läuft, der verhält sich nicht altersgerecht.

          Außerdem finde ich, dass der Hund keine Versäumnisse hat, wenn er keinen Fremdenkontakt hat. Jetzt ist es noch Zeit, fremde Menschen "schön zu füttern". Nichts anderes habe ich ja gemacht. Er soll einfach die Erfahrung machen, dass Fremde für ihn total uninteressant sind. Im besten Fall fliegt dann sogar ein Keks in die Schnute. Und als Krönung würde ich das Ganze noch mit Clickern untermauern.

          Nichts dest trotz, hier muss ein Hundetrainer her. Bestenfalls einer, der sich mit solchen Hunden auskennt.

          LG

          minimöller

          • Ja, das mit dem Hundetrainer find ich auch wichtig. Jetzt kann man noch viel machen. Aber da gibts ja leider auch viele nicht so tolle.

            Wichtig ist halt auch dass man selber selbstbewußt und gelassen und guter Stimmung bleibt. Bist du angespannt bringst du einen unsicheren Hund aus der Bahn. Ich hab halt schon oft gesehen dass sich so was hoch schaukelt. Unsicherer Hund, Herrchen deshalb nervös, Gott nicht dass doch was passiert und so weiter. Und dann schaukelt sich das hoch und macht den Hund immer unsicherer. Und dadurch wird das Herrchen nervöser. Und der Hund wieder noch unsicherer.

            Ja da hast du recht, mein Hund würde so etwas nicht machen. Er hat aber so was gemacht. Sogar bei unserer Tochter, du paßt mir nicht, dir zeig ich gleich mal dass du bloß nicht in meine Nähe kommen brauchst.

            Ich hab geübt dass sie immer mit mir Rücksprache hält. Kommt ne komische Situation schaut sie immer sofort zu mir, was jetzt Frauchen.

            Aber anstrengend ist es, da hast du Recht. Nach 2 so Tierschutzviechern kam deshalb jetzt ein Welpe vom Züchter. Und der hat das Wort Unsicherheit noch nicht mal von Weitem gehört ;-)

(25) 14.08.12 - 16:28

Ich bin kein Hundebesitzer. Doch mein Bruder hatte einen Welpen. Und er hat mir eben erzählt das es für den Hund wichtig ist in der Anfangszeit so viele gute Erfahrungen wie nur möglich zu machen.
Der Hund meines Bruders lernte Bus fahren, Situationen in denen Kinder auf ihn zu rannten und ihn auch streichelten.... und und und...

Bei dieser Methode die Du hier angibst frage ich mich- wie reagiert der Hund falls er (der ja gelernt hat das niemand ihn anfassen darf weil Frauchen ja aufpasst) doch einmal von einem Kind in einem unbeobachteten Moment gestreichelt wird.

Es ist nicht auszuschließen das er dann beisst weil er ja diese Situation gar nicht kennt. Das Anfassen von anderen menschen war ja immer eine bedrohliche Situation für ihn.

Und was ist dann? Ist dann das Kind schuld weil es einfach einen fremden Hund gestreichelt hat?

Ein Hund hat so erzogen zu sein das er nicht beisst. Ein Kind achtet nicht auf "Zeichen" die ein Hund dann vielleicht gibt.

Und wenn das Kind dann in den Brunnen gefallen ist und der Hund gebissen hat dann wird über den Hund geurteilt und all das nur weil er von klein auf dazu erzogen wurde das fremde Menschen ihn nicht anfassen dürfen.

Ich würde nach dieser Methode keinen Hund erziehen, es sei denn ich will eine tickende Zeitbombe, die ich niemals eine Minute aus den Augen lassen darf weil er sich ja komplett auf meinen "Schutz" verlässt.

LG Mona

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