Welpe und Vertrauen zum Menschen - Fragen

    • (1) 05.11.12 - 13:12

      Hallo,

      ich muss leider schon wieder dumme Fragen stellen #klatsch dabei habe ich eigentlich schon einiges an Hundeerfahrung, aber vielleicht kann mir ja jemand helfen.

      Wir haben ja seit dem Wochenende einen Aussie-Welpen, 5 Monate alt, wir sind in den letzten 5 Wochen nun sein 3. Zuhause. Vorbesitzerin hatte ihn völlig unüberlegt angeschafft und hat auch nie geschafft oder gewollt, ein Vertrauensverhältnis zu ihm aufzubauen, sie hat schon nach wenigen Tagen mit ihm abgeschlossen gehabt, als sie gesehen hat, das so ein Welpe ja Arbeit macht.

      Prinzipiell ist er ein toller Hund, lernt super schnell, macht die Grundkommandos gut, läuft schön an der Leine mit Leckerlis, bleibt brav mit Zweithund alleine usw.

      Aaaaber: er ist ein sehr eigenständiger Hund. Bei anderen Welpen kenne ich es so, dass sie die Nähe des Menschens suchen. Er ist da gar nicht so. Liegt öfters mal im Flur rum und läuft mir kaum nach, wenn ich in andere Stockwerke gehe oder so. Wenn ich ihn mit Leckerli zu mir rufe kommt er zwar, aber er ist nicht wirklich wild drauf, gestreichelt zu werden.

      Ich füttere ihn hauptsächlich aus der Hand oder eben fürs Üben, Spielen usw. Zeige ihm, dass da wo ich bin der Spass ist (spielen, Knochen, Gassi, im Garten spielen usw.). Mir ist schon klar, dass Aussies auch durchaus Eigenständige HUnde sind, keine kleinen Schosshündchen die ständig nur am Herrchen hängen und auf Steicheln warten, dass sie da einfach andere Prioritäten haben.

      Aber vielleicht hat jemand da Tipps für mich. Soll ich ihn einfach erst mal gehen lassen? Soll ich ihn animieren und zu mir rufen usw.? Keine Ahnung. Tipps damit er auftaut? Klar muss er auch erst mal damit klar kommen, dass er schon wieder umziehen musste. Ich hoffe ihr versteht, was ich meine.

      LG

      • Lass ihn doch erstmal ankommen! Der Hund weiß ja gar nicht, wie ihm geschieht.

        Sei froh, dass er dir nicht ständig hinterher läuft ;-)- das kann nämlich sehr nervig sein, ständig über nen Hund zu stolpern.

        Er wird schon von allein kommen, wenn er sich eingelebt hat. Wenn du ihn streicheln willst, geh hin.

        sparrow

        Wenn Du nicht geschrieben hättest, dass es ein Aussie ist, wäre meine Vermuntung, dass dieser Hund keine gute Prägung erhalten hat.

        Ein 5 Monate alter Junghund, der sehr selbstständig ist (besonders mit dem Rassehintergrund), finde ich nicht so nennenswert. Das ist meiner Meinung nach eine ganz positive Chraktereigenschaft, die Du wahrscheinlich auch nicht großartig ändern kannst.

        Da der Hund aber mittlerweile sein drittes Zuhause kennenlernt, kann es durchaus sein, dass in seiner Sozialisierung etwas versäumt wurde. Es gibt eine Studie von Verhaltensauffälligkeiten bei Hunden der Rassen Border Collie und Australian Shepherd in Deutschland von Silke Meermann, 2009, Tierärtzliche Hochschule Hannover. Da geht es um die sogenantten Deprivationsschäden, die bei dieses Rassen sehr ausgeprägt sein soll.

        Ich glaube, es wird schwierig werden, den Kern dieses "Problems" zu ändern. Da der Hund erst ein paar Tage bei Euch ist, kannst Du jetzt natürlich noch nicht erwarten, eine Bindung zum Tier (und umgekehrt) aufgebaut zu haben. Hunde binden sich übrigens immer zuerst an den Ort, dann an den Menschen. Somit solltest Du jetzt erst mal abwarten und ein wenig Zeit vergehen lassen.

        Alles mögliche tun, was die Bindung fördert: Fressen aus der Hand, Spiele, kleine Gehorsamsübungen und Loben. Die verhaltene Reaktion Deines Hundes erst mal ignorieren.

        Viel Erfolg

        minimöller

        hm, mein hund sucht auch nicht immer die nähe von uns. schon von anfang an eher kaum.
        draussen gleich garnicht.

        aber bei uns liegt es auch daran, dass sie sensibel ist. und sie sich nicht wirklich traut. mittlerweile ist es viel besser geworden. aber das hat auch ne weile gedauert. eine richtige bindung ist aber bis jetzt noch nicht wirklich zu stande gekommen (sie ist seit etwas über einem jahr bei uns).

        unsere hundetrainerin hat gesagt, distanz schafft nähe. also ignoriere ich sie immer wieder (also, wenn sie mit einem spiel anfangen will oder zum kuscheln ankommt....)

        dadurch ist es schon deutlich besser geworden. vielleicht hilft es ja auch bei deinen hund??!!!

        es kann sein, dass durch die schlechte haltung vorher etwas gestört ist (um es mal so auszudrücken), es kann aber auch sein, dass der hund von natur aus so zurückhaltend ist (wie eben bei meiner).

        vielleicht hilft es ja, wenn du dir nen hundetrainer suchst, der deinen hund charakterlich einschätzen kann und dir auch tipps und tricks gibt.

        ansonsten, lass deinen hund erstmal eingewöhnen. lass ihn von sich aus zu dir kommen. mit der zeit wird es schon werden.

        so eine ferndiagnose ist halt immer schlecht. aber wünsche euch alles gute!

      • Erstmal Zeit geben.

        Wir haben hier auch so ein selbständiges Exemplar, Gott dieser Rüde, aber meine Aussie/Wildhund/Cattledog-Dame war auch so als Jungspund.

        Im Endeffekt mußte ich lernen auf größere Distanz zu arbeiten. Ich lauf gut mit der Strategie ihnen keine zu engen Grenzen zu geben. Sprich ich sag nicht bleib hier bei mir wenn wir einem Hund begegnen, die Grenze ist eng. Sondern ich sag, geh nicht hin. Bei geh nicht hin bleibt ihnen ein weiter Raum. Manchmal muß ich sie natürlich ins Fuß nehmen. Ich merke dass da die Anspannung viel größer ist.

        Mein Border Collie ist ruhiger wenn ich ihn ins Fuß hol, da braucht er nicht ständig bei mir Rückantwort holen, lauf ich hier richtig, bin ich hier ein feiner Hund. Der fühlt sich in engen Grenzen sicherer.

        Wie selbständig dein Aussie ist oder ob er einfach nur etwas "Bindungsgestört" durch die vielen Besitzerwechsel ist, wirst du erst mit der Zeit rausfinden. Leg dich jetzt lieber nicht so fest auf eine Charaktereigenschaft, bleib lieber offen. In ein paar Wochen wirst du sehen wie er sich macht. Und dann kannst du dich dem Charakter anpassen.

        Und noch was. Manchmal ist weniger auch mehr. Manche Besitzer geben ihren Hunden so viel Aufmerksamkeit, ich glaube die Hunde sind fast schon genervt. Also geh es langsam und entspannt an. Du hast ja schon einen Hund. Zeig dem anderen Hund wie ein perfektes Mensch Hund Team ausschaut.

        Und egal ob bei einem selbständigen oder einem unsicheren Hund. Die beste Bindung wirst du erziehlen wenn du ein Herrchen bist dem man sich gerne anschließt.

        Gruß Sabine

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