Welpe und Schwangerschaft / Baby

    • (1) 19.11.12 - 11:01

      Hallo Ihr Lieben,

      ich hoffe, ich bekomme hier weisen Rat, bin mir einfach nicht sicher, was ich tun soll:

      Mein Freund und ich haben schon vor längerem, nach wirklich reiflicher Überlegung, den Entschluss gefasst einen Hund zu uns zu nehmen. Es soll ein Tibet Terrier werden, Züchterin ist längst ausgewählt, der Kontakt besteht seit fast einem Jahr und wir haben mit ihr vereinbart, dass es wohl ein Welpe aus einem Wurf, der in den nächsten Tagen zu Welt kommt, werden soll. (Sofern ein Welpe, der zu uns passt und umgekehrt, bei dem Wurf dabei ist.) Der Welpe würde Mitte bis Ende Februar bei uns einziehen.

      Nun bin ich aber relativ überraschend im August schwanger geworden, Ende April soll das Baby kommen. :-D

      Ich überlege den Hundewunsch auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben (für die Züchterin wäre es kein Problem, sie ist auch schon informiert, dass wir noch mal neu überlegen), obwohl mich das natürlich traurig macht.

      Gibt es hier Leute, die beides - Hundewelpe und Baby - zur selben Zeit erlebt haben? Wie schwierig ist das wirklich? Sollte man so eine Situation vermeiden oder funktioniert das vielleicht oft unkomplizierter als man meinen würde?

      Wozu würdet Ihr mir raten?

      Vielen Dank für Euren Input! #winke
      Nat

      • Hi,

        ich würde warten - zumindest 1 Jahr. Und je nach dem, wie lange dun in Elternzeit bleiben kannst/willst und wie Dein Kind sich entwickelt, etcl. länger.

        Der Welpe muss noch sehr oft raus - was nicht immer mit den Essen- und Schlafenszeiten des Babys passen wird, der Alltag mit Baby ist schon anstrengend - ein Welpe dabei macht es nicht leichter, denn der ist auch noch ein Baby.

        Du müsstest regelmäßig in die Welpenstunde, Erziehungskurs etc machen, dann kommt der Hund eventuell genau dann in die Pubertät, wenn Dein Kind anfängt mobil zu werden, etc.

        Lg
        Kim

      Es kommt auf mehrere Sachen an.

      Bist du das erste mal schwanger? Habt ihr Hundeerfahrung mit Welpen? Wie und wo wohnt ihr? Mit Garten, Wohnung, usw.

      Was mir komisch vorkommt, ist dass die Züchterin euch trotz Baby einen Welpen geben möchte. Eine gute Züchter/in (die im VDH/FCI züchtet) würde euch NIEMALS einen Welpen unter den Voraussetzungen geben!

      Und eigentlich werden Welpen ja nach 8. Wochen abgegeben. Und dann fängt für die Welpenbesitzer die sehr wichtige Welpenprägung an. Also Welpe unter dem Arm, Busfahren, Zugfahren, Zoo, Wildpark, Einkaufszentrum usw.

      Ich bezweifele, dass eine Hochschwangere (mit dem ersten Kind) und ohne Hundeerfahrung das alles wuppt.

      Dann ist so ein Welpe noch nicht stubenrein, also nachts öfters aufstehen, große und kleine Geschäfte wegputzen usw.

      Und auch der Tipp, das ein Welpe erst einziehen soll, wenn das Kind 1 Jahr alt ist, ist völliger Quatsch! Das ist für eine Mutter schwer zu schaffen, Kind fängt an zu laufen, und man muss sich um den Welpen kümmern, ihn prägen und mit ihm arbeiten. Beim Spazierengehen genauso. Kind läuft in die eine Richtung, Hund in die andere.

      Ich selbst habe mir einen Welpen ins Haus geholt, da war mein Kleiner 22 Monate alt. Jetzt ist unser "Welpe" schon 7. Monate, vollständig geprägt und einigermaßen gut erzogen. Ich hatte (und habe immernoch) einen Mann hinter mir, der von Anfang an bereit war, alles mitzutragen.
      Ich bin anfangs zur Welpenprägung mind. 3 mal in der Woche wohingefahren, er musste beide Kinder nehmen.

      Dann ist 1 mal in der Woche Hundeschule Pflicht. Dafür fahre ich ja auch 30 km einfach hin.
      Desweiteren habe ich mir für den Bindungsaufbau noch täglich immer wieder Zeit genommen. Anfangs durfte unser Hund ja noch keine langen Strecken laufen, dafür musste ich eben öfters raus.

      Und bedenke auch, kein Hund kommt auf die Welt und kann an der Leine laufen.

      Also streiche dir mal ganz schnell das Bild aus dem Kopf, du gehst mit dem Kinderwagen spazieren, und der niedliche Welpe läuft nebenher. #verliebt

      Sowas gibt es nämlich nicht.

      • Danke Dir!

        Hundeerfahrung habe ich, aber noch keine Welpenerfahrung - genau deshalb frage ich hier nach. Die Anforderungen, die Du nennst, sind mir natürlich sehr bewusst (hab mich intensiv damit auseinandergesetzt), aber ich habs eben noch nicht am eigenen Leib erlebt.

        Daher tun mir Erfahrungsberichte wie Deiner sehr gut und helfen mir auch beim "Loslassen" ;-) - danke!

        In Österreich bekommt man Welpen von seriösen Züchtern übrigens normalerweise frühestens mit 10 Wochen, eher mit 12 Wochen. 8 Wochen gilt den meisten hier als zu früh. Ich habe mit der Züchterin wirklich lange und mehrmals gesprochen - ja, sie würde uns den Hund auch mit Baby geben, teilt aber meine Bedenken und hat uns gesagt, wir sollen es uns einfach sehr gut überlegen - ich halte sie deswegen nicht für unseriös.

          • Ja, die Zucht gehört zum ÖKV und wurde von dem auch schon ausgezeichnet.

            Mein erstes Kind, ja.

            (Auch wenn mans in meinem biblischen Alter kaum glauben möchte ;-))

            Hui, fühl mich ein wenig wie beim Kreuzverhör. ;-)

            • Da es dein erstes Kind ist, wage ich zu bezweifeln, ob du das alles schaffst.

              Hast du denn einen Partner, der dir das Kind öfters am Tag abnehmen kann, damit du mit dem Welpen üben, Gassi gehen usw. kannst? Ist dein Partner bereit, nachts aufzustehen? Seid ihr bereit, monatlich ca. 100 EUR in die Ausbildung des Hundes zu stecken?
              Was machst du mit dem Hund wenn du später arbeiten gehst?

              Wo wohnt ihr? In einem Haus mit abgeschlossenem Garten?

              Stelle dir doch mal den Alltag vor.

              Nachts wechseln sich Welpe und Baby ab. Bis du mit dem Welpen in Februar rausgehst, hat er schon sein kleines (oder auch großes) Geschäft auf dem Boden erledigt, und tappt fröhlich rein, und verteilt alles überall. Ok, dann wird es eben weggeputzt, in der Zeit wo du putzt schnappt sich der Welpe/Junghund die neuen Schuhe und knabbert munter darauf rum.

              Anschließend legst du dich wieder schlafen. 2 Stunden später wacht das Baby auf, will gestillt werden, aber du hast wunde Brustwarzen. Kind ist soooo müde, dass es nicht gescheit trinkt.
              Brustwarzen schmerzen, Kind an der Brust eingeschlafen. Zwischendrin meldet sich der Hund wieder, du schaffst es diesmal rechtzeitig raus, aber Hund entwischt dir mitten in der Nacht durch ein winziges Zaunloch. Also stampfst du durch den Schnee und versuchst den Hund wieder einzufangen.

              Tagsüber das Gleiche. Kind schreit, Welpe räumt die Einkaufssachen aus, verteilt den Müll auf dem Boden.

              Mit dem Kinderwagen und Welpe kommst du nicht durch den Schnee, oder die Leine verhäddert sich mit den Reifen vom Kinderwagen.

              Zwischendrin muss dein Mann Überstunden machen, also bist du auf dich gestellt.

              Hund muss ja spätestens alle 2 Stunden raus, Kind schreit, Haushalt wird nicht erledigt usw.

              • Vielen Dank, dass Du Dir die Mühe machst mir so eingehend zu antworten.

                Ich war schon nach den dem ersten Posting von risala und Dir überzeugt (brauchte ehrlich gesagt nur noch den endgültigen Schubs in die richtige Richtung), das hätte ich Dir deutlicher schreiben sollen.

                Aber Deine Schilderungen haben mich zum Schmunzeln gebracht - ich hatte ja schon mal einen Hund (allerdings einen erwachsenen aus dem Tierschutz, der ziemlich traumatisiert und schwierig war - das haben wir aber zusammen geschafft und er fehlt mir heute noch oft), daher kam mir einiges bekannt vor. ;)

                Deshalb erspare ich Dir jetzt auch meine Antworten auf Deine restlichen Fragen.

                Nur ein Tipp (weiß nicht, ob es das in D auch so gibt, denke aber schon): Bei uns gibt es wirklich gute und trotzdem günstige Hundeausbildungsmöglichkeiten auf Vereinsbasis. Da kommt man mit einem Bruchteil der von Dir genannten € 100 pro Monat weg. Ich fand diese Lösung immer toll. (Allerdings leb ich auch in der Großstadt, da gibts natürlich viele Anbieter.)

                • (10) 19.11.12 - 14:13

                  Hi,

                  "Nur ein Tipp (weiß nicht, ob es das in D auch so gibt, denke aber schon): Bei uns gibt es wirklich gute und trotzdem günstige Hundeausbildungsmöglichkeiten auf Vereinsbasis. Da kommt man mit einem Bruchteil der von Dir genannten € 100 pro Monat weg. Ich fand diese Lösung immer toll. (Allerdings leb ich auch in der Großstadt, da gibts natürlich viele Anbieter.)"

                  Das gibt es auch hier in Deutschland - und auf dem platten Land ;-)

                  Wir arbeiten mit unseren Hunden im Schäferhundeverein (da sind mehr Mischlinge & andere Rassen als DSH - angefangen vom kleinen Westie / Chihuahua-Mix bis zum Landseer und größer). Kostet uns als Mitglieder (75€ als Familie im Jahr - evtl. sogar weniger - so genau weiß ich es nicht - mehr jedenfalls nicht). Wir können alles machen (Welpenstunde, Unterordnung, Obedience, Schutzhundearbeit, Agility, Fährte etc) ohne Extrakosten.

                  Wer kein Mitglied werden will, kann auch eine 10er-Karte kaufen (je nach dem wofür ab 50€-70€). Und entweder wird er danach Mitglied oder kauft die nächste 10er-Karte.

                  ABER: Hundeschulen nehmen einen hier oft aus - die wollen schon für Spielstunden ohne Unterricht oder irgendwas 70€ monatlich haben...

                  Gruß
                  Kim

                  • Klar gibt es Hundevereine, wo ich günstiger an eine Ausbildung komme. Aber für mich ist DIESE Ausbildung diejenige, die nur in Frage kommt. Die Gruppe ist klein, und ich zahle pro 1 mal hingehen 10 EUR. Mit Fahrtkosten komme ich eben auf über 100 EUR.

                    ich war mit meinem Welpen als er 12 Wochen alt war in eine ortsansäßige Hundeschule. Mein Welpe konnte mit 12 Wochen mehr, als mancher Junghund mit 10 Monaten, der von Welpenbeinen dort trainiert hat.

                    Jeder hat seinen Schwerpunkt in der Hundeerziehung woanders, und ich hole durch die Art wie ich ihn ausbilde das meistmögliche aus meinem Retriever!

                    • Hi,

                      die Ausbildung steht und fällt mit dem Trainer und dem Besitzer (und da ist es egal, ob Hundeschule oder Verein) - hätten wir noch die Trainer von Anfang des Jahres, dann wäre ich schon längst weg. Bei der ging es nur nach "Schema F" - ohne Rücksicht auf Vorwissen der Besitzer, ohne Berücksichtigung, ob der Hund aus dem Tierschutz kam oder vom Züchter und wie alt er ist.

                      Gruß
                      Kim

                      vergessen:

                      unsere Gruppe besteht idR aus max 8 Hunden (meist 5) - das passt perfekt. Sind mal mehr Hunde da, wird die Gruppe geteilt (wir haben 2 Trainer).

      Hi,

      "Und auch der Tipp, das ein Welpe erst einziehen soll, wenn das Kind 1 Jahr alt ist, ist völliger Quatsch! Das ist für eine Mutter schwer zu schaffen, Kind fängt an zu laufen, und man muss sich um den Welpen kümmern, ihn prägen und mit ihm arbeiten. Beim Spazierengehen genauso. Kind läuft in die eine Richtung, Hund in die andere."

      Wenn du richtig gelesen hättest, was ich geschrieben habe, würde Du so einen Quatsch nicht schreiben!

      Ich habe geschrieben:

      "ich würde warten - zumindest 1 Jahr. Und je nach dem, wie lange dun in Elternzeit bleiben kannst/willst und wie Dein Kind sich entwickelt, etcl. länger."

      Je nach dem, wie sich ein Kind entwickelt, ob man Erfahrung hat (mit Hunden generell), wie die Unterstützung ist, ob man arbeitet... KANN ein Welpe sofort einziehen oder auch erst in 1 Jahr, in 2 oder 5 Jahren!

      ICH würde ca. ein Jahr warten (früher wäre mir schlicht zu stressig gewesen), aber ich habe viele Jahre Hundeerfahrung, weiß wieviel Arbeit ein junger Hund macht und was auf mich zukommt - und man sieht auch, wie sich das eigene Kind entwickelt. Unser Sohn war absolut pflegeleicht und ein Welpe wäre kein Problem gewesen - mit den Kindern unserer Bekannten (6, 2 1/4 Jahre und ca. 18 Monate) würde ich nichtmal im Kindergartenalter einen Welpen nehmen... auch nicht, wenn es nur ein Kind wäre.

      Und einen Züchter unseriös zu nennen, weil er zum Baby einen Welpen vermittelt finde ICH grenzwertig.

      Gruß
      Kim

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