Zwergkaninchen zur Pflege, raubt uns nachts den Schlaf

    • (1) 07.12.12 - 08:15

      Hallo,

      wir haben seit 2 Tagen ein Zwergkaninchen Männchen in Pflege. Es ist das Kaninchen einer Schulfreundin meiner Tochter. Sie ist mit ihrer Mutter zur Kur, wir haben uns bereit erklärt uns 3 Wochen um das Kaninchen zu kümmern.

      So, jetzt zum Problem: Sie haben uns das Kaninchen mit einem sehr großen Käfig gebracht, wir haben es ins Kinderzimmer gestellt.

      Schon in der 1. Nacht war das Kaninchen so laut, dass wir es aus dem Kinderzimmer nehmen mussten. Es steht jetzt in der Küche.

      Tagsüber ist es sehr lieb, wir lassen es in der Wohnung rumhoppeln, wir schenken ihm viel Aufmerksamkeit.

      Aber heute Nacht war der reinste Horror. Das Kaninchen klopft, rüttelt am Käfig, springt umher, dass selbst die Geräusche aus der Küche einem nicht schlafen lassen können.

      Wir sind heute alle gerädert. Ist es die Umgewöhnung/ Veränderung?

      Ist der Käfig zu klein, ist es einsam. Ich hab mich hier durchs Forum gelesen und mich belesen, sorry, aber ich hab mit Zwergkaninchen auch keine Erfahrungen. Wir besitzen nur Fische zu Hause #schmoll

      Mein Mann meinte heute morgen, es wäre Tierquälerei, so ein Kaninchen in einem einstöckigen Käfig zu halten.

      Wie können wir uns und dem Zwergkaninchen die Situation erträglicher machen bis zur Wiederkehr der Familie?

      Danke für eure Tipps.

            • Danke. Das mit der Musik ist ja schon einmal ein guter Tipp.

              Das werd ich heute Nacht gleich mal umsetzen.

              Wie gesagt, kennen wir uns mit Kaninchen überhaupt nicht aus und wir würden uns auch keines anschaffen (unsere Wohnung ist viel zu klein dafür).

              Mir tut das Tier nur unheimlich leid, mal abgesehen dass wir nicht zur Ruhe kommen, geht es dem Tier ja auch so.

              Heute nacht hab ich 3x mal nachgeschaut, ich dachte, es nimmt den Käfig auseinander.#schwitz Es ist also wirklich schon sehr laut.

              • (6) 07.12.12 - 09:20

                ist der stall komplett offen oder gibts abschottungen? sonst würd ich das teil mal in der küche lassen (meist beruhigen sie sich schnell, nach 2 nächten am selben standort wird es besser - es ist ja fremd bei euch. also nicht noch mal das zimmer wechseln!) aber in eine ecke schieben. und vielleicht ein brett oder ne schachtel oben drauf, so dass es einen geschützten bereich hat.

                • (7) 07.12.12 - 09:36

                  Also im Stall gibt es an der einen Seite einen abgetrennten Bereich (da kann das Kaninchen durch ein Loch "unterschlüpfen).

                  Aber da geht es nicht rein, zumindestens hab ich das noch nicht gesehen. Als ich heute Nacht nach dem Tier geschaut habe, hat es immer auf dem "Häuschen" gesessen.

                  An für sich ist es wirklich ein ganz lieber Fratz, sehr zutraulich und hat überhaupt keine Angst. Eher im Gegenteil.Nur die nächtlichen Attacken sind sehr sehr laut #gaehn

      (9) 07.12.12 - 08:52

      Hallo,

      ich sag es gleich: Ich kenne mich nicht wirklich aus, aber eine Freundin hat Kaninchen und sie hat mir mal gesagt, Kaninchen klopfen wenn sie Angst haben, oder wenn sie einsam sind, bevorzugt in der Nacht, wenn eben alles ruhig ist.

      Schau mal auf http://www.diebrain.de/ vielleicht findest du da noch etwas, dass dir weiter hilft.

      LG

    (11) 07.12.12 - 11:08

    Alleine, eingesperrt in einem engen Käfig, in einer fremden Umgebung - da darf ein Kaninchen schon Angst haben. Das Klopfen heißt nichts anderes als Angst.

    Lasst es erst mal in dem einen Zimmer, nicht ständig umstellen, und wenn die Besitzer wieder kommen bitte mal ganz ernsthaft mit denen Reden, über diesen Zustand.

    (12) 07.12.12 - 12:15

    Hallo!

    Es ist immer wieder so traurig, von solchen Geschichten zu hören. Echt unbegreiflich, daß auch heute immer noch Kleintiere für Kinder angeschafft werden und unter solchen Bedingungen gehalten werden, wo sich doch jeder mit einem Mausklick informieren kann.

    Gerade Kleintiere sind in erster Linie ängstliche Fluchttiere, die den Schutz von Artgenossen und einen naturnahen, großen Lebensraum brauchen. Haben sie dies nicht, bekommen sie Verhaltensstörungen.

    Daß das Tier nachts Radau macht, ist kein Wunder. Gerade abends werden Kaninchen erst richtig munter. Käfigkratzen und Gitterknabbern heißt nichts anderes, wie ich will hier raus und nicht eingesperrt sein. Das Tier ist nicht ausgelastet, kann seinen natürlichen Bedürfnissen wie rennen, Haken schlagen, Gänge graben, nagen nicht nachgehen. Und ganz schliimm: Es ist mutterseelenalleine auf der Welt. Als soziales Gruppentier ist das eine Katastrophe. Es braucht die Sicherheit und den Schutz von Artgenossen. In der Natur wäre ein einzelnes Kaninchen dem Tode geweiht. Auch wenn es gezüchtete Tiere sind, die Fluchtinstinkte und das Gefühl von der Gruppe verlassen und damit verloren zu sein, sind immer noch vorhanden. Es klopft, weil es ohne Artgenossen große Angst hat.

    Schön von Dir, daß Du Dir Gedanken über die Haltung machst. Bitte nutze diese Gelegenheit um dem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen. Bitte mache den Leuten klar, daß sie das Kaninchen unter diesen Bedingungen quälen. Ich schätze mal, es wird auch mit dem üblichen Trockenfutter gefüttert, was auf Dauer gesundheitsschädigend ist.

    Die besten Infoseite diebrain.de wurde ja schon genannt. Ich verstehe aber, wenn Dir diese "Kaninchen-Bibel" etwas zu viel des Guten ist. Ich schicke Dir per PN den Link von meiner HP, dort habe ich alles Wichtige was Du wissen mußt zusammengefasst. Du kannst die Seiten auch ausdrucken und den Leuten geben. Ich hoffe, es findet ein umdenken statt, daß das Kaninchen aus diesem Gefängnis raus kommt, kastriert wird und eine Partnerin bekommt. Ich weiß allerdings, wie schwer so ein Vorhaben sein kann, wenn man sture und egoistische Menschen als Gegenüber hat. Ich habe in solchen Fällen leider auch schon oft auf Granit gebissen.

    Wenn die nötigen Verbesserungen nicht möglich oder nicht gewillt sind, lege den Leuten eine Abgabe ans Herz. Auch wenn es einem Kind "gehört", die Bedürfnissen des Tieres gehen hier m.M. nach vor. Kinder können aus so einer Aktion ungemein viel fürs Leben lernen, in dem sie erfahren, daß es dem Tier woanders besser geht, auch wenn so etwas eine sehr harte Situation ist. Denn selbst im Tierheim geht es Kaninchen super, denn da bekommen sie das Mindeste was sie zum Leben brauchen: Große (Außen-) Gehege und Artgenossen.

    LGs und viel Glück.

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