Freigängerkatze- ja oder nein?

    • (1) 04.03.13 - 06:29

      Hallo

      Ich hab mal ein paar Fragen zu meiner Katze und vielleicht hat jemand Lust sich Gedanken zu machen und mir zu antworten.

      Nora wurde ja letzten Dienstag kastriert, ist alles gut verlaufen- sie war erst 3 Tage matt, ist nur zwischen Katzenklo, Fressnapf, Trinknapf und Coutsch rum gewackelt und hat viel geschlafen, sich wenig streicheln lassen. Am Freitag hat sie dann das erste mal wieder gespielt, sogar mit meinen Nichten, hat sich also nicht versteckt. Samstag war noch normal aber seit Samstag abend hat ich echt das Gefühl, die dreht hier durch. Rennt über Tische und Bänke, sie hat nen Wäschesack zu ihrem Eigentum erklärt (ist ähnlich einer Katzenrolle) und turnt damit durchs Wohnzimmer- rennt, springt, mach Bocksprünge. Seit gestern abend und auch heute morgen könnte man glauben, sie sei wieder Rollig, rollt sich rum, macht wieder diese mauzenden Geräusche, du kennst das sicher, rennt als hätte sie ne Biene in den Hintern gestochen, dann hockt sie wieder da und reibt den Kopf an alle Gegenstände die sich nicht wehren können.

      Im Internet bekommt man ja die unterschiedlichsten Antworten- von “es können Hormone sein” bis hin zu “vielleicht braucht sie Freilauf” und genau das denke ich halt auch. Es gibt sogar welche die schreiben, man sollte ihr Tabletten geben, damit sie ruhiger wird, aber das will ich auf keinen Fall machen, außer es wäre ein medizinisches Problem und würde sie belasten.

      Nun wohne ich ja im 1. OG und frage mich, ob ich sie tatsächlich zu einer Freilaufkatze machen kann? Irgendwie würde es schon gehen mit ner Katzentreppe, aber wie ist das wenn sie z.B. abends oder nachts heim kommt, ich kann ja die Balkontüre nicht offen lassen. Wir wohnen zwar in der Stadt, haben aber hinten raus viel Grün und die Katzen meiner Nachbarin sind auch draußen- zwar aus dem Erdgeschoss, aber wie gesagt, das Stockwerk selber wird jetzt nicht das große Problem sein, eher das wie und wann und dann?

      Wäre es ratsam, sie im 1. Jahr (ich hab sie erst 4 Wochen) noch zuhause zu lassen? Ich hab nen Balkon, auf den könnte sie ja, aber wenn ich ihn nicht Katzensicher mache, habe ich Angst, sie ist irgendwann weg, ob absichtlich oder einfach weil sie einem Vogel folgen willJ und dann kann ich mir vorstellen, findet sie vielleicht nicht zurück!

      Vielen Dank schon mal für die Antworten- ich würde die Katze gerne raus lassen, denn ich habe das Gefühl, ihr reicht der Platz in der Wohnung nicht aus!

      • Hallo!

        So kurz nach der Kastration kann sie durchaus noch rollig sein, es dauert schon einige Wochen, bis die Hormone abgebaut sind. Solange sollte sie auch unbedingt im Haus bleiben, also mindestens noch 8-12 Wochen.

        Wenn sie Freigänger werden soll, dann braucht sie schon die Möglichkeit, immer rein und raus zu können, also ideal eine Katzenklappe, oder es muss ein Mensch die meiste Zeit zu Hause sein. Gehst Du mrgens in die Arbeit und kommst erst Nachmittags heim, und Einkaufen musst Du auch noch, willst Du nicht nachts drei mal aufstehen und die Tür auf machen, dann ist das nicht wirklich das wahre. Insbesondere wenn Du viel und unregelmäßig weg bist. Hast Du einen festen Rhythmus und die Katze lernt mit der Zeit "Zwischen 8 und 12 komme ich nicht rein" geht es noch eher, kann aber auch schon doof sein, wenn die Katze da in einen Regenguss gerät oder mit einem Marder aneinander geraten ist.

        Also ideal eine Katzenklappe und bitte eine Katzentreppe mit Absturzsicherung. Auch den Balkon besser mit Netz sichern, auch Freigänger springen mal aufs Geländer und rutschen dann unglücklich ab...

        • (3) 04.03.13 - 08:48

          "Wenn sie Freigänger werden soll, dann braucht sie schon die Möglichkeit, immer rein und raus zu können"

          Nein, braucht sie nicht. Keine unserer Katzen hatte je eine Katzenklappe oder ähnliches. Katzen sind nicht doof, sie stellen sich auf den Rythmus ihrer Dosenöffner ein und können im Zweifelsfall auch mal warten.

          "Wenn sie Freigänger werden soll, dann braucht sie schon die Möglichkeit, immer rein und raus zu können, also ideal eine Katzenklappe, oder es muss ein Mensch die meiste Zeit zu Hause sein. Gehst Du mrgens in die Arbeit und kommst erst Nachmittags heim, und Einkaufen musst Du auch noch, willst Du nicht nachts drei mal aufstehen und die Tür auf machen, dann ist das nicht wirklich das wahre."

          Unsere Katzen hatten nie eine Katzenklappe. Entweder sie haben gewartet oder sich bemerkbar gemacht. In der Nacht ist keiner aufgestanden um die Katzen rauszulassen, die waren in der Nacht drinnen. Da hat sich niemand einen Kopf drum gemacht und die Katzen waren so zufrieden, die haben auch immer geschaut das sie in der Nacht drinnen waren.

      Rennt über Tische und Bänke, sie hat nen Wäschesack zu ihrem Eigentum erklärt (ist ähnlich einer Katzenrolle) und turnt damit durchs Wohnzimmer- rennt, springt, mach Bocksprünge. Seit gestern abend und auch heute morgen könnte man glauben, sie sei wieder Rollig, rollt sich rum, macht wieder diese mauzenden Geräusche, du kennst das sicher, rennt als hätte sie ne Biene in den Hintern gestochen, dann hockt sie wieder da und reibt den Kopf an alle Gegenstände die sich nicht wehren können.
      Das haben meine beiden Katzen (weib, kast, Freigänger, 4 und 12 Jahre alt) auch, ich nenn das "Frühlingsgefühle" oder nur "Schoars im Hirn"... Ich schmeiß sie bei solchen Anfällen dann einfach raus...

      Davon mal abgesehen würde ich aber schon über Freigang nachdenken, vorallem wenn es von der Lage her generell möglich ist. Katzen sind dann einfach glücklicher und ausgeglichener. Unkomplizierter ist es auch. Ein Balkon ist kein echter Ersatz.
      Natürlich ist das Leben draußen auch gefährlicher, manche Katzen sind plötzlich einfach weg, aber wenn die Katze kastriert ist und man nicht direkt neben einer Bundesstraße o.ä. lebt, kann man dieses Risiko eingehen. Und letztendlich finde ich im Ernstfall ist es besser ein paar Jahre ein gutes, ereignisreiches katzenleben zu führen als 15 Jahre in Langeweile zu leben.
      Du musst auch nicht ständig anwesend sein, Katzen können auch vor der Türe warten. Sie gewöhnen sich schnell an deinen Rythmus und sind halt dann an der Türe, wenn du wirklich da bist.

      "Wäre es ratsam, sie im 1. Jahr (ich hab sie erst 4 Wochen) noch zuhause zu lassen?"
      Ich würde sie noch nicht sofort rauslassen, sondern noch ein paar Wochen warten. Sie soll sich erst wirklich bei dir zu hause fühlen (dann wird sie beim Rauslassen sicher zu dir zurückkommen) und sich nach der Kastration wirklich vollständig erholt haben. Wenn sie draußen ist, muss evtl mit anderen Katzen raufen, auf Bäume klettern, über Zäune springen usw. Dazu muss sie wieder absolut gesund sein.
      Ein Jahr musst du aber sicher nicht warten.

      Vielleicht ist ihr einfach total langweilig so ohne Katzenkumpel #schein

    • Wenn sie alleine ist (ohne Zweitkatze): Lass sie auf jeden Fall raus!
      Ich bin auch der Meinung, dass eine Katzenklappe nicht unbedingt sein muss - obwohl die Katze es sicher besser finden würde - wenn du zur Miete wohnst, hast du ja vielleicht gar nicht die Möglichkeit eine einzubauen.
      Ich würde dann allerdings eine kuschelige Kiste/Höhle auf den Balkon stellen, damit sie auch einen Rückzugsort hat, wenn du nicht da bist, um sie reinzulassen.

      Unser alter Kater ist übrigens mal vom Balkon gesprungen. Das war nicht hoch (quasi "Erdgeschoss", aber mit Souterrain darunter), aber wir haben uns trotzdem erschrocken. Er hatte die Entfernung zum Boden aber schon richtig eingeschätzt und es ist auch nichts passiert - außer dass er ab da ein Freigänger war :-)
      Wir hatten dann auch eine Katzentreppe vom Balkon in den Garten (eine Holzlatte mit kleineren "Trittleisten"). Die war nicht gesichert, ist meiner Meinung nach auch nicht nötig, solange die Katze fit ist.

      Hallo!

      so, jetzt hab ich mehr Zeit.

      Also ganz allgemein:

      Die Straße.

      Beobachte, wie viele Katzen es in deiner Nachbarschaft schon gibt. Leben rundrum schon viele Katzen kommt es immer wieder vor, dass eine nicht auf die Wiesen und Gärten "hinten raus" gehen darf, sondern von den alteingesessenen Katzen das Revier zugewiesen bekommt, was noch übrig ist - die Straße. Wir wohnen hier auch recht ruhig, aber der Kater meiner Nachbarn darf nur zur Durchgangsstraße 100 Meter weiter, weil wohl alle anderen Reviere schon besetzt sind. Also auch an einer ruhigen Straße kann es sein, dass Deine Katze dann ständig an der Durchgangsstraße sitzt.

      Die Natur.
      Bitte denk auch an alle anderen Tiere. Katzen jagen eben, und vor allem für Vögel sind Katzen ein echtes Problem. Gerade Jungvögel die noch nicht sicher fliegen können werden extrem oft Beute von Katzen, und die Vogeleltern, die eben vorher Lange Zeit wirklich alle Energie in die Jungenaufzucht gesteckt haben, können dann nicht immer nochmal nachlegen. Oft genug haben die Altvögel dann nicht mal ein Junges erfolgreich durchgebracht, und wir wundern uns dann über immer neue Arten kurz vorm Aussterben. Wohnst Du nahe an einer Gegend mit vielen Vögeln oder an einem Vogelschutzgebiet, übernehme Verantwortung und behalte Deine Katze drinnen.

      Katzenklappe oder nicht?
      Wenn eine Familie sehr regelmäßig arbeitet können sich Katzen an diese zeiten gewöhnen. Arbeitet man aber unregelmäßig, oder ist man sehr lange außer Haus, dann ist die Gefahr groß, dass eine Katze sich eine Zweitfamilie sucht, bei der sie auch rein in die Wohnung darf. Gerade in Schlechtwetterperioden haben die Katzen nicht wirklich Spaß dran, 8 Stunden draußen bleiben zu müssen. Ist die Zweitfamilie dann auch lieb, gibt es viele Leckerchen und fangen die an zu füttern, dann bleibt Deine Katze weg. Da ist echt die Frage, wie intensiv die Bindung zum eigenen Menschen ist, wie attraktiv die beiden Familien sind, und gerade wenn ständig die Tür zu ist, fühlt sich eine Katze eben auch wesentlich weniger wohl als bei der Zweitfamilie, die immer da ist.

      Bietet man gleich eine Katzenklappe an, ein ruhiges Zuhause ohne Stress und leckeres Futter, viel Zuwendung und keinen Lärm, stehen die Chancen wesentlich besser, dass die Katze bleibt. Steht die Katze eben oft vor verschlossenen Türen und kommen dann noch ein paar Punkte dazu die ihr nicht so gefallen (bzw. bei der Zweitfamilie besser sind) dann bleibt sie eben weg.

      Nachbarn
      Hast Du nur nette Nachbarn, oder sind da welche, die ihren Garten sehr gepflegt halten? Sind Landwirtschaftliche Nutzflächen in der Nähe? Jede Umgebung hat ihre eigenen Gefahren. Leute mit überaus gepflegten Gärten etwa reagieren oft sehr empfundlich auf Katzenkot in ihren Beeten und können da sehr unangenehm werden, Katzen schlagen, mit Steinen bewerfen oder vergiften. Auch Kunstünger und Schneckenkorn können eine Katze umbringen, auch wenn sie nur drüber läuft und danach die Füße putzt.

      Landwirte müssen natürlich auf ihren Äckern arbeiten und haben die unglückliche Neigung, in enger werdenden Spiralen zu fahren - eine Katze die dem Traktor ausweichen will und Richtung Mitte flieht kann da schon mal ins Mähwerk geraten.

      Sind größere Wohnanlagen rundrum wirst Du kaum alle Nachbarn kennen - das heißt auch, wenn da Deine Katze in einen Keller geht oder sich in einer Garage versteckt, und die macht jemand zu, hast Du nur wenig aussichten sie zu finden. Es sind einfach ein paar zu viele Nachbarn, und es sind schon viele Katzen gestorben, weil sie zwei Wochen irgendwo eingesperrt waren. Das passiert so schnell, man holt die Campingausrüstung aus dem Keller, die Türen stehen offen, Katze geht neugierig rein während kein mensch in sicht ist, und kommt Mensch wieder versteckt sie sich - und dann sperrt man den Keller zu und ist 2 Wochen in Urlaub.

      Geh kritisch durch die Umgebung, und denk drüber nach wie die Gefahren aussehen.

      Sicherung
      Im Hochparterre kann man einen Balkon ungesichert lassen, im 1. Stock aber nicht mehr. Katzen sind geschützt vor Knochenbrüchen bis zu einer Höhe von 2-3 Metern (abhängig vom Gewicht), wenn sie aber noch höher runter springen oder fallen können sie sich schwer verletzen. Daher würde ich in so einer Höhe auch eine Katzentreppe mit einem Fallschutz versehen, nicht dass die Katze abrutscht.

      Was ist wenn Du umziehen musst?
      Auch wenn das derzeit nicht geplant ist - denk auch an den Fall. Es ist ja so schon schwer genug eine Wohnung mit Haustiererlaubnis zu finden, aber auch noch eine die sicheren Freigang ermöglicht wird wirklich schwer.

      Jungkatzen
      Katzen die noch sehr jung sind sollten besser drinnen bleiben, bis sie wirklich Verkehrssicher sind. Du hast nicht geschrieben wie alt Nora ist. ggf. würde ich da noch lange warten.

      Falls Du Dich entschließt, Deine Katze doch drinnen zu behalten braucht sie aber unbedingt einen Artgenossen. Im moment flippt sie so aus, weil sie alleine ist, keiner mit ihr spielt und die Zweibeiner auch bei weitem nicht genug Zeit haben sie auszulasten. Hat man dagegen zwei Katzen beschäftigen die sich auch miteinander und kommen damit wesentlich besser klar.

      • Hallo Hasipferdi und alle anderen,

        vielen Dank für die teils sehr ausführlichen Antworten, die mich echt weiter gebracht haben!! Einige Gedanken habe ich noch gar nicht gehabt, z.B den mit dem Umzug! Eine Katzenklappe geht nicht, da mein Balkon komplett durch eine Fensterfront bedeckt ist, anders kann ich es nicht beschreiben- alles Fenster, von der Decke bis zum Boden, auch die Türen! Natürlilch hatte ich mir im Vorfeld gedacht, dass ich ihr etwas zur Verfügung stelle, wo sie sich zurückziehen kann, wenn sie mal "vor mir" nachhause kommt. Ich arbeite 8 Stunden, mein Sohn beginnt dieses Jahr eine Lehre (hoffentlich) und ist dann auch den ganzen Tag weg. Jetzt, im 1. Jahr werde ich wohl den Balkon sicher machen. Tagsüber, wenn niemand zuhause ist, muss ich die Katze trotzdem in der Wohnung lassen- ich kann die Balkontür nicht offen stehen lassen, da ich ja im 1. OG wohne. Wenn das jemand mitbekommt, mir die Bude leer räumt, dann gute Nacht um 8! Na ja, ich werde mir echt was überlegen müssen. Vielleicht doch ein Spielkamerad, und dafür beide zuhause? Jetzt muss ich mich erst mal an Nummer 1 gewöhnen. Mein Bolkon ist 4 Meter lang und 1,5 Meter breit, ich hatte mir übelegt, ein Holzregal zum Katzenbaum-Regal umzubauen, dann könnte sie auf dem Balkon spielen und eine Kollegin meinte heute, ich soll ihr zwischen durch eine lebende Maus besorgen, die beiden auf dem Balkon lassen und- (SCHLUCK) na ja, ist nicht so meins, die Katze würds freuen:)

        Vielen, vielen Dank, ich freu mich jetzt schon auf den 1. Sommer mit meiner Katze- auch wenn sie mir gerade in diesem Moment wieder das Wohnzimmer mit der Rolle und nem Ball zerlegt:) zu süß und ich jag sie jetzt noch ein bisschen, damit sie später müde ist!

        Gute Zeit noch und bis zum nächsten mal.

        • Hallo!

          Also ein Spielkamerad ist nie verkehrt, würde ich auch bei späterem Freigang besser finden. Auch weil sie dann zu zweit mit den nachbarskatzen konfrontiert sind, aber zu zweit auch bessere Chancen auf ein attraktives Revier haben. Keine Katze will die Straße als Revier, da finden sie ja auch wenig Beute.

          Ideal ähnlich alt, gleiches Geschlecht, ähnlicher Charakter.

          Lebende Mäuse würde ich nicht servieren, das ist eine Quälerei für die Mäuse, wirklich grausam. katzen lassen sich zeit beim töten und spielen ihre Beute gerne zu Tode. Aber Du kannst Tagesküken besorgen, im Ganzen, und die Katze dann Beute zerlegen lassen. die sind schon tot aber trotzdem ne halbe Stunde beschäftigung.

          Auf den Balkon kannst Du auch ein paar pflanzen stellen - Katzenminze, Baldrian, Küchenkräuter. Ein wassergefäß mit Entengrütze drauf rumschwimmen lassen kann auch Spaß machen. Das ist eben interessant und auch was zu tun.

          so ohne Katzenklappe jeden Tag 8 Stunden (plus fahrtzeit und noch schnell was einkaufen) die Katze aussperren ist schon extrem lang. Normalerweise sind Katzen ja immer nur mal 2 Stunden wach und wollen dann wieder ein Schläfchen machen - und das bevorzugt warm und sicher. Wenn es jetzt wenigstens einen warmen Kuhstall in der Nachbarschaft gibt, wo sie im Heu schlafen können, ok, aber wenn es so gar nichts gibt an warmen und trockenen Plätzchen, dann neigen katzen schon dazu, sich eine andere Wohnung zu suchen, wo man sie rein lässt.

          • Also ich denke das mit dem Freigang wird nichts, wenn ich so weiter lese! Ich wohne in der Stadt, wir haben zwar die Alb in der Nähe und im Hinteren Teil meiner Wohnung ist es grün- ich weis auch das dort andere Katzen unterwegs sind, man sieht sie und vor allem hört man sie auch mal- aber es ist immer nur ein Katzensprung bis zur nächsten, stark befahrenen Straße!

            Hinzu kommt das es tagsüber nur 2 Möglichkeiten gibt- Katze rein oder raus und das täglich 8 Stunden- klar + evtl. Einkauf oder ähnliches. Also könnte ich die Katze wohl den ganzen Tag drin lassen, wenn ich um 16:30 oder so heim komme rauslassen? Keine Ahnung ob das was für uns ist.

            Im Moment bin ich doch sehr zwiegespalten, ich sehe halt wie sie sich hier aufführt, rennt rum wie von der Tarantel gestochen. Erst vor 5 Minuten ist sie zur Ruhe gekommen- jetzte haben wir 21:40- seit ich um 16 Uhr heim gekommen bin ist sie einfach nur rumgerannt, wie ein gestörte. Keine Ahnung was ich machen soll. Komisch ist aber, dass sie nachts dafür meistens schläft- ich nehme aber die allerliebsten Spielsachen weg- weis nicht ob das so gesund ist, vielleicht stachle ich sie dadurch noch auf, aber sorry, ich wohne in einer hellhörigen Stadtwohung- wenn die Katze tag und vor allem nachts durch die Wohnung turnt, dann sammelt die Nachbarschaft echt bald Unterschriften:)

            Da ich noch nie in meinem Leben ein Haustier hatte, tu ich mir noch ein bisschen schwer. Auf der einen Seite scheine ich einiges richtig gemacht zu haben, denn obwohl sie fast schon traumatisiert hier an kam, hat sie nach 3 Tagen bereits bei mir gelegen und "hört" schon fast wenn ich sie rufe, reagiert sehr stark auf mich und scheint mir sehr zu vertrauen- ich bin die einzige meiner Kinder und dem Rest der Familie, die noch nie angefaucht wurde und kratzen wollte sie mich auch nur einmal im Spiel- also scheine ich doch einen guten Drat zu ihr zu haben. Aber trotzdem bin ich auch unsicher, les mich viel durchs Internet und- frage mal ganz klar bei Urbia nach!

            Vielen dank noch mal, und ich werde dem örtlichen Tierheim mal demnächst einen Besuch abstatten!!!

            • Sie ist eben eine junge Katze. Die wollen rumtoben, raufen, fangen spielen.

              Das kann man ihnen als Mensch gar nicht bieten, man kann nicht mit einer Katze über den Boden kugeln und sich ins Ohr beißen lassen. Und das fehlt ihr eben, also versucht sie, euch aufzufordern, oder tobt eben alleine rum, aber das ist halt auch unbefriedigend.

              Solange sie so wild ist, ist Freilauf sowieso das Falsche. Sie kann sich den Nachbarskatzen gegenüber noch gar nicht durchsetzen, und noch dazu kann sie die Gefahren noch gar nicht einschätzen. In dem Alter rennen Katzen hinter jedem Vogel und jedem Schmetterling hinterher, und vergessen darüber total, dass eine Straße im Weg ist. sie sind klein genug um noch überall rein zu kriechen, und klettern überall hoch - ohne so genau zu wissen, wie sie wieder zurück kommen. Das lernen Katzen eben erst wenn sie wirklich erwachsen sind, dass man zwar wunderbar auf einen 5 Meter hohen Baum hoch klettern kann - aber dass der zu hoch ist, um von da oben wieder runter zu springen.

              Lässt man eine Katze dann erst nachmittags raus, dann hat man eben kaum noch Kontakt mit ihr. dann ist sie eben nur noch zum fressen da, aber sonst schläft sie während Du auf Arbeit bist, und dann ist sie draußen, und nachts schläfst dann Du. Ich denke, das hattest Du dann auch wieder nicht so geplant.

              Ich kann Dir nur zu einem Artgenossen raten, so schnell es geht. Und dann kannst Du die beiden immer noch in Ruhe beobachten und nachdenken, ob Freigang möglich und sinnvoll ist oder nicht. und dann eben erst nächstes Jahr raus lassen, bis dahin sind die Tiere dann auch vernünftig genug, um sich vor Autos in Acht zu nehmen.

        "ich soll ihr zwischen durch eine lebende Maus besorgen"

        Bloß nicht, wenn sie das nicht von ihrer Mutter mitbekommen haben spielen die mit der Maus bis sie tot umfällt aber gefressen wird da nichts. Noch dazu sind die Mäuse auch nicht dumm lass dann mal ein paar auskommen und du sorgst für eine neue Plage in deiner Gegend.

        Mein Kater putzt die Eintagsküken nur, gefressen wird da auch nichts. Der Flaum ist ungewohnt. Schau mal nach TK Mäusebabys, die werden besser angenommen und dann kannst du dich steigern.

        Ein Kumpel ist nie verkehrt. Wenn sich beide verstehen profitieren alle davon.

    (14) 04.03.13 - 23:43

    Das beste und umfangreichste Plädoyer gegen Katzenhaltung, das ich je gehört/ gelesen habe. Überlege mir das schnell zu kopieren, falls in meiner Familie irgendjemand jemals auf den Gedanken kommt, eine Katze anschaffen zu wollen. Danke! Wenn jeder all das im Vorfeld berücksichtigen und bedenken würde, könnte ja fast niemand eine Katze guten Gewissens halten.

    • (15) 05.03.13 - 08:31

      Oh nein, ich liebe Katzen und habe selber drei Stück.

      Ich habe eben in den Tierheimen und Tierschutzvereinen gezielt Katzen gesucht, die sowieso nicht raus dürfen. Es gibt tausende Katzen die blind, taub, außergewöhnlich schreckhaft sind, humpeln oder nicht springen können, ein Perser-Mix-Fell haben, dass übermässig verfilzen würde oder die einfach nicht raus WOLLEN.

      Und genau diese Katzen können die Tierschutzvereine auch nur schwer vermitteln, weil eben ganz viele Leute gezielt Freigänger suchen. Wohnungskatzen, bei denen man zwei mal täglich das Klo reinigen muss, und die man beschäftigen muss, die Artgenossen brauchen und ständig das Sofa blockieren wollen nur wenige Leute.

      Also schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe: ich kann ganz egoistisch meine Katzen drinnen behalten, wo sie wesentlich sicherer aufgehoben sind - und sie müssen nicht den Rest ihres Lebens in einem Tierheim verbringen.

      • (16) 05.03.13 - 09:06

        Ich liebe Katzen auch! Und genau deshalb haben wir keine. Im Ernst.

        Früher hatten wir mal eine reine Wohnungskatze, die alle Artgenossen furchtbar fand und gerne in der offenen Haustür saß, aber nicht einen Schritt weiter ging. Aber auch das möchte ich nicht unbedingt wiederholen, 15 Jahre waren echt genug.

        Im Augenblick genießen wir alle fusselfreie Klamotten, kein Katzenuringeruch und spontanen Urlaub, sind aber immer ganz verliebt, wenn wir irgendwo zu Besuch sind, wo es Stubentiger gibt ;-)

        • (17) 05.03.13 - 16:08

          Ach so! Da scheint Dich aber mhr gestört zu haben, dass Du eben immer daheim sein musstest. Wobei ich da im Zweifelsfall eine Nachbarin bitten kann, Katzen zu füttern.

          Wenn Du sonst nur ab und zu Bedürfnisse nach Katzen hast - die Tierheime freuen sich über Katzen-Streichler genauso wie über Hunde-Gassigänger. Den Tierpflegern bleibt dafür oft einfach keine Zeit, und jemand der da ein wenig mit Katzenangeln und Zeit zum schmusen kommen kann macht gerade den Langzeit-Insassen das Leben viel schöner.

    (18) 05.03.13 - 09:26

    #rofl

    Aber so ist das eben. Wer dennoch eine Katze will der weiß was auf einem zukommt. Ich rate auch oft anderen Leuten von Katzen ab und rede mir den Mund fusslig. Viele denken das eine Katze nix kostet, keine Probleme macht und einen Schalter haben wo "On u. Off" draufsteht.

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