Feldhasenbaby - wohin mit ihm nach Rettung?

    • (1) 26.03.13 - 21:48

      Hallo Tierfreunde!

      Heute habe ich mir mal wieder ein Tier angelacht, das ich eigentlich gar nicht haben wollte. Ich war mit meinen Hunden unterwegs und beobachtete 3 Feldhasen, die sich jagden. So dachte ich zunächst. Dann viel mir aber auf, dass die 3 Hasen eher damit beschäftigt waren, 2 dicke fette Krähen zu verjagen. Ich wollte gerade schon mein Handy rausholen, um dieses Naturschauspiel zu filmen, als mir einfiel, dass das Jagen der Hasen nach den Krähen eigentlich nur dem Beschützen eines Jungtieres gelten kann. Und kaum ausgedacht, sah ich auch schon den kleinen Hoppelhasen in Panik davon laufen. Direkt in meine Richtung, in der leider auch ein größerer Bach liegt. Tja, das kleine Häschen ist in den Bach geplumst... ich schnell meine Hündin festgebunden, und schnell Richtung Ufer, einmal gebückt und Häschen da raus gezogen.

      Tja, was sollte ich tun. Er war ja völlig nass, es war bitterkalt, das Tier war winzig klein, vielleicht 200g, wenn's viel ist 300! Ich also mit dem Tier nach Hause, er war so niedlich, nachdem er sich beruhigt hatte, fing er schon an sich die nassen Pfoten abzuschlecken... Hach, es war so niedlich. Also, Tierarztpraxis angerufen - die kennen solche Dinge ja schon von mir - und Hase hingebracht. Sie meinten, der Kleine sei höchstens 5 Tage alt. Ich ihn also erst mal da gelassen, ich hoffe, er kommt durch und macht nicht noch schlapp durch den Schock und den Stress,

      Naja, nun mache ich mir halt Gedanken, was ich dem Kleinen Gutes tun kann, wenn er tatsächlich überlebt und ich ihn bei der Tierärztin abholen muss.

      So einfach aussetzen wird sicher nicht gehen, behalten aber auch nicht, ist ja ein Wildtier. Kennt sich jemand aus? Kennt jemand von Euch jemanden, der jemanden kennt, der wilde Tiere bei sich aufnimmt und auf eine Auswilderung vorbereitet? Oder der wilden Tieren ein einigermaßen artgerechtes Leben in menschlicher Obhut bieten kann?

      Bin für jeden Tipp dankbar!

      Schönen Abend,

      Cosmic

      • Ich bin ja kein Fachmann aber ich denke das Hasenbaby war auf jeden Fall älter als 5 Tage, mit 5 Tagen haben die sicher noch nicht die Augen auf, geschweige denn das sie davon hoppeln.

        Mit dem Rest kann dir evtl jemand anderes helfen, ich hatte nur mal eine Amsel augezogen und dann auch ausgewildert.

        • Hallo!

          Danke für Deine Antwort. Aber nein, Feldhasen sind Nestflüchter und kommen voll befellt und mit geöffneten Augen zur Welt und können auch sofort hoppeln. Ich habe gerade mal gegoogelt und 5 Tage passt schon vom Gewicht des Tieres!

          Naja, die TÄ wird sicherlich auch wissen, was zu tun ist, wenn der Kleine über den Berg ist!

          LG,
          Cosmic

          da verwechselst du hasen mit kaninchen...

      Hallo!

      Man kann Hasenbabys mit Katzenaufzuchtsmilch groß bekommen. Wenn es dann immer wilder wird musst Du es aber auswildern.

      • Hi!

        Ja, ich will es ja auch auswildern! Aber wie macht man das? Kann ich den Kleinen einfach so auf dem Feld, wo er herkommt, wieder hinsetzen? Also, ich werde ihn auf jeden Fall erst mal aufpäppeln, eine ordentliche Größe soll er schon haben!

        LG,
        Cosmic

        • Ja, bei Dir behalten bis er richtig durchdreht, sonst neben der Milch unbedingt auch Heu und wenig Gemüse anbieten.

          Wenn es dann im Käfig gar nicht mehr geht dahin bringen wo Du ihn gefunden hast und laufen lassen, seine Instinkte werden ihm helfen.

    Hallo,

    "So einfach aussetzen wird sicher nicht gehen, behalten aber auch nicht, ist ja ein Wildtier."

    Wenn du es jetzt einfach aussetzen willst, hättest du es nicht retten sollen! Punkt.
    Wenn du mit ihm beim TA bist, wird er dir sicherlich gute Tipps geben. Das Tier muss mit Aufzuchtmilch aufgezogen werden, bis es selbst frisst und kräftig genug ist, ausgewildert zu werden.

    Du hast mit der Rettung des Hasenkindes Verantwortung übernommen. Mach dich schlau, wie oft das Tier gefüttert werden muss und arbeite eng mit deinem TA zusammen.

    Ich habe im letzten Herbst/Winter zwei schwache halb verhungerte Igel gefunden.
    Die habe ich mit Hilfe meiner Tierärztin und einer Igelstation augepäppelt, bis sie schwer genug für den Winterschlaf waren. Sie halten jetzt bei mir in der Garage Winterschlaf. Wenn sie aufwachen, werde ich sofort mit beiden zur Tierärztin. Ich werde sie dann noch füttern, bis sie ein bestimmtes Gewicht haben und sie dann auswildern.

    LG und alles Gute

    Nici

    • Guten Morgen!

      Ich habe - hoffentlich - nirgendwo geschrieben, dass ich ihn einfach mal eben so aussetzen werde. Natürlich werde ich mich um den Kleinen kümmern, bis er fit genug ist, alleine zurecht zu kommen.

      Ich frage mich nur, ob ich ihn überhaupt irgendwann einfach so aussetzen kann, denn im Moment weiß ich ja gar nicht, wie lange es dauert, bis er überhaupt bereit für die Freiheit ist. Vielleicht hat er sich bis dahin so an Menschen und an unsere Hunde gewöhnt, dass er draußen einfach keinen ausreichenden Fluchttrieb mehr hat. Das sind so meine Sorgen. Und wie macht man das? Einfach aufs Feld und ab geht's??? Na, das wird ja alles noch spannend.

      Hätte ich die Kenntnisse und Möglichkeiten, die nötig sind, würde ich ihn auch behalten und ihm hier bei uns ein gutes Leben bereiten. Aber da ich grundsätzlich total dagegen bin, Wildtiere in Gefangenschaft zu halten, fällt das eh flach.

      Also, keine Sorge. Ich mache das alles sicherlich nicht mal eben so, aber ganz einfach ist es auch nicht. Schließlich möchte ich auch, dass sich die "Rettung" und der Stress, der ihm dadurch entstanden ist, gelohnt hat. Sonst hätte ich ihn tatsächlich ertrinken lassen können, aber das kam für mich so gar nicht in Frage.

      Ich muss eh gleich erst mal bei der TÄ anrufen und fragen, ob er überhaupt noch lebt. Bis Samstag muss er sowieso da bleiben, vorher habe ich keine Zeit, mich ordentlich zu kümmern.

      Danke für Deine Antwort und den Igelkindern viel Glück!

      LG,
      Cosmic

      • Keine Sorge, ich habe schon mal in einem Forum gelesen von jemandem der auch so ein Feldhasenbaby gefunden hat. Aufgezogen, und als es groß war, hat man deutlich gemerkt, dass es mehr Platz will und es ist dann auch von ganz alleine immer scheuer geworden.

        Außerdem können Tiere die "eigenen Menschen" von Fremden unterscheiden.

    "Wenn du es jetzt einfach aussetzen willst, hättest du es nicht retten sollen! Punkt"

    Naja hättest du es im Bach gelassen???
    Glaube kaum.

    Finde es gut dass sie sich drum kümmert.

    Zur TE:

    Erkundige dich beim örtlichen Tierschutzverein,die haben meist Leute die sich mit der Aufzucht auskennen,
    Klares Ziel einer solchen Aufzucht ist IMMER die Auswilderung.

    Er wird immer ein Wildtier bleiben und sich niemals in einem Käfig wohlfühlen.

    Wenn du selber die Auswilderung machen willst erkundige dich vorher und am Besten wäre es,wenn du draußen einen Auslauf mit Schutzhütte baust,damit das Tier sich nicht zu sehr an den Menschen gewöhnt und lernt Gras zu fressen.

    Du solltest auf keinen Fall Kaninchenfutter oder ähnliches kaufen,das findet der in der Natur schließlich auch nicht,nur in der Natur vorkommendes Futter geben wenn er keine Milch mehr braucht.

Gibt´s bei euch keine Wildtierhilfe?

Danach würde ich mal suchen, bei uns gibt es einen Verein, der sich nur um verletzte, kranke Wildtiere kümmert und sie nach der Genesung, wenn es irgendwie möglich ist und Chancen bestehen, auch wieder auswildern. Die sind echt fit und kriegen wirklich fast alle Fälle durch.
Eigentlich müsste deine TÄ dir aber auch Tipss geben können bzw. müssen, was mit dem Hasen zu tun ist.
Meine TÄ behandeln Wildtiere übrigens grundsätzlich kostenlos, was ich total vorbildlich finde.

Hallo,

ich würde mich an das örtliche Tierheim oder den Tierschutzbund wenden.

Feldhasen sind vom Aussterben bedroht und keine Haustiere, also sollte das Tier in professionelle Obhut.

GLG

(15) 27.03.13 - 13:11

Meine Kollegin hatte letztes Jahr einen kleinen Waschbären, da hat der NABU geholfen, die haben Auswilderungsstationen. Der kleine Kerl hat sich, obwohl an "seine" Menschen und auch an die Katzen gewöhnt, selbst ausgewildert.

Vielleicht fragst du auch mal beim NABU oder ähnlicher Institution an.

Wir hatten früher öfter Greifvögel, die sich verletzt hatten, da war das mit dem Auswildern einfach, weil die immer, sobald sie wieder fliegen konnten, von alleine auf und davon sind. Allerdings waren das immer ältere Tiere, die schon vorher gelernt hatten, wie man an sein Futter kommt. Bei Deinem Hasen dürfte das aber auch kein Problem sein, da die ja ihr Futter fast überall finden und nicht erst lernen müssen, es einzufangen.

  • @Alle:

    Danke für Eure Antworten!

    Nach einem Telefonat mit der TÄ von heute morgen weiß ich, dass es dem Hasen gut geht. Da ich arbeitsmäßig noch eingebunden bin, werde ich ihn bis Samstag dort lassen und dann übernehmen und hier weitermachen mit der Aufzucht.
    Großen Käfig und ganz viel Heu habe ich schon besorgt.

    Wahrscheinlich werde ich dann nächste Woche zusammen mit meinem Mann "mal eben schnell ein Außengehege bauen", denn er gehört halt nach draußen und soll das auch möglichst früh kennen lernen. Den Rest werde ich mit meiner TÄ besprechen, z.B. auch, wie lange ich ihn aufpäppeln sollte, bis er wieder in seinen Lebensraum darf. Und was er so fressen sollte außer Heu.

    Nach einer Wildtierhilfe habe ich gestern per I-net gesucht, aber nichts passendes gefunden. Das mit dem NaBu werde ich aber noch versuchen.

    Ich kann ja mal Bescheid geben, wie die Sache dann letztendlich ausgegangen sein wird, aber das dauert sicher ein paar Wochen!

    LG,
    Cosmic

Hallo Cosmic,

ich kann Dir gerne Deine Fragen beantworten wenn Du möchtest.

Du kannst mir am besten eine e-Mail schreiben damit wir Kontakt (dann am besten via Telefon) aufnehmen können.

Grüße
Simone vom Feldhasenschutz

Mail: info@feldhasenschutz.de #flasche

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