Hundebeißerei und jetzt Schuldfrage - wie seht Ihr das?

    • (1) 27.03.13 - 14:32

      Heute muss ich mal zu einem unschönen Thema nachfragen...

      Gestern abend war ich mit meiner Maus im Tragetuch und dem Hund Gassi. Da Lea nicht immer gut hört und grade bei unbekannten Hunden auch mal aggressiver reagiert, gehe ich grundsätzlich nur mit ihr an der Leine. Früher ist sie jeden Hund direkt auf Entfernung angegangen, inzwischen hat sie hier (neuer Wohnort) viele Hundefreunde, mit denen sie super klar kommt, nur wenige Ausnahmen, mit denen sie sich nicht verträgt. Trotzdem bin ich eben noch vorsichtig...
      Wir kamen dann an eine Stelle, wo ein Mann grade eine Kabeltrommel verräumte, dabei war ein freilaufender Hund. Ich bin erstmal stehen geblieben, habe Lea kürzer genommen, und das hat der Mann wohl gesehen, hat den Hund rangerufen und ist mit ihm zu einem Schuppen, wobei er nochmal nachrufen musste. Als ich den Hund nicht mehr gesehen habe, bin ich dann langsam weitergegangen. Auf einmal kam der andere Hund auf uns zugerannt, und es kam zu einer Keilerei zwischen den Hunden #schmoll Da ich Lea ja kurz an der Leine hatte und auch versucht habe, die Hunde zu trennen, wurde ich von dem anderen Hund ins Bein gebissen #schock erst nachdem ich mehrfach um Hilfe gerufen hatte, kam der andere Hundebesitzer und hat die Hunde dann getrennt und seinen weggeholt.

      Zuhause habe ich dann festgestellt, dass Lea unter dem linken Vorderlauf verletzt war, das musste vom Tierarzt getackert werden. Ich habe den Bissabdruck an der Wade, ist aber nur oberflächlich. Ich war beim Arzt, habe eine Tetanus-Spritze bekommen, und Antibiotika, die ich nehmen soll, wenn es dick und heiß wird (ich müsste dafür abstillen, sonst hätte ich die auf jeden Fall nehmen sollen). Krankgeschrieben bin ich auch für 2 Tage.

      Gestern abend habe ich noch bei der Einrichtung angerufen, zu der der Schuppen gehört. Da hieß es, man wisse nicht, wer das ist, woraufhin ich bei der Polizei angerufen habe, um zu fragen, wie ich weitermachen soll. Wegen Schichtwechsel hieß es dann, man würde sich bei mir melden...
      Heute nach dem Einkaufen bin ich wieder da vorbeigefahren und habe den Mann auch gesehen. Ich bin also zu ihm hin, um seine Daten zu erfragen, damit seine Tierhaftpflicht die TA-Rechnung von Lea übernimmt. Schließlich ist sein Hund freigelaufen, daher sehe ich die Schuld bei ihm. Er war darüber sehr aufgebracht, seinem Hund würde das halbe Ohr fehlen (war aber offenbar nicht beim TA #kratz ) und es wäre ja mein Fehler, ich hätte da noch länger stehenbleiben sollen. Die Polizei habe seine Daten schon (die waren wohl gestern abend noch da, mich hat aber keiner informiert), aber er würde mal seine Rechnung dagegen stellen, ich müsse zahlen.

      Wie seht Ihr das? Klar, ich würde natürlich am liebsten hören, dass er Schuld hat, weil sein Hund eben frei lief und er ihn offensichtlich nicht unter Kontrolle hatte. ;-) Da er sich so unkooperativ gezeigt hat, überlege ich auch, ihn auf Schmerzensgeld zu verklagen. Oder meint Ihr, das führt zu nichts, weil es tatsächlich meine eigene Schuld war? Bitte seid ehrlich, ich will wissen, worauf ich mich einstellen soll! Anzeige habe ich noch nicht erstattet, ich warte noch auf den Rückruf der Polizei. Was würdet Ihr an meiner Stelle tun? #danke

      • du hattest deinen Hund an der Leine und im Auge, warum lässt du dir einreden, dass du Schuld hättest?

        Mein Rat, nicht warten bis die Polizei anruft, ruf dort gleich an. Schmerzensgeldklage? Warum eigentlich nicht. Wenn etwas Geld kostet hat es meist den grössten Lerneffekt.
        Alles Gute, dass sich dein Bein nicht entzündet, nicht dass du wegen so einem Idi*** auch noch abstillem müsstest

      Hallo!

      So ganz unrecht hast Du auch nicht. Er hat Schuld. Und zwar aus dem einfachen Grund weil Dein Hund angeleint war, seiner aber nicht.

      Ich weiß dass deshalb so genau weil hier in der Gegend ein Hund lebt, der auch gerne mal beißt. In 2 Fällen gab es dabei auseinandersetzungen wo jeweils beide Hunde ohne Leine war.

      Die VErsicherung hat in beiden Fällen nur 50% gezahlt mit der Bergründung, dass beide ohne Leine waren. Wäre der gebissene Hund an der Leine gewesen, hätte die Versicherung 100% erstattet.

      Also - ich würde sagen dass Dich keine Schuld trifft.

      Trotzdem viel Glück und gute Besserung
      Nadine

    • (5) 27.03.13 - 14:59

      Hallo,

      mit einem nicht angeleinten Hund, hätte der Kerl hier aber ganz schlechte Karten.

      Da der Hund dich gebissen hat, würde ich auch mal beim ordnungsamt vorsprechen. kann ja nicht sein, das deren Hunde über anleleinte Hunde herfallen. Ob dein anleleinter Hund entspannt war oder eben nicht, steht nicht zu debatte, weil du ja alles unter Kontrolle hattest und der Mann offenbar nicht.

      Schätze das weiß der auch sehr genau und will dich nur verunsichern.

      Ich würde Anzeige erstatten, der Kankenkasse den Verursacher melden, damit die sich das Geld dort wiederholen können und das Ordnungsamt informieren, das dort beißwütige Hunde frei rum laufen, die offenbar nicht auf den Halter hören.

      Auf irgendwelche Rückrufe würde ich nicht warten, weil das nichts bringt.

      Meiner meinung nach hat er ganz klar "Schuld", weil sein Hund nicht angeleint war, Deiner aber schon.
      Ob jetzt seine Versicherung zahlt, weiß ich nicht, weil eben sein Hund nicht angeleint war. Das verstehe ich bis heute nicht, wie das genau geregelt ist...
      Mir hat mal jemand gesagt, Versicherungen würden nur zahlen, wenn beide Hunde an der Leine waren, aber ich weiß nicht, ob das so stimmt...
      Wäre ja eigentlich komisch, weil dazu hat man ja eine Versicherung.

      Lg paula

    Sein Hund war nicht angeleint, also ist er auch schuld. Ich rate dir wirklich alle Register zu ziehen, nicht auszudenken wenn ein Kind einen Hund an der Leine gehabt hätte oder du mit deinem Kind hingefallen wärst. Evtl hätte er dann auch dein 5 Monate altes Baby gebissen.

    Hallo,

    würde auf jeden Fall schnellstmöglich zur Polizei und denen den Sachverhalt schildern. Glaube kaum, dass die schnell anrufen werden.

    Wenn man da ist, würde ich auch über eine Anzeige nachdenken - Körperverletzung (?); Verletzung der Aufsichtsplifcht (?), irgendwas sollte es da geben.

    Lg

    Hast Du Rechtschutz??

    Ich würde das Ganze einem Anwalt übergeben. Du glaubst gar nicht auf was für Ideen gute Anwälte kommen. Die klagen für Dich Geld für Sachen raus wo man selbst gar nicht dran denkt.

    Mich würde es nicht wundern, wenn Du dadurch zusätzlich zum Schmerzensgeld auch noch Geld dafür bekommst, das Du nicht mehr stillen kannst.

    LG Mona

    Hallo!

    Natürlich ist der andere Halter Schuld. Erstatte Anzeige und melde das auch Deiner Krankenversicherung, dann muss der auch den Arztbesuch und Verdienstausfall für die zwei Tage zahlen.

    Auf der Tierarztrechnung für seinen eigenen Hund bleibt er natürlich selber sitzen.

    Hi, du hast keine Schuld,denn dein Hund war an der Leine!!!! Er muß seinen Hund so sichern,das er andere nicht angreifen kann! Außerdem ist er einfach auf deinen ohne Grund los. Lass dir nix einreden!! was sagt die Polizei??? Ordnungsamt?? Ist immer schlimm sowas....
    Lg Elfi

    google mal unter "recht hundebeißerei angeleint"

    http://www.ra-braune.de/Wordpress/archives/901

    "Beißen sich Hunde gegenseitig, so kommt die gesetztliche Tierhaltung (§ 833BGB) zur Anwendung. Dies bedeutet im Regelfall, daß der eine Hundehalter für die Verletzung (Behandlungskosten) am anderen Hund aufkommen muß. War aber der eine Hund angeleint und der andere Hund nicht, so gilt ein anderer Haftungsverteilungsmaßstab. In diesem Fall trägt der Halter des nicht angeleinten Hundes die Kosten für die tierärztliche Behandlung des anderen Tieres alleine. (AG Frankfurt, Az. 32 C 4500/94-39)"
    http://toelt-und-hund.de/urteile-hund/hundehalterhaftung/index.php

    Also an der Hundebeißerei bist Du nicht schuld! Da würde ich auch nicht auf den Kosten sitzen bleiben wollen...

    Das er Dich gebissen, ist aber sehr wohl Deine Schuld, Du hast Dich völlig falsch verhalten in dem Moment.
    Man trennt doch keine beißenden Hunde!
    Du hättest einfach die Leine fallen lassen sollen und Dich entfernen, dabei versuchen den Hund abzurufen.

    LG

    Ich bin mir da gar nicht sooo sicher, ob dir nicht doch eine Teilschuld zugesprochen werden kann.
    Du führst einen Hund an der Leine, von dem dir die Unverträglichkeit gegenüber vielen Artgenossen bereits lange bekannt ist. Mit einem deffensiver reagierenden Hund wäre es ggf. gar nicht zur Eskalation gekommen.

    Arbeitest du mit deiner Hündin unter professioneller Anleitung daran? Wenn nicht, kann dir das auch negativ angelastet werden.

    Zwar war sie an der Leine, wenn auch nicht mit einem Maulkorb gesichert, aber das Kind im Tragetuch kann dir u.U. negativ angelastet werden. Denn dadurch bist du wohlmöglich körperlich (da in der Sicht und Bewegung eingeschränkt) und geistig ( Du hast zusätzlich noch Angst um dein Kind.) gar nicht in der Lage, angemessen zu reagieren, wenn solche Situationen auftreten.

    Du hast also einen aggressiven Hund widergesetzlich geführt, denn jede Hundeverordnung enthält den Passus, dass der Hundeführer körperlich und geistig zur Führung des Hundes in der Lage sein muss.

    ICH würde mir an deiner Stelle mindestens eine Rechtsauskunft dazu einholen. Sonst setzt du dich am Ende auf den Popo vor Schreck. ;-)

    #winke Ute

    • >> gar nicht in der Lage, angemessen zu reagieren, wenn solche Situationen auftreten.<<

      eine solche Situation würde aber nicht auftreten, würde sich jeder Hundehalter an die Leinenpflicht halten und auf seinen Hund achten in Gebieten, in denen Leinenzwang herrscht! Wieso sollte die TE dann eine Teilschuld haben. Und wieso muss eigentlich jeder Hund jeden anderen Hund leiden können?

      • Aus welcher meiner Zeilen liest du das alles heraus? #kratz Ich erkläre hier nicht meine Meinung, sondern zeige Möglichkeiten auf, wie ein gegnerischer Anwalt u.U. argumentieren KÖNNTE.

        So könnte der gegnerische Anwalt auch sagen, der Halter des anderen Hundes hat seinen Hund aus der Gefahrenzone heraus genommen. Er hat also auch nicht völlig teilnahmslos reagiert.
        "...Ich bin erstmal stehen geblieben, habe Lea kürzer genommen, und das hat der Mann wohl gesehen, hat den Hund rangerufen und ist mit ihm zu einem Schuppen, wobei er nochmal nachrufen musste."

        Durch ein Kind im umgebundenen Tragetuch ist ein Hundeführer sehr wohl eingeschränkt in seinem Handeln. Findige Anwälte können daraus was basteln, da die deutsche Rechtsprechung ganz bestimmt auch dafür was bietet. Gefühltes Recht ist nicht immer niedergeschriebenes Recht. Das ist nun nicht neu.

        Woraus entnimmst du, dass in der Gegend Leinenzwang herrscht? Hab ich was überlesen, oder vermischt du grad Diskussionen?

        Ich lese nirgends eine Beschreibung, wie sich die Hündin der TE beim Erscheinen des anderen Hundes verhalten hat. Lediglich wird geschildert, dass es zur Beisserei kam. Unbestreitbar, das Beissereien oft von Hunden vermieden werden, die gelernt haben, in solchen Situationen deeskalierend zu wirken. Das dürfte nach der Beschreibung der Hündin der TE wohl eher nicht der Fall sein, wenn sie schon oft mit anderen Hunden aneinander geraten ist. Die Leine allein ist kein Mittel um stets straffrei aus einer Keilerei heraus zu gehen.

        "Und wieso muss eigentlich jeder Hund jeden anderen Hund leiden können? "

        Jupp, so hat das der gegnerische Hund offensichtlich auch gesehen. ;-)

        • >>Gefühltes Recht ist nicht immer niedergeschriebenes Recht.<<
          das vergesse ich immer wieder

          • Das mit dem Leinenzwang interessiert mich aber auch. Weil das hier immer wieder kommt.

            Wo ist denn Leinenzwang und wie kommen die Leute immer wieder drauf dass Leinenzwang ist.

            Bei uns ist nur innerhalb der geschlossenen Ortschaft für Hunde ab 50cm Leinenzwang. Im Wald ist keiner und ein Dorf weiter ist auch keiner.

            • bei uns herrscht nur auf den Feldern draussen und auf Hundewiesen kein Leinenzwang. Ansonsten überall. Und die Grosszahl der Hundebesitzer kümmert sich nen Schei** drum. Das stösst einem mit der Zeit schon sauer auf, weil es gerade diejenigen Hunde sind, die eben nicht erzogen sind und die nicht hören, die immer wieder munter frei rumlaufen. Auch sollen die Hinterlassenschaften weggeräumt werden. Und? Machen das diejenigen, die ihren Hund frei rumlaufen lassen? Natürlich nicht, da bleibt alles schön liegen

    (24) 28.03.13 - 07:52

    Hallo,

    du hast UNRECHT!

    Die Posterin hat ihren Hund ordnungsgemäß an der Leine geführt. Und nur das zählt.

    Der andere Hundehalter hat seinen Hund widerrechtlich ohne Leine laufen lassen. Er ist zu der Frau hin und hat eine Kabbelei angefangen. DAS wäre nicht passiert, wäre der andere Hund ordnungsgemäß an der Leine gewesen.

    Das ihr Hund mit vielen Artgenossen nicht verträglich ist, ist die eine Sache. Mein Hund z. B. verträgt sich nur mit Hündinnen. Aus diesem Grund führe ich ihn IMMER an der Leine.
    Jeder Hund reagiert im Zweifelsfall einmal aggressiv auf einen heranstürmenden Artgenossen, das kann man nie voraussehen, es sind ja Tiere. Erzähl mir bitte nicht, dass ein Hundehalter immer voraussehen kann, wie sein Hund reagiert. Das ist immer auch ein Stück weit von der Interaktion des anderen Hundes abhängig. Wenn dieser zudringlich wird und anfängt anzugreifen, wird sich der andere Hund garantiert wehren.
    Aus diesem Grund ist dein Argument für mich lächerlich.

    "Zwar war sie an der Leine, wenn auch nicht mit einem Maulkorb gesichert, aber das Kind im Tragetuch kann dir u.U. negativ angelastet werden. Denn dadurch bist du wohlmöglich körperlich (da in der Sicht und Bewegung eingeschränkt) und geistig ( Du hast zusätzlich noch Angst um dein Kind.) gar nicht in der Lage, angemessen zu reagieren, wenn solche Situationen auftreten."
    Ohne Worte ...
    Also willst du jetzt Frauen mit Kind - egal ob im Tragetuch, im Kinderwagen oder an der Hand -das Recht absprechen, mit ihren Hunden an der Leine spazieren zu gehen. Weil sie ja körperlich durch das Kind eingeschränkt sind und dazu noch Angst haben, wenn z. B. ein Rottweiler mit offensichtlicher Beschädigungsabsicht auf sie zugestürmt kommt und versucht, die Frau, das Kind oder den Hund der Frau zu beißen.

    Wo nimmst du deine Weisheiten her?

    Nici

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