Labrador, warum so große Preisunterschiede??

    • (1) 08.04.13 - 12:45

      Hallo wir haben vor einen Labrador zu kaufen mit Papieren, die gibt es für ab 450€ bis 1500€ warum so große Unterschiede???

      (4) 08.04.13 - 13:08

      Hi,

      450€ - wilde Vermehrung
      1500€ - für mich "geldgieriger" Züchter beim VDH

      Es gibt Zuchtverbände / Rasseverbände, die die Preise für die Welpen deckeln. Zum Beispiel bei den Stabijhaun ist vorgegeben, dass max 750€ pro Welpen zu zahlen sind.

      Allerdings solltest Du Dir den Züchter und die Abstammung incl. der Gesundheitsuntersuchungen sehr genau anschauen. Ich kenn bisher nur kranke Labradore aus nichtjagdlicher Zucht.

      Bei uns im SV sind zwei (3 + 4 Jahre alt), die vom Junghundealter an nicht toben dürfen. Der eine hat schwere HD + ED, der andere eine Veränderung der Rückenwirbel (TA-Kosten bisher: mehr als 2500€ - und weitere folgen). Die mittlerweile ca 12jährige Hündin einer Bekannten wurde -trotz ED/HD freier Eltern!- beidseitig an beiden Ellenbogen operiert und verbrachte fast 1 Jahr auf 2m² (abgesehen von 10min Pipigang an der Leine). Kosten: mehr als 4000€. Das nur als Beispiel - nicht alle sind so schwer krank, aber ich finde es auffällig, dass von 5 Labbis in meinem direkten Umfeld 3 schwer krank sind/waren. Und alle von unterschiedlichen VDH-Züchtern.

      Ich würde mir eine andere Rasse suchen... aber Garantien gibt es nirgendwo.

      Gruß
      Kim

      • (5) 08.04.13 - 15:53

        Hey Warum muss es den ein Hund mit Papieren sein? Es gibt super viele tolle Mischlinge die super lieb sind und nicht ständig mit HD und den ganzen Sachen zu kämpfen haben. Ich habe einen tollen Bearded Collie Mix zu Hause. Er ist mittlerweile ein Opa aber super gut drauf und fit wie ein Turnschuh ;-)

        • (6) 08.04.13 - 16:04

          Hi,

          wir selbst haben Mischlinge, aber das hier

          "Es gibt super viele tolle Mischlinge die super lieb sind und nicht ständig mit HD und den ganzen Sachen zu kämpfen haben"

          kann man so nicht sagen! Je nach dem, welche Rassen beteiligt waren und ob die eltern gesund waren, können alle Krankheiten auch bei Mischlingen auftreten. Das Mischlinge generell gesünder sind, ist ein Märchen - die werden nur nicht statistisch erfasst!

          Bei einem Rassehund hat man verschiedene Dinge, die manchen wichtig sind (ich bin da eher flexibel und liebe Überaschungspakete ;-)):

          - Gesundheit
          - gewisse Eigenschaften sind sehr wahrscheinlich, durch die gezielte Zucht
          - manche Sachen können gezielt "ausgeschlossen" werden mit sehr großer Wahrscheinlichkeit (z.B. Jagdtrieb bei den Deutschen Spitzen - besonder beim Wolfsspitz)
          - die Größe ist im gewissen Rahmen vorhersehbar
          etc.

          Gruß
          Kim

      1500€ - für mich "geldgieriger" Züchter beim VDH

      So richtig ist das nicht! 1500€ sind für Labbiewelpen deren Eltern speziell für die Jagd ausgebildet werden und extra Prüfungen dafür haben etc.! Da wird auch max. ein Wurf pro Jahr, wenn überhaupt und nach Anfrage gezüchtet, jedenfalls wenns nen seriöser Züchter ist! Diese Hunde sind auch nicht krank! Für die JAgd wäre das auch nicht sehr förderlich!
      Wie auch immer, sowas kostet halt Geld und solche Hunde sind auch eigentlich nur für Jäger interessant!

      450€ mit Papiere? Naja, da darf man sich nicht wundern, wenn man kranke Tiere bekommt, das mit der wilden Vermehrung stimmt, aber wild ist nicht ganz der richtige Ausdruck! Wohl eher geplante Vielvermehrung von Händlern, die die Hündchen viel zu früh abgeben, nicht impfen(obwohl sie das behaupten, etc.)und einfach Geld damit machen!

      Aber schwarze Schafe gibts bei allen! Man sollte sich auch nicht einfach nurvon der Modeerscheinung Hund leiten lassen, welche Rasse ist gerade IN, da bekommt man nur Probleme!!!

      • Hi,

        gerade bei der jadglichen Zucht sind die Hunde gesünder und preislich im normalen Rahmen - zumindest meine Erfahrung. Eben wie die meisten Hunde aus jagdlicher Zucht.

        Die Labbis, die ich so kenne, sind alles "0815" (ohne das abwertend zu meinen) Labbis. Alle von unterschiedlichen VDH-Züchtern - und kosten teilweise sogar mehr als 1500€.

        Wirklich nachvollziehen werde ich das wohl nie können.

        Gruß
        Kim

(9) 08.04.13 - 17:14

Hallo!

Bei 450 Euro ist das eher kein Züchter mit gutem Ruf, sondern kann leicht ein gequältes Tier aus Polen sein. Oder es ist gar keine absichtliche Zucht, wo jemand drüber nachgedacht hat, sondern mehr so "der Nachbar hat so nen süßen Rüden den haben wir mal drüber rutschen lassen".

Such besser einen Welpen mit Stammbaum, den Du vor der Abgabe mehrmals besuchen kannst, bei dem die Eltern auf HD geröngt wurden und wo die Mutter auch wirklich ein dickes Gesäuge hat (also auch wirklich die Mutter IST). Und dann eben ggf. lieber etwas mehr bezahlen.

Labradore sind schon alleine deswegen etwas teurer, weil ja Mutter und Welpen in der Tragezeit doch deutlich mehr Futterbedarf haben als bei so einem Minihündchen... noch dazu ist es eine echte Moderasse bei der viele Voruntersuchungen nötig sind, um Krankheiten zu vermeiden. Der Genpool ist ziemlich versaut, also gut aufpassen und lieber vorher ein wenig mehr zahlen als hinterher einen kranken Hund.

  • (10) 08.04.13 - 17:32

    hi,

    "Labradore sind schon alleine deswegen etwas teurer, weil ja Mutter und Welpen in der Tragezeit doch deutlich mehr Futterbedarf haben als bei so einem Minihündchen... noch dazu ist es eine echte Moderasse bei der viele Voruntersuchungen nötig sind, um Krankheiten zu vermeiden"

    Nichts gegen Dich - bitte nicht falsch verstehen! Irgendwie kann ich das og immer nicht nachvollziehen. Ich habe mal versucht, die ganzen Kosten, die Hundezüchter immer geltend machen (pro Wurf!) nachzuvollziehen. Wirklich erklären konnte mir das bisher auch kein Züchter.

    Wenn ich von einem Welpenpreis von ca 1000€ ausgehen, einer Wurfstärke von 6-8 Welpen - dann "bringt" dieser Wurf ca. 6-8000€. Die Hündin, die ja -eigentlich- nur aus Liebhaberei gehalten wird, muss sowieso versorgt werden. Die Tragezeit mit evtl. erhöhtem Bedarf dauert ca. 63 Tage, die Welpen bleiben idR max 12 Wochen beim Züchter und werden geimpft und entwurmt, Wurf abgenommen etc. Trotzdem komme ich nicht darauf, dass dieser Wurf (und jeder weitere!) die Kosten verursacht. Selbst Lehrgänge, Zuchtzulassung etc muss man ja nicht jedesmal neu machen. Decktaxe fällt an - aber trotzdem...

    Ein Fohlen kann ein Züchter (nicht Vermehrer!) nach 6 Monaten +/-0 für ca. 3500-4000€ verkaufen. Da hat die Stute aber 11 Monate getragen und 6 Monate gesäugt! Also mind 1 Jahr einen erhöhten Bedarf (mineralien, Futter, größere Box, mehr Heu/Stroh etc.). Decktaxe, Lehrgänge, Fohlenschauen, brennen/chippen, impfen/Wurmkuren etc. als das fällt hier auch an - und ist (aus eigener Erfahrung mit tragender Stute + Fohlen) teurer als bei Hunden...

    Ich versteh das Argument einfach nicht :-(. Vor allem wiedersprechen dem doch die Preise bei Zuchtverbänden, die den Welpenpreis deckeln? Kommt nur mir das dann wie Abzocke vor?

    Klar, Angebot und Nachfrage - und es steht eben jeden Tag jemand auf, der bereit ist, die Preise zu bezahlen, aber gibts noch sachliche Argumente?

    Ich weiß, dass Du immer gute Infos hast - deshalb die ernstgemeinte Frage:

    Kannst Du es mir erklären oder gibt es irgendwo einen Link, der sowas nachvollziehbar macht?

    LG
    Kim

    • (11) 08.04.13 - 18:08

      Naja, natürlich bleibt da noch ein wenig was über, auch wenn man noch die vorhergehenden Untersuchungen einrechnet (Röntgen ED und HD und der ganze Kram) und das dann auf mehrere Würfe hoch rechnet.

      Aber dafür liegt ja auch das Risiko beim Züchter, falls es doch mal einen Kaiserschnitt gibt, ein Welpe einen Nabelbruch hat, oder trotz Decktaxe kein Erfolg ist, es totgeburten etc. gibt. Ganz toll ist es auch, wenn eine Hündin erst alle Untersuchungen etc. mitmacht, und dann gleich beim ersten Wurf so gewaltig was schief geht, dass man sie nicht wieder decken lassen kann.

      Wenn man es dann auf 20 Jahre in einer normal "erfolgreichen" Zucht ausrechnet bleibt bei 1.000 Euro pro Welpe kaum was ürbig, es gibt eben nicht nur würfe die nach Lehrbuch verlaufen.

      • (12) 09.04.13 - 12:24

        Hi,

        danke.

        Naja, klar - es darf ja auch gerne was übrig bleiben. Immerhin hat der Züchter ja auch arbeit, aber trotzdem...

        Durch meine Stute (im Hauptbuch eingetragene Zuchtstute) und die beiden Fohlen, die sie hatte, habe ich eben im Pferdebereich meine Erfahrungen gemacht - und auch hier lief beim zweiten Fohlen nicht alles rund. Aber trotz Vorbereitung zur Stutenleistungsprüfung (ging dann aber doch nicht mit, weil ich länger krank wurde), Ausbildungskosten (ex. Ausbilder, Lehrgänge, Turniere, daraus resultierende Fahrtkosten, zusätzliche Imfpungen, etc.), Gentest, Decktaxe, Wurmkuren, Zuchtstutenfutter in den letzten Monaten der Trächtigkeit bis zum Absetzen des Fohlens mit 9 Monaten, um 30-50% höhere Stallmiete, Geburtshilfe, Fohlenuntersuchung, Hufkorrektur durch den Hufpfleger beim Fohlen, Klinikaufenthalt, etc. komme ich nicht auf die Kosten, die Hundezüchter immer wieder angeben. Erst Recht nicht, wenn es um mehrere Würfe geht. Beim ersten Wurf - klar, da kann das sein.

        Naja, hat mich nur einfach mal interessiert. Aber wirklich nachvollziehen kann ich das nicht wirklich.

        LG
        Kim

    (13) 08.04.13 - 18:16

    Ich bin nicht Züchter sondern Deckrüdenbesitzer. Kann auch nur von unserer Rasse sprechen ( Dobermann )
    Die Kosten allein sind nicht die vermehrte Futtermenge der Hündin und der Welpen. Es kostet erst mal sehr viel Zeit die Hündin soweit zu bringen belegt zu werden.
    Der Verband gibt einige Dinge vor aber letztendlich macht jeder Züchter mehr.

    Da sind einmal die ganzen gesundheitlichen Dinge wie HD- Auswertung über den Verband, Augenuntersuchung bei bestimmten zugelassen Ärzten. Gen Test, Dillute Test, von Willebrand, und noch einiges mehr.
    Dann muss die Hündin auf Ausstellung die nicht immer um die Ecke sind. Um einen Championtitel zu bekommen sind mehrere Reisen erforderlich die Unterkunft etc. beinhaltet.
    Dann muss die Hündin um belegt werden zu dürfen eine Zuchttauglichkeitsprüfung ablegen. Das heisst dann auch mehrere Stunden die Woche auf dem Hundeplatz zu verbringen.
    Dann die Gebrauchshundeprüfung ( IPO ) genau das selbe Spiel.
    Erst dann kommt die Belegung wo der Züchter auch manchmal tausende von KM zurücklegt um den passenden Rüden zu finden.
    Bei der Geburt kann es auch zu Komplikationen führen was einen KS erfordert, ein Zufüttern der Welpen usw. Das ist ein 24 Std Job für den Züchter der alle 2 Stunden zu den Welpen muss.
    Also leicht verdientes Geld ist es dann wohl doch nicht ganz.

    • (14) 09.04.13 - 12:31

      Hi,

      es ging mir nicht darum, dass das leicht verdientes Geld für Züchter ist.

      Aber ich kenne die Kosten aus dem Pferdebereich (hatte selbst eine Zuchtstute, die zwei Fohlen hatte) - deshalb tue ich mich einfach schwer damit, das wirklich nachzuvollziehen.
      Und auch Pferde, welche korrekt gezüchtet werden, können "nicht mal eben so" vermehrt werden. Auch da gibt es Vorschriften, Lehrgänge, die Ausbildung kostet jede Menge Geld, die Vorbereitung zur Leistungsprüfung (incl. ex. Stallaufenthalt über mehrere Wochen/Monate), Turniere, Fohlenschau, Papiere, etc. Siehe auch meine Antwort an hasipferdi.

      Deshalb kann ich zwar nachvollziehen, dass der erste Wurf ein Zuschußgeschäft ist, aber nicht, dass generell bei einem Wurf, der mehrere Tausend Euro bringt, nicht über bleiben soll (was es gerne darf - man muss ja auch Rücklagen für evtl. Notfälle bilden). Aber bei mehreren Würfen bzw. über einen langen Zeitraum als Züchter kann mir nicht wirklich jemand erklären, dass man nicht mit z.B 700€ statt 1500€ die gleichen Ziele incl. "Notreserve" erreichen kann.

      Hat mich einfach nur mal interessiert.

      Gruß
      Kim

(15) 08.04.13 - 19:42

Ich habe Dir mal einen Text von der Homepage einer mir bekannten Züchterin rausgesucht. Ihre Tiere kosten 1.500 Euro pro Stück. Ich finde es ganz plausibel erklärt:

"Am Anfang steht die Anschaffung einer Hündin aus einer ebenso verantwortungsvollen Zucht und mit gesunden Ahnen. Das allein ist schon sehr preisintensiv.
Diese Hündin müssen Sie nun mindestens 2 Jahre liebevoll aufziehen und erziehen. Ist sie erwachsen, bringen Sie sie zum Tierarzt, um die verschiedensten Untersuchungen an ihr durchführen zu lassen: z.B. das Röntgen der Hüften und Ellenbogen, Augenuntersuchungen, verschiedene Gentests. Das alles kostet natürlich Geld, ebenso wie die Zuchttauglichkeitsprüfung, die Sie an ihrer gesunden Hündin durchführen lassen.

Vor der Planung des ersten Wurfes werden Sie sich u.a. mit Vererbung, Farbgenetik, Deckakt, Trächtigkeit, Geburt und Welpenaufzucht beschäftigen müssen.
Viele Stunden werden Sie auf der Suche nach einem geeigneten Deckrüden verbringen.
Sie werden Kontakt zu den Besitzern des Rüden aufnehmen und wenn Ihre Hündin läufig ist, werden Sie mehrfach einen - natürlich kostenpflichtigen - Bluttest beim Tierarzt machen lassen, um den richtigen Deckzeitpunkt zu bestimmen. Oftmals befindet sich der Deckrüde viele 100km entfernt - Kosten für die Reise und für mindestens 2 - 3 Übernachtungen sowie die Deckgebühr für den Rüden fallen an.

Nach ca. 4 Wochen lassen Sie bei der Hündin einen Ultraschall durchführen, der, wenn alles geklappt hat, ihre Trächtigkeit bestätigt.
Nun müssen Sie Urlaub nehmen, ca. 10 Wochen am Stück, vom Zeitpunkt der Geburt an, denn nicht immer sind alle Welpen im Alter von 8 Wochen in eine neue Familie vermittelt.
Sie bereiten die Geburt vor, suchen in Ihrem Haus einen geeigneten Platz für die Wurfkiste und kaufen die verschiedensten, für Geburt und Aufzucht notwendigen Utensilien wie z.B. die Wurfkiste, Haut - und Handdesinfektionsmittel, als Unterlage geeignete Decken (Drybeds), Babyhalsbändchen, wasserdichte, saugfähige Unterlagen, sicheres Babyspielzeug, eine Babywaage, ein großes, sicheres Welpengehege für den Garten u.v.a.m.

Weitere 5 Wochen später werden die Welpen geboren und Sie können nur hoffen, dass alles gut geht und kein Kaiserschnitt notwendig wird, oder es zu einer Infektion bei den Welpen kommt, die behandelt werden muss.
Nun beginnt die Zeit der Aufzucht.
Die Mutterhündin kümmert sich im besten Fall liebevoll um die Welpen und hat genug Milch. Sollte dies nicht der Fall sein, werden Sie die Babies mit der Flasche und Ersatzmilch füttern müssen - alle 2 Stunden Tag und Nacht.
Sie schlafen neben der Wurfkiste und haben immer alles im Blick, so dass sich keines der Babies in den Decken verheddert oder die Hündin sich, gerade wenn sie noch unerfahren ist, nicht versehentlich auf eines der Babies legt.
Täglich reinigen Sie mehrfach die Wurfkiste, waschen Unmengen Decken, Laken und Handtücher, wiegen die Kleinen und dokumentieren ihre Entwicklung. Sie beginnen schon sehr früh jedes einzelne Baby an die Schermaschine zu gewöhnen, frisieren ab der 3. Woche die kleinen Gesichter und Pfötchen regelmäßig aus.
Sie machen häufig Bilder und pflegen Ihre Homepage. Sie schalten Unmengen Anzeigen und sind für alle Interessenten stets am Telefon erreichbar.
Sie entwickeln hoffentlich einen sicheren Instinkt dafür, wem Sie eines der Babies anvertrauen können.

Alsbald werden Sie zufüttern - mehrfach am Tag gibt es jetzt Milch und Fleisch. Nach jeder Mahlzeit müssen Sie die Babies säubern, denn gern landen anfangs die kleinen Pfötchen im Essen.
Ab jetzt entfernt die Mutter auch nicht mehr die Ausscheidungen der Welpen - das müssen Sie jetzt tun, und zwar sehr oft, so dass alles immer schön sauber ist.
Ihre Sozialkontakte tendieren gegen Null, denn Besuche Fremder sind in den ersten Lebenswochen tabu.
Je älter die Kleinen werden, desto mehr müssen sie kennen lernen. Wenn das Wetter es zulässt, tragen Sie alle Babies täglich mehrfach in den Garten.
Sie laden Besucher mit Kindern ein, gewöhnen die Welpen an alle möglichen Alltagsgeräusche wie Staubsauger, Mixer, scheppernde Topfdeckel, die auf den Küchenboden fallen. Sie humpeln mit Gehstützen durch den Garten, radeln um das Welpengehege, bewegen sich mit einem Rollator und einem Rollstuhl immer wieder zwischen den Kleinen. Gern laufen Sie auch mit einem großen Hut, einer Kapuze oder einer Sonnenbrille umher. Sie hängen Flatterbänder und Blechdosen auf. Zwischendurch wird natürlich immer wieder gewaschen, geputzt, gefüttert, telefoniert, fotografiert, frisiert....
Es gibt jetzt ernsthaft an einem Welpen interessierte Familien, die gern und oft anrufen, um zu erfahren, wie es "ihrem" Baby geht - und so soll es auch sein!
Viele möchten jetzt zu Besuch kommen, für eine erste Kontaktaufnahme.
So vergeht Stunde um Stunde, Tag um Tag. Freizeit für sich selbst - in dieser Zeit eine Fehlanzeige.
Es werden nun Berge von Fleisch vertilgt, die Entwurmung steht an, sowie das Impfen und Chippen durch den Tierarzt.
Natürlich lernen die Welpen auch das Autofahren kennen. Die Ahnentafeln müssen beantragt und bezahlt werden, die Wurfabnahme erfolgt.
Eines Tages ist es dann soweit - die Welpen dürfen umziehen in ihr neues, gewissenhaft ausgesuchtes Zuhause..."

LG

  • (16) 09.04.13 - 12:39

    Hi,

    danke auch Dir!

    Aber ich kenne die Kosten aus dem Pferdebereich (hatte selbst eine Zuchtstute, die zwei Fohlen hatte) - deshalb tue ich mich einfach schwer damit, das wirklich nachzuvollziehen.
    Und auch Pferde, welche korrekt gezüchtet werden, können "nicht mal eben so" vermehrt werden. Auch da gibt es Vorschriften, Lehrgänge, die Ausbildung kostet jede Menge Geld, die Vorbereitung zur Leistungsprüfung (incl. ex. Stallaufenthalt über mehrere Wochen/Monate), Turniere, Fohlenschau, Papiere, etc. Siehe auch meine Antwort an hasipferdi.

    Deshalb kann ich zwar nachvollziehen, dass der erste Wurf ein Zuschußgeschäft ist, aber nicht, dass generell bei einem Wurf, der mehrere Tausend Euro bringt, nichts über bleiben soll (was es gerne darf - man muss ja auch Rücklagen für evtl. Notfälle bilden).

    Aber bei mehreren Würfen bzw. über einen langen Zeitraum als Züchter kann mir nicht wirklich jemand erklären, dass man nicht mit z.B 700€ statt 1500€ die gleichen Ziele incl. "Notreserve" erreichen kann. Die Welpen sollen ja nicht verschenkt werden, aber auch die Anschaffung einer Zuchtstute kostet Geld (idR sogar mehr als ein Hund) - das berechnet aber kein Züchter wirklich mit ein - sonst würde er auf seinen Fohlen sitzen beiben.

    Hat mich halt einfach nur mal interessiert.

    Gruß
    Kim

(17) 08.04.13 - 20:30

"... Irgendwie kann ich das og immer nicht nachvollziehen. Ich habe mal versucht, die ganzen Kosten, die Hundezüchter immer geltend machen (pro Wurf!) nachzuvollziehen. Wirklich erklären konnte mir das bisher auch kein Züchter...."

Warum muss ein Züchter (Ich meine auch im folgenden Text damit IMMER die vereinsangeschlossenen Züchter. Und ich beziehe mich NICHT auf den "großen Dacherband" Deutschlands.) denn seinen Preis überhaupt rechtfertigen? Und warum soll er einen Preis fordern, der an den Aufzuchtkosten orientiert ist?

Warum kostet eine Rolex mehr als eine Timex? Sind doch beides nur Uhren, die einfach nur die Zeit anzeigen.
Warum kostet ein Porsche mehr als ein VW Golf? Haben doch beide 4 Räder, einen Motor, und man kann mit ihnen von A nach B kommen.
Warum kostet ein T-Shirt bei Kik nur 2,99 €, während du für eines von Boden locker mal nen Fuffi los wirst? Haben beide auch nur nen Stück Stoff, der um dich rum reicht und kurze Arme hat.

Diese Fragen kannst du dir sicher selbst beantworten.

Warum kostet ein Labrador vom Züchter nun mehr, als ein DSH vom Züchter? Und warum kosten meine kleinen Bullys noch mehr als ein Labrador? Die kosten in der Aufzucht nicht mal halb so viel. Zumindest an Futter. Weil er vielleicht gerade IN ist, und jeder einen haben muss? Weil es RZV-Usus ist, einen von-bis-Preis vorzugeben? Weil sie schon immer so teuer waren? Whatever.

Es gibt Luxusgüter, Gebrauchsware und Ramsch. Züchterhunde sind Luxusgüter, Vermehrerhunde Ramsch und welche aus dem Ups-Wurf der netten Nachbarin irgendwie nix von beidem.

Von sehr vielen Züchtern ist ein Welpe/Hund immer noch Luxus, weil dort Wissen über Generationen, Sorgfalt und ein Label hinter steckt. Zu Recht! Und es gibt Züchter, die kannst du locker zu den Ramsch-Produzenten stecken.

Den Richtigen für sich heraus zu finden, obliegt dem Käufer. Wunder gibts dabei nicht, und auch ein Züchterwelpe bleibt ein Stück Natur, welches nicht immer im Vorfeld bis ins Kleinste planbar ist. Genau so kann ein Hund aus nicht kontrollierter Zucht ein gesunder, treuer Weggefährte sein.

Ich habe unser Elitefohlen für weniger als 1000 € vom Züchter gekauft. Mit vollen Papieren, all den Dingen in der Aufzucht, die du beschrieben hast, kenne ihn seit seiner Geburt und weiß alles über seine Prägung und Aufzuchtbedingungen, die nur als bestens zu bezeichnen sind. Tja, aber er gehört einer unpopulären Rasse an, ohne großen Adel und sportlichem Wert und ist zudem ein Hengst, und daher geht kein Preis, der dem Züchtern noch einen großartigen Gewinn beschert.

Ist das nun ungerecht, oder einfach nur das reale Leben?

#winke Ute

  • (18) 09.04.13 - 12:50

    Hi,

    naja, das gleiche kann ich über die Pferdezucht sagen. Das ist noch mehr Luxus. Trotzdem kann man ein normales Fohlen im Alter von 6 Monaten bei 4000€ idR ohne Verlust verkaufen. Übrig bleibt erst was, wenn der Verkaufspreis höher liegt.

    Habe dazu auch weiter oben schon mehr geschrieben.

    Und das die Nachfrage den Preis bestimmt, ist nunmal ein Marktwirtschaftliches Gesetz. Würde keiner diese Preise bezahlen, dann würde die auch keiner nehmen.

    Andersrum genauso:

    Würde keiner die "Wühltischwelpen" kaufen - würden die Händler keine produzieren (was definitiv besser wäre).

    Es muss sich auch kein Züchter rechtfertigen, aber ich möchte es gerne verstehen.
    So muss ich sagen: mein Limit für einen Welpen liegt definitiv zwischen 700 - 1000€. Je nach Rasse (für einen Großspitz bin ich gerne bereit 1000€ zu zahlen - so wie andere eben 1500€ für einen Labrador bezahlen).

    Gruß
    Kim

(19) 09.04.13 - 13:09

Wenn ich wie bei allen Produkten die ich kaufe, die Arbeitszeit dazu rechne, kommt mir der Preis garnicht hoch vor.

Bevor ich mein Geld für Luxusgüter ausgebe und da einzelne eh schon Reiche reicher mache, bezahl ich doch gerne ein paar Euro für die Arbeit und Mühe die sich der Züchter macht.

  • (20) 09.04.13 - 13:17

    Mir ging es auch nicht darum, nichts für einen guten Welpen bezahlen zu wollen. Das wäre falsch. Aber ich kann die Preise (vor allem die, die über 1000€ pro Hund liegen) immer nicht nachvollziehen - weil ich eben viel im Pferdebreich mit Züchtern zu tun hatte (meine eingetragene Zuchtstute hatte zwei Fohlen) - und die haben auch Arbeit, investieren viel Zeit, haben Kosten (die bei Pferden ungleich höher sind als idR bei Hunden) - und trotzdem könne sie ein Fohlen im Alter von 6 Monaten mit 4000€ ohne Verlust verkaufen. Alles darüber ist natürlich positiv.

    Und es ist mir nicht logisch, wie verschiedeneRasseverbände (im VDH!) den Welpenpreis auf 750€ deckeln können - und die Züchter doch die gleichen Vorgaben haben wie z.B. auch ein Labradorzüchter. Die anderen können auch leben und Rücklagen bilden und gesunde Würfe ziehen.

    Gruß
    Kim

    • (21) 09.04.13 - 13:29

      Also ich kenne das von den Rassen für die ich mich interessiere auch dass eben die Leistung zählt.

      Ich mache ja Hundesport, würde also einen Hund nehmen wo die Elterntiere beide gute Erfolge im Sport erziehlt haben. Da habe ich diesmal über 1.000 Euro gezahlt und werde das nächste mal für einen weiblichen Welpen auch locker bei 1.500 Euro landen.

      • (22) 09.04.13 - 13:34

        klar - ist ja beim Pferd nicht anders. Wenn ich ein Fohlen von eltern kaufe, die beide erfolgreich im großen Sport gelaufen sind, dann zahle ich auch mehr dafür (zwangsweise ;-)) - wobei ich auch da oft mit dem Kopf schütteln muss bei den Preisen.

        Aber als Beispiel der "0815" Labrador, der als "Familienhund" gekauft wird und wo eben die Eltern gekört/zur Zuchtzugelassen sind, auf Ausstellung gut abgeschnitten haben - aber sonst keine besondern Erfolge habe - die kosten auch 1500€. Und das (mMn) einfach deshalb, weil es ein Labrador ist...

        • (23) 09.04.13 - 13:36

          Ich kenn mich beim Labrador nicht aus. Sind das dann wirklich 0815 Labradore die 1500 kosten? Wenns einer zahlt obwohl es den selben 0815 Labrador für 1000 gibt, naja, dann ist das halt so.

          Ich versteh nicht wie man für andere Sachen so viel Geld ausgeben kann und andere verstehen nicht wie ich so viel Geld für Hunde ausgeben kann.

          So hat halt jeder so seine Art sein Geld durch zu bringen ;-)

          • (24) 09.04.13 - 14:45

            Hi,

            ja - sind es... und teilweise doch krank, obwohl die Eltern & Großelterngeneration das auch war.

            Oooch... wer wofür sein geld ausgibt, ist mir eigentlich egal ;-) - es konnte auch niemand nachvollziehen, dass ich so viel Geld in meine Pferde gesteckt habe - aber muss ja auch nicht.

            Unser nächster Hund kommt auch vom Züchter, weil mein Mann eben spezielle Wünsche/Vorstellungen hat, was er machen möchte und welche Basis dafür vorhanden sein sollte (zumindest mit größerer Wahrscheinlichkeit als bei Hunden aus dem Tierschutz). Allerdings liegt unsere oberste Schmerzgrenze da wirklich bei 1000€. Die favorisierte Rasse kostet lt. Zuchtverband (VDH) max 750€ pro Welpe.

            Gruß
            Kim

            • (25) 09.04.13 - 16:13

              Das klingt dann wirklich komisch und nach Geldmacherei. Da hast du recht. Schade, es gibt sie halt überall, die schwarzen Schafe.

              Was wollt ihr denn für ne Rasse als nächstes? Denke da sind die Unterschiede auch sehr groß. Bei den Bordern zahlst du z.B. für eine Hündin gut 400 - 500 Euro mehr als für nen Rüden. Aber bei uns kommt auch definitiv kein zweiter Rüde ins Haus. Aber der nächste hat auch noch 4 Jahre Zeit, erst wenn der zweibeinige Nachwuchs aus dem gröbsten draußen ist.

              Gruß Sabine

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