Vergesellschaftung wagen oder Kaninchen weggeben?

    • (1) 10.04.13 - 13:52

      Bis vor kurzem hatten wir noch zwei kaninchen, beide in außenhaltung gehalten mit großem, eingezäunten freilaufgehege, isoliertem stall und allem.

      jetzt ist eins von den beiden gestorben. das verbliebene hat bestimmt schon seine fünf, sechs jährchen auf dem buckel. nun soll man ja die langohren nicht allein halten.

      aber ich habe die befürchtung, wenn wir wieder eines dazu holen, dass die vergesellschaftung gründlich schief geht. sollte man das wagen und was tun wir, wenn das nicht klappt, oder sollen wir den witwer lieber abgeben, was meint ihr?

      • Hallo Katja,

        wenn du nicht die Kaninchenhaltung an sich aufgeben willst, würde ich ein 2. Kaninchen dazuholen.

        Günstigerweise ein Weibchen, das nicht mehr allzu jung ist (also vielleicht ab 1-2 Jahre). Deinen Rammler allein zu halten wäre, wie du schon sagst, falsch. Oft findet man ja ältere allein lebende Tiere, die zur Abgabe stehen, komischerweise meist Weibchen.

        Ich habe mich gerade bei der Tiernothilfe erkundigt, wie das mit der Zusammenführung vonstatten geht: neutraler Raum, viele Versteck- und Fluchtmöglichkeiten, an vielen Stellen Futter und Ablenkungen, keine Sackgassen und ZEIT. Sie sagen, Kaninchen sind Gruppentiere und die machen das schon, auch wenn es mal 2 Wochen dauern sollte bis die Rangordnung ausgefochten ist, man solle den Mut dazu haben.

        Wenn dein Kastrat allerdings ohnehin schon etwas älter und ruhiger ist, geht das alles vielleicht ganz schnell. Bei einer Freundin war das bei 2 Tieren (älterer Kastrat, ganz junge Zibbe) innerhalb eines Tages erledigt und sie haben sich gegenseitig geputzt.

        Ich denke, ich würde wieder eines nehmen, wenn alles Zubehör ohnehin schon vorhanden ist, hängt natürlich ganz von deinen Verhältnissen ab.

        LG, Ela!

        Ich würde auch wieder ein älteres dazuholen. Aber auf keinen Fall im revier deines kaninchens vergesellschaften, lieber auf neutralem boden!

        Und wo ist der unterschied ob du es wieder vergesellschaftest oder es abgibts damit das jemand anderes tut? ;-)

        (4) 10.04.13 - 16:07

        Hallo,

        wie schon geschrieben, es kommt auf Dich an. Entweder Kaninchen non Stop oder Abgabe. Die restlichen Jahre alleine halten geht ja nicht, zudem sind 5-6 Jahre ja auch noch kein Alter. Da können locker nochmal 5 Jahre dazukommen. Eine Zusammenführung hat der Witwer also auf jeden Fall vor sich, ob nun bei Dir oder in anderer artgerechter Haltung.

        Was die ZF betrifft: Im Netz gibts dazu viele Tipps, zB. bei Diebrain.de
        Wichtig ist ein ausgewachsenes Weibchen, wenn möglich im selben Alter aus TH, Tierschutz, und ein neutraler Boden. Die ZF darf also nicht im Gehge des Witwers stattfinden. Optimal ist ein unbenutzter Raum, zB. Kellerraum, der auch schmutzig werden darf, da viel markiert wird und auch Fell fliegen wird. Im Raum stellt man Sichtbarrieren auf, Kartons, etc. und Versteckmöglichkeiten mit 2 Ausgängen. Dazu Leckerchen und Futter im ganzen Raum verteilen, das bringt Ablenkung und entspannt die Situation. Eine ZF kann schon einige Tage dauern. Wenn sich die Tiere ruhig aneinander vorbei bewegen, gemeinsam fressen und erste Kuschelversuche starten, ist die ZF geglückt.

        Bis dahin braucht man aber starke Nerven, aber kleine Bisswunden und ausgerissenes Fell ist völlig normal. Wenn Du Dir eine ZF nicht zutraust, kannst Du ja auch mal im Bekanntenkreis fragen, ob das schon mal jemand gemacht hat, der Dich unterstützen kann. Oft ist aber eine ZF harmloser als sie aussieht. Kleine Bisswunden heilen schnell wieder zu, nur wenn die Tiere sich ernst verbeissen, muß man sie trennen und die ZF fürs Erste als gescheitert ansehen.

        Ich denke aber, da Dein Witwer immer Gesellschaft hatte, ist er gut sozialisiert und weiß daher wie man sich benimmt ;-) Ebenso würde ich ein Weibchen wählen, das Gesellschaft gewohnt war. Bei dieser Paarung werden hoffentlich die sozialen Bedürfnisse stärker sein, als ewiger Dominanzstreit.

        Also wenn Du weiterhin Kaninchen halten willst, kann ich Dich nur ermutigen. Falls alle Stricke reißen und sich die Tiere partout nicht verstehen, kann man TH-Tiere auch wieder zurückbringen.
        Bevor es dann ins Gehge zurückgeht: Alles was geht dort gut reinigen, umgraben und umstellen, damit Dein Witwer sein altes Gehege, das er evtl. verteidigen will, kaum wiedererkennt ;-)!

        LGs

      • (5) 10.04.13 - 16:09

        Ach ja nochwas: Kennst Du die Todesursache und kannst eine Ansteckungsgefahr ausschließen? Ist der Rammler gesund und parasitenfrei? Das wäre noch wichtig zu wissen, bevor ein neues Tier kommt.

        (6) 10.04.13 - 19:10

        Hi,
        unsere zwei Hoppler kamen zusammen, als einer noch ein Jungspund war (4 Monate) und eine eine ausgewachsene Dame unbekannten Alters. Sie haben viele glückliche Jahre miteinander verlebt.

        Ganz überraschend ist unsere alte Dame dann gestorben. DASS sie alt war wussten wir auf Grund der vielen Jahre, die sie bei uns war. Unser da auch schon ca. 7jähriger Macho (natürlich kastriert) war alleine, es war November, und das ganze bei Außenhaltung.

        Im Tierheim gab es genau eine Kaninchendame, die größenmäßig passte (das andere wäre ein deutscher Riese gewesen - dafür wäre unser Gehege und Stall zu klein gewesen, sie wäre nicht mal reingekommen durch die Öffnung) und in Außenhaltung lebte, also direkt mit raus konnte. Der Nachteil: ihr Alter war bekannt. 2 Jahre jung war die süße.

        Vergesellschaftung musste irgendwie von statten gehen, mal eben ein neutrales Gebiet in Außenhaltung schaffen ist nicht wirklich einfach. Wir haben ein altes Auslaufgitter auf einen alten Teppich auf den Rasen gestellt, mit Hütten und Schutz von oben - so musste es gehen. Während die zwei sich beschnuppert haben, haben wir den Stall komplett ausgemistet, geschrubbt, die oberste Schicht im Freilauf erneuert, neue Hütte in den Freilauf gestellt usw..

        Was war? Topf und Deckel. Die zwei haben sich von der ersten Sekunde an geliebt. Die junge Dame hatte die ersten zwei Lebensjahre in Einzelhaft hinter sich bringen müssen und schlichtweg keine Ahnung was es heißt, Kaninchen zu sein. Sie wusste nicht, dass sie stärker ist, kam gar nicht auf die Idee, dass man die Rangordnung ausdiskutieren kann. Sie hat ihn aus großen Augen angeguckt und er hat sich fast schon verzweifelt bemüht, sie dazu zu animieren, ihm die Öhrchen abzuschlabbern. Und sie hat überhaupt nicht kapiert, was er von ihr will - inzwischen weiß sie es durchaus.

        Heute ist sie ein stinknormales Kaninchen, die zwei sind jetzt seit 1,5 Jahren zusammen. Wie lange noch? Keine Ahnung. Unser alter ist halt jetzt schon ziemlich alt - aber topfit, er ist sogar noch temperamentvoller, als mit seiner alten Dame.

        Vielleicht ist das wie mit den alten Herren, wenn sie eine junge Pflegerin bekommen...

        Ja, versucht es. Er kann noch lange, glückliche Kaninchenjahre haben. Und ein anderes Tier eine Chance auf ein gutes Zuhause. Wenn Ihr Platz genug habt - macht doch eine kleine Gruppe auf.

        Kaninchen vergessen schnell, wenn die Vergesellschaftung gut durchgeführt wird (das bei uns war sicher nicht lehrbuchhaft, aber wir hatten nicht viele Optionen) stehen die Chancen sehr gut, dass es klappt.

        Viele Grüße
        Miau2

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