Jetzt ist es amtlich - mein Pferd hat Cushing

    • (1) 25.04.13 - 21:55

      Hallo,

      seit Montag haben wir Gewissheit: Mein Pferd, Warmblutstute, 20 Jahre, leidet an Cushing.

      Auffällig war bisher eigentlich nur ihr schlechter Fellwechsel, was die letzten beiden Winter immer stärker wurde. Sie mutierte im Winter eher zum Mammut, als zu einem normalen Pferd. Als vor einigen Tagen der Wetterumschwung kam, hatte sie so starke Kreislaufprobleme, dass der TA kommen mußte und dieser mutmaßte, dass sie an Cushing erkrankt ist. Der Bluttest brachte letztendlich die Gewissheit. Andere Symtome zeigt sie nicht - sieht eigentlich für ihre 20 Jahre noch sehr gut aus. Allerdings hatte sie vor 5 Jahren eine Hufrehe, die allerdings mit größter Wahrscheinlichkeit vom Klee auf der Weide ausglöst wurde. Die Rehe wurde ausgeheilt und hat auch keine Schädigungen verursacht (Röntgenbild).

      Sie bekommt jetzt das Cushing-Medikament Prascend (uff - schw.....teuer !), aber ich hoffe sehr, dass sie mir noch lange erhalten bleibt (ich habe sie seit 19 Jahren).

      Futtermäßig bekommt sie, wie auch mein Quarterhorse, 1x am Tag eine Handvoll eingeweichte Kwikbeets, ein wenig Marstall Vito, Mineralfutter und 1-2 Karotten, dazu Heu und gaaanz wenig Weidegang. Sie werden beide im Offenstall gehalten und haben somit auch immer Bewegung.

      Hat jemand hier Erfahrungen mit Cushing gemacht. Habe gelesen, dass man Cusher auch mit Mönchspfeffer behandeln kann (nachweisliche Studien), was sanfter wirken würde, als das Prascend. Mein TA ist da eher skeptisch.

      Was habt ihr sonst noch für Tips, damit ich noch lange Freude an meiner Stute habe.

      Viele Grüße
      pfaelzerin69

      • Huhu,

        ich hab dir eine Nachricht geschickt - ich weiß nicht ob ich den Link hier Posten darf.
        Wichtig zu wissen ist, dass Mönchspfeffer bei Tumoren kontaindiziert ist!

        Liebe Grüße und alles Gute
        Tine

        • Hallo Tine,

          danke für den Link - habe gleich mal gelesen - hm, werde da wohl beim Prascend bleiben, wenn es entsprechende Wirkung bei meinem Pferd zeigt - in 10 Wochen soll die Blutkontrolle erfolgen. Ob da was Tumoröses bei meiner Stute ist, weiß ich allerdinges nicht, nur der ACTH-Wert ist mir bekannt, und der ist sehr erhöht.

          Liebe Grüße
          Anja

          • Huhu,

            ich denke wenn das Medikament gut wirkt würde ich es dabei belassen. Ich wollte dich wegen des Tumors nicht erschrecken, aber bevor man herumexperimentiert sollte man sowas ausschliessen. Es kann ja auch von einer Überfunktion der Nebennierenrinde kommen.

            Wichtig ist, dass die Blutwerte kontrolliert werden, aber das habt ihr ja vor.

            Alles Gute für euch!!!

            Liebe Grüße

            Tine

            • (5) 27.04.13 - 12:25

              Hallo!

              Eine Überfunktion der Nebennierenrinde beim Pferd als Auslöser von Cushing (oder besser beim Pferd Hyperadrenoscortizismus) ist äußerst selten.
              Deswegen wird auch, Im Vergleich zum Hund wo wesentlich häufiger die Nebennierenrindenüberfunktion vorkommt, auch ein anderes Medikament verwendet.

              Grüße
              nicole

              • (6) 27.04.13 - 12:45

                Huhu,

                war die Info für mich? Ich weiß das, danke. Aber es tritt ja trotzdem auf.
                Ich drücke der TE die Daumen, dass alles zu Ihrer Zufriedenheit weiter verläuft.

                Lg
                Tine

      Wenn die Blutwerte (also ACTH und Insulin) außerhalb der Norm sind, wirst du mit Mönchspfeffer nichts erreichen, da muss man dann schon Pergolid geben. Ich würde in 3 Monaten die Werte dann noch mal kontrollieren lassen (vergessen leider manche TÄ) und sie dann mit den Tabletten einstellen, falls die Werte dann immer noch abweichen. Das ist der beste Schutz, den du deiner Stute vor Reheschüben geben kannst. Und ich persönlich würde das Gras komplett streichen, eventuell erst im August oder so vielleicht mal ein bisschen abgefressene Wiese genehmigen.

      • Hallo,

        also die Werte des ACTH sind hochgradig erhöht (normal bis 29 und mein Pferd hat 245 !). Blutkontrolle erfolgt nochmals in 10 Wochen.
        Pergolid ist für Pferde nicht mehr zulässig, da die Fa. Boehringer das Medikament Prascend (gleicher Wirkstoff) auf den Markt gebracht hat und sich dieses "vergolden" läßt. Mein Pferd bekommt nun als Einstieg 1 mg (1 Tablette) täglich.

        Mit dem Gras bin ich definitiv sowieso sehr vorsichtig geworden, seit der Reheerkrankung. So dürfen beide Pferde momentan 10-15 Min. kurzes Gras fressen und wenn das alles weg ist, bekommen sie immer nur parzellenweise frische Abschnitte dazu. Für diese kurzen Weidegänge hat mir der TA grünes Licht gegeben. Ab Juli/August dürfen sie dann uneingeschränkt auf die Weide, da dann eh kaum noch was darauf steht (Magerweide, trockene Lage)

        Vielen Dank für Deine Antwort
        pfaelzerin69

    Hi,

    wenn die Diagnose steht, dann musst Du unbedingt Deine Fütterung prüfen und ggfs. umstellen.

    Möhren z.B. sollte sie nicht bekommen, generell Futter mit wenig Zuckergehalt (also keine Rübenschnitzel), etc.

    Lies mal hier als Anfang:

    http://www.enpevet.de/Lexicon/ShowArticle/42097/Cushing-Syndrom

    Ich kenne ein paar Cushing-Pferde, die mit dieser KRankheit mittlerweile ca 10 Jahre leben. Allerdings wird hier auch strenge Diät gehalten (uach bei Leckerchen, etc.).

    Gruß
    Kim

    • (10) 26.04.13 - 13:35

      Hallo Kim,

      die Futtermenge und-art, die ich momentan gebe, hält mein TA für ok. Meine kranke Stute, wie auch mein Quarterhorse (beide sind extrem leichtfuttrig) bekommen ja schon spezielles Futter, was stärke- und zuckerreduziert, sowie getreidefrei ist (Kwikbeets, Marstall Vito, Mineralfutter, Leinöl und z. Zt. noch 1-2 Karotten, dazu Heu und minimaler Weidegang. Die Futtermengen (außer Heu) sind sowieso schon so minimalistisch, da würde manch anderer Pferdehalter sein Pferd nur noch als Klappergestell sehen.

      Gerade das Leinöl braucht meine alte Stute sehr, weil sie über den Winter schon abgebaut hatte und das Leinöl ihr wieder die getreidefreie Energie brachte, die sie benötigte, um wieder etwas auf die Rippen zu bekommen. Sie sieht auch momentan richtig gut aus (jetzt, da sie geschoren ist)

      Da ja auch Heu schon in Verruf geraten ist als Reheauslöser - wir machen unser Heu selbst und zwar sehr spät (ca. Ende Juli/August), wenn die Fruktane sowieso nicht mehr stark angereichert sind.

      Mit dem Weidegras bin ich definitiv sowieso sehr vorsichtig geworden, seit der Reheerkrankung. So dürfen beide Pferde momentan 10-15 Min. kurzes Gras fressen und wenn das alles weg ist, bekommen sie immer nur parzellenweise frische Abschnitte dazu. Für diese kurzen Weidegänge hat mir der TA grünes Licht gegeben. Ab Juli/August dürfen sie dann uneingeschränkt auf die Weide, da dann eh kaum noch was darauf steht (Magerweide, trockene Lage)

      Leckerchen (auch Getreidefrei) bekommen sie sehr dosiert - nur eines zur Begrüßung. Ansonsten bekommt die kranke Stute ein kleines Stück (ca. 2-3 cm) Banane (Tierarzt-Tip), weil sich darin die Tablette gut verstecken läßt und mitgefressen wird.

      Vielen Dank für Deine Antwort
      pfaelzerin69

Hallo,

in dem Stall, in dem meine Tochter reitet, steht eine Stute mit Cushing.

Sie bekommt wenig Heu, aber dafür speziell für sie zusammengestellte Kräuter, Spezialfutter und Ingwer.

Jetzt ist sie gerade geschoren worden, weil das mit dem Fellwechsel gar nicht klappte. Nun geht es ihr deutlich besser, weil sie wieder Luft bekommt.

Bewegung ist für diese Tiere wohl ganz wichtig.

GLG

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