Pferde am Haus - was muss man beachten?

    • (1) 07.05.13 - 15:39

      Hallo ihr Lieben,

      wer von euch hält seine Pferde am eigenen Haus und kann mir hier ein paar Tipps geben?

      Ich möchte irgendwann mal meinen Traum von Pferd + Hund/Katze/Maus am Haus erfüllen: Offenstall für ca. 4 Pferde
      - wo muss man was beantragen?
      - Wohin mit dem Mist?
      - Wie sind eure Erfahrungen mit Pferden am Haus?
      - Wieviel Arbeit ist es?
      - Wieviel Heu muss ich lagern?
      etc.

      Danke und viele Grüße
      mamivani

      • Hi,

        den Traum hatte ich auch mal... ist aber gar nicht so einfach. In Wohngebieten wird es idR gar nicht genehmigt und auch sonst ist es wirklich schwer, wenn man keinen Hof kauft. Und auch dann kann es sein, dass Du keinen festen Weidezaun ziehen darfst... Natürlich gibt es auch Wohngebiete die als "Wohngebiet mit Pferden" ausgewiesen sind (z.B. hier http://www.lonnig.de/index.php?reiten). Da hätte ich gerne gebaut...

        Fragen kannst Du bei Deiner Gemeinde, wo sowas möglich ist und ob es überhaupt genehmigt wird bzw. was zu beachten ist.

        Mistentsorgung: mit etwas Glück findest Du einen Bauern, der ihn Dir abnimmt, ansonsten musst Du ihn kostenpflichtig entsorgen. Außerdem brauchst Du zur Lagerung eine Mitplatte, einen Kontainer oder eine Anhänger - einfach auf den Boden legen darf man nicht...

        Pferde am Haus sind toll!

        Wieviel Arbeit es ist, hängt natürlich auch vom eigenen Anspruch ab. Aber viele, die ich kenne und die die Pferde in Eigenregie halten, kommen kaum zum reiten. Das liegt einfach daran, dss immer irgend wo was gemacht werden muss: Paddock/Weide abäppel, nachsäen, Giftpflanzen entfernen, Zaun ziehen/reparieren, misten, allg. Instandhaltungen, etc.

        Wieviel Heu Du lagern musst, ist ganz unterschiedlich. Wir brauchten für 4 Pferde (2 Shagya-Araber mit 162 + 154cm, 2 Haflinger mit 145 + 135cm) ca. 2,5- 3 große Rundballen Heu (Durchmesser 140cm) im Winter pro Monat. Im Sommer weniger bis gar nichts - je nach dem wie die Weide gewachsen ist. Dazu kommt dann Kraftfutter, Einstreu, etc. ABER: uns brachte der Bauer die Ballen so, wie wir sie brauchten. Lagerfläche brauchten wir keine - hätten aber Platz für 6 Ballen gehabt.

        Da gibt es ganz viel, was man beachten muss... vor allem muss man auch regeln, was ist, wenn man krank ist oder mal Urlaub machen möchte...

        LG
        Kim

        Hi

        Kann risala nur zustimmen.

        Ich hatte so viel Arbeit das ich fast garnicht mehr zum reiten kam. Die ganze Familie war mit eingespannt.

        Im Sommer stand obendrein Weide und Zaunpflege an.

        Wo du was beantragen musst, kommt drauf an was du bauen willst oder sollte ich sagen....wenn du nicht ein schon bestehendes Gebäude hast wirst du Probleme bekommen ausser du wirst als landwirtschaftlicher Betrieb angesehen (bei 4 Pferden zweifelhaft)

        Aber es hat auch schönes. So nach der Stallarbeit den Pferden auf der Weide zusehen. Im Sommer, früh morgens, ein wunderschöner Anblick

        Greetz
        Petra

        Wir starten grade eben jenes Projekt und ich merke grad, wie viel Arbeit da auf uns zu kommt :-p Freue mich aber schon drauf, endlich meine Pferde am Haus zu haben.

        Wir haben einen Hof gekauft, auf dem bis vor einiger Zeit bis zu 23 Pferde standen, allerdings ist alles sehr marode.. Zum Glück ist also Tierhaltung dort zugelassen, das entbindet uns schon mal von diesem Problem. Weidezaun müssen wir komplett neu aufstellen, das ist das erste, was wir machen, dann können die Zottel schon mal über Sommer auf die Weide. Es gibt einen halbfertigen, nicht genehmigten Stall mit 8 Boxen, an den wir uns dann über Sommer austoben werden (Baugenehmigung einholen etc.).

        Was du auf jeden Fall noch beachten musst:
        - Info an das Vet.-Amt über Tierhaltung
        - Mitglied der Tierseuchenkasse werden
        - Haftpflicht abschliessen (Hüter-Haftpflicht, heißt die, glaube ich, muss ich mich auch noch drum kümmern)
        - wenn du Heu/Stroh lagerst, muss das Gebäude anders versichert sein bzw. die Gebäudeversicherung muss das wissen. Das macht es bei uns nämlich etwas komplizierter, weil ich Heu und Stroh eigentlich in unserer Reithalle mit lagern wollte, die aber direkt ans Wohnhaus angrenzt - also nicht zu versichern ist... :-(

        Das wichtigste ist aber erstmal, dass du eine Wohnlösung findest, wo Pferdehaltung überhaupt genehmigt wird...!

        Dir auch viel Spaß dabei!

        • Hi,

          eine Ergänzung meinerseits:

          Tierhüterhaftpflicht braucht man nur, wenn man Einsteller aufnimmt. Hat man nur die eigenen Pferd, dann reicht die normale Tierhalterhaftpflicht, die man ja sowieso haben sollte.

          Ansonsten gute Tipps - diese Details gehören selbstverständlich dazu.

          Gruß
          Kim

          • Hallo Kim,

            danke, das war etwas, was mir so nicht klar war, das erspart mir ja schon mal die Arbeit, mich bei dieser Versicherung durch die Bedingungen zu wühlen - um dann festzustellen, dass es uns gar nicht betrifft!

            Wir werden auf keinen Fall Einsteller haben, nur eigene. Und die haben alle eine Haftpflichtversicherung (wobei, beim Rentner muss ich mich mal kümmern, ob der nicht auch noch billiger geht..?!).

            Viele Grüße!

            • Hi,

              es gibt tatsächlich Versicherungen, die auch Rentnerpferde günstiger versichern (so ähnlich wie bei der Fohlenhaftpflicht bis 3 Jahre). Aber ich weiß leider keine Versicherung, die ich dafür empfehlen kann - ich hatte leider nicht das Glück, das meine Pferde es ins Rentenalter geschafft hätten.

              Gruß
              Kim

      Ohhh, den Traum hatte ich auch immer (und habe ihn manchmal immer noch, wird aber wohl nie umgesetzt werden).

      Wir haben auch lange nach einem Objekt gesucht, was aber in unserer Gegend kaum zu realisieren ist. Denn da, wo Pferdehaltung erlaubt ist, lebt man entweder am Poppes der Welt und hat irrsinnige Fahrtwege zur Arbeit oder es ist einfach unbezahlbar.

      Naja, seit 3 Jahren haben wir jetzt einen Kompromiss, Pferde stehen 5min vom Haus weg, wir füttern und misten selbst (bzw. teilen uns die Futterdienste zu insgesamt 4.) und werden vom Bauern, der uns den Stall verpachtet nach Bedarf mit Heu und Stroh beliefert. Den Mist holt er uns auch nach Bedarf ab und mulcht auch unsere Weiden.

      Somit ist schonmal ein guter Teil Arbeit weggenommen, aber trotzdem nimmt die Versorgung noch irre viel Zeit in Anspruch. Und da ich 2 Kleinkinder und nen Beruf habe, ist mit reiten momentan auch nicht so viel.

      Also ich denke, die Arbeit ist nicht zu unterschätzen und mittlerweile möchte ich auch eigentlich die Pferde nicht mehr direkt am Haus haben.

      Ich wünsche dir aber trotzdem alles Gute für euer Projekt, wenn für euch die Rahmenbedingugen stimmen ist es sicher eine tolle Sache!

      LG juju

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