Wie vorgehen und was beachten bei Katzenvergesellschaftung - MIR IST MULMIG BEI DEM GEDANKEN

    • (1) 11.05.13 - 00:01

      Ich habe eine fast zweijährige Katze, weibl. von kleinauf. Da meine Elternzeit bald endet, und ich ihr "ersparen"(?) möchte von morgens bis nachmittags allein daheim zu sein, möchte ich sie vergesellschaften. Nun "stosst" bald eine 6 Monate alte Katze, ebenfalls weibl. hinzu.

      Habt ihr Ratschläge / Tipps / Erfahrungsberichte?
      Wie vorgehen und was beachten?

      Ich möchte noch hinzufügen, dass mein Freund STRICKT gegen eine weitere Katze ist. Er ist der Meinung, dass sie sich alleine besser fühlt - weil sie so ein Charakter ist. Und um ehrlich zu sein, bin auch ich mehr als unsicher. Wie soll ich meine Katze beschreiben...?! Sie ist eine Mischung aus Katze, Hund und Kind. Gekratzt, gebissen, gefaucht etc. hat sie noch nie. Möbel, Tapeten und alles Weitere blieben seit je her verschont. Sie ist ruhig! Sie liebt meine Kinder auch wenn sie nicht alles mit sich machen lässt, sprich irgendwann geht. Und sie ist sehr menschenbezogen. Sie liebt uns Menschen. Sie hat keine Scheu vor Fremden (Besuch) und lässt sich streicheln und liebhaben. Dumm ist sie aber nicht! Sie weiß genau wem sie vertrauen kann und wem nicht. Und ich sehe sie hier in IHREM Revier. Das Haus gehört IHR, die Möbel und Sachen gehören IHR und wir gehören IHR. Nicht weil sie so rüberkommt als wenn sie das alles "beschlagnahmt", sondern weil sie sie ist und SIE WIR IST UND WIR SIE. Hoffe es ist etwas verständlich :) Sie kam in unser Haus und es war klar, dass sie bleibt bis an ihr Lebensende, komme was wolle und so ist es auch. Ich empfinde eine tiefe Liebe zu ihr und wir haben unseren Tagesablauf. Jeder, ob wir Menschen oder sie und jeder kennt seine Grenzen usw. Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn man es vermenschlicht sieht, finde auch ich es nicht gut eine Katze von morgens bis nachmittags alleine zu lassen aaaber bei einer Vergesellschaftung kann so viel schief gehen... Was wenn sich meine "Vorzeigekatze" zum Negativen ändert? Ich meine, klar, EIGENTLICH sind Katzen, anders als oft gedacht KEINE Einzelgänger aaaber so oft wird bestätigt, dass manche Katzen nun mal Einzelkatzen SIND! Wir haben übrigens eine grosse, mehrstöckige Wohnung mit Garten / Terasse (katzensicher, so dass sie in unserer Anwesendheit raus darf). Falls ihr neben ein paar netten Ratschlägen zur Vergesellschaftung zu meinen Bedenken ein paar Worte hättet, wäre das sehr lieb - ich möchte mir sicher sein in dem was ich tue und das bin ich gerade nicht.

      Danke euch schon mal... Ich warte gespannt auf eure Antworten #herzlich

      • (2) 11.05.13 - 00:29

        Hallon Anni!

        Es freut mich sehr, dass eure Katze Gesellschaft bekommen soll!

        Um genau zu sein: Eure Katze ist eine stinknormale Kätzin. Völlig normal, ich erkenne da nichts außergewöhnliches.

        Sie ist eine Kätzin, die sind meistens eher ruhiger. Katzen nehmen alle ihre komplette Umgebung in Besitz, und wenn eine neue Katze dazu kommt muss natürlich um jedes Möbelstück diskutiert werden, aber das ist nicht tragisch.

        Warum sollte eine Katze euch anfauchen? Solange ihr ihre Grenzen nicht überschreitet ist es doch nur klar, dass sie nicht faucht und kratzt. Das wird sich mit einer weiteren Katze ändern, weil sie natürlich schon erst mal in ihr Revier eindringt und daher mit Fauchen auf Abstand gehalten wird, und natürlich wird eure Katze verstört sein und euch gegenüber zurückhaltender, einfach nur weil sie verunsichert ist. Das renkt sich aber mit der Zeit wieder ein.

        Wenn sie ihre Krallen nicht in Möbeln wetzt, dann hat sie andere Möglichkeiten ihr Revier zu markieren. Sollte eine neue katze doch mehr Kratzen wollen, dann beobachte das und installiere an JEDER der Stellen umgehend Kratzbretter und andere Kratzmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe. Wer sich sein Sofa zerkratzen lässt hat nur einfach keinen Kratzbaum direkt daneben stehen.

        Sie wird menschenbezogen bleiben. Katzen wollen miteinander spielen, sie schlafen auch mal nebeneinander und putzen sich gegenseitig, aber zum Streicheln sind die Menschenhände wesentlich besser geeignet. Ihr habt dann eben zwei Katzen zum kuscheln.

        Eure Katze ist jung, warum sollte sie schon derart gestört sein, dass sie keine anderen Katzen mehr duldet? Einzelgänger unter Katzen sind normalerweise schon viele Jahre alleine.

        Das schlimmste was man machen kann ist, es nicht mal zu versuchen. Am Ende hat man eine Katze die wirklich GERNE mit Artgenossen zusammen leben würde, und hat sich einfach nur nie getraut - und sie st ein ganzes Leben alleine. Ihr tut eurer Katze ja nichts schlechtes damit, sondern ihr mutet ihr nur eine Anfangsphase zu, die sicher stressig ist - aber was sind ein paar Monate Vergesellschaftungsphase gegen die 15 Jahre, die sie glücklich zusammen mit Artgenossen leben kann?

        Übrigens; die meisten katzen leben lieber mit jemandem zusammen, den sie nicht so arg mögen und mit dem sie sich ab und zu um den besten Schlafplatz kabbeln, als ganz alleine zu sein. auch wenn es keine tiefe Freundschaft wird, so ist es doch in jedem Fall unterhaltung und Beschäftigung.

        Ich würde mir ein Zimmer aussuchen, in das ich Futter, Katzenklo und eine nette Schlafmöglichkeit stellen kann. Es sollte ein Raum sein, den eure Katze bisher eher wenig nutzt, und auch ihr solltet nicht ständig drin sein. Da stellst Du einfach die Transportbox ab und machst sie auf. Die neue Katze muss ja praktisch sofort Klo und Futter finden, hat ein wenig Ruhe um sich einzugewöhnen, und kann von da aus die Erkundung der Wohnung starten, während eure katze nicht sofort ihre Lieblingsplätze verteidigen muss. Die kann sich das auch erst mal ansehen, aber drängt sie nicht. Sie wird weiter an der alten Stelle gefüttert und behält auch ihre normalen Katzenklos.

        Wenn die neue dann nach und nach die Wohnung erkundet und sich öfter auch in anderen Räumen aufhält lernen sie sich dann langsam kennen. Natürlich wird da auch mal gefaucht, geknurrt und sich gekabbelt, aber solange kein Blut fließt ist das kein Problem. Habt einfach Geduld, es darf wirklich ein paar Monate dauern, bis die beiden sich richtig aneinander gewöhnt haben. Das wird schon mit der Zeit.

        Meistens merkt man aber schon nach wenigen Wochen dass es deutliche Anzeichen einer Annäherung gibt, es gibt dann öfter mal freundliche Gesten zwischen den Tieren, es wird weniger gefaucht und geknaurrt, und sie können dann auch mal wenige MEter neben der anderen fressen.

        Keine Sorge, wird schon werden!

        (3) 12.05.13 - 21:15

        Hasipferdi hat alles gesagt - ich würde es unbedingt tun und auch durchhalten - das kann schon mal ein paar Wochen dauern.

        Wenn beide jedoch genug Rückzugsmöglichkeiten haben klappt das meistens.

        Die Vorstellung eine Katze einen halben Tag allein in eine Wohnung zu sperren (und nachts schläft man ja auch noch) finde ich schlimm.

        Du tust ganz sicher das Richtige.

        Dein Freund sollte sich fragen ob er sein restliches Leben lang auch nur noch mit Aliens leben wollen würde die nicht seine Sprache sprechen und selten da sind...

        LG, katzz

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