Kater (17) nach Tod der beiden Gefährten wieder vergesellschaften?

    • (1) 14.07.13 - 12:35
      Inaktiv

      Mein alter Kater Mink ist seit 21.06.2013 nun die einzige Katze im Haushalt, nachdem seine beiden Gefährten mit 13 bzw. 11 Jahren nach relativ kurzer Krankkeit an Krebs starben (unser Katerchen II im letzten Oktober, Tumor im Enddarm und unsere Katze eben jetzt, Plattenepthelkarzinom im Gaumen, beide ließen wir während der Narkose, die zur Diagnose gedacht war, auf Anraten de Tierarztes dann weiterschlafen #schmoll).

      Mink lebt bei uns, seit er 14 Tage alt war, zunächst hatte ich die Mutter mitsamt den Kitten für die Sommerferien in Pflege genommen, dann blieb er mit acht Wochen allein bei uns, weil die Besitzer partout nicht einsehen wollten, dass er noch länger mit Mutter und Geschwistern sein muss. Folge bis heute: Er ist völlig auf mich bezogen, zwar auch nett zu allen anderen Menschen hier, aber wenn ich da bin, sind mein Mann und mein Sohn relativ abgeschrieben. Ich habe damals als Tagesmutter gearbeitet und da immer viel Trubel war, hatte er genug Abwechslung und Spiel - aber eben nicht mit Katzen. Kater II kam 1999 zu uns, da war Mink drei Jahre alt. So richtig warm wurden sie nicht miteinander, sie schmusten und spielten zwar, aber dicke Freunde waren es nicht - als die Katze dazu kam, wurde es besser. Wobei die Katze sich auch eher an Kater II anschloss.

      Als nun Kater II letzten Oktober starb schlossen sich Mink und unsere Katze enger aneinander. Sie lagen zusammen Po an Po auf der Couch oder auch nebeneinander gekuschelt; sie putzten sich gegenseitig viel, was früher nicht so oft vorkam und spielten miteinander, ohne dass es nach Hirarchiekampf aussah.

      Tja, und dann mussten wir unsere Katze jetzt im Juni nach nur etwas mehr als 14 Tagen Krankheit(sanzeichen) gehen lassen, denn der Tumor hatte sich so explosionsartig ausgebreitet, dass nichts zu machen war. Wäre vielleicht sowieso nicht, denn an dieser Stelle... naja.

      Nun ist der alte Kater Mink Missmut (weil er immer missmutig dreinschaut und ein tiefes, sonores Mauen hat, was meist nach Gemaule klingt) also allein. Anfangs lief er abends zigmal die Wohnung auf und ab und rief und rief und maulte und miaute, es war schlimm. Er legt sich seither überhaupt nicht mehr in das Körbchen, in welchem beide gern lagen (und aus dem sie ihn ganz früher schon mal rausgeprügelt hat, zum Schluss teilten sie sich den Korb, lagen also teils auch beide gleichzeitig drin). Inzwischen ist er ruhiger, macht abends keine Suchrunden mehr, aber sobald einer von uns nach Hause kommt, ist er da und weicht kaum von der Seite. Wie ein Hundchen läuft er mir manchmal in den Füßen herum, nur ab Freitag Nachmittag (ich bin freitags früher zuhause), am Wochenende und an Tagen, an denen mein Sohn früher von der Uni kommt, ist es besser.

      Der Kater schläft zwar fast den ganzen hellerlichten Tag (also art- und altersgemäß ;-)), aber dennoch hat man das Gefühl, dass ihm etwas fehlt. Oder "denkt" er, wir könnten ihn auch wegbringen? Oder spürt er meine Trauer (als Kater II starb, zeigten sowohl er als auch die Katze auch diese Anhänglichkeit)?

      Frage also: Sollte man wieder eine (alte?) Katze dazu holen? Fraglich ist, ob das nicht zuviel Stress für beide ist, für einen Versuch, der nach hinten losgehen kann. Und was, wenn dann wieder einer von beiden gehen muss? Zwei Kitten dazu holen wird wohl gar nicht gehen, das ist klar. Wobei Mink noch topfit ist, er springt noch aus dem Stand auf den Esstisch - trotz Verbot ;-) - jagt während seiner "fünf Minuten" im Schweinsgalopp die Wohnung auf und ab, spielt auch noch mit Catnipmäusen und Baldriankisschen, verjagt fauchend und knurrend die Nachbarskatzen, wenn sie unter unserem Balkon herumlungern oder sich darauf verirren und außer der Tatsache, dass er unten zwischen den Reißzähnen keine Zähne mehr hat, ist er pumperlgesund, agil und neugierig.

      Hmmmm? #gruebel

      Was tun? Ich tendiere ja dazu, ihn einfach in Ruhe und verwöhnt bis dorthinaus sein Altenteil genießen zu lassen. Andererseits...

      Hilfe!

      LG
      Ch.

      • Hallo,

        erst einmal tut es mir leid um Deine beiden anderen :-(.
        Nun zu Deinem Senior, ich würde ihm eine schöne Zeit machen und wenn überhaupt eine "alte" Kätzin holen.
        Kitten würden für mich absolut nicht in Frage kommen,wenn dann eine alte Katze.

        Schau doch mal bei Euch im Tierheim / Tierschutz nach und schildere dort Deinen Kater, vielleicht sitzt ja genau dort das Gegenstück für Deinen Mink Missmut ;-)

        Gruß

        • (3) 15.07.13 - 22:19

          Dir auch vielen Dank! Ja, wenn überhaupt, dann eine alte Katzendame, unsere Kleine war ja auch schon "Seniorin". Im Moment tendiere ich aber dazu, ihn erst mal allein zu lassen.

          LG
          Ch.

      (4) 14.07.13 - 19:38

      Hallo,

      tut mir leid um den Tod deiner Katzen.#kerze

      Um deinem Kater noch einen schönen Lebensabend zu gestalten , würde ich ihn entweder alleine lassen. Er ist, wie du schreibst, sowieso sehr anhänglich geworden.
      Oder ihr versucht es mit einer älteren, recht verträglichen Katze aus dem Tierheim. Sie sollte sich mit anderen Katzen gut verstehen.
      Zu einer 2. jüngeren Katze oder Kater würde ich absolut nicht raten. Denn dann fühlt er sich zurückgesetzt und es gäbe sicher auch Streit und Machtrangeleien zwischen den beiden.
      Damit würdest du ihm keinen Gefallen tun.
      Gib ihm einfach momentan erst einmal viele liebe Streicheleinheiten.

      LG Lotta

    (6) 15.07.13 - 09:13

    Ich würde ihn alleine lassen.
    Katzen sind zwar vielleicht keine richtigen Einzelgänger, aber Rudel- oder Herdentiere sind sie auch nicht. Sie brauchen nicht unbedingt einen Partner zum Zufriedensein.
    Die wenigsten Katzen lieben ihre Zweitkatze, vorallem dann nicht, wenn sie erst im höheren Alter vergesellschaftet wurden. Sie akzeptieren sich bei genügend Ausweichmöglichkeiten, mehr nicht.
    Und da euer Kater schon so alt ist, würde ich ihm den Stress einer neuen Zweitkatze nicht mehr antun.

    • (7) 15.07.13 - 22:17

      Danke Dir, ich tendiere ja auch in diese Richtung und es wird wohl auch so werden.

      LG
      Ch.
      ...schon wieder am Heulen...

(8) 15.07.13 - 21:46

Ach je. Tut mir leid, zu lesen, dass ihr jetzt auch Nummer 2 gehen lassen musstet. Ohne Schmerzen, hoffe ich?
Bezüglich deines Katers, es klingt fast so, als bräuchte er nicht mehr unbedingt Katzengesellschaft zum Glücklichsein.. er ist ja sehr auf dich bezogen, das ist gut. Mit 17 Jahren nochmal vergesellschaften.. hui, schwierig. Bei unserer Madame hätt ich's nicht gewagt, die fand andere Katzen generell stressig. Du schreibst ja auch, er hat die anderen Katzen eher akzeptiert, auch wenn zum Schluss nochmal eine Freundschaft entstand. Wenn du jetzt geschrieben hättest, dass er sehr auf seine Katzenfreunde fixiert war, wäre das nochmal was anderes.
Mit einem (oder zwei) Kitten würde ich an deiner Stelle nicht anfangen. Das sind einfach flippige Gummibälle, die durch die Wohnung titschen, also nochmal mehr Stress für deinen Opa.
Also wenn, dann eine Katze in seinem Alter - und dann ist da so die Frage, ob sie sich eingewöhnt, oder ob nochmal Revier- und Rangkämpfe ausbrechen. Ich bin sicher, dass man das versuchen könnte, die Frage ist halt, ob es sein muss?
An deiner Stelle würde ich den Kater erstmal zur Ruhe kommen lassen und ihn beobachten. Wenn sich Verhaltensänderungen einstellen, er dauerhaft unglücklich wirkt, kann man ja nochmal über eine Vergesellschaftung nachdenken. Aber vielleicht steckt er das ja besser weg, als es jetzt den Anschein hat?
Alles Gute für das letzte Drittel eures Trios! #blume

LG

  • (9) 15.07.13 - 22:15

    Vielen Dank für Deine Antwort! Naja, ohne Schmerzen... was so eine ordentliche Katz' vom Dorf ist (wir hatten sie als Kitten aus dem Haushalt einer Tiersammlerin auf einem Dorf), die steckt was weg, Katzen jammern ja nicht groß. Ich denke, sie hatte schon Schmerzen, denn nach dem ersten Besuch beim TA bekamen wir Metacam mit und schon kurz nach der Schmerzspritze in der Praxis war sie deutlich aufgeräumter und wollte zuhause wieder fressen.

    Gemerkt haben wir die ganze Misere daran, dass sie plötzlich ganz schlimm gaberte und kaum noch fressen wollte. Einen Tag nach Beginn war der Gaber dann trüb, wie bei Menschen eben, wenn man sich "den Rotz" eingefangen hat. Erste Diagnose: Halsentzündung, Antibiotika bekommen, Schmerzmittel und dann ging es ihr eine Woche lang richtig gut - wir waren da Samstags beim Notdienst gewesen. Es fiel nur auf, dass sie sich beim Fressen immer wie verschluckte und nach wenigen Bissen husten musste. Wir dachten, das sind Nachwirkungen vom wehen Hals. Am Sonntag eine Woche nach dem ersten Besuch beim Tierarzt drauf war sie wieder sehr ruhig und am Montag wieder Gegaber. Also Dienstag zum Tierarzt, wieder Antibiotikum, Schmerzspritze und Metacam für zuhause sowie einen Termin für den Freitag zur Untersuchung in Narkose, denn sie ließ sich nicht ins Mäulchen schauen. Der Plan war, mein Mann bringt sie morgens hin und mein Sohn, der freitags nur kurz Uni hat und dessen Katze sie eigentlich war, holt sie wieder ab. Und dann kam der Anruf zu mir, ich musste meinen Sohn anrufen, der schon wieder auf dem Heimweg war. Er ist auch sofort hin, durfte noch mal zu ihr (sie war aber in Narkose) und er hat letztlich dann mit dem Arzt die letzte Entscheidung getroffen, der Arme. Seine erste "hautnahe" Begegnung mit dem Tod eines geliebten Tieres.

    Er mochte Sparky auch, aber bei der Kleinen war es so, dass er sie vor mir kennen gelernt hat (die Sammlerin lebte im Haus seines Vaters). Er hat mich bekniet, dass wir sie und nur sie unbedingt in Pflege nehmen müssen, da die Kätzchen sonst ins Tierheim müssen etc. pp. Tja und sie dankte es ihm mit einer Anhänglichkeit, so wie Mink das bei mir hat.

    Scheiße, ich könnte schon wieder heulen...

    Ich denke ja auch, dass es zu viel Stress für den alten Herrn wäre. Er ist nicht sooo auf Katzen sozialisiert, besser, er ist noch einige Jahre hier bei uns der King.

    LG
    #winke
    Ch.

    • (10) 16.07.13 - 00:26

      Ach Mensch, dann hat dein Sohn ja was wegzustecken. Das ist hart. Ist auch der Grund, wieso meine Mutter nach dem Tod unserer letzten Katze meinte, sie will kein Haustier mehr, sie hält das nicht mehr aus, es gehen zu lassen. Kann ich auch nachvollziehen, auch wenn's schade ist.
      Ja, Katzen leiden stumm, und dann wird's erst so richtig auffällig, wenn das Fressen nicht richtig klappt. Da hat eure ja vorher noch was mitgemacht.. (interessant, dass ihr auch erst so eine harmlose Diagnose hattet, hatten wir auch, es wäre nur eine Magenreizung - bevor auf dem Röntgenbild dann die ganzen Tumore zu sehen waren).
      Dein Sohn hat die richtige, verantwortungsvolle Entscheidung getroffen, auch wenn das jetzt vielleicht noch kein Trost ist.

      Ich bin sicher, ihr trefft auch für euren Katzen-Opa die richtige Entscheidung. Es gibt wirklich Schlimmeres, als sich auf seine alten Tage von seinen Menschen ganz allein verwöhnen und betüddeln zu lassen. ;-)

      LG

Top Diskussionen anzeigen