Kastration / Hormonchip

    • (1) 02.09.13 - 15:40

      Hallo zusammen!

      Ich fahre nachher zum Tierarzt wegen einer anderen Geschichte, aber ich werde das o. g. Thema mal anschneiden... deswegen frag ich mal kurz und knackig:

      Habt ihr Erfahrungen mit dem Hormonchip? Sind eure Rüden dadurch ruhiger geworden (unser Hauptproblem ist sein Verhalten an der Leine)?

      Da wir eigentlich beschlossen hatten, ihn nicht kastrieren zu lassen (er war ja ein richtig vorbildlicher Hund :-p), überlegen wir jetzt doch, ob es nicht besser für ihn wäre. Wir haben drei unkastrierte Mädels in direkter Nachbarschaft. Ich denke da auch an später, Hodenkrebs etc. Das ist die eine Sache.
      Die andere ist eben das schlimmer werdende Verhalten mit anderen Hunden, neuerdings auch Spaziergängern. Aber ob eine Kastration am Verhalten was ändert, ist ja immer fraglich. Daher eben die Überlegung, ob wir zuerst mal zum Testen den Chip setzen lassen.

      Ist der Chip mit der Kastration überhaupt vergleichbar? Oder kann es auch sein, dass er mit Chip so bleibt, wie er jetzt ist und nach der Kastration trotzdem ruhiger wird?

      Hach, ich bin so hin- und hergerissen. #schmoll

      Vielen lieben Dank schon mal für eure Meinungen und Erfahrungen!

      • -> Wir haben drei unkastrierte Mädels in direkter Nachbarschaft. Ich denke da auch an später, Hodenkrebs etc. Das ist die eine Sache.+

        Ähm, dass er wegen der Damen keinen Krebs kriegt, ist schon klar. #cool Wollte sagen, er ist schon immer sehr unruhig in der Zeit, wenn die Hündinnen läufig sind. Aber auch wenn die mal nicht mehr sind (alle schon sehr alt), gibt´s ja immer wieder mal die "Versuchung" und den damit verbundenen Stress.

        Leinenaggression jeglicher Art wirst Du durch eine Kastration nicht weg bekommen.

        Da hilft nur Erziehung.

        Du must einfach unterscheiden, ob Dein Hund sexuell motiviert handelt, oder nicht. Wenn er Fußgänger anpöbelt, handelt er definitiv nicht sexuell motiviert. Da bringt auch keine Kastration der Welt etwas.

        Sexuelle Handlungen sind: rammeln, Urin lecken, jaulen bei Läufigkeit, Hypererregbarkeit bei Hündinnen, Nahrungsverweigerung...

        Der Rest ist Erziehungsarbeit.

        Hallo!

        Pöbeleien an der Leine sind vor allem eine Erziehungssache.

        Was Du beeinflussen kannst:

        - Rammeln aller Art

        - Liebeskummer

        - Fluchtversuche wenn die Nachbarshündin läufig ist

        - wesentlich entspanntere Spaziergänge wenn im Umkreis von 2km eine Hündin läufig ist

        - sexuell motivierte Aggression gegenüber anderen Rüden (wenn eine Hündin im Spiel ist, es nach läufiger Hündin riecht oder eine in der Nähe ist)

        - extremes Schnüffeln und Urinlecken wird besser

        - sicher niemals Hodenkrebs

        - kein Ärger mit den Besitzern der Hündinnen

        - ganzjährig Ableinen möglich (sonst jeweils während der Läufigkeiten in der Umgebung unmöglich)

        - Besuch der Hundeschule auch möglich, wenn duftende Damen zugegen sind

        - Dein Hund hängt nicht mehr Frauen die gerade ihre Regelblutung haben im Schritt

        Aus meiner Sicht ist eine Kastration sehr sehr sinnvoll, wenn es viele Hündinnen in der Umgebung gibt. Sonst ist Dein Rüde am Ende immer wieder mehrere Wochen total wuschig und durch den Wind, Du hast nur Stress beim Gassi gehen und musst wie irre aufpassen, dass er sich nicht aus dem halsband windet und über den Gartenzaun springt, um vor dem haus der Angebeteten rumzulungern. Ganz toll sind da natürlich auch die Besitzer der Hündinnen, die dann von Dir die Kosten für die Abtreibung haben wollen, wenn sie nicht genug aufgepasst haben.

        Aber mit der Leine musst Du leider schon selber arbeiten, das kann Dir leider keiner Abnehmen.

      • Danke für die Antworten!

        Also dass das Pöbeln an der Leine reine Erziehungsarbeit ist, ist mir natürlich klar. Sorry, dass ich mich da falsch ausgedrückt habe bzw. zu wenig dazu geschrieben hab (war noch in der Arbeit #schein).

        Es geht mir viel mehr um die Bereitschaft, auch draussen wieder aufs Frauchen zu hören. Die ist nämlich momentan nicht groß da.

        Unser Hund ist aus dem Tierschutz, wir haben ihn mit ca. 2 Jahren bekommen. Er war super erzogen, was Dinge IM Haus betrifft. Seine Macken waren allein bleiben, ziehen an der Leine und stänkern an der Leine. Ich bin dann 2x wöchentlich in die Hundeschule + anfangs Privatstunden. Dann haben wir eigentlich alles schnell in den Griff bekommen. Sind wir auf einen anderen Hund gestoßen, hat so gut wie immer ein deutliches "Nein" gereicht und es gab kein Gebelle. Außer bei den 2-3 Jungs, die sich so gar nicht leiden können. ;-) Aber sonst war alles prima. Auch der Rückruf hat geklappt, das Fußlaufen und und und.

        Tja, und seit ein paar Monaten wird das Gassigehen immer schlimmer. Er zerrt wieder wie verrückt, hat die Nase nur auf dem Boden, leckt überall rum, läuft nur im zickzack und schaltet die Ohren auf Durchzug. Und wenn andere Hunde kommen oder Menschen dicht an uns vorbeigehen, gibt´s eben immer öfter das Macho-Gepöbel.

        Will sagen: er achtet einfach nicht mehr auf mich. #schmoll Auf´s Herrchen auch nicht. Es gibt jetzt auch keinen Vorfall wo wir sagen könnten, dass das ein Auslöser war. Ich denke schon, oder ich habe eben den Verdacht, dass er momentan einfach so sexuell überreizt ist, dass er alles andere ausschaltet.

        Versteht ihr, was ich damit sagen will? #gruebel

        Zeitlich gesehen passt das alles auch mit der ersten läufigen Nachbarshündin zusammen. Kurz später kam die Zweite und jetzt ist Dame Nr. 3 grad dran.

        Die Tierärztin meinte, dass es durchaus wahrscheinlich ist, dass er eben den dicken Macker markieren will. Das Angebelle von Menschen ist nebenbei bemerkt auch meist nahe unseres Hauses.

        Zuhause klappt alles wunderbar. Aber das Theater geht eben los, sobald wir aus dem Gartentürle raus sind.

        Ich hatte bisher nur Hündinnen, es ist mein erster Rüde. Daher fehlt mir eben die Erfahrung, weswegen ich halt rumfrage. Bisher habe ich eben immer gehört, dass das Macho-Gehabe nach einer Kastration besser einzudämmen ist. Nicht, dass sie der goldene Schlüssel ist, aber die Bereitschaft steigt halt angeblich. ;-) Falls ihr da ganz andere Erfahrungen habt, bitte her damit - darum frag ich ja!

        • Hallo!

          Klingt ganz so, als sei er wirklich einfach Oversexed, erregt durch die Düfte und frustriert weil er nicht zum Zug kommt, stinksauer dass andere Rüden in der Nähe rumlaufen und einfach total abgelenkt.

          Ehrlicherweise würde ich aber gar nicht erst lange mit Hormonchip rumprobieren, sondern gleich kastrieren lassen. Bei der Wohnsituation und dem Verhalten wird das ja sobald der Chip die Wirkung verliert wieder 1:1 die gleiche Situation sein.

          Der Chip ist ja auch nicht ganz ohne Nebenwirkungen, und eine Kastra bei einem Rüden ist wirklich keine große Sache. Unserem ging es schon einen Tag danach wieder super. Das schlimmste an der ganzen Angelegenheit war die Halskrause, daher würde ich Dir raten, die vorher schon mal zu holen und zu üben, dass die nicht wild ist.

        • Hallo,

          ich habe auch einen leinenaggressiven Hund aus dem Tierschutz. Allerdings richtet sich seine Agression ausschließlich auf fremde Rüden. Ich kannte ihn schon im Tierheim, weil ich über ein Jahr lang seine Gassi-Geherin war. Jeder Hund wurde massiv angepöbelt, der vorbeikam. Dann wurde er im vorigen Jahr im Juli noch dort kastriert. Ab August habe ich ihn dann übernommen (er war damals geschätzte 10 Jahre). Bis heute ist er der gleiche Hund geblieben, im Haus superlieb, keinerlei Aggression gegen andere Tiere, an der Leine wird er zum Rambo, wenn er einen anderen Hund erblickt.

          Die Kastration hat m. E. (außer gehörigen Figurproblemen) in Bezug auf sein Verhalten nichts gebracht.

          LG

          Nici

          Hallo,

          Cortisol ist ein Stresshormon, welches beim Rüden durch das Testosteron gesenkt wird.

          Hat man nun einen Rüden mit einer hohen Cortisolausschüttung und kastriert diesen, dann kann das hohe Cortisol nicht mehr gesenkt werden, der Rüde steht unter noch mehr Stress und reagiert in dem Fall noch mehr negativ.

          Das kann man sehr schön an vielen kastrierten Tierschutzrüden erkennen, die einerseits zwar ein gutes Sozialverhalten haben, solange sie in einem Rudel leben.
          Kommen sie dann in die Familien, geht es los mit dem Gebelle an der Leine....

          Bevor man einen Rüden kastriert, sollte man erkennen: ist dieser Hund stressanfällig?
          Das hat nicht immer unbedingt was mit Erziehung zu tun, sondern mit vererbtem Charakter und das, was "im" Hund passiert.

          Ich bin kein Freund von einer chem. Kastration, aber als Probelauf finde ich sie geeignet.
          Und sie macht sich selbst rückgängig - eine Kastration ist entgültig!

          LG

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