Anschaffung Zweithund sinnvoll?

    • (1) 16.11.13 - 15:07
      Inaktiv

      Hallo Hundefreunde,

      durch die Veränderung meiner Arbeitszeiten bin ich momentan am Überlegen, ob die Anschaffung eines Zweithundes sinnvoll wäre. Wäre das für unsere Hündin ein guter Ersatz oder bringt das am Ende nur mehr Probleme ins Haus? Einen Welpen würde ich nicht nehmen, eher einen erwachsenen ausgeglichenen Begleiter. Unsere Hündin ist sehr quirlig und teilweise sehr ängstlich gegenüber Artgenossen. Wir hatten probehalber mal einen Rüden da, da konnte unsere Hündin gar nicht ihre Angst ablegen.

      Wie seht ihr das? Sie macht ja anscheinend kein Drama, wenn wir außer Haus ist, aber wäre trotzdem ein Schmuse- und Spielpartner besser als ganz allein?

      LG

      • Ich denke, dass es nur noch mehr Stress für deine Hündin sein wird, wenn sie es nicht gewohnt ist.

        Bei mir gab es auch mal so eine Situation, als ich mich von meinem Mann getrennt hatte. Ich war im Schichtdienst tätig. In der Woche 10 Stunden ausser Haus und jedes 2. WE 14 Stunden.

        Ich würde dir empfehlen über einen Hundesitter nachzudenken. Jemanden dem du vertraust, der zwischen durch mit dem Hund spazieren geht.

        LG
        Janina & #hund Leo

        • (3) 16.11.13 - 15:45

          Nunja - Ich wüsste nicht, wer hier als Hundesitter dienen könnte, habe hier im Ort keine Bekannten, Freunde etc. pp. Bin auch eher der misstrauische Typ, der nicht so gern Fremde ins Haus lassen würde.

          Meine Großen fahren nun schon nach der Schule allein mit dem Bus nach Hause, damit die Kleine wenigstens nicht ganz so lange warten muss, aber sie lassen sie bloß in den Garten und spielen Ball, weil sie sich nicht allein zum Gassigehen trauen.

          Ich wäre ja der Hoffnung, dass ein selbstbewußter Hund, wo die Chemie stimmt, ihr sogar etwas die Nervosität und Ängstlichkeit abgewöhnen könnte. Leider hatte ich vorher noch keine Erfahrungen mit ängstlichen Hunden - meine Rüden (Spitz-Jagdterrier-Mix und Weißer Schäferhund) waren sehr selbstbewußt und wußten sich immer auf dem Grundstück zu beschäftigen - der eine hat Mäuse gejagd, der andere hat Haus und Hof bewacht. Aber beide Dinge liegen der Kleinen 5 kg-Maus nicht, sie kommt im Garten alleine um vor Angst, deshalb muss sie im Haus warten, bis die Kinder kommen und mit ihr raus gehen.

      hallo

      ich weiss jetzt nicht wie alt dein hund ist, aber einen zweiten würde ich auch abraten.
      wenn der hund das schon die ganze zeit gewohnt ist allein zu sein wenn du arbeiten musst, dann wird er es auch nicht vermissen, weisst du wie ich meine.

      ein zweiter hund heisst ja nicht das das gut geht, ich denke jetzt mal nicht dran was die alles anstellen könnten ;-)

      liebe grüße

    • bei uns haben sich vor kurzem auch unsere arbeitszeiten verändert mit der folge, dass unser hund jetzt um einiges länger allein sein muss als vorher.
      daher haben wir auch - aus den gleichen gründen wie du - über einen zweithund nachgedacht, uns letztlich aber dagegen entschieden, weil wir zuviel angst hatten, dass der schuß nach hinten losgeht. was, wenn sich die hunde nicht vertragen? was, wenn der neue hund nicht allein mag und in der zeit des alleinseins die bude zerlegt und den ersthund mit seinen ängsten und macken ansteckt? abgesehen davon, dass zwei hunde mehr arbeit machen als einer ...

      wenn dir die dauer des alleinseins des hundes probleme macht, dann würd ich an deiner stelle darüber nachdenken, ihn während eurer arbeitszeit irgendwo unterzubringen (hundepension, eltern, schwiegereltern, freunde etc.). dass ein hundesitter nicht in frage kommt, weil du in deiner abwesenheit niemanden ins haus lassen möchtest, kann ich nachvollziehen - da gehts mir ebenso.

      (6) 16.11.13 - 22:14

      Danke für eure Antworten,

      Die Kleine ist etwas über 1 Jahr alt, also noch sehr jung und lernfähig.

      Zum Thema Pflege bei Verwanden oder in Pension etc: Sie ist sehr fixiert auf mich, und wenn sie mich nicht bei sich haben kann, dann muss es wenigstens ihr Körbchen in ihrem Haus sein. Die Kombination fremde Leute UND fremde Umgebung macht sie wahnsinnig - da winselt sie, bzw. rennt unsicher umher und bellt jedes Knarren an. Ich weiß leider nicht, warum es so extrem ist - problematisch zeigte sich die Tatsache, dass sie als Welpe NIE draußen war. Wo sie zu uns kam, war schon viel der Prägezeit abgeschlossen. Da war ich noch zu Hause und ich war der erste Mensch, der mit ihr das Haus verlassen hatte. Anfangs bellte sie alles an, was sie sah - große Steine, umgestürzte Bäume, Fahnen, Menschen, Kinderwagen, Hunde....Mühsam lernte sie, dass alles harmloser ist, als sie dachte. Deswegen kam mir auch der Gedanke, dass ein reifer, erfahrener Hund ihr helfen könnte, die Welt besser zu verstehen. Aber wahrscheinlich habt ihr recht, dass es wirklich nicht die beste Idee ist.

      Das Alleinsein hatten wir fast von Anfang an trainiert - erst nur auf ihren Platz schicken und mal kurz rausgehen und dann nach und nach auch, wenn ich die Kinder wegbrachte. Sie benimmt sich da auch - aber seitdem ich nun unerwartet doch ne feste Anstellung bekommen habe, wächst irgendwie doch das schlechte Gewissen.

    • Hallo
      Ich habe zwei Hunde und wenn ich die Zeit zurück drehen könnte dann würde ich es nicht mehr tun. Zwei Hunde machen doppelt Arbeit und die erhöhte Hundesteuer nicht zu vergessen. Unsere Hunde spielen zwar ab und zu miteinander aber ansonsten sind es zwei eigenständige Wesen die jeder für sich in unserem Haushalt leben. Auch haben wir ein Hund den wir nicht von der Leine lassen können und der auch mal beim Gassi gehen rumzickt und sein Geschäft nicht macht. Muss er dann doch ganz dringend ausserhalb der Gassigehzeiten dann wird das mit Kindern schwer.. Ok ausser man hat einen Garten.

      • (8) 17.11.13 - 11:27

        Hallo!

        Du glaubst nicht, wie hilfreich Dein Beitrag jetzt für mich war.
        ich habe auch immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt - aber nach Deinem Beitrag, der eigentlich meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt, ist das Thema nun durch.
        Dafür hätte ich wirklich nicht die Kraft und die Nerven.

        Ich wünsche Euch dennoch auf jeden Fall, dass es sich irgendwie noch verbessert oder machbarer wird.

        Alles Liebe, liki

    Hi,

    ich würde nie wieder einen Einzelhund haben wollen, aber ich kann Dir weder zu noch abraten, weil ich nicht weiß, wie lange Du Zeit hast, die beiden Hunde aneinander und an das gemeinsame Alleinbleiben zu gewöhnen.

    Wir haben sehr gut Erfahrung gemacht, als wir zu unserer -damals- unsicheren Hündin einen mehr als selbstsicheren uns souveränen kleinen Rüden dazugeholt haben. Der hatte keine Angst vor nichts... und unsere Hündin wurde innerhalb kürzester Zeit zu einer absolut souveränen Rudelchefin - es folgte nämlich noch einer 3. Hund.

    Die Sicherheit, die ein anderer Hund geben kann, kann man als Mensch nicht geben. Aber man muss eben Zeti haben, um den richtigen Hundepartner zu finden und Zeit haben, um mit beiden dann auch zu arbeiten. Auch würde ich hier keinen großen Hund dazu holen, sondern auch einen kleinen / mittelgroßen Hund bis ca 12kg.

    Ein unsicherer, ängstlicher Hund kann sehr viel und sehr schnell von anderen Artgenossen lernen, aber der Partner muss eben wirklich gut sozialisiert sein und sollte nicht zu dominant sein. Wir haben das auf dem Hundeplatz gesehen: Vor einem Jahr kam ein großer, extrem ängstlicher Rüde zu uns. Einzelne Menschen - da kniff er die Rute bis an die Nase ein, fremde Geräusche - gleiches Spiel, Menschengruppe - da ging er rückwärts, etc. Insgesamt bestand der Hund nur aus eingekniffener Rute, angelegten Ohren, geduckter rückwärtsgerichteter Haltung... Bereits nach 3-4 Übungsstunden in der Gruppe entspannte er sich sichtlich, nach wenigen Wochen waren ihm bekannte Menschen kein Problem mehr - und Anfang Novembr hat er die Begleithundeprüfung bestanden (nicht perfekt, aber immerhin). Ihm haben die anderen Hunde sehr gut getan.

    Auch unsere große Hündin ist -mangels Prägung- oft unsicher. Auch ihr hilft unser kleiner Rüde sehr und die Entwicklung, die sie in den letzten 2 Jahren gemacht hat, ist enorm.

    Allerdings ist bei uns auch fast immer jemand zu Hause - was ich besonders am Anfang für wichtig halte. Ebenso sollte man die höhere Hundesteuer, Versicherung, TA, Futter, Hundeschule bedenken. Auch, dass man eben mit beiden gleichzeitg unterwegs sein können muss.

    Bezüglich Streit zwischen den Hunden, wenn sie alleine sind:
    In 10 Jahren Rudelhaltung ist das bei uns nie passiert - nur, wenn wir anwesend waren (und der Fehler lag idR dann bei uns). Wir achten ebn nur darauf, dass z.B. keine Kauknochen rumliegen. Spielzeug ist bei uns egal, weil sich nur der Rüde dafür interessiert. Unsere beiden haben sich "gesucht und gefunden" - mit unserer Hilfe. Sie spielen viel zusammen, kuscheln zusammen, etc. Auch alleine bleiben war von Anfang an möglich, weil eben der andere Hund da war und es kannte. Klar, Sana war jung und hat das ein oder andere mal "tolle" Ideen gehabt: Mülltüten zerrupfen und im Wohnzimmer verteilen, essbares klauen (unser Fehler - was lassen wir es auch für einen großen Hund erreichbar liegen), meine Dekofiguren aus Keramik fand sie toll zum Spielen... die Deko-Gänse fand ich mit fehlenden Füßen, abgebrochenen Köpfen etc auf dem Boden... Seit dem gibts Deko nur hinter Glas oder außer Reichweite. Wobei ich sagen muss: Sana ist echt erwachsen geworden. Kerzendeko für wihnachten kann sogar auf dem Tischstehen bleiben...

    Im Tierheim sitzen ganz oft tolle Familienhunde, die z.B. Scheidungsweisen sind, alleine bleiben kennen, gute Grunderziehung haben etc - so ein Hund könnte euch helfen, aber es sollte die erste Zeit jemand zu Hause sein (z.B: bei 3 Wochen Urlaub) und dann die Zeit des alleine bleibens gesteigert werden (nicht minutenweise wie beim Welpen, aber eben bis zu 4-5h über 2-3 Wochen). Oder, 2 Wochen voll Urlaub, 2 Wochen halbtags etc.

    Habt ihr eine Hundeschule, wo ihr hingeht? Vielleicht können die euch beraten, da sie euch und euren Hund kennen. Oder einen Hundesitter empfehlen, der zu euch nach Hause kommt und sich langsam in eurem Beisein an den Hund gewöhnt und dann eben täglich 2-3h da ist (wobei ich nicht weiß, wie lange euer Hund jetzt alleine ist - unsere pennen bis Mittag idR).

    Gruß
    Kim

    • (10) 18.11.13 - 22:12

      Danke für deine ausführliche Antwort.

      mein erster Hund, ein Spitz-Jagdterrier-Mix, von der Straße, war auch so ein toller sozialer und trotzdem selbstbewußter Hund. Wenn mir so einer nochmal über den Weg laufen würde...da könnte ich für nix garantieren:-)
      Der hatte kein Problem, als unser Schäferhund-Rüde dazukam. Die beiden hatten NIE irgendwelche Rangordnungskämpfe geführt.

      Ich habe im Tierheim hier wirklich schon feine Kerle gesehen - in dem Tierheim, wo unsere Katze her ist, sind die sogar sehr zuvorkommend und hilfsbereit beim Zusammenführen. Nur war bisher bei den kleineren Exemplaren oft das Problem: Kinder oder Katze.

      Hundeschule ist so ein Problem - ich kenne hier nur den Verein, ganz preiswert und so auch passabel - aber sehr viele große Hunde, dass mein Giftzwerg gar nicht aus dem Gebell kommt. Wir haben uns da nicht grad Freunde gemacht....
      In der Nachbarschaft gibt es einen Bolonka-Rüden, etwas älter - das ist einer der wenigen Hunde, wo unsere Kleine total aufgeht. So ein Wesen wie der wäre, glaube ich, wirklich ein Goldfund.

      Ja, das glaube ich, dass man da einige Zeit zu Hause sein muss zum Zusammenführen. Ich arbeite meistens 6-7 Wochen am Stück und habe dann immer zwischen 1 und 4 Wochen frei. Da kann man schon mal Zeit einräumen. Ich glaube, meine Töchter wären sehr glücklich, wenn sie sich nicht mehr um eine Leine streiten müssten. Die sind nämlich auch immer gerne mit von der Partie.

      Wir sind (in der Freizeit) viel unterwegs und bei der Kleinen hat sich das richtig gut eingeschliffen, dass sie stets mit von der Partie ist. Sie hat da echt eine passable Größe. War bei unseren Großen gar nicht so selbstverständlich, da unser Auto oft an die Kapazitätgrenze kam. Deswegen schon würde ich keinen Großen (momentan) mir mehr dazudenken. Ich denke so ein Kleiner wie diese Dame hier (5 kg, nicht ganz 20 cm hoch), wäre ausreichend.

      Letztendlich wird eh der Zufall mit entscheiden müssen - die Kriterien, die der Hund erfüllen muss, sind schon ganz schön eng gesteckt.

      Vielen Dank, auf jeden Fall hilft dein Feedback weiter

      • (11) 19.11.13 - 08:46

        Hi,

        eigentlich hört es sich doch gut an bei euch... und ein zweiter Hund könnte wirklich helfen. Aber sucht in aller Ruhe - und in der Zeit bis ein zweiter Hund einzieht (die Erfahrung dafür habt ihr ja!) nutzt doch für viele Kontake mit dem Bolonka-Rüden!

        "Hundeschule ist so ein Problem - ich kenne hier nur den Verein, ganz preiswert und so auch passabel - aber sehr viele große Hunde, dass mein Giftzwerg gar nicht aus dem Gebell kommt. Wir haben uns da nicht grad Freunde gemacht...."

        Na, dann haben die Trainer nicht viel Ahnung. Bei uns sind auch immer wieder Hunde, die jeden anderen anbellen / anpöbeln - da bitten wir die Leute nur, so oft wie möglich (am besten die erste Zeit Sa und So) zu kommen und erstmal einfach dabei zu sein. Gearbeitet wird dann so, wie es eben der Hund zulässt. IdR ist das Gebell dann nach 2-3 Gruppenstunden weitestgehend abgestellt - und das ohne Strafe sondern durch Gewöhnung und Ablenkung.

        Meine Große ist auch so ein "Unsicherheitspöbler", aber durch regelmäßiges Gruppentraining haben wir das gut hinbekommen.

        Ich meine, klar, es ist nervig, wenn irgendein Hunde ständig bellt und dadurch viel Unruhe in die Gruppe kommt, aber die Leute kommen doch zu uns, weil sie was dagegen tun wollen... das muss man doch unterstützen!

        Der Verein, der bei euch ist - ist das ein Schäferhundeverein? Wir haben in unserer Ortsgruppe mehr andersrassige Hunde als Schäferhunde ;-). Das fängt bei einem Yorkie, Mops & Jackie an und endet bei Rottweiler, Broholmer und Old English Mastiff... Mischlinge sind reichlich vertreten... Unser Sohn hat am 1.11. mit unserem Spike die BH bestanden...

        Falls Du mal schauen magst: www.sv-og-mayen.de

        Vielleicht findest Du so eine OG auch bei euch?

        LG
        Kim

        • (12) 20.11.13 - 11:44

          Hallo zurück,

          nein, das ist kein SV, sondern ein allgemeiner Hundesportverein. Aber bei uns ist es so ein stilles Gesetz - große Hunde brauchen Erziehung und Kleine sind sowieso unerziehbar. Eigentlich wollte ich ja auch nicht wegen dem Lernen von Grundkommandos mitmachen, sondern wegen den Kontakten zu anderen Hunden. Es war wirklich so, dass wir ankamen und sofort mit dem Training gestartet wurde, statt Spielzeit erstmal einzuräumen. Und wenn die Kleine dann direkt so giftig losbellt, wird sie gleich auf die Schiene geschoben: typisch Hundezwerg. Derweil ist sie sehr gut erzogen betreffs Grundkommandos, denn sie ist sehr begierig auf neue Übungen und Tricks. Nur wenn sie Angst hat, setzt es aus und der kleine lustige Kunststücktänzer wird zur hysterischen Furie. Ich muss wirklich mal schauen, ob wir noch einen anderen Verein oder Club finden (oder selber eine Spielgruppe gründen). Und der Weile werde ich immer wieder bei unserem Tierheim reinschauen, vielleicht ergibt sich ja was. Erzwingbar ist es ja eh nicht.

          VG

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