mein Hund und sein Schweineohr Seite: 2

                  • (26) 31.12.13 - 14:25

                    Das habe ich ja auch nicht gesagt.;-)

                    Ich habe nur versucht, zu erklären, was ich mit "lohnt sich doppelt" meinte. Zum einen meine ich es im Sinne von "etwas Besseres bekommen", zum anderen im wörtlichen Sinne, also die doppelte Menge - darauf bezog sich die Aussage, dass viele zum Abschluss auch das "Tauschobjekt" geben, also quasi erst das hochwertigere Leckerchen, den Ball oder was auch immer plus zusätzlich das Getauschte.

          (27) 30.12.13 - 17:50

          Für diesen Fall empfehle ich einfach, nochmals den letzten Satz meines Beitrages durchzulesen:

          >>Und mit der Zeit hat sich i. d. R. diese Übung so gefestigt, daß Du ihm das Ohr ohne Tauschangebot wegnehmen sollen könntest. durchzulesen<<

          Das beinhaltet natürlich auch Dinge die unterwegs gefunden werden. ;-)

          Allerdings brauche ich kaum darauf zu achten: Meine Hündin frißt unterwegs und ohne Leine nicht einfach so irgendetwas. Weder Pferdeäpfel, noch halbverweste Mäuse, Schafskot, oder achtlos weggeworfene Lebensmittel.

          Habe ich von Anfang an mit der beschriebenen Methode trainiert. Natürlich steckt viel viel Arbeit dahinter, aber dafür brauche ich nicht ständig wie eine Verrückte hinter meiner Hündin her zu rennen und auf der Hut zu sein, damit sie bloß nichts nimmt. Ich bekomme keine Schnappatmung, wenn ich sie an einer für mich unübersichtlichen Stelle länger schnüffelt, weil dort vielleicht etwas fressbares liegen könnte. Und so wird die viele Arbeit mit den vielen Trainingseinheiten jetzt durch ein sehr entspanntes spazieren gehen ausgeglichen.

          • Einen richtig aggressiven und aktiv drohenden futterneidischen Hund wirst Du durch Tauschen niemals umerziehen können. Der zeigt Dir - gelinde gesagt - 'nen Vogel.

            Und es sind auch zwei Paar Schuhe, einem Hund das Müllfressen abzugewöhnen oder eine Futterquelle zu verbieten. Das eine klappt über das Kommando "Aus" - das hat beim Verteidigen von Futter null Sinn.

            • Ach weißt Du, genau diese Sprüche habe ich gebetsmühlenartig zu hören bekommen, als ich meinen Hund erzogen habe. Mir wurde prophezeit, daß ich mir ein nicht zu bändigendes Monster heranziehe. Und genau die gleichen Leute haben mir auch erklärt, daß man mit Tauschen niemals Futterneid bekämpfen kann.

              Eigentlich hatte ich gedacht, ich hätte Dir mit dem Beispiel gezeigt, daß es doch gehen kann. Aber Du bist in dieser Hinsicht gedanklich genauso festgefahren, wie die Leute, die mir das nicht zu bändigende Monster vorhergesagt haben.

              Nun gut, ich habe nicht vor, Deine Meinung nicht zu ändern. Wenn Du weiter diese festgefahrene Schiene fahren willst - bitte! Ich habe kein Problem damit.

              Doch ich lerne immer noch dazu! Ich bin im Kopf nicht so zubetoniert, als daß ich nicht doch noch Wege und Möglichkeiten finde, es besser zu machen, auf andere gute Hundehalter und ihre Erfahrungen hören kann und alles positive für mich und meine Hündin herausziehe.

              Das Ergebnis meiner Erziehung sehe ich jetzt zu Hause. Und genau das zeigt mir, daß es gut und vollkommen richtig war, nicht auf die Leute zu hören, die mir vor über 9 Jahren das genau das erzählt haben, wie Du es tust. Denn dann hätte ich einen Problemhund zu Hause!

              • (30) 30.12.13 - 23:52

                Wenn du einem Hund einen Tausch anbietest, gibst du ihm damit eine Wahlmöglichkeit.

                Und was ist, wenn er sich gegen dein Tauschobjekt und für seine Beute entscheidet? Dann stehste blöd da. Richtig blöd, weil so ein Erfolgserlebnis sich ggf. blitzschnell abspeichert, und pfiffige Hunde in der Lage sind, es auf andere Situationen zu abstrahieren. Sie erleben dann schnell deine Ohnmacht und ihre Möglichkeit, dich zu beeinflussen.

                Es gibt nicht nur einen vermeidlich (!) guten Weg. Das hat weniger mit festgefahrenen Schienen als eher mit einem weiteren Horizont und mehr Auswahlmöglichkeiten zu tun, als nur ewig auf Tauschgeschäften rumzureiten und sie als Allheilmittel anzupreisen.

                Nicht selten ist es nötig, über das "AUS!" ein Meideverhalten auf Kommando zu erarbeiten, welches unabhängig von vorhandenen Tauschobjekten und dem positiven Wohlwollen des Hundes funktioniert. Dann agierst du, und der Hund hat zu reagieren. Was er auch tut, wenns richtig erarbeitet wurde.

                Zudem sollte man nicht vergessen, dass es sich bei der TE um einen 15 Wochen jungen Welpen handelt, und nicht um einen verkorksten TH-Hund mit unbekannter Genese. Da ist grundlegend erzieherisch noch mehr drin, als nur vorhandene Macken auszubügeln.

                Zu solchen Grundlagen sollte für jeden Hund gehören zu lernen, das Menschen auch mal was einfach nicht wollen und dulden, OHNE eine Alternative dazu anzubieten.
                Bsp.Wenn ich Ruhe haben will, biete ich dem Hund keine Selbstbeschäftigung, sondern fordere von ihm Ruhe.
                Wenn ich ein Kommando nicht oder nicht korrekt ausgeführt sehe, dann verlange ich alternativ kein anderes, sondern arbeite weiter an dem Erlernen der richtigen Umsetzung.
                Wenn ich nicht will, dass Gegenstand XYZ im Maul des Hundes ist, dann biete ich ihm nicht alternativ Gegenstand ABC an, damit er trotzdem was ins Maul nehmen kann.
                Wenn er nicht bellen soll, darf er auch nicht ersatzweise pfeifen oder jodeln.

                #winke Ute

                • (31) 31.12.13 - 00:33

                  Du bietest dem Hund IMMER eine Wahlmöglichkeit, wenn du ihn erziehst. Das erklärte Erziehungsziel ist ja, dass er sich aus mehreren möglichen Verhaltensweisen für die von dir bevorzugte entscheidet.

                  Hätte er keine Wahl, wäre es nicht Erziehung, sondern Verhaltensmanagement.

                  Natürlich steckt der Sinn funktionierender Erziehungsmethoden darin, die Wahl für den Hund so zu gestalten, dass sich immer das für uns erwünschte Verhalten als das wesentlich lohnenswertere darstellt.

                  Wenn du aber behauptest, bei einer Erziehung über Meideverhalten hätte der Hund keine Wahl (z.B. das Schweineohr immer so lange zu behalten, wie er sich dir körperlich widersetzen kann), lügst du dir selbst in die Tasche.

                  • (32) 31.12.13 - 00:45

                    "Wenn du aber behauptest, bei einer Erziehung über Meideverhalten hätte der Hund keine Wahl (z.B. das Schweineohr immer so lange zu behalten, wie er sich dir körperlich widersetzen kann), lügst du dir selbst in die Tasche. "

                    Aber nicht bei einem 15 Wochen alten Welpen. Wenn ich da dat Ohr haben will, krieg ich das auch. ;-)

                    Und manchmal ist Erziehung einfach Verhaltensmanagement. Es gibt im Leben genügend Situationen, da gibt's keine Wahl, keine Demokratie oder sowat. Da gibt's nur: Du tust, was ich dir sage! Das kann Leben retten.

            (33) 30.12.13 - 22:55

            Vor ein paar Wochen habe ich genau dazu ein Video gesehen - ein Tierschutzhund, der wirklich aggressiv futterneidisch war und dessen Pflegefrauchen mit Hilfe des Tauschens und Clickerns nicht nur erreicht hat, dass er den Futterneid abgelegt hat, sondern dass er dabei auch wirklich entspannt war und einfach in freudiger Erwartung, was es wohl Gutes als Ersatz gibt.

            Dieses Video suche ich jetzt schon seit 40min - aber ich weiß partout nicht mehr, über welche Seite ich dorthin gelangt war...

            Ich gebe Dir absolut Recht, dass es scheinbar erstmal ein Unterschied ist, ob ich einem Hund beibringen möchte, dass er draußen nichts aufnimmt oder ob ich ihm Futterneid abtrainieren möchte. Aber unter'm Strich funktioniert beides super über's Tauschen, weil beides etwas mit dem Vertrauensverhältnis zu tun hat - ein Hund, der draußen etwas nicht rausrückt, was er aufgenommen hat, sondern es schnell runterschlingt, hat genauso Angst davor, dass ich ihm seine "Beute" abnehmen will, wie ein Hund, der mich drinnen anknurrt, weil ich ihm den Knochen abnehmen möchte oder auch nur an ihm vorbeigehe.

(34) 30.12.13 - 10:26

Hallo!

Ach es gibt immer so viele Trainingsansätze. Im Endeffekt mußt du den finden der am besten zu dir passt. Halbherzige Sachen die du eigentlich nicht gut findest aber machst weil es dir jemand geraten hat gehen meist in die Hose.

Ich persönlich würde wenn es nötig ist das Schweineohr wegnehmen und mich von tackernden Hund nicht beeindrucken lassen. Ich würde ihn ordentlich anmeckern wenn er versucht mich zu tackern. Dann das Schweineohr nehmen und es für ihn woanders hinlegen und ihm den Platz zeigen. Das ist das was ich im Alltag auch brauche. Ich nehme meinen Hunden ihr Futter nicht weg. Gelegentlich lassen die aber mal ein Kauteil liegen und ich mag nicht riskieren dass ein Kind getackert wird weil es da einfach mal hinlangt.

Du kannst aber genauso gut tauschen üben. Das wird genauso ans Ziel führen. Es muß einfach eine Gewohnheit einsetzen dass es ganz normal ist wenn ein Mensch das Futter nimmt.

Von was ich Abstand nehmen würde sind solche Sachen wie am Halsband packen oder auf den Rücken drehen. Das zerstört nur Vertrauen.

Hunderudel sind wie Menschenfamilien sehr individuell. Ich denke ihr müsst euren Weg finden. Arbeite viel mit deinem Hund, bau Bindung und Vertrauen auf, dann erledigen sich viele Sachen von selber. Einiges muss aber auch einfach geübt werden.

LG Sabine

(35) 30.12.13 - 22:52

Öhm, um was für einen Welpen handelt es sich eigentlich? Rasse? Mix? Aus was? Geschwisterwelpen vorhanden gewesen? Was für Aufzuchtsbedingungen? Züchterwissen/Sozialisation?
Es gibt da schon rassebedingte Unterschiede, was Beutesicherungsverhalten und Kooperation an der Beute (In dem Falle ist das Schweineohr eher Beute als Nahrung.) betrifft. Auch können solche Dinge schon vom Züchter im Vorfeld der Abgabe ganz prima angebahnt werden -sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung.

Dann stellt sich mir die Frage, wozu dein Welpe nun unbedingt so'n blödes Schweineohr kauen soll? Es ist weder ernährungstechnisch wertvoll für ihn, noch eine sinnvolle Beschäftigung für die Zeit, in derer mal nicht im Mittelpunkt stehen soll (Da sollte er besser lernen, Ruhe zu geben und sich zu entspannen.), noch für den jungen Kauapparat und die Zähne besonders zuträglich.
Ich würd das ja eh ganz weglassen.

Ich habe mich nie bei meinen Hunden mit Tausch-Spielchen oder Bitte-Bitte aufgehalten, wenn sie auf die Art als Jungspund den Zwergenaufstand proben wollten. Eine eindeutig ungnädige Stimmlage, Körpersprache und ein zweifelsfrei bestimmtes, niemals zögerliches Auftreten des jeweiligen Menschen in meiner Familie, der mit dem Welpen grad was auszufechten hat, hat in der Regel gereicht. Ansonsten wurde sich genommen, was man als Mensch dem Hund nicht überlassen wollte, oder belassen, was man ihm freiwillig gegeben hat.

Allerdings überlegt hier keiner lange rum, was mit dem "zarten Hundeseelchen" dann wohl passiert, ob der danach auffe Couch muss oder nen bleibenden psychischen Schaden nimmt. Weil jeder hier weiss, dass das nicht passiert (der Psycho-Schaden), ein Hund nur ein Hund ist, und er sich UNSEREN Gepflogenheiten anzupassen hat.

Und selbstverständlich kann man den Hund im Genick oder ans Halsband packen, wenn man vorne was aus dem Maul ziehen will und der vor Zahneinsatz nicht Halt macht. Hey, das Teilchen ist 15 Wochen alt! Von dem würd ich mir doch nicht meine Finger kaputt tackern lassen. Da hilft manchmal nur, den irgendwo körperlich zu fixieren, damit nicht die Fingerchen im Schnabel der Schnappschildkröte landen. Ist doch logisch!

Ich erlebe immer wieder, dass die Menschen viel zu verkopft im Umgang mit ihren Hunden sind. Zu langes und zu viel Überlegen lässt wertvolle Zeit verstreichen, um zeitnahe positiv oder eben auch mal negativ auf den Hund einzuwirken.

Hundealltag ist kein rosa Ponyhof, in dem es keine negativen Emotionen gibt. Das hat sich doch erst die weibliche Hundeerzieherschaft ausgedacht. Genau so, wie man sich mit den eigenen Blagen nicht mehr auseinander setzen mag, und alles bis zum Erbrechen ausdiskutiert, genau so meidet man in der Tiererziehung den Einsatz negativer Einwirkung. Und ich denke dabei nicht im Entferntesten an körperliche Züchtigungen...

Hunde untereinander reagieren da viel intuitiver und situationsangemessener. Zur Not gibt's auch mal wat anne Backen. Da kommt doch keiner und sagt: "Ey, dat is mein Platz! Hömma, geh doch da hinten rüber, da is auch schön!"

Das können wir auch - wenn man mehr aus dem Bauch heraus agiert, und sich nicht in die Rolle des Reagierenden drängen lässt.

Im Moment werdet ihr wohl eher die reagierenden sein, und ich bin sicher, auch in anderen Situationen als nur am Schweineohr. Ihr merkt es nur nicht. Es hat der am meisten in einer Hund-Mensch-Gemeinschaft das Sagen, der den anderen am meisten manipuliert. Süße kleine Welpchen können auf eine ganz diskrete, sehr charmante Art ihre Menschen ziemlich schnell in vielen Situationen manipulieren.;-)

#winke Ute

  • (36) 01.01.14 - 11:29

    Hallo, also es handelt sich um einen mix. Die Mutter war ein border colli + golden retriver und der Vater ein Schäfer + Boxer mix.

    Geschwister waren auch da, aber was der vermehrer gemacht oder nicht gemacht hat kann ich nicht sagen, da wir ihn von einer Frau haben die angeblich allergisch gegen ihn war, und sie hat definitiv nichts mit dem hund gemacht, da er noch nicht mal Sitz konnte als wir ihn gekauft haben.

    Wir haben jetzt beschlossen das es erstmal kein Ohr mehr gibt, und werden uns mit dem Trainer in Verbindung setzten.

    Aber vielen dank für die Antwort

(37) 01.01.14 - 18:24

einfach gegen ein Leckerchen tauschen und danach das Schweineohr zurückgeben. Er begreift ratz fatz, dass er keine Angst um sein "Eigentum" haben braucht, da er es wieder bekommt.

(38) 02.01.14 - 13:01

Ihr dürft euch das auf keinen fall gefallen lassen, durchsetzen ist hier das A und O. Wenn er euch jetzt schon so auf der Nase rumtanzt ist das ein ernstes Authoritäts Problem. Versucht es mit konsequentem Auftreten und belohnt ihn dafür wenn er euch das Ohr überlässt mit einem Spielzeug oder anderem Lecker. Aufjedefall immer mal weg nehmen und zurückgeben, denn ihr bestimmt wann er es haben darf.

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