Angst vor Pferden verlieren

    • (1) 26.03.14 - 18:53

      Hallo,

      Unsere Familie wird demnächst Zuwachs bekommen. Meine Schwiegermutter ist jetzt berentet und schafft sich bzw. uns 2 Ponys an.

      Ich finde das toll v.a. für die Kinder, die gerne reiten und Bibi und Tina nachspielen.

      Ich habe aber i. Letzten Urlaub bemerkt, dass sich meine Pferdeangst nicht nur auf das reiten an sich und große Pferde beschränkt, sondern, dass ich auch beim Führen von kleinen Ponys Panik bekomme.

      Wenn ich an die Tiere denke, oder mir vorstelle z.B. zu misten oder füttern denke ich: alles kein Problem. Stehe ich dann davor, kriege ich Angst sie könnten mir (vorsätzlich) was tun. Total irrational, aber ist so.

      Wie kann ich das wegbekommen? Ich will ja schließlich auch mit den Kindern und den Ponys spazieren gehen.

      Danke und Gruß,

      Simone

      • (2) 26.03.14 - 19:45

        Hallo Simone,

        Ponys sind toll, aber bitte nicht einen auf "Bibi und Tina" machen. Wenn man reiten kann, die Ponys sich verstehen und man ein Wettrennen im Wald macht, spricht nichts dagegen. Leider denken viele, Ponys sind kleiner als Pferde und daher ungefährlicher. Dem ist nicht so.

        Zum einen ist hoffentlich klar, daß Ponys gut und gerne 30 Jahre und älter werden können und auch mal die ein oder andere "Ponykrankheit" mitbringen, die kostenintensiv sein kann.

        Die Angst kannst du nur besiegen, indem du auf Konfrontation gehst:

        - beobachte die Ponys oder andere Pferde auf der Weide beim Fressen. Schau, wie sie mit Artgenossen umgehen, vielleicht entdeckst du den Rangobersten und -niedrigen.

        Versuche deiner Angst auf den Grund zu gehen. Woher kommt sie? Hat dir ein Pferd mal etwas getan?

        Kein Pferd tut absichtlich etwas. Es hat immer einen Hintergrund.

        Ich weiß auch nicht, wie die eure Ponys drauf sind. Ob es ruhige Gemüter sind oder Rabauken, die gerne testen.

        Es würde helfen mit einer weiteren Person und einem Verlaßpferd oder -pony mal auf "Anfass-Kurs" zu gehen. Erst nur rangehen, Reaktionen abwarten, Pferd überall streicheln, mal ein paar Schritte zusammen gehen.

        Bis du deine Angst komplett überwältigt hast, würde ich an deiner Stelle nicht mit Pferden bzw. den Ponys hantieren. Es können immer Situationen entstehen, wo man ein Pferd in seine Schranken weisen muß und dementsprechend auch die Körpersprache einhalten muß. Mit Unsicherheit machst du nur vieles kaputt.

        Besuche doch sonst mal einen Reitstall und beschreib deine Sorgen. Gute Lehrer sind bereit, dir zu helfen.

        Wünsch dir viel Spaß und wenig Aufregung ;-)

        • (3) 26.03.14 - 20:10

          Hallo,

          Danke für deine Antwort. Meine Kinder sind 5 und 3 Jahre alt. Sie beschränken sich darauf, die Pferde ( egal welche) Amadeus und Sabrina zu nennen und zu bestimmen, wer wem gehört. Sie werden ausschließlich im Schritt geführt mit so einem Turtle Panzerding am Rücken.

          Das mit dem Reitstall ist eine gute Idee, das werde ich machen.

          Meine Schw.mutter ist eine begeisterte Tierretterin, wenn sie könnte würde sie einen Gnadenhof eröffnen. Zum Glück muss ich mich um garnichts kümmern, höchstens beim heumachen. Ich werde mich erst mal zurück halten und nur beobachten.

          Ich bin übrigens mal abgeworfen worden, sodass der Helm in zwei teile gebrochen ist und ich besinnungslos war.

          Danke nochmal,

          Simone

          • (4) 27.03.14 - 16:10

            Dann würde ich dir und deiner Schwiegermutter wirklich raten, sich mit der richtigen Versorgung von Ponys auseinanderzusetzen.

            Ebenso die diversen Krankheitsbilder. Finde das immer "toll", daß man sich Ponys anschafft, aber dann nicht erkennt, wenn sie mal ne Kolik haben oder schlimmeres. Ihr solltet euch in dem Fall auch immer "weiterbilden": Bücher lesen, Tierarzt bei Untersuchungen löchern, andere Pferdeleute fragen usw.

            Und noch ein ernstgemeinter Tip von mir selber als Ponybesitzerin: Ponys sind "Litzenflitzer" :-p Sie schaffen fast jeden Stromzaun, nur um auf ne bessere gewachsene Weide zu kommen. Denkt also an einen vernünftigen Zaun, ausgewogene Ernährung, Bewegung, Pflege und vor allem........gute Versicherung ;-)

      Hi,
      #zitter kennt sich denn deine Schwiegermutter wirklich so richtig mit Pferden aus? Reitet bzw. ritt sie?

      Ein bisschen Tierretteridealismus reicht nun wirklich nicht aus, um sich Ponys zu halten.

      Wenn sie keine fundierten Kenntnisse über Pferde besitzt, würde ich ihr an deiner Stelle meine Kinder nicht anvertrauen, um die Tierchen zu reiten.

      Es gibt auch Kurse für angstfreies Reiten, die werden deutschlandweit angeboten, vielleicht gibt's so etwas auch für den Umgang mit den Tieren.

      Vlg tina

      • Ja, das ist kein Problem. Meine schwiegerfamilie bewirtschaftet seit Generationen einen Bauernhof. Nur seit Jahren ohne Pferde. Das möchte meine SM jetzt ändern, wo sie mehr zeit hat. Vorher haben sie immer 2 Pferde gehabt, hauptsächlich für die Forstwirtschaft, die wurden aber auch geritten.

        Ich werde nicht reiten, ich will nur in der Lage sein, sie zu führen.

        • "Ich werde nicht reiten, ich will nur in der Lage sein, sie zu führen."

          Dazu reicht es aber bei Weitem nicht aus, keine Angst zu haben.
          Du solltest schon selbst Interesse am Umgang haben und m. E. auch reiten können, um die Verantwortung für Deine Kinder und die Ponys zu übernehmen.

          Ich bin übrigens im Laufe der Jahre zunehmend skeptisch, wenn ich dieses "haben immer schon Pferde gehabt" höre....
          Das kommt zu oft von "sorry" alten Leuten, die eben früher schwer arbeitende Pferde gehalten haben, die schon deshalb wesentlich toleranter waren, was (aus heutiger Sicht) unmögliche Haltung und Fütterung betrifft.

          LG

          • Doch, das reicht!
            Es sind meine Schwiegereltern, die die Tiere haben. Sie können das. Sie habendes schon mal geübt, die Vorraussetzungen sind gut. Und auch, wenn meine Schwiegereltern nie was von Monty Roberts gehört haben sind sie in der Lage die Tiere artgerecht zu versorgen. Undich bin einfach nur eine Begleitperson die eins von den Tieren am Strick hält. Ich muss vorher keine Pferdewirt Ausbildung g absolvieren.

            Ständig werden diese Rechtfertigungen verlangt.

            Hätte ich geschrieben: denkt ihr das hier Pferde gut aufgehoben wären? dann wäre ich für Belehrungen dankbar.

            Hier ging es jetzt nur um meine Angst. Wer desweiteren eine Hofbegehung zur Inspektion der vorhandenen Stallungen und Weiden machen möchte, der kann sich gerne per PN bei mir melden.

    Hallo Simone,

    ich selbst habe zwei Ponys und kann nur sagen, daß diese genauso viel Aufmerksamkeit, Zuwendung und "Arbeit" brauchen, wie die Großen (manchmal sogar etwas mehr)
    Die Kleinen sind sehr intelligent und versuchen schon auch mal gern, ihren Kopf durchzusetzen.

    Ich hoffe, sie werden nicht "nur" für die Kinder angeschafft (spreche aus Erfahrung), denn oft verlieren diese schnell das Interesse, vor allem wenn man weiß, wieviel Arbeit die Süßen machen.

    Natürlich ist es toll für Kids, aber dennoch sollte immer jemand da sein, der sich mit den Tieren auskennt, den sie respektieren und vertrauen. Ponys brauchen ihren Menschen, so ist meine Erfahrung, auf den sie sich verlassen können.
    Ich gehe viel mit den beiden im Wald laufen, machen Bodenarbeit usw., es gibt so allerlei, was man unternehmen kann.

    Ponys sind nicht unbedingt weniger pflegeintensiv, Tierarzt, Imfungen, Hufschmied, die ganzen Utensilien für die Tiere, das ist sehr wichtig für das Wohlbefinden der Tiere.

    Die Idee mit dem Reitverein ist gut, da kann man allerhand lernen und sich aneignen.

    Ich wünsche euch alles Liebe,

    Grüßle minkay

    Hallo,

    bitte nicht sauer sein, aber ich kenn die Skepsis hier verstehen. Ponys sind, wenn sie nicht gut erzogen und gut ausgelastet sind, oft richtig schlimm im Umgang.

    Deshalb wäre ich bei geretteten Ponys vorsichtig, man weiß nicht, was die schon alles erlebt haben und wie sie reagieren. Wenn ein Pony in einer Situation tota das Spinnen anfängt, hast du auch als Erwachsener wenig Chancen #zitter
    Und auch bei der Weidehaltung: Oft sind die Gräser auf den Weiden für Milchvieh, das 30 Liter Milch am Tag liefern soll. Kommen Ponys auf solche Weiden, ist die Krankheit Rehe vorprogarmmiert.

    Zu dir: Googel mal nach Bodenarbeit. Vielleicht kannst du Kontakt mit einem Trainer aufnehmen und mit ihm an deiner Beziehung zu den Tieren arbeiten.

    LG, der Mops

    (15) 31.03.14 - 16:03

    Hallo,

    es ist ja löblich, das die Schwiegermutter 2 Ponys retten möchte.

    Auch denke ich, das ein Landwirt grundsätzlich über Weidehaltung, Fütterung und Tierarzt, Schmied etc. Bescheid weiß (Milchvieh und Pferde haben andere Weidebedingungen...) bzw. in der Lage ist, sich grundsätzliches anzueignen.

    Nur, Ponys sind kein Spielzeug, um mal eben Bibi und Tina nach zu spielen. Sie brauchen tägliche Pflege und Beschäftigung, wenn son sturer Ponykopf unausgelastet ist, kommt der auf unglaubliche Ideen. Die gehen durch Zäune, wenn`s sein muss.
    Da ist dann eventuell nichts mehr mit spazieren gehen und 180-250 kg (Shetty, ein deutsches Reitpony kann an die 400 kg gehen) laufen flott vorneweg und Muttern wie ein Fähnchen hinterher....das kann bei Angst und Unwissen böse enden, nicht zu vergessen, das Kind sitzt unter Umständen oben drauf.

    Daher sollten auch geregte Ponys Bodenarbeit, Arbeit auf dem Viereck und im Gelände genießen. Ebenso sollten die Kinder Unterricht bekommen, damit sie in die Lage versetzt werden mit dem Tier um zu gehen.

    Die Angst vor Pferden kann nur im Umgang mit Ihnen "besiegt" werden. Am Besten in einem Reitstall putzen , tüddeln und mal drauf sitzen. Auch richtig führen will gelernt sein, wie schon gesagt, 250 kg können enorme Kräfte entwickeln (die zwicken unter Umständen auch....), es ist kein Hund.

    Ganz ehrlich, laßt es besser erst einmal und spendiert den Kindern lieber ein paar Reitstunden, da können alle Familienmitglieder auch am Besten sehen, ob sie dabei bleiben und wirkliches Interesse haben. Sonst hat die liebe Schwiegermutter viel, Arbeit mit den zweien.

    Beste Grüsse
    Jono

Ich besitze ein Therapie Pferd für ängstliche oder behinderte Menschen. Wo kommst du denn her? Lg Marie

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