Trainingsmethoden Cesar Millan - wie steht Ihr dazu?

    • (1) 28.04.14 - 09:06

      Hallo Ihr,

      ich schau den gerne an und ziehe gelegentlich auch Dinge aus der Sendung. Z.B. läuft meine Hündin mittlerweile spitzenmäßig an der Leine, seit ich sie - wie Millan in der Sendung - von vorne mit meinem Bein begrenzt habe. D.h. ich habe mein Beim seitlich gestreckt, wenn sie nach vorne wollte. Dabei habe ich sie nicht berührt.

      Im Moment arbeiten wir an dem Problem, dass Josie - ausschließlich wenn sie angeleint ist - andere Hunde ziemlich aggressiv angeht. Sprich: Wenn sie einen anderen Hund sieht, ist sie sofort auf 180 und knurrt und bellt und wirft sich in die Leine.

      Ich habe zufällig nun gestern eine Millan-Folge gesehen, in der es um einen ähnlichen Hund ging. Ich habe heute morgen beim Gassigehen also getestet... und Josie am Hintern angestupst, wenn sie anfing, sich aufzuregen. Das hat SUPER funktioniert. Ich hatte sofort ihre Aufmerksamkeit und konnte sie ansprechen. Sie hat sich dann gesetzt und wir haben ganz ruhig warten können, bis der andere Hund vorüber war.

      Das hat aber nun das andere Frauchen gesehen und mich direkt auf der Straße angeschrien, dass sie sehen würde, wie sehr mein Hund vor mir Angst hat und das dass "mit dem Treten" nicht gut sei... HALLO? Ich hab sie mit dem Bein BERÜHRT. Na gut, ist ja egal, was die denkt.

      Aber: Google ich Herrn Millan, gibts ja nun massenhaft Kritik an seiner Arbeit. Mich würde nun interessieren wie Ihr dazu steht und was genau daran als verwerflich beurteilt wird. Die komplette Auffassung der Mensch-Tier-Beziehung oder nur einzelne Trainingsmethoden?

      Danke vorab für Eure Antwort
      corny123

      • Seine Methoden sind zwar sehr umstritten, aber ich finde sie hilfreich und offensichtlich erfolgreich.
        Das einzige, das ich nicht mag sind die Würgehalsbänder. Geht gar nicht.

        • Die fand ich auch befremdlich. Wobei ich bisher nur Folgen gesehen habe, in denen er sie korrigierend am oberen Hals eingesetzt hat. Daran wirklich gezogen wurde nie, nur wie bei einem Halti die Kopfausrichtung geändert.

          • (4) 28.04.14 - 09:16

            Ich denke das kommt immer drauf an wie man diese Halsbänder einsetzt, mit viel Kraft und Zug das der Hund gewürgt wird ist falsch......

          • Er setzt die immer hoch an und doch, er zieht schon ordentlich dran, bzw. sie sind oft schon von vornherein sehr stramm.
            ich sehe die Sendung sehr gerne muss ich zugeben. Vor allem, weil oft wirklich schwierigen Hunden geholfen wird, damit sie nicht weggegeben werden müssen.

        Zeige mir bitte einen Hundetrainer, der nicht mit Würgehalsbändern arbeitet!

        Im Endeffekt machen doch alle was sie wollen.

    (7) 28.04.14 - 09:19

    Moin,

    ich bin kein Verfechter von CM, ich verurteile aber auch nicht seine Methoden.

    Ich finde, man muss seine Erziehungsmethode auf den einzelnen Hund anpassen.. Manche sind wahnsinnig sensibel und kneifen bei jedem lauteren Wort schon den Schwanz ein, manch anderen interessiert es nicht, wenn du ihn glatt über den Haufen rennst...

    Wir haben hier knapp 40 kg Sturkopf-Jungspund-Powerpaket, der in manchen Situationen auch einfach mal eine "Erinnerung" braucht, dass ich auch da bin. Das ist dann ein Knuff in die Seite (entweder seine Schulter und mein Knie oder seine Hüfte und mein Finger)... Und der "Knuff" ist garantiert nicht mehr, als wenn ich einen anderen Menschen anstupsen würde um zu sagen "Hey, hier bin ich"!

    Da kann man sicherlich NICHT von Gewalt gegen den Hund sprechen.

    Würgehalsbänder, Schlingen, Stachler und ähnliches lehne ich dabei aber ab!

    Grüße,

    Wibbi

    Ich finde den entsetzlich.

    Das ist kein "Berühren" weil die Stelle die der Milan nutzt sind die ungeschützten Nieren des Hundes. Das "berühren" fühlt sich also so an als würdest Du die Nackten Hoden Deines Mannes so "berühren". Da reicht wirklich schon leichter Druck für ganz massive Schmerzen.

    Wenn Du Deinen Hund nur berühren willst damit er Dich anschaut, dann reicht auch die Schulter. Aber bitte von den Nieren weg bleiben!

    Mich würde ja nicht wundern wenn mancher Hund den der Milan erzogen hat danach 1-2 Wochen Blut pinkelt.

    So manche Methode da ist wirklich nur pure Gewalt, und in vielen Folgen sieht man massive Fehler. Hunde die beschwichtigen werden weiter bedroht, bis sie gar nicht mehr wissen was sie machen sollen, in einer Folge erwürgt er einen Hund fast.

    Und der Würger oben am Hals ist fast noch schlimmer... Drück dir mal oberhalb der Schilddrüse auf den Hals, das tut echt weh! Da hält der Kehlkopf wesentlich mehr Druck aus...

    • Hm. Ich hab das anders empfunden und mache es wie gesagt auch anders. Ich "tupfe" Josie an der Hinterhand an.

      Ich denke, ich versuchs erstmal mit einem Halti. Gewalt ist hier wirklich nicht nötig, Josie ist ein ganz toller Hund, sie lernt schnell und mit wenig Aufwand.

      • (10) 28.04.14 - 09:42

        Mit einem Halti muss man sehr vorsichtig sein, weil man da dem eigenen Hund schnell ein Halswirbelsäulentrauma zufügt, wie bei einem Schleudertrauma. Das ist daher auch eine gewaltsame Methode.

        Ich würde eher dabei bleiben sie nur an der Kuppe zu berühren, wenn das hilft, aber auf keinen Fall diese Stelle die der Milan immer so deutlich zeigt, knapp vorm Oberschenkel die Ferse rein bohren, da genau sitzt die Niere.

        • (11) 28.04.14 - 09:47

          Das Problem ist, dass meine Hündin klein ist und ich zum einen groß bin, zum anderen i.d.R. ein Baby im Tragetuch dabei habe. Ich muss mich richtig Bücken zum "Antippen". Hab schon überlegt, eine von meinen alten Reitgerten zum Antippen zu verwenden, aber da hetzen mir die "Kollegen" wahrscheinlich direkt den Tierschutz auf den Hals ;-) Dass man am Halti nicht zieht, ist mir bewusst.

(13) 28.04.14 - 09:43

Ich finde ihn gut. Wende seine Methoden auch bei meinem Hund erfolgreich an

(14) 28.04.14 - 10:03

Hi,

ich denke, man muss eines berücksichtigen, wenn man CM sieht:

Es korrigiert Hunde in den USA - die Leute dort haben ein ganz anders Verständnis von Hundehaltung wie wir. Für uns ist es normal, unseren Hunden Auslauf und Beschäftigung zu bieten - in den USA ist es oft so, dass Hunde alle paar tage mal einen Spaziergang bekommen. Vorn Auslastung (kopfmäßig und körperlich) nicht zureden. Auch die generelle Einstellung zu bissigen Hunden (oder ähnlich schwierigen) ist nicht so "harmlos" wie bei uns. Dort wird wesentlich schneller eingeschläfert als hier.

Generell bin ich der Meinung:

Egal welcher Trainer, egal welchen "Guru-Status" jemand hat - NIEMALS sollte man alles unreflektiert übernehmen. Sicherlich gibt es Situationen, in denen ist auch der Meinung bin: geht gar nicht was CM macht. Andererseits hat er vielen Hunden schon geholfen und auch bei den Haltern ein Umdenken erreicht.

Und wenn ich sehe, wie oft hier bei uns Stachelwürger, Würgehalsbänder, Halti etc von "Otto-Normal-Hundehalter" eingesetzt werden - regelmäßig ohne Trainer oder mit Trainern, die sich selbst nicht anders zu helfen wissen, dann sollte jeder vor der eigenen Haustür kehren. Es gibt Situationen, in denen diese Mittel die letzte Chance eine Hundes sind, aber sie gehören in die Hände echter Fachleute.

Ich denke, es kommt immer auf den Hund an, wie man ihn korrigiert. Meiner Hündin brauche ich, wenn sie pöbelt nicht mit Leckerli oder dutzidutzi kommen. Sie schaltet dann komplett ab und nimmt nichts mehr wahr. Ich habe es auch damit versucht, sie wie CM mit den Fingern an der Schulter anzustupsen (fest) oder mit dem meinem Fuß an der Hinterhand (Oberschenkel) leicht "zu treten" (also anwinkeln und seitlich austreten). Keine Reaktion. Bei ihr hilft nur, wenn ich zu spät reagiere und sie nicht ablenke, die Wasserspritze. Dafür habe ich auch immer eine Wasserflasche dabei. In 98% der Fälle brauche ich sie nicht, aber in 2% schon. Das liegt aber oft auch am "Gegenüber" - sie hat mehrfach schlechte Erfahrung mit schwarz-weißen Bordercollies gemacht und kommen solche Hunde entgegen, hilft keine Ablenkung. aber das bekomme ich auch noch hin.

Gruß
Kim

  • (15) 28.04.14 - 10:20

    Danke für Deine Einschätzung, die deckt sich ziemlich mit meiner eigenen. Meine Hündin ist tendenzielle eher ängstlich, was mir aber bei der Erziehung hilft, weil sie froh ist, von mir Ansagen zu bekommen und dadurch geschützt zu sein. Wir trainieren jetzt fleissig in der Fußgängerzone und irgendwann werden wir hoffentlich andere Hunde nicht mehr wahrnehmen.

    (16) 28.04.14 - 10:25

    Hallo,

    deinen Beitrag unterschreibe ich.

    Man sollte niemals eine Methode eines gerade sehr medienwirksamen Hundetrainers 100 Prozent für den eigenen Hund übernehmen. Es kommt immer hauptsächlich auf den Hund an.

    Ich habe mir für meinen aus Unsicherheit leinenaggressiven, leider wahrscheinlich niemals mit anderen Hunden sozialisierten Hund aus dem Tierschutz, mit Hilfe einer örtlichen Trainerin einfach eine passende Methode zusammen gebastelt, auf die der Hund sehr gut anspricht.
    War zwar ein langer steiniger Weg, aber mittlerweile fahren wir beide gut damit.

    LG

    Nici

    (17) 28.04.14 - 12:26

    Genauso sehe ich das auch #pro

    LG Pechawa

(18) 28.04.14 - 17:31

Ich finde das Senden der Beiträge über CM kreuzgefährlich.

WEIL...

... dann Leute wie du, die durch ihre Unwissenheit ihrem Hund Macken und soziale Unzulänglichkeiten beigebracht haben, sich plötzlich für geeignete Hundeleute halten und lustig nach seinen vermeidlichen Methoden an ihren Hunden rum erziehen.

Man ist erst nicht in der Lage, selbst oder per Hundetrainer zu Hause seinen Hund in den Griff zu kriegen, und nach dem Schauen von ein paar CM-Sendungen ist man plötzlich so wissend und sehend, dass man das einfach so übernehmen kann? Nie im Leben!

Wie will man sich als offensichtlicher Laie mit so einem Hundemann gleich setzen können, der über viele Jahre die Mentalität der Hundehalter in USA kennt, die Hunde vor Ort live erlebt, mit vielen Hunden gearbeitet hat und mit vielen zusammen lebt?

Ich finde grundsätzlich keine seiner Methoden schlecht. Weil es immer irgendwo einen Hund gibt, auf den nichts anderes passt. Aber wer kann denn vorm Fernseher entscheiden, ob das gerade der Fall ist?

Hundeflüsterer, Katzenflüsterer oder Papageien- und Pferdeflüsterer gehören nicht ins Fernsehen! Die wirklich Verantwortungsvollen tun das auch nicht.

Ute

  • (19) 28.04.14 - 19:25

    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen....

    (20) 29.04.14 - 06:40

    Wobei ich schon gravierende Unterschiede zwischen den Trainingsmethoden von einem Martin Rütter zu einem Cesar Milan sehe.

    Und beim Rütter-Gedöns ist auch nicht so viel falsch zu machen - im Gegensatz zu CM.

    Und man darf auch nicht vergessen, dass für den europäischen Markt ganz andere Fehrnsehauftritte ausgewählt werden, als für den amerikanischen. Nach vielen Beschwerden vom deutschen Tierschutz darf in DE nicht mehr alles gezeigt werden.

    • (21) 29.04.14 - 06:54

      Oh ja, Martin Rütter würde an etliche Hunde, die CM "therapiert", nicht einmal ran gehen.#zitter Nicht viel falsch machen können heißt nicht, es richtiger zu machen.

      Nichts desto trotz ist es gefährlich, nur vom Sehen einer Sendung her selbst an seinem vermurksten Hund rum zu werkeln. Immer kann man sich so noch mehr Probleme ran erziehen, wenn das nötige Wissen fehlt.

      CM möchte ja jetzt durch Europa touren. In Amerika selbst interveniert der dortige Tierschutz inzwischen so stark, dass er sich offensichtlich gezwungen sieht, neue Märkte zu erschließen.

      In der Schweiz darf er sein Programm wohl nun nicht aufführen. Mal gucken, wie weit er in D kommt.

      • (22) 29.04.14 - 13:51

        Ich denke, er wird nicht weit kommen. Wir haben schon einen Hundeguru - da ist wenig Platz für einen zweiten. Außerdem hat er hier nicht wirklich eine Lobby - und einen zweiten Martin Rütter brauchen wir ja nun alle nicht.

        Ich sehe die Sache mit den sogenannten Tierflüsterern etwas anders. Ich finde es gut, dass es solche Formate gibt (außer die von CM), denn sie schaffen ein neues Bewusstsein für das Lebewesen Tier. Wer - außer vielleicht irgendwelche Hundeleute - kannte vor Martin Rütter schon das Wort positive Verstärkung oder den Futterbeutel? Heutzutage wird niemand mehr auf die Idee kommen, dass es ganz normal ist, den Hund durch aggressive Dominanz zu "erziehen".

        Sicher, der Rütter ist ein Showmensch geworden. Und sein letztes Programm habe ich mit viel Bauchschmerzen gesehen, als er seine eigene Vasektomie mit der Kastration von Rüden verglichen hat. Kein Wunder, wenn die Leute immer noch nicht schnallen, dass das zwei Baustellen sind.

        Aber er tut niemanden weh mit seinen Erziehungsmethoden. Im Gegensatz zu CM.

        LG

(25) 29.04.14 - 08:11

Hallo

Sehr gut gesagt.
Ich füge noch hinzu: Wer flüstert, der lügt...

Grüße
Nicole

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