Was ist nur los? Ich fühl mich, wie in einer Wochenbettdepression...

    • (1) 07.08.14 - 18:58

      Hallo,

      nun ist er seit knapp 1 Woche da - unser Spitzmischling. Er ist wirklich süss, versteht sich super mit unserer Tochter (8), hat jetzt in 2 Tagen drinnen Sitz und Platz einigermassen gut gelernt, was ich super finde... morgens, wenn man aufsteht, dann macht er Männchen, wedelt mit dem Schwanz und freut sich total...
      Mein Mann ist super, super glücklich, meine Tochter ebenso, sie legt sich neben ihn und ist einfach nur ruhig, wenn sie neben ihm liegt... er ist durchweg ein freundlicher, lieber Hund.

      Aber bei mir stimmts nicht :-(

      Bevor er kam , hab ich mich total auf ihn gefreut, konnte es gar nicht erwarten... jetzt ist er da und ich bin tottraurig... gestern kam die HUndetrainerin und fragte: Na, ist die Freude gross? Und sie sah mich mit einem strahlenden Lachen an... und ich, ich stand da, und hab nur sehr spärlich über die Lippen bekommen... ja.
      Oh mein Gott, was ist los? Ich fühl mich wie in eienr Wochenbettdepression... das spazieren gehen, macht mir gar nix aus, aber ich hab ständig das Gefühl, es ist irgendwie der falsche Hund...

      Eigentlich wollte ich einen Hund / Hündin, die vom Fell her weich sind und eher hell. Unser Charly ist halt schwarz/braun/braunrot. Naja, aber kann man denn so nach den Äusserlichkeiten gehen... ?!

      Ich bin selbst sehr verwirrt, weiss gar nicht, was ich jetzt machen soll... oder denken soll? Ob sich das noch gibt?

      Es ist definitiv nicht die super Freude, die ich haben sollte, wenn ein Tier ins Haus kommt. Ich übe zwar ständig mit ihm und knuddel ihn auch, aber eher ungern. Und ich finde das ganz schrecklich, weil ich das Gefühl habe, er merkt das... aber viell. bilde ich mir das auch ein...und er tut mir auch leid, das hat er nicht verdient...

      Meinem Mann das zu erzählen, geht gar nicht, der wird wütend, weil er halt sagt, ah ja jetzt ist der Hund halt da... und da hat er Recht!!!

      Aber ich musste mir das jetzt mal von der Seele schreiben.
      Ich weiss nicht, ob es jetzt derbe Antworten hagelt... verstehen könnt ich es, glaubt mir, ich fühl mich selbst so was von mies dabei...

      Aber das musste jatzt mal raus...

      • Hallo,also ich kann dich schon etwas verstehen,die Symphatie muss halt stimmen. Ich habe mir damals als ich mir mit 11 Jahren einen Hund aussuchen durfte lange gesucht. Bis irgendwann mir eine kleine 10 Wochen alte weiße Hündin auf den Schoß gelegt wurde und bei uns beiden war es Liebe auf den ersten Blick. Es fühlte sich richtig an,das war mein Hund! Und das Gefühl blieb 15 Jahre lang,bis ich sie erlösen musste. Wenn du dieses Gefühl nicht hast, dann war es für dich scheinbar nicht dein richtiger Wegbegleiter. Jedoch scheint er es für deine Tochter und deinen Mann zu sein. Gib ihm eine Chance...so lang ist er ja noch nicht bei euch.
        Einen besseren Rat kann ich dir leider nicht geben. Lass mal eine Zeit vergehen, er wächst dir sicher ans Herz.

        Kann es sein, dass du Probleme mit Veränderungen hast? Als meine Kinder geboren wurden ( vor allem beim älteren) hat mich die Erkenntnis, dass mein Leben nie wieder so sein wird, wie es einmal war deprimiert. Gewusst habe ich das natürlich vorher, aber es ist mir erst in den ersten zwei Tagen zu Hause richtig bewusst geworden. War irgendwie ein kleiner Abschied.

        Auch für dich wird sich ja einiges ändern, du hast noch ein Päckchen Verantwortung mehr zu tragen, bist viel eingeschränkter und musst dich viel nach dem Tier richten. Wahrscheinlich hast du dir das Leben mit Hund auch ein wenig besser geträumt.
        Je mehr man sich auf etwas freut, desto grösser ist die Gefahr erst einmal ein wenig enttäuscht zu sein.

        Mach dir keine Vorwürfe, er ist gerade erst gekommen, du hast noch jede Menge Zeit dich an ihn zu gewöhnen und ihn in dein Herz zu schliessen. Richtige Liebe fällt ja auch meistens nicht einfach vom Himmel :-)

        lg Luci
        ..der übrigens auch kleine temporäre Veränderunngen zu schaffen machen. Z.B denke ich mir jedes Mal, bevor wir in den Urlaub fahren,dass ich doch zu lieber zu Hause bleiben würde #gruebel. Bleibt oft bis zur ersten Nacht im Hotel, dass nochso schön sein kann...ich weiss, bisschen verrückt ist das schon, aber ich habe auch Freunde , die ähnlich fühlen ;-)

        Hey,

        die ersten Tage als ich meine Emmy hatte, hab ich manchmal ähnliche Gefühle gehabt. Obwohl ich mich total vorbereitet habe und mich riesig gefreut habe waren in den ersten Tagen Ängste da. In meinem Fall war das die Frage ob ich das alles schaffe und dem Tier gerecht werde.

        Zudem war es die ersten Wochen sehr anstrengend, da Emmy krank wurde und massiven Durchfall bekam. Ständig zum Tierarzt, Medikamente dem wiedersträubenden Welpen eingeben, gefühlte 100 mal am Tag Pfützen oder Durchfall wegwischen, nachts mehrfach aufstehen, sich Sorgen machen um das Tier... Da ist es auch ein oder zwei mal vorgekommen, dass ich vor Erschöpfung geweint habe und ich einige Zeit wirklich down war.

        Eine Bindung bzw. Freundschaft muss sich erst aufbauen. Manche Leute, wie dein Mann und deine Tochter können leichter Bindungen eingehen und sich auf neue Situationen einlassen. Andere Menschen, so wie du und ich, brauchen dafür eben länger und denken viel nach. Ich hatte eine wirklich enge Bindung zu meinem Hund erst als er ca. 1 Jahr war.

        Mach dir keine Sorgen. Dein Hund bekommt von deinem Mann und deiner Tochter so viel Aufmerksamkeit und Zuneigung, so dass du es etwas langsamer angehen lassen kannst. Versuche nicht verkrampft dich mit dem Hund zu beschäftigen, weil du ein schlechtes Gewissen hast sondern mach das locker und ohne Zwang.

        Ich würde mich freuen wenn du berichtest wie es die nächsten Wochen so läuft.

        LG

      • Hi,

        mach Dir nicht zu viele Sorgen - das wird schon noch, aber es braucht Zeit.

        Ich bin wie Dein Mann und Deine Tochter: ich liebe alles, was Fell hat (oder auch nicht) und kann mich schnell und vor allem flexibel auf das jeweilige Tier einlassen.

        Mein Mann ist da anders. Unsere Sana zug vor gut 2,5 Jahren ein - ganz bewusst ausgewählt für und von meinen Mann. Es hat sich aber im Laufe der Zeit einfach rausgestellt, dass die beiden irgendwie nicht das richtige Paar sind. Mein Mann hat unsere Sana sehr sehr gerne und sie ihn auch, aber das letzte Quentchen fehlt. Das merkt man in vielen Situationen: sie arbeitet mit ihm nicht, sie geht mit ihm spazieren - aber benimmt sich teilw. :-[ wie sie es bei mir idR nicht macht etc. Umgekehrt passt es bei Sana und mir perfekt - sie ist mein Mädchen und das merkt man im ganzen Umgang. Aber auch das brauchte Zeit - mein Mann sah das sehr früh - ich wollte es weder wahrhaben noch hatte ich im ersten Jahr dieses Gefühl. Heute ist das anders - wenn ich mein Mädchen sehe, wie sie sich entwickelt hat, wie sie mich anhimmelt, was sie alles für mich macht - da geht mir das Herz auf und ich habe Angst vor dem Tag, wenn sie gehen muss.

        Mein Mann hat seit 5 Monaten "sein Mädchen": eine Kurzhaarcolliehündin, in die er sich auf einem Bild verliebt hat. Die Zweifel, die er bei Sana nach der Adoption hatte, kamen hier gar nicht erst auf. Als er Yule bei der Abholung das erste Mal gesehen hat, da war klar: es passt und zwar auf beiden Seiten. Die beiden sind ein Dreamteam und für Yule gibt es niemand wichtigeren als meinen Mann. Ich kann damit sehr gut leben - habe ich doch zwei Hunde, die absolut auf mich bezogen sind. Das heisst aber nicht, dass ich Yule nicht sehr gerne habe - ich liebe die kleine Maus, aber mir ist bewusst, dass sie und ich niemals diese Nähe haben werden wie mein Mann und Yule.

        Gibt Dir und dem Hund einfach Zeit. Erzwinge nichts. Vor allem ist es wirklich eine große Umstellung, wenn ihr den ersten Hund habt - all das braucht Zeit zum Wachsen. Du hast Dir vorher so viele Gedanken gemacht, dass ich es völlig normal finde, dass jetzt kleine Zweifel kommen - Du wolltest und willst nichts falsch machen. Versuch einfach, dich auf den kleinen Kerl einzulassen - er macht es Dir leicht. Halte Dich nicht an Äußerlichkeiten auf - schau ihm in die Augen und ins Herz - das alleine ist wichtig. Und sollte sich im Laufe der Zeit rausstellen, dass es bei euch so läuft wie bei meinem Mann und Sana... es hindert euch doch nichts, nach Deinem Traumhund zu suchen...;-)

        LG
        Kim

        vergessen:

        magst Du mal ein Bild zeigen? Wie heisst der kleine Kerl denn?

      • Hallo,

        ich freue mich richtig, dass du das so ehrlich geschrieben hast.

        Auch mir erging es die ersten Tage/Wochen ähnlich wie dir. Ich habe mir viele Jahre einen Hund gewünscht, weil wir in der Familie immer Hunde hatten, leider haben einige Jahre die Umstände (Wohnung, in der bereits Katzen mit an Bord waren) nicht gepasst.

        Dann war alles mit Haus/Grundstück in Sack und Tüten. Allerdings waren mein Mann und ich noch in vollem Umfang am Renovieren, als wir einzogen. Unsere drei Katzen hatten enorme Schwierigkeiten, das Haus als ihr neues Heim zu akzeptieren. Da wir nur eine Straße weiter gezogen sind, mussten wir die drei aufwändig jeden Tag wieder "einsammeln" und in ihre neue Heimstadt verfrachten.

        Umzug/Stress mit der Renovierarbeiten/Sorge, wie die Katzen auf den Hund reagieren würden hatten mich eigentlich voll im Griff. Die Zeitplanung war etwas nach hinten gerutscht, Unser Hund (den ich als ehrenamtliche Gassigängerin schon 1 1/2 Jahre kannte) wurde geholt und sollte draußen im Zwinger bleiben.
        Wir konnten das Abholen nicht nach hinten verschieben, weil ich im Tierheim fest zugesagt hatte, den Hund genau an diesem Tag abzuholen.

        Ich kann dir sagen, dass ich die ersten Wochen kaum Freude gespürt habe. Eigentlich hätte ich superglücklich sein müssen, dass ich nun endlich meinen ersehnten Hund zu mir holen konnte. Aber irgendwie war ich überfordert mit Umzug, Umgewöhnung der Katzen (die gegenüber dem Hund extrem zickig waren). Eine Katze zeigte ihren Protest gegen den Hund überdeutlich, in dem sie unser neues Grundstück mied wie die Pest.
        Der Hund kläffte und quietschte wie ein Wahnsinniger, wenn ich ihn abends in den Zwinger sperrte. Das hielt gefühlt bis zum nächsten Morgen an und ich war fix und fertig allein von dem Gedanken, dass unsere neuen Nachbarn uns aufgrund des Hundes wohl bald zum Mond wünschen würden.

        Kurzum, eine aufregende, stressige Zeit, in der ich manches Mal geheult habe, weil ich dachte, das mit dem Hund, den Katzen und dem ständigen Gekläffe kriege ich nie in den Griff. Dazu kamen noch die Handwerker, die ständig im Haus waren. Als mein Urlaub zu Ende ging, musste ich wieder arbeiten (Vollzeit). Also im Grunde genommen zu wenig Zeit für alles.

        Der Hund lebte sich ein, die Katzen und er schlafen nun auf einer Decke;-) - das hat allerdings sehr lange gebraucht -. Unser Fritzi hat sich ins Haus eingeschlichen, erst nur der Keller, dann der Flur, dann die Küche und heute darf er überall hinein.
        Die Bindung zum Hund hat sich erst step by step aufgebaut. Aus heutiger Sicht weiß ich, dass es naiv war von mir zu glauben, dass ab dem ersten Tag alles perfekt laufen kann.
        Seine Leinenaggression hat mir zu Anfang schwer zu schaffen gemacht und mir auch viele Tränen entlockt.
        Heute - zwei Hundetrainer später - gehe ich entspannt und locker damit um. Es klappt schon viel besser, ich freue mich über jeden Fortschritt. Da unser Fritzi schon geschätzt 10 - 11 Jahre war, als wir ihn holten, dürfte sich das Verhalten über sehr lange Zeit manifestiert haben, mir wurde von beiden Trainern bestätigt, dass es sich nicht mehr ganz ausmerzen lassen wird. Das haben ich nun akzeptiert und bin dahingehend sehr gelassen geworden. ist zwar immer noch nicht angenehm, wenn er große schwarze Hunde ankläfft wie blöde, aber im Zweifelsfall kläre ich den jeweiligen HH auf. Meist ergibt sich noch ein nettes Gespräch, wenn der Geräuschpegel meines kläffenden Hundes das zulässt.

        Also Kopf hoch: wird schon!
        Versuche nach dem Prinzip zu handeln, dass man nichts erzwingen kann.

        LG

        Nici

        Hi
        Vielleicht ist es das bei dir, dass dir nun die verantwortung klar wird. Genauso wie bei der geburt eines kindes, verändert auch ein hund das familiengefüge. Manchmal braucht es auch einfach zeit, bis man jemanden ins herz schliesst. Mir ging es so zb mit meiner zweiten tochter. Das erste vierteljahr stellte sich bei mir ihr gegenüber nichts ein, warum auch immer. Das war bei meiner ersten tochter nicht so und bei meinem dritten kind auch nicht.
        Wir haben uns vor drei wochen einen hund aus dem tierschutz ausgesucht, via internet und sind dann vier stunden hingefahren, haben sie dort bei einer pflegefamilie abgeholt. Das war mehr oder weniger liebe auf den ersten blick. Nun haben wir unseren alten hund mit 9 jahren und den jungen hüpfer mit 2,5 jahren. Sie ist einfach super und passte sofort in die familie. Allerdings liebe ich boxer total, daher gefällt sie mir auch optisch super. Da ich mit boxern aufwuchs, kenne ich auch den grundcharacter und wusste, so einen möchte ich wieder.
        Lass euch beiden zeit und vor allem muss eine person die hauptbezugsperson sein, und zwar aus vollem herzen. Das bin bei uns ich. Ich verbringe die meiste zeit mit unserer jungen, sie folgt mir auch, draussen, schon super.

        Lg conny

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