Hund einschläfern lassen?

    • (1) 14.10.14 - 14:09

      Hallo ihr lieben #winke

      wir stehen als Familie vor einer nicht wirklich schönen Entscheidung. Es geht um unseren Jack Russel Terrier. Er wird im Februar 20 Jahre alt, auch für einen kleinen Hund ein beachtliches Alter.

      Nun ist es so das er immer mehr abbaut. Er ist in den letzten Monaten "eingefallen", hat ein Augenlicht verloren als er vor ca. einem Jahr beim spielen mit unserem anderen Hund einen kleinen Ast ins Auge bekommen hat (Netzhautablösung) und auf dem anderen Auge hat er grauen Star. Er hat motorische Ausfälle, schwankt und wackelt beim aufstehen, fällt manchmal um. Hören tut er fast garnichts mehr und Zähne sind auch nur noch vereinzelt vorhanden. Er hat ein paar Fettgeschwüre überall, ansonsten ist Herzmäßig alles in Ordnung. Sagt zumindest der Tierarzt.

      Es frisst, kann Kot und Urin absetzen und freut sich auch wenn man mit ihm kuschelt, ihn streichelt etc. Aber es bricht mir das Herz ihn so zu sehen. Er wirkt oft orientierungslos, erschrickt, wenn man neben ihm steht und bellt manchmal minutenlang grundlos in die Luft.
      Er schläft fast den ganzen Tag.

      Er war immer so aufgedreht, quirrlig, ein wunderbarer Freund der mich mein ganzes Leben lang begleitet hat. Ich erinnere mich noch an damals als wir beim Züchter waren und meine Eltern mir sagten ich solle einen aussuchen. Ich nahm den, der ängstlich in der Ecke saß anstatt einen von den Welpen die freundlich angerannt kamen und an meinen Schnürsenkeln knabberten.

      Ich Frage mich ob er leidet? Ich finde es sieht nicht glücklich aus. Ist dieses Leben noch lebenswert? Für einen Hund, der von Natur aus ein echter Wirbelwind ist. Ich stelle mir die Frage ob wir das "Recht" haben dieses Leben zu beenden.
      Ich habe Angst davor das er sich quält und es nur nicht zeigt. Wie würdet ihr entscheiden? Es ist einfach so schwer für mich.

      Liebe Grüße

      • (2) 14.10.14 - 14:11

        Schwer, aber solange er nicht leidet keine schmerzen hat oder den Kot und Urin nicht hält würde ich nichts machen, er ist eben ein Opa da schläft man mehr ist weniger fit .....

        • Hunde leiden still. Wenn man sieht, das sie was haben, ist es meistens schon weit fortgeschritten. Unser berni hatte auch ne "Fettgeschwulst" an der pfote. Mit 9 wurde er operiert. Die Geschwulst war zwar weg, stellte sich aber als maßt Tumor heraus. Er war fit bis zum Schluß. Unser tierarzt meinte wow. Nen 10 jähriger berni der so fit ist und rüber kommt als sei er max. 5. Wir wussten ja was auf uns zukommt mit der Diagnose masttumor. Die Geschwulst kam wieder und auch weitere. Und von einem tag auf den anderen konnte er kaum noch laufen. Mein mann ist zum Tierarzt und hat in nach der untersuchung erlösen lassen.

          An die te. 20 ist nen stolzes alter. Wenn du den Eindruck hast, das euer kurzer sich in irgendeiner Weise quält. Dann tu es. Es ist traurig, ja, aber es ist besser, als ihn leiden zu lassen.

          • Ok dachte so ein Geschwulst sei nicht so schlimm. Wenn er leidet würde ich es auch tun, wir haben unseren Rüden mit 3 einschläfern müssen ich weiß wie schwer so eine Entscheidung ist, man sah ihm aber an das es nicht weiter geht er konnte nix einhalten noch Essen noch bewegen #heul

            • Nicht jede fettgeschwulst ist nen bösartiger masttumor. Aber wenn es schon mehrere sind kann fast davon ausgehen und in den inneren organen sieht man die von aussen nichtmal. Wie auch immer. Um herauszufinden ob oder ob nicht, muss man operieren.

      Das klingt jetzt vielleicht ein wenig komisch, aber Du wirst es an seinem Augen sehen, wenn er gehen will.

      Das sage ich jetzt nicht weil ich ein spiritueller Mensch bin, aber man sieht es dem Tier an zumindest kann ich das für Hund und Katze sagen.

      Er frißt, Kot und Urin normal, Herz in Ordnung...ja er ist halt ein Uropa...aber wenn er doch das schmusen und streicheln genießt! Dann gib es ihm solange er das möchte!

      (8) 14.10.14 - 15:04

      Hi,

      mein Pancho (Dackel-Terrier-Mix in der Größe eines JRT) wurde mindestens 17,5 Jahre alt - div. Tierärzte meinten, er wärde eher noch 1-2 Jahre älter.

      All die von Dir beschriebenen Situationen kenne ich von Pancho. Er war fast blind (hell/dunkel ging tagsüber noch, nachts nicht mehr), schwerhörig, herzkrank (aber schon als wir ihn mit mind. 10 Jahren übernommen haben), dement (orientierungslos, grundlos bellen sind Zeichen dafür, die auch mein Pancho hatte!). Es wundert mich auch nicht, dass er immer mal wieder erschrickt. Er sieht nichts mehr bzw. wenig, hört nichts mehr, wird geistig oft einfach abwesend sein. Auch die körperliche Schwäche ist völlig normal ab einem gewissen Alter, aber kein grundsätzliches Problem.

      Alte Hunde schlafen sehr viel - völlig normal. Unser Pancho hat rund 22h täglich geschlafen. Mehr oder weniger fest. Oft lag er auch auf seinem Lieblingsplatz, in eine Decke eingekuschelt (er fror sehr schnell - kam ursprünglich aus Mallorca) und beobachtete soweit er sehen und hören konnte.

      Wir haben Pancho vor einer Berührung IMMER angesprochen, keine Möbel mehr umgestellt, möglichst nichts verändert. Dafür gesorgt, dass ihm immer warm war, Spaziergänge an ihn angepasst bzw. ihn getragen, wenn er müde wurde (so lange, bis er zappelte und wieder selbst laufen wollte), haben respektiert, wenn er z.B. mal einen Spaziergang nicht mitgehen wollte. Dafür hat er mit fast bis zum Schluß auf Trab gehalten... im Alter konnte er ohne Leine laufen und wenn er nicht angeleint werden wollte, dann wurde das alte Männlein nicht nur schnell, sondern auch trickreich :-) - er liess mich bis auf knapp 1m rankommen und rannte dann wieder 10m weg. Dabei hatte er sichtbar Spaß #verliebt

      Den letzten richtigen Spaziergang haben wir zwei Tage vor seinem Tod gemacht. Ich wusste, wir haben nicht mehr viel Zeit, aber er wollte unbedingt mit und es war so ein schöner Herbsttag! Ganz gemütlich waren wir unterwegs - mit allen drei Hunden und vielen Schnupperpausen. Das war samstags. Sonntags wollte er nur noch morgens und abends eine Pipirunde mitgehen. Und Montag Morgen nichtmal mehr das. Ich hatte ihn fertig angezogen, aber seine Augen zeigten "ich bin müde und bereit, mein Körbchen zu räumen" - ich haben ihn die ganze Morgenrunde auf dem Arm getragen, ohne dass er Anstalten machte selbst laufen zu wollen. Mittags haben wir seine Seele fliegen lassen #heul - bei strahlendem Sonnenschein an einem Novembertag. Fast vier Jahre ist das jetzt her (23.11.10).

      Beobachte Deinen kleinen Kerl - hat er noch Freude am Schnuppern, gemütlich spazieren gehen, kuscheln, fressen - dann ist seine Zeit noch nicht gekommen. Ich bin sicher, nach so langer gemeinsamer Zeit (wir hatten nur gut 7,5 Jahre) wirst Du erkennen, wenn er bereit ist zu gehen.

      In dem Alter und ohne Krankheiten zeigen sie es, wenn sie müde sind. Und die Entscheidung ist dann leicht - das Leben danach erstmal nicht, auch wenn man weiß, es war richtig! Die Dankbarkeit für so viele gemeinsame Jahre kommt später - und dann kann man auch irgendwann wieder lachen.

      Ich vermisse mein Männlein und bin grad fürchterlich am #heul, aber ich denke sehr gerne an unsere gemeinsame Zeit zurück und daran, dass er ohne uns diese schönen 7,5 Jahre nicht gehabt hätte.... es wollte ihn nämlich nach der Rettung aus der Tötungsstation weder in Mallorca noch in Deutschland jemand haben, weil er klein, alt und dazu noch herzkrank war. Dabei war Pancho so ein süßer Kerl #verliebt und der beste Freund unseres Sohnes!

      Liebe Grüße
      Kim

      P.s.: Bild ist in meiner VK

      • (9) 14.10.14 - 15:51

        Oh Mann, dein Beitrag hat gerade einen richtigen Weinkrampf bei mir ausgelöst! Man liest richtig heraus, wie sehr dir dieser Hund am Herzen lag und wie du ihn vermisst.

        Und ich kann dir nur zustimmen. Ich musste inzwischen leider auch so viele Tiere gehen lassen und alle brauchten sie Unterstützung vom Tierarzt als es soweit war. Und ja, es stimmt: sie zeigen, wenn es Zeit für sie ist zu gehen.

        Daher an die TE: macht eurem Senior eine schöne Zeit und beobachtet ihn genau. Irgendwann zeigt er euch, dass er nicht mehr kann. Und dann schafft man es auch den eigenen Egoismus beiseite zu schieben und den Schritt zu machen, obwohl es weh tut.

        Alles Gute für euch!

        • (10) 15.10.14 - 16:49

          Das wollte ich gar nicht...

          Aber ja, ich habe mein Männlein sehr geliebt bzw. ich tue es immer noch. Es war bei uns beiden Liebe auf den ersten Blick. Ich bin froh, dankbar und glücklich, dass er so lange bei uns war - die Prognose damals lautete "6 Monate - wenn wir Glück haben".

          Als die Tierheimleiterin aus Mallorca zusammen mit der Leiterin "unseres" Tierheims einige Wochen nach Panchos Adoption zu uns kam (überraschend und unangemeldet), weinte sie auch, als sie an unserem Garten vorbeiging und von Pancho fröhlich verbellt wurde.

          Aber nicht, weil sie traurig war, sondern weil Pancho so ein fröhlicher, aufgeweckter Kerl geworden war - im Tierheim auf Mallorca hatte er sich aufgegeben und wurde deshalb nach Deutschland gebracht mit der Hoffnung, dass sich hier jemand für ihn findet. Aber auch das hat 6 Monate gedauert und er wurde immer übersehen, weil er einfach unauffällig war - er hat nicht gebellt, ist nicht rumgesprungen - sah einfach aus als dachte er "mich will eh keiner".

          Ich werde nie vergessen, wie er anfing zu wedeln, am Zaun neben mir herging als ich ihn ansprach - niemals nicht hätte ich ihn dalassen können #verliebt :-)

          Oh ja... mein Männlein, mein kleiner Napoleon - ich vermisse ihn, aber noch viel mehr freue ich mich, dass er im Alter glücklich und sicher sein durfte und zufrieden über die Regenbogenbrücke gegangen ist.

          • (11) 15.10.14 - 17:45

            Das finde ich toll. Er war bestimmt sehr glücklich bei Euch! :-)

            Ich finde es auch immer wieder schrecklich, ein Tier gehen zu lassen. Aber nach dem Schmerz kommen die schönen Erinnerungen zurück und ich weiß wieder, warum ich mir das immer wieder "antue".

      (12) 15.10.14 - 16:26

      Toll!! Jetzt hock ich im Garten am Tisch mit Laptop und heule!
      Hoffentlich sieht mich keiner.

      Mona

      • (13) 15.10.14 - 16:51

        So war das gar nicht gemeint :-). Ich wollte doch nur deutlich machen, wie man erkennen kann, ob der eigene Senior noch ein lebenswertes Leben hat.

        Ich habe mein Männlein sehr geliebt bzw. ich tue es immer noch. Es war bei uns beiden Liebe auf den ersten Blick. Ich bin froh, dankbar und glücklich, dass er so lange bei uns war - die Prognose damals lautete "6 Monate - wenn wir Glück haben".

        Als die Tierheimleiterin aus Mallorca zusammen mit der Leiterin "unseres" Tierheims einige Wochen nach Panchos Adoption zu uns kam (überraschend und unangemeldet), weinte sie auch, als sie an unserem Garten vorbeiging und von Pancho fröhlich verbellt wurde.

        Aber nicht, weil sie traurig war, sondern weil Pancho so ein fröhlicher, aufgeweckter Kerl geworden war - im Tierheim auf Mallorca hatte er sich aufgegeben und wurde deshalb nach Deutschland gebracht mit der Hoffnung, dass sich hier jemand für ihn findet. Aber auch das hat 6 Monate gedauert und er wurde immer übersehen, weil er einfach unauffällig war - er hat nicht gebellt, ist nicht rumgesprungen - sah einfach aus als dachte er "mich will eh keiner".

        Ich werde nie vergessen, wie er anfing zu wedeln, am Zaun neben mir herging als ich ihn ansprach - niemals nicht hätte ich ihn dalassen können #verliebt :-)

        Oh ja... mein Männlein, mein kleiner Napoleon - ich vermisse ihn, aber noch viel mehr freue ich mich, dass er im Alter glücklich und sicher sein durfte und zufrieden über die Regenbogenbrücke gegangen ist.

        Gruß
        Kim

Hallo!

Uralt sein ist immer Mist. Egal ob Mensch oder Tier, wenn man fast blind, taub, unbeweglich, dement geworden ist, nur noch kurze Strecken laufen kann, und so unendlich müde ist, dann ist das für niemanden ein tolles Leben mehr.

Aber solange keine Schmerzen da sind, solange es manchmal noch schöne Stunden gibt, finde ich es richtig, diese schönen Stunden auch noch zu zu lassen. Sie sind sicher seltener, aber um so wertvoller.

Wenn es wirklich nicht mehr geht wirst Du es merken. Etwa wenn er nicht mehr raus gehen will, nicht mehr aufstehen kann, auch nicht beim dritten Versuch, und er so wässrige, trübe Augen hat...

Und Gott sei Dank ist er ein Hund. Hunde denken nicht so nach wie wir, die nehmen sich anders wahr und grübeln nicht drüber, dass es ihnen früher doch viel besser ging und wie doof das im Moment ist. Für einen Hund zählt immer nur das hier und jetzt, so wie es heute ist, ist es eben, er grämt sich da bestimmt nicht. Das ist ja bei alten Menschen oft das schlimmste, dass sie die eigene Hilflosigkeit so miterleben, den körperlichen Verfall spüren - das passiert einem Hund sicher nicht.

Hallo,
es ist immer sehr schwer. Aber ich sage immer, alte Menschen sind auch gebrechlich, sie können das zwar nicht selber entscheiden, aber trotzdem ist ein alter Mensch auch noch Lebenswert.
Bis letzte Woche hatten wir auch noch unseren Hunde Opa zuhause. Er hatte viele Leiden, die aber mit großer Abwägung erträglich waren, auch mit Absprache des Tierarztes, hätte er schmerzen gezeigt, hätten wir ihn schon früher gehen lassen.
Er hatte noch so eine Lebensfreude, wäre noch gerne bei uns geblieben, war so stark, aber er bekam plötzliches Nierenversagen und wir mußten ihn einschläfern. Wir haben immer auf diesen Moment gewartet, wo es wirklich nicht mehr ging.
Bei ihm wußte ich aber ganz genau, wenn er nicht mehr frißt, dann hat er schmerzen und will nicht mehr. Er war immer ein guter esser. Ich denke da gibt es immer anzeichen, die aber nur du weißt, weil du deinen Hund am besten kennst.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft, für deine entscheidung

(16) 15.10.14 - 20:25

Mach dir nicht so viele Gedanken, du wirst es erkennen, wenn es soweit ist. Versprochen.
LG

Also ich würde auch sagen solange es dem Hund "gut" geht würde ich mir noch keine Gedanken machen.

(18) 20.10.14 - 11:36

Das ist eine der schwierigsten Entscheidungen, wenn man ein Tierchen im Haushalt hat. Ich denke, wenn man sieht, dass das Tier sich überwiegend plagen muss, dann hat man sogar die Pflicht, den letzten Gang zum Tierarzt anzutreten. Aber den Zeitpunkt zu finden, ist schwierig.

Ich erzähle dir mal, wie es bei unseren letzten 2 Hunden war: mein Schäferhund war ein alter Herr (13 Jahre), er wurde langsamer, sah fast nichts mehr, wollte nicht mehr schwimmen, aber es schien ihm insgesamt gut zu gehen. Dann wurde er manchmal orientierungsloser, hat sich immer enger an seine Menschen angeschlossen, wurde schreckhaft. Da habe ich mir schon gedacht, dass wir bald vor der Entscheidung stehen werden. Er hat aber noch gefressen, kurze Spaziergänge waren machbar. Also haben wir abgewartet. Und eines morgens lag er tot in seinem Hundekorb.

Unser Setter baute ziemlich plötzlich sehr ab, da war er 14. Er wollte immer noch ins Wasser, bekam dann Husten und hat sich lange nicht so richtig erholt. Irgendwann musste ich ihm beim Fressen immer gut zureden, er wurde immer weniger, wollte nicht mehr rennen, die Muskeln gingen verloren.

Wir haben es nie geschafft ihm das Jagen so ganz abzugewöhnen (er kam erst mit 9 Jahren zu uns), aber er wurde "häuslicher". Irgendwann ist er mir wieder durch die Tür davon, als ich ein Paket annahm. Ich bin barfuß hinter ihm her, früher wäre ich ohne Chance gewesen. Nach nicht mal 10 Metern hatte ich ihn eingeholt, da stellte sich ihm eine Katze in den Weg und fauchte. Er setzte sich vor Schreck auf den Po und kam dann nicht mehr hoch. Er schaute mich ganz dankbar an, als ich ihm "zur Rettung kam". Eingepinkelt hat er sich vor Schreck auch noch, und nach Hause musste ich ihn tragen, weil die Hinterbeine nicht mehr wollten. An dem Punkt habe ich mir gedacht, dass das für einen Jagdhund wie ihn kein Leben mehr ist.
An dem Nachmittag habe ich beim Tierarzt angerufen, am Abend waren wird dort.
Und ja: es ist schwer!
Alles Liebe

Top Diskussionen anzeigen