Hund klaut alles eßbare und auch nicht-eßbares ...

    • (1) 09.01.15 - 20:09

      Erst waren es nur Essensreste oder Gemüseabfall, wenn der nicht sofort in den Biomüll landete, sondern im Hauswirtschaftsraum zwischengelagert wurde und er da dran kommen konnte. Nun hat er irgendwann dieser Tage - wann, weiß ich nicht genau - , aus meiner Handtasche, die wohl im Flur auf dem Boden stand, meine Antihistaminika geklaut (ein Blister lag unversehrt in seinem Korb, aus dem anderen fehlte eine halbe Tablette) und heute hab ich auf seinem Platz eine gebrauchte Slipeinlage meiner Tochter gefunden (Hat grad ihre Tage, ich weiß nicht, wie und wo er da dran gekommen ist, vermutlich aus dem Mülleimer ....

      Sowas kann ja auch mal gefährlich werden und nein, ich kann nicht immer aufpassen, wo was herumliegt. Wie also kann ich dieses dauernde Stehlen von Essen und/oder anderen Dingen unterbinden? Hunger kann es übrigens nicht sein, er hat sein Futter dauerhaft zur Verfügung.

      Danke schon mal für eure Tipps!

      • Hallo!
        Oh, das ist ein weites Feld und kein einfach zu lösendes Problem.. Da wirst du viel Zeit und sehr viel Konsequenz rein investieren müssen. UND: es müssen alle Familienmitglieder am selben Strag ziehen und genauso konsequent sein! Wie alt ist denn euer Hund und was für eine Rasse?

        Als erstes fällt mir auf: du schreibst, dass der Hund sein Futter dauerhaft zur Verfügung hat. Das ist schon mal eine grundsätzlich schlechte Basis. Wenn Futter immer da ist, ist es kein Highlight mehr. Und nein, dein Hund klaut natürlich nicht aus Hunger! Sondern aus Langeweile.

        Also würde ich dir raten:

        1. Futter gibt es 2 x am Tag, wenn er es nicht innerhab von ca. 15 min frisst, wird es wieder einkassiert. Was meinst du, wie schnell er lernt, dass dann gefressen wird, wenn du es ihm gestattest. Ich befülle bei meinen Hunden den Napf und erst, wenn ich sie frei gebe, dürfen sie fressen.
        2. Laste deinen Hund maximal aus. Power ihn aus, mach Agility, Mantrailing oder irgendetwas, das euch beiden Spaß macht. Nur Spazieren gehen reicht einem Hund mental nie aus, der muss für den Kopf auch etwas zu tun bekommen. Zuhause würde ich auf keinen Fall Spielzeug einfach so rumliegen haben, damit wird es uninteressant und wird doch nur zerkaut. Spielzeug lagert bei mir in einer Kiste und wird häppchenweise mal freigegeben. Sobald es abgespielt ist, kassiere ich es wieder ein.
        3. Alles Fressbare muss unbedingt konsequent verschwinden, gib dem Hund einfach keine Gelegenheit. Speisekammer/Vorratsraum immer verschlossen halten. Verschliessbare Mülleimer sind essentiell, auch im Bad. Es gibt ja Eimer mit Bügeln zum Hochklappen, den bekommen Hunde eigentlich nicht auf. Vor allem wichtig, wenn der Hund mal alleine bleibt. Ich würde ihm dann nur Zugang zu einem oder 2 Räumen gewähren und diese penibel aufräumen.
        4. Wenn du deinen Hund in flagranti erwischt, dann wird es tatsächlich etwas kniffelig und es kommt sehr darauf an, wie dein hund gestrickt ist. Ich hatte einen notorischen Dieb, der dann mal mit einer Spritzpistole etwas abbekommen hat, als er unbeobachtet den Tisch plündern wollte. Das hat er ein paar mal erlebt und damit wurde das Klauen zumindest schon mal deutlich besser. Ich hätte ihn zwar nie mit einem Wurstteller in einem Raum alleine gelassen (das kann ich mit meinen beiden jetzigen Hunden machen:-)), aber zumindest hat er dann keine Mülleimer & Co. mehr gepündert. Wenn dein Hund allerdings dünnhäutig und sensibel sein sollte, wird es schon schrieriger.. Ehrlich gesagt hätte ich dafür jetzt nicht mal einen gescheiten Tipp, ich weiß aber, dass meine Hundetrainerin niemals zur Wasserpistole oder Schütteldose greift, wenn es ein ängstlicher/sensibler Hund ist. Vielleicht hat aber dafür ja jemand anderes einen Tipp?
        Alles Gute!

        • Vielen Dank für deine ausführliche Antwort und die viele Tipps.

          Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass es sich um einen ca. 12jährigen Mischling handelt.

          Mit dem Futter hast du vermutlich recht - aber als wir das noch so praktiziert haben wie du es beschreibst, hat er rund um uns zu gebettelt und auch versucht, neben der Reihe soviel Essen von uns abzugreifen wie möglich. Zumindest das ist besser geworden - nur die ewige "Staubsaugerei" nach Krümeln nervt noch.

          Spielzeug gibt es hier nur von uns zugeteilt, liegen gelassen zur freien Verfügung wird nichts, sonst ist es nullkommanix kaputt.

          Für exzessive Auslastung in Form von Mantrailing und Co. fehlt uns leider die Zeit und ich habe da auch keine Lust zu. Mit anderen Hundebesitzern auf irgendwelchen Trainingsplätzen rumstehen, das ist nicht meins. Wir gehen normal spazieren bzw. ich jogge mit ihm und zu Hause gibts immer nochmal ein paar Suchspielchen und Übungen. Manchmal versuchen die Kinder auch, ihm Tricks beizubringen, aber nicht regelmäßig. Möglicherweise müssen wir da tatsächlich mehr mit ihm machen - kann sein, dass er was unausgelastet ist, weil wir im Moment wirklich einiges um die Ohren haben und er ein bißchen hinten anhängt. Ich werd mal meine Lektüre zur Hundebeschäftigung wieder rauskramen ,,,

          • Achso, noch vergessen - meinst du, es wäre sinnvoll, dass er auch gar nichts mehr von unserem Essen bekommt? Bislang war es so, dass er wegen der Bettelei und dem dauernden "Staubsaugen" nach jedem Krümel der runterfiel, nicht mehr in die Küche durfte, während wir gegessen haben, danach aber immer die Reste vom Reis, den Nudeln oder dem Gemüse, sofern es nicht stark gewürzt hat, in seinen Napf bekommen hat, wenn wir mit dem Essen fertig waren. Sollten wir das vielleicht mal ganz einstellen und ihm von unserem Essen gar nichts mehr geben, damit der "Menschenkram" seinen Reiz verliert?

            • Hallo Wir haben einen Jack Russel Terrier. Er steht auch liebend gerne neben uns wenn wir am Essen sind. Aber da sind wir alle konsequent es gibt nichts vom Tisch da kann er noch so viel betteln ( mittlerweile schaut er uns nur noch an) und wenn es im zu doof wird geht er wieder. Auch unsere Katze bekommt nichts vom Tisch auch keine Reste usw. Unser Hund bekommt Drei mal am Tag sein Futter und ab und zu mal etwas zu kauen. Lg Andrea

              Das Betteln führt ja dann trotzdem zum Erfolg. Zwar erst nach dem Essen, aber er bekommts.
              Weg damit. Nichts mehr geben. Fürs Betteln wird er ignoriert. Ich würde sogar die erste Zeit den Hund beim Essen "aussperren". Sprich, wenn möglich, Tür zu und gut.
              Leckerlis muss er sich erarbeiten, aber wenn ihr wollt, nicht wenn er vor euch steht und nach "Arbeit" verlangt.
              Hunde verändern sich im Alter. Auch unsere Schäferhündin fing mit einem Mal an zu klauen, obwohl wir vorher nen Steak hätten liegen lassen können, sie wäre nicht rangegangen.
              Es wird auch noch ein wenig gestritten ob es Demenz oder Alzheimer bei Hunden gibt. Ich bin der Meinung ja. Das heißt natürlich nicht, dass dein Hund davon betroffen ist. Es würde bei einigen aber das ständige Gefresse erklären.
              Ich fürchte wirklich, ihr müsst euch einfach mehr Zeit ans Bein binden und ihn beschäftigen. Das müssen keine zwei Stunden am Tag sein, aber neben den Spaziergängen und Joggen wirklich mal wieder Denkaufgaben reinbringen.
              Und wenns ein gefüllter Kong ist, den ihr statt der Abendration ihm einfach mal gebt.

              Er hat zu fressen und ist beschäftigt.
              Viel Erfolg.

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