Dackel fängt nachts grundlos an zu bellen und knurren - apathisch!?

    • (1) 26.02.15 - 09:23

      Hallo Gemeinde,

      unser Dackel ist vor gut ner Woche im hohen Alter von fast 12 Jahren vom Tierheim zu uns gezogen.
      Ein lieber Kerl, welcher seinen 2. Frühling bei uns erlebt.

      Nun hat er eine Eigenart, mit welcher wir nicht umzugehen wissen.
      Mitten in der Nacht (aus seinem Schlaf heraus) fängt er an zu knurren und dann zu bellen, seine Reaktionen sind fremdaggressiv.
      Wir können ihn nicht beruhigen und haben absolut keine Ahnung, was ihn so aus der Fassung bringt.
      Mein Mann wusste sich irgendwann auch keinen Rat mehr und hat ihn mit ner Wasserflasche angespritzt. Ohne Erfolg, er bellt und knurrt in einer Tour weiter.
      Vergangene Nacht hat mein Mann durch Zufall das Richtige getan und ihm seine Tennisbälle gegeben.
      Da war er augenblicklich ruhig.
      Das seltsame ist, wenn er nachts so aufdreht wirkt er auf uns abwesend, irgendwie nicht er selbst.
      Wir haben im Netz etwas über Demenz gelesen, kennt sich hier jemand aus?

      Danke, danke, danke.

      • Hallo,

        ich bin noch ziemlicher Hundelaie. Mehr als ein ganz kurzes Quietschen oder Jaulen ist von unserer Hündin nachts nicht zu hören.

        Aber mich hat diese ganze Beschreibung sehr an den "Nachtschreck" bei Kindern erinnert. Gibt es das vielleicht auch bei Hunden?

        Gruß, #stern

        Hallo #winke

        Was ich mir gut vorstellen könnte...dass er einfach nicht weiß, wo er sich befindet,

        wenn er nachts mal aufwacht und sich dann aufregt.

        Gerade wenn du schreibst, dass ihr den Hund erst vor einer Woche aus dem Tierheim (man weiß auch leider in den seltensten Fällen was die armen Tiere alles durchmachen mussten und welche "Macken" sie dadurch davongetragen haben...) zu euch geholt habt, könnte das passen. Vielleicht braucht er einfach etwas Zeit sich an seine neue Umgebung zu gewöhnen.
        Oder er hat Angst vom Allein sein...dass er nachts aufwacht, alles still ist und er euch nicht sehen kann - aber das sollte ja dann spätestens aufhören, wenn einer von euch nach ihm schaut. #kratz

        Wenns sich das nicht bessert, würde ich mal beim Tierheim nachfragen, ob dort das Verhalten bereits bekannt war und ob sie euch Tipps geben können.

        Und ich finde es große Klasse, dass ihr euch bewusst für einen älteren Hund entschieden habt, denn die haben es generell sehr schwer vermittelt zu werden. #pro

        Liebe Grüße

        • Hallo zusammen,

          danke vorab für eure Antworten.
          Der Hund war nicht alleine, wir saßen noch auf der Couch als er loslegte.
          Und wir haben eben nicht den Eindruck, als wäre er klar bei Sinnen, wenn er nachts loslegt.
          Es kommt uns vor, als würde er gar nicht realisieren, dass wir (Herrchen und Frauchen) es sind.

          Wir vermuten Altersdemenz. Kennt sich damit jemand aus?

          Danke sehr.

          Wir möchten es einfach gelöst haben, denn sein fremdaggressives Verhalten geht in keinem Haushalt mit Kindern. Ob wirs mit dem alten Herren nun gut meinen oder nicht,
          unsere Kinder gehen vor.

          • Versuch doch mal das zu filmen und zeig es einem Tierarzt.

            Mit Demenz bei Hunden kenne ich mich nicht aus. Unser Kater war Dement. Aber ohne Aggressionen. Er schrie einfach so, er brüllte die Wand an und solche Sachen.
            Aber es gibt ja auch Epilepsieformen die aus dem Schlaf auftreten

            Hi,

            ihr habt einen alten Hund übernommen, was ich toll finde. Allerdings seid ihr zu ungeduldig - das hat nicht mit fremdagrssiv zu tun (was genau meinst du denn damit überhaupt?).

            Das alles ist eine Mischung aus

            - neue Familie
            - neues Zuhause
            - Alter
            - Demenz
            - Unsicherheit wg. der vielen Änderungen (alte Hunde sind nicht anders als alte Menschen und brauchen länger, um sich an Neues zu gewöhnen)

            Und ja, Demenz bei Hunden gibt es und je älter sie werden, umso deutlicher wird diese. Sie äußert sich z.B. durch völlig grundloses bellen oder knurren (als hätten sie Stimmen im Kopf, die sie meinen anbellen zu müssen oder unheimliche Geräusche), in die Luft starren oder Wände anstarren, aufstehen - zur Tür gehen - denken - umdrehen - wieder hinlegen - und Minuten später das gleiche tun. Das sind nur ein paar Beispiele, die ich alle an unserem alten Dackelmix (er kam mit 10 Jahren zu uns) im Laufe der Jahre beobachten konnte (und an der alten Pudeline meines Vaters). Auch Pancho liess sich da nur schwer ablenken bzw. beruhigen. Schimpfen, laut werden, mit Wasser spritzen etc hilft da nicht und verhindert Vertrauensaufbau. Besser ist es, ruhig zu reden, selbst entspannt zu bleiben und je nach Situation - z.B. bei der Entscheidung raus gehen oder nicht - zu helfen.

            Auch im Traum verarbeiten unsere Hunde vieles. Da geht auch mal der Kopf hoch, es wird geknurrt oder gebellt - und dann wird weiter geschlafen.

            Habt Geduld mit dem alten Herrn. Er hat vieles zu verarbeiten, merkt evtl auch selbst, dass er nicht mehr so ganz fit ist und wird dadurch erstmal unsicher in der neuen Umgebung. Gebt ihm euer Vertrauen und lasst ihn ankommen. Das kann durchaus auch mehrere Monate dauern, je nach dem wie und wo er in den ersten 12 Jahren gelebt hat.

            Und wenn es bei ihm hilft, ihm seine Tennisbälle ins Köbchen zu legen, dann ist es doch eine gute Lösung. Vielleicht geben genau diese ihm die Sicherheit, die er in der Situation braucht. Und vergiss nicht - noch seid ihr Fremde für ihn! Das Vertrauen in euch muss wachsen und das dauert eben.

            Wir verhält er sich denn tagsüber? Hört er richtig? Sieht er richtig?

            LG
            Kim

      Hallo,

      diese Eigenart hat mein, seit 5 Jahren bei mir lebender, Terriermischling (ca. 8 Jahre) aus dem Tierheim auch. Er saß nachts mitten im Wohnzimmer, Kopf nach oben und hat die weiße Zimmerdecke angebellt wie blöd. Mir wurde das irgendwann zu bunt und ich habe ihn nachts jetzt nur noch im kleinen Flur und der Küche (damit er an sein Wasser und Futter kann). Die Zwischentür zum Wohnzimmer bleibt zu. Er schlägt jetzt nur noch an wenn einer unserer Nachbarn Besuch hat und die sich laut redend verabschieden. Ich hatte das Gefühl dem Hund war mein Erdgeschoss zu groß, er hatte "Angst". Und da ich ihn aufgrund eines Schwerstkranken nicht mit in das OG nehmen wollte, blieb nur dieser Versuch, Ich bin bis jetzt dabei geblieben, er geht abends in sein "Bett", Tür zu, fertig.

      LG

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