Hund und Kind

    • (1) 22.04.15 - 00:14

      Hallo Mädels, ich habe schon lange nicht mehr hier geschrieben, aber ich habe gerade ein großes Problem:

      Unser Hund hat sich am Sonntag einen Nerv eingeklemmt und hat Schmerzen.

      Die Kinder spielten unter meiner Aufsicht im Garten Ball und der Hund hat dauernd den Tennisball geklaut, weil er Bälle liebt. Kind rennt Hund hinterher und holt sich den Ball wieder. Alle waren fröhlich. Plötzlich stolpert mein 4 - jähriger Sohn, fällt auf den Hund und der Hund geht auf ihn los und beißt ihm ins Gesicht.

      Mein Sohn hat "nur " Kratzer am Auge und Stirn. Das sage ich jetzt nicht, weil ich es herunterspielen will, sondern damit ihr euch keine Sorgen macht.

      Zur Vorgeschichte: Ich habe den Hund 10 Jahre und er ist ein Tibet Terrier. Er hängt sehr an mir und hat meinen Mann schonmal in die Hand geschnappt, ich denke aus Angst vor ihm. Mein Mann hat ihm nie etwas getan, aber er ist ein sehr unsicherer Hund und die beiden waren sich- auch aus Eifersucht- noch nie so warm miteinander.

      Mein Mann meint, dass er weg muss und der Gedanke daran, bricht mir das Herz. Ich hänge so an ihm, andersrum musste ich ihn von meinem Sohn herunterreissen, weil er nicht aufhörte und das geht gar nicht! Und das weiß ich auch!

      Ich möchte gerne eure Meinung dazu wissen. Bin total fertig, ich liebe meinen Hund, wenn er ohne Grund gebissen hätte, wäre das auch alles einfacher, aber wenn 16 Kg auf 10 Kg fallen, tut es dem Hund mit Sicherheit weh. Andersrum kann so eine Situation auch mal schlimmer enden und der Hund ist vom Charakter her so und ich ....

      ..ach ich weiß auch nicht, es zerreißt mir gerade das Herz.

      ????

      • Also erstmal hätte ich einen unsicheren Hund der sogar schon mal gebissen hat niemals solche jagen und klauen spiele mit dem Hund spielen lassen.

        Und dann gibt es einen Unterschied zwischen einem erschrecktem schnappen weil er drauf gefallen ist und einem "auf daskind llosgehen" und "runter reißen" müssen.

        Ich hätte kein gutes Gefühl mehr und bin eigentlich der Meinung deines Mannes, vor allem weil du anscheinend nicht mit dem Hund umzugehen weißt.

        Uff, da hat Dein Sohn wirklich Glück gehabt. Das hätte tatsächlich ganz anders ausgehen können.

        Ich finde, die Reaktion des Hundes nicht so unnormal. Er hat sich erschrocken und er hat Schmerzen - wie sollte er sich anders zu helfen wissen? Er schein ein unsicherer Kandidat zu sein, der nicht sehr stressresistent ist.

        Also wäre mein jetziges Fazit: Hund und Kind sind von nun an strikt zu trennen. Bällchenspielen nur unter Aufsicht. Toben nur gemäßigt und unter Aufsicht. Fressen nur alleine und in Ruhe. Körperkontakt vom Kind zum Hund nur unter Kontrolle.

        Dann ist das Problem schon gelöst. Hmh, und ich finde - ohne großen Arbeitseinsatz. Weggeben wäre für mich keine Option.

        Hallo,

        ich bin der Meinung meiner Vorschreiberin minimoeller.

        Dein Kind ist auf den Hund gefallen, das ist etwas, was eigentlich nie vorkommen darf! Die Reaktion des Hundes ist normal und wenn er wirklich ein Beißer wäre, hätte dein Sohn nicht nur Kratzer abbekommen!

        Aber erste Regel sollte ab jetzt sein: keine Spiele mehr, wo Kind und Hund sich hinterher jagen.
        Wenn die Kinder Ball spielen, gehört der Hund auf seinen Platz oder angeleint.
        Du kannst natürlich mit Kind und Hund Apportierspiele machen, aber gesittet und ohne toben von Kind und Hund.

        Im Bezug auf sein Alter sollte dem Hund auch Ruhe gegönnt werden.

        Wenn dein Mann sich garnicht umstimmen lässt, dann organisiert eine Einzelstunde mit einem guten Hundetrainer, der sich den Hund anschaut und auch Tipps gibt!

        LG

        • Hallo, danke für eure Antworten. Ich spreche heute Abend nochmal mit meinem Mann. Ich muss nur noch weinen, weil mich das so belastet. Ich habe den Hund schon so lange. Ich weiß, dass das ganz großer Misst war und in Zukunft würde ich sie immer trennen, zumindest in Situationen, die außer Kontrolle geraten können, z.B. , wenn die Kinder toben oder so und einen Hundetrainer dazuholen.

          Ich hoffe, mein Mann lässt sich noch umstimmen.

      Vorweg - ich hätte niemals zugelassen, dass mein Hund dauernd beim Spielen hinterher rennt und versucht, den Ball zu klauen. Unser mag auch gern beim Fußball spielen mitmachen - aber wenn es allzu sehr nervt, kommt er rein. Ich hab nämlich keine Lust auf genauso eine Situation, wie ihr sie hattet - Kind fällt über den Hund und das Geschrei ist groß. Insofern ist vermutlich schon das meiste bei euch gerettet, wenn du den Hund sicherst, wenn die Kinder Ball spielen - entweder strikt beaufsichtigen oder anleinen oder eben auch rein bringen.

      Dass dein Mann jetzt überlegt, den Hund weg zu geben, kann ich nachvollziehen - solche Gedanken würden mir sicherlich auch durch den Kopf gehen. Zudem ist er vermutlich jetzt insgesamt nicht mehr gut auf den Hund zu sprechen und wird ihn das vermutlich spüren lassen - nicht schön für den Hund.

      Wie geht es eigentlich deinem Sohn jetzt im Umgang mit dem Hund? Ist er weiterhin unbefangen im Umgang mit ihm oder hat er Angst?

      Sorry, etwas wirr geschrieben, muss jetzt erstmal zur Arbeit ...

      • Hallo, danke für deine Antwort. Mein Sohn ist weiterhin unbefangen. Er hat dem Hund nur gestern gesagt, dass er ganz schön sauer auf ihn ist. Mein Sohn begegnet dem Hund immer mit Respekt und geht super mit ihm um. Ich habe gestern den Hund genommen, ihn reingebracht und mein Kind getröstet. Ich habe es also nicht dramatisiert, obwohl ich vor Aufregung gezittert habe. Es war für mich gar nicht schön anzusehen, wie der Hund auf dem Kind lag und nicht aufgehört hat. Das ist echt eine sch.. Situation gewesen.

    Hallo,

    der Hund hat sich erschreckt, hatte Schmerzen und hat aus Unsicherheit und Schmerz erst mal das geschnappt, was er für den Auslöser seiner Schmerzen hielt - deinen Sohn. Das dein Sohn aus Versehen auf ihn gefallen ist, kann der Hund nicht wissen. Von der Sache her für einen unsicheren Hund nichts Ungewöhnliches.
    Nur du allein, die die Szene beobachtet und eingegriffen hat, weiß, ob der Hund richtiggehend auf deinen Sohn losgegangen ist oder ob er wirklich nur geschnappt hat und versucht hat, sich aus der schmerzhaften Situation zu befreien. Problematisch für mich persönlich wäre, dass der Hund deinen Sohn ab jetzt wahrscheinlich mit Schmerz und Schreck verbindet.
    Dass dein Mann nun eine Steilvorlage hatte, zu fordern, dass der Hund weggegeben wird, naja. Da euer Hund aus Eifersucht schon nach ihm geschnappt hat, vermute ich, dass dein Mann deinen Hund nicht allzu sehr liebt.

    Ich bin ehrlich, ich wüsste nicht, was ich tue. Und menschlich ist auch, dass du nicht 24 Stunden am Tag die Augen auf Sohn und Hund richten kannst. Es wird also in der Zukunft aller Wahrscheinlichkeit immer Situationen geben, in denen Hund und Kind kurz alleine sind.
    Nur du kannst wissen, ob du damit weiter leben kannst.
    Wenn nicht, würde ich ganz langsam anfangen, für den Hund ein gutes geeignetes Zuhause zu suchen, wobei ich es immer sehr traurig finde, wenn alte Hunde noch einmal umziehen und noch viel schlimmer - ins Tierheim müssen (bin selbst im TS-Verein tätig).

    Ich wünsche dir viel Kraft für die für euch und den Hund richtige Entscheidung...

    LG

    Nici

    Hallo!

    Der Fehler lag weniger beim Hund als bei den Menschen, ihr habt eben dem Hund zu viele freiheiten eingeräumt. Wenn die Kinder spielen und rumtoben,d ann sollte der Hund sich nicht einmischen dürfen. Man darf natürlich mit dem Hund spielen, aber ohne Jagdspiele mit den Kindern, sondern ruhiger, auch seinem Alter angepasst.

    Ihr müsst akzeotieren, dass der Fehler bei euch lag und euer Verhalten ändern, dann wird es nie wieder Probleme geben.

    Als wir damals unseren Golden Retriever recht neu hatten, hat er mich auch mal ins Gesicht gebissen, die Narben habe ich immer noch. Ich habe aber begriffen, dass der Fehler alleine bei uns lag, der hund durfte bleiben und wir hatten danach noch 11 Jahre zusammen ohne Vorfälle.

    Wenn man einen Hund als Beißer ins Tierheim bringt hat der praktisch keine Vermittlungschance, wenn dann noch gesundheitliche Probleme dazu kommen wird gar zu oft schnell eingeschläfert. Das sollte euch bewusst sein. Sie werden nicht 1000 Euro pro Jahr in die Behandlung seiner Krankheiten stecken können und für 5 Jahre den Zwinger belegen können, das ist einfach finanziell für ein Tierheim nicht machbar. Sie könnten in der Zeit 20 gesunde freundliche hunde in dem Zwinger halten und weiter vermitteln, und mit den Behandlungskosten locker kastrieren und impfen lassen.

    Hallo!

    Ich sehe den Fehler auch bei euch, nicht beim Hund. Ihr kennt den Hund (Unsicherheit ist immer mit Vorsicht zu genießen). Er hat ein Spiel mit den Kindern gespielt, was man Jagdspiel nennt. Hätte ich ihn mit Kindern niemals spielen lassen. Dann ist der Kleine auf den Hund gefallen, Schock, Schmerzen , Verteidigungsmechanismus beim Hund spring an, Unsicherheit kommt hoch und wumm. Das geht dann ganz schnell. Der Hund handelt Instinktiv und nach seinem Charakter.

    An eurer Stelle würde ich das Verhalten ändern und den Hund auf diese Weise nicht mehr mit den Kindern spielen lassen.
    Weggeben würde ich ihn deswegen nicht, aber mehr darauf achten das der Hund nicht mehr in so eine Lage kommt. Ich denke auch: Hätte der Hund deinen Sohn wirklich verletzen wollen, dann hätte er richtig zugebissen.

    LG Sonja

    Bin ich hier die einzige die wahr genommen hat, dass der Hund auf das Kind losgegangen sein soll und nicht aufgehört hat bis sie ihn vom Kind weg gezogen hat? Das ist ein Riesen-Unterschied zum Schnappen wegen Schmerzen oder Erschrecken.

    • Hallo,

      wäre der Hund richtig in ernster Beschädigungsabsicht auf das Kind losgegangen, hätte der Junge definitiv tiefe Bisswunden. Das geht innerhalb von Sekunden.

      Ich habe in meinem Leben bereits zweimal mit ansehen müssen, wie Hunde auf Menschen losgegangen sind. Tiefe Bisswunden wären in dem Fall von kleinem Kind und größerem Hund Sekundensache gewesen, wenn der Hund hätte echt zubeißen wollen.
      Mich würde interessieren, welcher Zeitraum zwischen Zuschnappen, auf dem Kind liegen und Engreifen der Mutter gelegen hat.
      Als ich als Kind mit dem Schäferhund meines Bruders gespielt habe, hat der auch öfters auf mir gelegen. Ich habe mich im Spiel öfters an den Zähnen von dem Hund gestoßen, habe ihm sicher auch manchmal unbewusst weh getan. Der Unterschied ist, dass der Hund meines Bruders vom Wesen her sehr souverän und noch dazu perfekt erzogen war.

      Mit einem unsicheren/ängstlichen Hund ist die Gefahr aus meiner Sicht größer, dass er in für ihn nicht einzuschätzenden Situationen/Schmerzen schnappt oder eben auch echt zubeißt. Außerdem wäre für mich persönlich die zweite Unsicherheit, dass man niemals garantieren kann, dass Hund und Kind nicht doch einmal unbeaufsichtigt sind.
      Schwierig.

      LG

      Nici

      Das ist eher die verzerrte Wahrnehmung einer Mutter. Bei echtem Angriff wäre das Kind SCHWER verletzt worden, das wäre über harmlose Kratzer deutlich hinaus gegangen.

Ich find es faszinierend, wie hier überhaupt jemand noch daran zweifeln kann, dass der Hund weggehört. Er hat das Kind verletzt. Ab ins Tierheim.

Aber nein, da wird tiefenpsychologisch in der Hundeseele herumgestochert, da erfährt der Köter jede Form von Mitgefühl. Ist nicht am Ende gar das arme Tier jetzt traumatisiert?

Was für kranke, kaputte Maßstäbe da durchschimmern.

  • ich hoffe doch sehr, dass Du keine Tiere hast und Dir bitte NIEMALS welche anschaffst?

    Hunde sind auch Lebewesen mit eigenem Gehirn und eigenem Willen. Das muss einem bewusst sein. Wenn man sie falsch behandelt kann da auch mal ein falsches Ergebnis dabei raus kommen.

    Es ist ein Irrglaube, dass ein Hund der einmal gebissen hat in Zukunft immer ein Beißer bleibt. Nur wenn sich die kritischen Situationen wiederholen kann es eben wieder dazu kommen - falsches Verhalten der Menschen führt eben dazu.

    Noch dazu hat der Hund absichtlich keinen Schaden verursacht sondern nur ein paar Kratzer.

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