Rottweiler Frage....

    • (1) 30.04.15 - 06:12

      Guten Morgen,

      Mein Mann und ich mussten vor gut 4 Wochen unsere geliebte Labrador Hündin einschläfern lassen. Für uns beide war klar das wir auf jedenfall wieder einen Hund möchten. Ohne geht einfach nicht. Der Traum von meinem Mann ist es schon immer einen Rottweiler zu haben. Ich habe da ehrlich gesagt so meine Bedenken. Nicht weil es ein sogenannter "listenhund" ist, sondern einfach weil ich mir nicht sicher bin ob wir dieser Rasse gerecht werden können.

      Kurz zur Familien Situation:

      Wir haben einen Sohn (2 Jahre) und aktuell bin ich schwanger und unser zweites Kind kommt im Oktober zur Welt. Mir wäre es mit Baby, Kleinkind und dann noch Welpe einfach zuviel und deshalb haben wir uns dafür entschieden erst nächstes Jahr einen Hund zu holen. Da ist der große dann im Kindergarten und das Baby schon etwas robuster.

      Unsere Labrador Hündin war einfach im Umgang mit Kindern perfekt. Sie hat alles mit sich machen lassen und wenn es ihr zuviel wurde ist sie einfach aufgestanden und auf ihren Platz getrottet der für unseren Sohn von Anfang an Tabu war.

      Jetzt zur Frage zurück, wie aufwändig ist die Erziehung von einem Rottweiler wirklich? Im Internet liest man ja immer tausend verschiedene Sachen. Von "leicht führig" bis hin zu "absolut nicht Familien tauglich". Gibt es hier jemand der aus eigener Erfahrung berichten kann? Achso, hundeplatz ist natürlich ein muss!

      Lg, ich freue mich auf Erfahrungen....

      • Ersteinmal: Ob ein Hund ein guter Familienhund ist oder nicht hängt weniger von der Rasse, als von der Erziehung und Sozialisierung ab.

        Aber Rottweiler zählen zu den starken Rassen, brauchen also eine sehr konsequente Erziehung und man muss in der Lage sein sich als Rudelführer durchzusetzen. Natürlich ist es auch bei jeder Rasse entscheidend, welche Gene der Hund hat. Es gibt unkomplizierte, leichtführige Rottweiler und komplizierte Goldenretriever.
        Aber sicherlich ist das Risiko einen komplizierten Goldi zu bekommen wesentlich geringer.
        Einfach ist es mit einer starken Rasse nicht. Wir haben u.a. eine Germanische Bärenhündin. Es ist immer mal wieder eine Herausforderung und man darf einfach nie nachgiebig sein, sondern muss ständig seinen Platz behaupten. Da ist unsere Goldihündin viel viel einfacher.

        Wenn ihr vorher noch keine starke Hunderasse hattet, würde ich, ehrlich gesagt, davon abraten solange die Kinder noch so arg klein sind und lieber auf Nummer Sicher gehen.
        Da wir vorher schon einen neurotischen altdeutschen Schäferhund aus dem Tierheim hatten, wussten wir worauf wir uns mit einer starken Rasse einlassen.
        Ohne diese Erfahrung wäre es wohl noch ein Goldi geworden ;-)
        Wir haben in der Nachbarschaft zwei Rottweiler: Bei der einen Familie ist ein Kleinkind mit dabei, der Hund absolut top erzogen, hört aufs Wort und allgemein kinderfreundlich. Er beschlabbert meine Tochter von oben bis unten, wenn wir uns sehen. Der Andere gehört einer älteren Dame, die kaum in der Lage ist ihren Hund zurückzuhalten.

        • Danke für deinen Beitrag. Ich sehe das genauso wie du. Wir sind beide mit Schäferhunden aufgewachsen. Aber das ist ja was anderes Als selbst einen Hund zu erziehen. Da kann ich halt nur für meine labbi Dame sprechen.

      (4) 30.04.15 - 09:16

      Hi,

      Rottis sind tolle Familienhunde, wenn man Kinder & Hund vernünftig erzieht. Kenne viele Rottis, die in Familien mit Kindern leben.

      ABER: es sind echte Arbeitshunde, die beschäftigt werden wollen. Nur mit Spazieren gehen wirst Du einen Rotti nicht auslasten.

      Unser Nachbar hat jetzt eine super liebe, verschmuste 2jährige Rottihündin abgegeben - aufgewachsen ist sie mit Kleinkind und das war nie ein Problem - und in der Abstammung hat sie überwiegend Hunde mit SchH3, IPO3, etc. . Sie war einfach nur lieb, aber mit ihr wurde nicht gearbeitet und sie kam einfach nicht zur Ruhe. Amy war immer happy, wenn ich sie gesehen habe und dann ein paar Dinge wie Sitz/Platz etc abgefragt habe. Da war sie IMMER mit Feuereifer dabei.

      Hätten wir nicht schon drei Hunde, dann wäre sie bei uns geblieben. Sie lebt jetzt mit einem anderen hund zusammen und wird regelmäßig auf dem Hundeplatz gearbeitet. Die Begleithundeprüfung steht im Sommer an. Die wird sie ohne Probleme meistern.

      Eine andere Rottihündin wird im Schutzdienst gearbeitet - und kommt dann stolz wie Oskar vom Platz, um Küsschen zu verteilen und zu zeigen, dass sie eigentlich ja ein Schoßhund ist... #rofl

      Zwei Häuser weiter wohnt eine jetzt etwa 7jährige Rottweilerhündin, die in einer Familie aufgewachsen ist (1 Jahr) - dann abgegeben wurde (an eine andere Nachbarin, die vorher einen alten DSH-Mix hatte + Kleinkind - da war sie ca 4 Monate) und von dort nochmal weitergegeben an die jetzigen Besitzer. Die Besitzer haben mittlerweile zwei kleine Enkelkinder (etwa 4 + 1 Jahr alt) und Kessy ist einfach nur lieb zu den Kindern und sehr verschmust.

      Zwei andere Rottis laufen als Reitbegleithunde mit. Charakterlich alle ein Traum.

      Rottweiler sind tolle Hunde, mit Gefühl & Konsequenz sehr gut erziehbar, aber eben auch sehr temperamentvoll und müssen arbeiten. Das sollte man berücksichtigen, wenn man sich für diese schöne Rasse entscheidet.

      Was würdet ihr denn mit einem Rotti machen wollen?

      Vor allem berücksichtigt bitte, dass man als Halter eine alten Hundes sehr verwöhnt ist... der Sprung dann zu einem Welpen / Junghund ist uU echt anstrengend. So ist es zumindest meine Erfahrung gewesen, nachdem unsere beiden alten Hunde gestorben waren und dann Sana mit gerade mal 9 Monaten einzog. Das war echt gewöhnungsbedürftig, weil eben vieles nicht so autoamtisch lief wie gewohnt, viel mehr Bewegung & Aktivität vom Hund "gefordert" wurde, als das die alten Herrschaften getan haben.

      Liebe Grüße
      Kim

      • (5) 30.04.15 - 11:22

        Leider wurde unsere Labrador Hündin nur 4 Jahre alt. Das Welpen Alter ist also nicht ganz so weit weg.

        Eine begleithundeprüfung wäre für mich (egal welcher Hund) das mindeste was ich machen wollen würde. Der Hundesport ist mein Hobby gewesen und sollte es auch wieder werden.

        Aber wie auch schon andere geschrieben haben bin ich mir einfach nicht sicher ob das eine geeignete Hunderasse für uns ist. Mein Mann ist sich da absolut sicher, aber der Arbeitet ja und in erster Linie wäre es ja "mein" Hund.

        Vielen Dank für deine Erfahrungswerte.

        Lg auch Kim :-)

        • (6) 30.04.15 - 12:02

          Hi,

          oh je. Das tut mir sehr leid.

          Wenn Hundesport schon immer Dein Hobby war - nur zu! Achte bei der Züchterauswahl aber auf Hunde aus sportlicher Zucht. Diese sind leichter, kleiner und aus meiner Sicht die schöneren Rottis.

          Arbeiten kannst Du, wie Du sicher weisst, ja nicht nur auf dem Hundeplatz mit einem Hund. Das geht auf jedem Spaziergang. Und ich denke, Dein Mann würde Dich dann sicherlich am WE / abends auch unterstützen, was die Kinderbetreuung betrifft, wenn Du auf den Hundeplatz willst. Zweimal wöchentlich Hundeplatz + eben (Kopf)Arbeit auf Spaziergängen reichen ja idR aus.

          Schön ist dieses Buch hier, um den Hund "nebenbei" auf Spaziergängen zu beschäftigen

          http://www.amazon.de/Hundespiele-f%C3%BCr-unterwegs-Denksport-Tricks/dp/3800169339/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1430387890&sr=8-1&keywords=cordula+wei%C3%9F

          Abgesehen davon, dass ich viele Hunde aus dem Buch und auch die Autorin kenne (wir wollten aus dem aktuellen Wurf einen Kurzhaarcolliewelpen von ihr - kamen aber überraschend und ungeplant schon letztes Jahr auf den KHC), bietet das Buch für 13€ unglaublich viele schöne Ideen, wie man ohne großen Aufwand unterwegs den Hund beschäftigen kann. Mir fehlen für sowas immer die Ideen - deshalb war ich froh, als das Buch raus kam.

          LG
          Kim

          • (7) 30.04.15 - 12:09

            Vielen lieben Dank für den Tipp.

            Ich werde mich nochmal intensiv mit meinem Mann unterhalten und dann werden wir sehen. Ehrlich gesagt ist mein Standpunkt schon ziemlich klar. Ein rotti kommt für mich nicht in Frage, einfach weil ich mir nicht zu 100% sicher bin das ich dieser anspruchsvollen Rasse gerecht werde. Hundeplatz hin oder her. Liebe entscheide ich mich dagegen als das ich nachher einen Hund habe den ich abgeben muss weil ich mich überschätzt habe.

            • (8) 30.04.15 - 12:30

              Eine tolle Einstellung!

              Und "jetzt nicht" muss ja nicht "nie" heissen. Die Kinder werden älter und selbständiger - vielleicht ist das dann der passendere Zeitpunkt!

              Alles Gute bei der Entscheidung!

        (9) 30.04.15 - 12:07

        Nochwas:

        Ich habe in den letzten 25 Jahren viele Rottis kennengelernt. Einige davon leben nicht mehr, aber alle wurden mindestens 12 Jahre alt. Einige auch deutlich älter.

        Man steckt zwar nie drin, aber der Rottweiler scheint doch eine recht langlebige Rasse zu sein.

(10) 30.04.15 - 09:47

Hallo,

ich habe in meinem Leben nur 2 Rottweiler kennen gelernt.

Das eine war ein Rüde, der alles angegriffen hat, was sich bewegt hat und das andere eine Hündin, die so lieb und verschmust war, dass es eine Freude war.

Du siehst, diese Hunde können völlig unterschiedlich sein (wie andere auch).

Es ist in erster Linie abhängig vom Besitzer, wie sie sich entwickeln.

Ein Rottweiler braucht m.E. eine feste Hand, eine gute Erziehung und ist auch zeitintensiv.

Ob das leistbar ist, wenn schon ein Kleinkind da ist und auch noch ein Baby dazukommt (und ich nehme mal an, Dein Mann ist den ganzen Tag nicht da, Du wärst also die erste Bezugsperson für den Hund), wage ich zu bezweifeln.

Ich würde da noch abwarten.

GLG

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