Wie reagieren wir nun richtig? Hund knurrt beim fressen

    • (1) 02.05.15 - 13:37

      Ich hätte da mal eine Frage.
      Unsere süße Hündin (wird nun 1 Jahr alt) fängt zwar selten, aber in letzter Zeit öfters mal beim fressen mit knurren an wenn man ihr zu nahe kommt.

      Beim fressen vom normalen Hundefutter ist alles gut. Da kann ich ohne Probleme auch an ihren Napf etc. Ich achte auch immer drauf, dass sie ihre Ruhe hat beim fressen. Die Kinder kommen in dieser Zeit nicht in die Küche. Der Kleine (2 Jahre) würde sie sonst auch stören.

      Das Problem ist eher wenn sie dann mal eine Rinderstange abends bekommt oder ihren Ochsenziemer. Da frisst sie dann auch etwas länger dran und dies in ihrem Nest.
      Als mein Mann gestern an ihr vorbei ging und vor ihr stehen blieb (unbewusst wir haben uns unterhalten) knurrte sie plötzlich. Dies auch nicht zum ersten mal. Auch schon mal wenn sie mit ihrem Kauknochen beschäftigt ist.

      Ich habe da einfach meine bedenken wegen der Kinder. Bekomme ich es doch mal nicht mit und sie greifen nach ihr... würde sie tatsächlich zubeißen?! Ich verlasse mich auf ein nein einfach nicht.

      Daher wie reagiert man bei sowas am besten? Wenn sie knurrt und ich weggehe, hat sie ja das erreicht was sie wollte und es wird evtl schlimmer? Setze ich mich durch und nehme ihr den ziemer weg, passiert ja dies, wovor sie angst hat. auch wenn sie ihn danach wieder bekommen würde.

      Das knurren hat sich mit der Zeit eigentlich erst entwickelt. Ich muss ihr öfters Dinge wegnehmen, die sie den Kinder gemopst hat. Also Spielzeug etc. Dinge die sie nicht darf bzw auch Gefährlich sein könnten bei verschlucken. Kommt aber zum Glück nicht mehr so oft vor.

      LG

      • Dein Hund verteidigt eine Ressource.

        Eine Ressource ist für den Hund alles, was für ihn wichtig, menschlich ausgedrückt „kostbar“ ist. Wie der Satz schon aussagt, entscheidet das der Hund selbst und nicht der Mensch.

        Wichtig ist Folgendes:

        Das „Nichtverteidigen“ oder anders gesagt, freundliches Verhalten an Ressourcen lohnt sich aus Hundesicht nur in zwei Fällen. Wenn der Hund seine Ressource behalten darf oder wenn sich der Auslöser der Ressourcenverteidigung entfernt.

        Der Hund muss lernen, wenn ich freundlich und neutral bleibe, darf ich meinen Schatz behalten. Dann sollte ihm etwas "Gutes" angeboten werden, was er zusätzlich zu seiner Kaustange bekommt. Z.B. ein besonders gutes Leckerchen. Das wirfst Du Ihm zu, wenn Du Dich auf ihn zubegibst und wendest Dich dann anschließend wieder ab. Der Hund lernt dadurch, dass die Annäherung des Menschen nicht bedeutet, dass ihm etwas weggenommen wird, sondern im Gegenteil, dass etwas Gutes hinzukommt. Bald freut sich der Hund im Idealfall über die Annäherung des Menschen.

        Je angespannter und erregter der Hund ist, desto schneller reagiert er aggressiv. Es ist daher wichtig, dass der Hund lernt an der Ressource zu entspannen. Strafe ist da eher kontraproduktiv, da die Anspannung dadurch nur verstärkt wird.

        Oft kommt der goldene Rat, dem Hund seinen "Schatz" wegnehmen zu müssen, da er die Rangordnung akzeptieren muss. Ich halte das für falsch. Es gibt da eine ganz einfache Regel: Ressourcenverknappung begünstigt Ressourcenverteidigung.

        Bedeutet, wenn der Hund zum Beispiel nur manchmal eine Kaustange hat, dann wird diese Ressource unglaublich wertvoll und höherwertig, als wenn der Hund mehrere Kaustangen immer zur Verfügung hat.

        Wichtig ist: nicht wegnehmen.

        Hunde lernen häufig von klein auf, dass ihnen alles zu jedem Zeitpunkt weggenommen werden kann. Oft liegt das an Tipps, die den Haltern gegeben werden. Tipps wie: „du musst ihm den Futternapf immer wieder wegnehmen, damit er lernt, dass du der Chef bist“ oder „wenn er dich am Ball anknurrt, musst du den Ball sofort wegnehmen und nicht wieder hergeben. Du lässt dich doch wohl nicht von deinem Hund anknurren!“ oder „Hunde lernen nur zu teilen, wenn dies eingefordert wird- so früh wie möglich“ usw.

        Was lernt der Hund dabei? Er lernt im Zweifelsfall, dass er seine Ressourcen schneller in Sicherheit bringen oder stärker verteidigen muss, da das bisherige Verhalten keinen Erfolg gebracht hat. Im Gegenteil, die Ressource ist verschwunden und so werden manche Hunde immer deutlicher in der Drohung und offensiven Verteidigung.

        In Deinem Falle - und da auch Kinder im Spiel sind - würde ich dringend einen Trainer hinzuziehen, der Dich begleitet, wie Du dem Hund den richtigen Weg zeigst. Manchmal hilft auch ein Tagesseminar oder eine Einzelstunde.

        Hallo!
        Wir haben unseren Hund als Welpe nichts weggenommen, ohne ihm (ihr) was anderes, was sie haben darf, zu geben. So hat sie gelernt, dass sie abgeben kann, ohne "leer" dazustehen. Vielleicht hat das was gebracht? Wir dürfen und durften ihr jedenfalls dann immer alles wegnehmen, aber sie ist sowieso lammfromm und hat noch nie geknurrt oder so (Beagle).

        Vielleicht probierst Du mal Leckerlis oder ähnliches mit ihr zu tauschen?
        Lg Sportskanone

      Hallo!

      Ich würde erst mal den Platz des Hundekörbchens so verändern, dass sie da Ruhe hat und niemand dran vorbei laufen muss. Sie soll da Ruhe haben, nicht ständig mit vorbeilaufenden menschen konfrontiert sein.

      Dann nicht das Futter weg nehmen, sonst verteidigt sie es nur noch mehr. Oder sie fängt an alles sos chnell wie möglich runter zu schlingen, damit man ihr nichts weg nehmen kann, dasist auch nicht gut.

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