Notfallmittel Herzasthma/husten Hund

    • (1) 11.05.15 - 07:11

      Ihr Lieben,

      mein kleiner Hund (10 Jahre) hat seit mindest. 4 Jahren einen Herzklappenfehler. Sie bekommt täglich Vetmedin und zwei mal die Woche wird sie einen Tag lang mit Dimazon entwässert, sonst bei Bedarf (heißes, schwüles Wetter).

      Sie ist ein aufgeweckter Läufer, immer gerne in der Natur unterwegs. Gestern starteten wir auf eine Wandertour, sie hatte sich soooo gefreut. Nach 20 min ist ihr Zustand plötzlich ganz schlecht geworden. Sie konnte kaum mehr mithalten. Ich trug sie ein Stück und setzte mich dann mit ihr über 3 Stunden in eine Wiese weil sie Herzhusten bekamm. Der Anfall dauerte ca. 2 Stunden. Dann erholte sie sich und wir konnten zum Auto zurück. Zuhause bekam sie eine Entwässerungstablette, gut dosiert, weil der Herzhusten bei ihr meist von Wassereinlagerungen in der Lunge herkommt. (Bin früher immer mit ihr sofort in die Notfallklinik, bis mir gesagt wurde ich solle sie zuhause entwässern, wegen dem Streß) Der Husten hat noch nicht ganz aufgehört, heute bekommt sie noch einen Entwässerungstag und ihre normalen Medis.

      Herzulraschall hatten wir letzten Sommer, Röngten ausgiebig bei ihren letzten richtig großen Anfall Feburar 14. Ich war mit ihr bei drei Tierärzten und einem guten Kardiologen. Alle meinen die Medis reichen aus, der Herzklappenfehler und das vergrößerte Herz seien noch nicht sooo schlimm. Trotzdem finde ich ihre Lebensqualität an manchen Tagen und im gesamten Sommer als sehr eingeschränkt. Oft trage ich sie die ganzen Ausflüge in einem Rucksack. Sie würde so gerne laufen, kann es dann aber einfach nicht mehr. Mich macht es fertig in ihren Gesicht zu sehen, wie es innerhalb von Sekunden vom freudigen Ausdruck, mit leuchtenden Augen, einfällt und nur noch ausgezehrt und müde aussieht. Im Winter reichen die Medis recht gut, da macht ihr Gassigehen auch Spaß.

      Wer von euch hat einen ähnlich Fall? Habt ihr irgendwelche Notfalltropfen um den Hund bei aktuten Anfällen Erleichterung zu verschaffen? Hab jetzt ihre Entwässerungstabletten auf all meine Taschen verteilt um sie im Notfall geben zu können. Aber so schnell wirken die nicht. :-( Soll das Alles sein? #heul

      • Hi,

        ich hatte so einen Hund auch! Pancho hatte einen Herzklappenfehler & Herzrhythmusstörungen.

        Unser Pancho bekam, als wir ihn mit 10 Jahren übernahmen, ebenfalls Vetmedin und Entwässerungstabletten. Die machen allerdings aus meiner Erfahrung heraus wenig Sinn, wenn nur 2 Tage pro Woche gegeben wird.

        ABER: es kann auch sein, dass es wie bei unserem Pancho ist: gar nicht entwässern, weil das Herz nach 4 Jahren mit Herzmedis stark genug ist, um selbst den Körper zu entwässern. Pancho hatte auch Herzhusten, als der Körper zu stark entwässert wurde.

        Mal unser Weg mit Pancho:

        Er bekam wie gesagt anfangs Vetmedin + Entwässerung. Es ging ihm das erste Jahr sehr gut damit. Im zweiten Sommer bei uns brach er nach 100m Spaziergang das erste mal krampfend zusammen - stand nach 1-2min auf, war etwas irritiert - und nach einer kurzen Tragepause zappelte er auf dem arm rum und lief den gesamten Spaziergang quitschfidel mit. Das passierte wenige Tage später erneut und wir fuhren zum TA.

        Pancho bekam dann andere Herzmedis und weiter die Entwässerungstabletten. Damit war der Spuk erstmal für Jahre vorbei. Nach etwa 4,5 Jahren bei uns (um Weihnachten 2007) hustete er wieder, war schlapp - wir dachten, ok, wir müssen uns daran gewöhnen, dass wir bald Abschied nehmen müssen. Er war da schon 4 Jahre länger bei uns, als man uns bei Adoption in Aussicht gestellt hatte. Dann gingen die Entwässerungstabletten zu Ende - und unser TA hatte Urlaub (was wir leider nicht wussten). So lange reichten diese aber nicht. Der Vertretungstierarzt wollte aber nur nach ausführlicher und gründlicher Untersuchung neue Tabletten herausgeben - er kenne den Hund ja nicht und müsse sicher sein, dass es stimmt, was wir sagen...

        Naja, es war das beste, was uns passieren konnte. Die Entwässerungstabletten gingen zu Ende - und unserem Pancho ging es täglich besser. Nach einer guten Woche ohne Entwässerungstabletten war Pancho wieder ganz der alte: rotzfrech und quitschfidel - und das mit fast 15 Jahren.

        Er starb erst Ende 2010 mit fast 18 Jahren - und bekam nie wieder Entwässerungstabletten. Unser TA hätte das nie ausprobiert und hielt uns für bescheuert, aber bei uns war es genau das richtige. Wassereinlagerungen hatte Pancho keine und die Dosierung der Herzmedis konnte über viele Jahre stabil gehalten werden.

        Gestorben ist Pancho auch nicht, weil sein Herz nicht mehr konnte - es war der restliche Körper, der den Dienst aus Altersgründen quittierte.

        VG
        Kim

        • Hallo Kim,

          vielen Dank für deinen schönen Bericht! :-)

          Ich habe nach solchen Anfällen immer Angst meinen Seelenhund nicht mehr lange zu bei mir zu haben, schön so was zu lesen. :-)

          Ich halte auch nicht viel von Entwässern, wir haben versch. Dosierungen probiert, auch ein knappes Jahr ganz ohne, das aber leider in der Klinik endete. Zuerst hieß es täglich, ein anderer Arzt meinte, nein nicht täglich weil die Nieren sonst zu stark belastet werden usw. usw. Im Winter muss ich ehrlich sagen, da entwässere ich sie auch nicht zwei mal die Woche. Man merkt ihr an ob sie es braucht oder nicht. Im Frühjahr, SOmmer gehts leider nicht ohne, wie man gestern sah.

          Ich habe ihren gesamten Futterplan umgestellt, koche nur noch selbst für sie. Seit dem haben wir eine ganz enorme Besserung erleben dürfen. (Früher war ihr auch oft schlecht und sie hatte Gelenkschmerzen).

          Im Moment läuft sie auf der niedrigsten Dosis der Herztabletten. Der Tierarzt meint ich solle sie erhöhen und bei den zwei Entwässerungstageb bleiben, bei schwülen Wetter aber noch extra eine Tablette geben.

          Wir werden jetzt wieder auf Sommermodus umstellen: Frühmorgens spazieren und Abends. Tageslausflüge nur noch mit Hundetasche im Gepäck...

          Einen weiteren Tierarztbesuch will ich ihr erst mal ersparen. Ich habe ohne Witz schon über 3000 Euro in die Sache investiert und nie wirklich befriedigende Antworten erhalten. :-(

          • Hi,

            aus der Erfahrung mit meinem Pancho:

            Die Anfälle kommen nicht zwangsweise von Wasser in der Lunge! Ganz schlecht ging es ihm, als er zu stark entwässert wurde.

            Spazieren gehen ging ab April/Mai bis Oktober auch nur morgens und abends und manchmal haben wir bei ihm auch ganz verzichtet. Man spürt irgendwann, ob das Wetter so gar nicht passt. Trotzdem war er bis kurz vor seinem Tod täglich bis zu einer Stunde mit uns unterwegs. Waren wir länger weg, dann wurde er eben getragen, sobald die Ohren nach hinten geklappt wurden und die Schnauze aufging. Hatte er sich erholt, fing er an zu zappeln und lief selbst weiter.

            Erhöhung der Herzmedikamente ist gut, aber beobachte sie. Manchmal muss man tatsächlich das Medikament wechseln. Pancho ging es mit dem Nachfolgemedikament deutlich besser und die Dosierung brauchten wir nie wieder anpassen.

            Alles Gute!

            Gruß
            Kim

            • Danke nochmal, :-)

              Vetmedin ist das 3. Medikament, welches wir bei meiner Kleinen ausprobieren. :-/ Haben die ersten zwei Jahre unter ärztlicher Aufsicht versucht das passende zu finden. Auch Homöophatisch. Vetmedin ist im Moment das Beste, sagt zumindest der Kardiologe.

              Über den Winter bekam sie 0,2mg Pimobendan auf 1 Kilo Körpergewicht, die besten Ergebnisse erziehlt man angeblich mit 0,5mg. Auf diese Dosis erhöhe ich ab heute wieder. (Hatten wir ziemlich an Anfang, da es ihr durch die Futterumstellung so gut ging, wurde die Dosis auf ein Mindesmaß runtergesetzt)

              Ich habe heute wähend der Arbeit die ganze ZEit über das Entwässern nachgedacht. Aber gerade gestern hatte sie keine Entwässerung. Sie war geplant (wird Mittwochs und Sonntags entwässert, weil ich da immer zuhause bin und sie pippi machen kann, wenn sie muss). Da ich noch nicht wusste ob ich sie nicht bei der Oma lasse und sie nicht mehr so fit ist mit Gassi, wollt ich das beiden nicht zumuten. Auch die letzten Anfälle waren laut Tierarzt eher wegen Wasser... #kratz #schwitz Wenn man nur einmal eine richige Beratung von einem Tierarzt bekommen würde. #gruebel Werd die Woche mal telefonisch beim Chefarzt von der Tierklinik nachfragen. Der ist sehr gut, aber Termine bekommt man nur bei 3 wöchiger Wartezeit. Würd die Tabletten gern absetzten, aber nur wenns dem Hund nicht schadet...

              Wenns ihr besser geht, möchte sie dann auch immer wieder runte. :-D Traurig ist es dann immer, wenn sie kurz losspurtet und dann wieder einen Husten bekommt, so dass nix mehr geht, obwohl sie will.... Darum hätt ich so gern ein Notfallmedikament, wie die Asthmasprays für uns Menschen... Das wär toll!

              • Hi,

                Dein WEg, mit der Klinik zu sprechen ist sicher der richtige. Ich kann ja nur aus der Erfahrung heraus sprechen, aber bin kein TA.

                Wie gesagt, bei uns kamen die Probleme tatsächlich von zu starker Entwässerung - auch der Husten! Har unser TA auch nicht glauben wollen, bis er Pancho ohne Tabletten bei den Kontrollen 2x jährlich gesehen hat. Das Wetter aktuell ist echtes Kreislaufwetter und macht gerade herzkranken Tieren große Probleme.

                Mein Rat wäre einfach, Deinen Hund zu beobachten und selbst zu entscheiden, ob Entwässern nötig ist oder nicht. Bei uns war nach einer Woche eine absolut deutlich Besserung und "Leistungsfähigkeit" zu sehen. Nach zwei Wochen war klar: ohne Entwässern geht es Pancho besser - und nach mehreren Wochen haben wir entschieden: Wir sehen Pancho täglich und können mittlerweile gut einschätzen, was er braucht und was nicht. Bei den regelmäßigen Kontrollen wurde nie wieder Wasser in der Lunge festgestellt. Und gehustet hat Pancho auch nicht mehr.

                Eine klre Aussage wird man nur selten bekommen oder eine 100%ige Diagnose, aber behalte es einfach im Hinterkopf. Der Körper braucht auch ein wenig Zeit für die Umstellung, wenn die Tabletten nicht gegeben werden. Das heisst aber nicht, dass deshalb der Husten von Wassereinlagerungen kommt.

                Bei mir selbst wurde nach der Geburt meines Sohnes Wasser in der Lunge durch Ultraschall und Röntgen festgestellt.

                Alles Gute!

      hallo cesnalein,
      wenn hunde aufgrund eines herzfehlers entwässert werden müssen, dann ist es der herzfehler in meist schon etwas gravierender als "nicht soooo schlimm".
      wenn man entwässerungsmedikamente wiederholt in akuten situationen aufgrund des herzens einsetzten musste, dann werden sie in der regel auch zur dauermedikation. eure art zu entwässern ist ungewöhnlich und medizinisch gesehen auch nicht so ganz sinvoll. entwässerungstabletten wirken recht schnell, aber auch nur wenige stunden. dh einen hund zweimal in der woche zu entwässern ist ein ziemlich starkes auf und ab was den wasserhaushalt betrifft. man entzieht dem körper dann an zwei tagen in der woche viel wasser (was nicht nur positive effekte hat), am nächsten tag hat man aber von dem vorteilhaften effekt quasie nichts mehr. das wasser in der lunge ist ruck zuck wieder da.
      eigentlich sollte man in solchen fällen eine dauertherapie (täglich) durchführen, geringer dosiert. herzpatienten sollten in der regel alle 6 monate zur ultraschall kontrolle. bei eurem nächsten kardiologen termin würde ich an eurer stelle den/die kardiologen auf die intervallartige entwässerungs therapie ansprechen und fragen ob es nicht sinvoller wäre dimazon täglich (da soger je nach grad des herzfehlers zwei bis dreimal) zu geben.

      an zwei tagen in der woche ist medizinisch gesehen wirklich etwas fragwürdig.
      alles gute

      • Vielen Dank für deine Antwort! :-)

        Du hast es ganz gut erklärt. Habe gestern auch noch unseren Doc. ans Telefon bekommen, nächsten Monat machen wir noch einen Ultraschall.

        Der Herzklappenfehler scheint laut letzten Ultraschall noch nicht das Problem zu sein. Das Wasser sammelt sich wegen dem vergrößerten Herzen an. Das Herz drückt auf die Lunge und knickt die Luftröhre nach oben etwas ab. Der ganze Brustkorb ist ein wenig beengt, die arme Maus. Durch den Druck auf die Lunge sammelt sich das Wasser an. Ist zu viel Wasser in der Lunge, bekommt sie diese Schwierigkeiten.

        Ich habe den Hund auch "erst" mit 8 Monaten bekommen. Die ersten Käufer wollten sie nciht mehr. Damals hatte sie eine angeblich chronische Mandelentzündung, die wir aber nach einem Jahr und einen kurzen Rückfall etwas später, komplett los geworden sind. Das hat wahrscheinlich aufs Herz geschalgen. :-(

        Ein Jahr hat es ganz gut geklappt mit der zweimal die Woche Methode. Wir werden bis zum Ultraschall die Dimazon zweimal täglich in niedrigerer Dosis geben. Mit dem Arzt abgesprochen. Er meint früher oder später muss das so sein und fand es positiv das es so lange mit der niedrigen Dosis geklappt hat. Ich fühle mich richtig mies und dumm, weil es immer erst den Hund schlecht gehen muss, bis eine neue Therapie angschlagen wird... :-(

        • (10) 12.05.15 - 09:39

          hallo,
          ich würde euch empfehlen auf jedenfall zu einem kardiologen/internisten oä zu gehen. jemand der spezifisch herzultraschall mit doppler macht.
          vergößertes herz und klappenfehler kann man nicht komplett von einander trennen, die symptome hängen alle irgendwie zusammen. die zusammenhänge sind alle nicht so einfach. eine verständnis sache noch: das große herz ist auch ein mechanischer reiz. dh abgesehen von möglichem wasser in der lunge, kann ein hund auch eine art reitzhusten haben wegen der großen herzmasse in der lunge. wenn es aber ausschließlich an dem mechanischen problem liegt (also nicht am wasser aufgrund der entwässerunsgtherapie) dann haben die hunde idR kein deutliches atemproblem mehr sondern eher einen reitzhusten.
          fühl dich nicht mies! ihr tut ja alles was in eurem wissen liegt um eurem hund zu helfen!
          VG

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