Woran erkenne ich einen guten, seriösen Züchter?

    • (1) 15.05.15 - 11:36

      Hallo

      Wir möchten gerne im nächsten Jahr einen Hund kaufen. Nach diversen Erfahrungen mit älteren Tierheimhunden möchten wir dieses Mal einen Welpen vom Züchter. Nur woran erkennt man diesen? Würdet ihr eher einen Hobbyzüchter suchen oder einen großen Zwinger? Gibt es irgendwelche Seiten wo Züchter zertifiziert werden?

      Es soll wahrscheinlich ein Labrador werden. Wobei wir da noch nicht zu 100% festgelegt sind.

      LG

      • Hallo!
        Wir haben unseren Beagle von einem sehr guten Züchter über den Deutschen Beagle Club.
        Vorher hatten wir uns über den Heißen Draht eine "Zucht" angesehen und da habe ich als Hundeleihe gesehen, was eine schlechte Zucht ist (Bei Fragen nochmal melden).
        Wir waren mehrere Male zu gucken da.
        Lg Sportskanone

        • Beagle finde ich toll. War auch auf der Liste derer die wir uns genauer angeschaut haben. Aber wir haben ein wildreiches Umfeld. Da sind sie wenig geeignet.

          Mein persönlicher Favorit wäre ein Appenzeller Sennenhund. Das war mein erster Hund und bisher der einzige der als Welpe kam. Leider hatte er recht jung einen Unfall und ist an den Folgen verstorben. Mein Mann mag Appenzeller nicht so gerne, aber vielleicht bekomme ich ihn noch weich geklopft ;-)

          LG

          • Hallo!
            Wir wohnen direkt am Wald;-)
            Unser Beagle kann ohne Leine im Wald laufen, ist abrufbar. Hier zählt, wie bei jedem Hund die Erziehung. Unser hat nicht mehr Jagttrieb (den Labbis übrigens auch haben) als viele andere Hunde. Wir haben fast täglich Begegnungen mit Reh, Hase, Wildschwein und co.Alles kein Problem.

            Lg Sportskanone

      Der Labbi gehört zu den meist gezüchteten Hunderassen in Deutschland und ist mittlerweile mit sehr vielen Krankheiten belegt. Wenn Du ehrliche Meinungen zu dieser wirklich sehr wunderbaren Rasse haben möchtest, solltest Du Dich bei Tierärzten und Hundeschulen umhören, und Dir ein Bild machen. Mach Dich allerdings darauf gefasst, nicht nur positive Dinge zu hören...

      Auf Grund der absoluten Überzüchtung besteht die Gefahr, bei einem "Vermehrer" zu landen und ein Tier mit schlechtesten gesundheitlichen oder psychischen Grundmerkmalen zu erwerben. Daher sollte so eine Moderasse nur beim VDH oder Rassehunde-Zuchtverband erworben werden!

      Da gehen die Anschaffungskosten gerne mal an die 1500 bis 1800 Euro.

      • Danke für den konstruktiven Beitrag.

        Ich habe preislich jetzt nicht mit unter 1000 Euro gerechnet. Ich kenne mich in der Pferdezucht am Rande aus. Sperma, TA-Kosten, Risiken, Impfungen, etc pp. Da kommt schnell was zusammen.

        • Nachtrag: Unser Beagle ist natürlich auch aus einer VDH-Zucht, mit allem drum und dran. 1000 Seitiger Vertrag (naja fast:)!
          Wir haben Eltern und Geschwister gesehen und sogar noch ne Oma:)
          Teuer war unser auch, aber jeden Cent wert. Gute Zucht und Sozialisation sind das A und O.
          Lg Sportskanone

      (8) 18.05.15 - 06:28

      Dem kann ich zu 100% zustimmen. Wir haben vor 5 Wochen unsere erst 4!!!! Jährige labbi Hündin einschläfern lassen.
      Wir dachten auch das wir einen seriösen Züchter gefunden haben und das da ja nichts passieren kann. Pustekuchen. Unsere labbi Hündin wurde nur halb so groß wie ein normaler, hatte Epilepsie die nicht in den Griff zu bekommen war und hatte zu guter letzt gebärmutterkrebs. Du steckst einfach nicht drin.

      Meiner Meinung nach ist diese Rasse total überzüchtet und von den typischen Merkmalen ist nichts oder nur wenig übrig geblieben.

      Natürlich könnt ihr auch Glück haben, es sind ja nicht alle Züchter nur auf Profit aus, aber das zu unterscheiden finde ich persönlich echt schwer.lieber einen kleinen Hobby Züchter als ein Riesen Zwinger würde ich sagen.

(9) 15.05.15 - 15:03

Hallo!

Lieber ein kleinerer Züchter, wo die Welpen mit Familienanschluss aufwachsen und so schon in den ersten Lebenswochen die Grundregeln des Zusammenlebens mit Menschen lernen. Lass Dir bitte alle Unterlagen zeigen, Röntgenbilder und Augenuntersuchungen der Eltern, Besuch den Welpen schon vor dem Abholen ein paar mal.

Dich gründlich einlesen in die üblichen Krankheiten etc. kannst Du ja sicher selber, was aber selten wo steht: Retrieverrassen haben extrem oft Durchfall, daher ist es wichtig einen Garten zu haben. Hat man keinen und muss bei Minusgraden erst mal richtig Gassi gehen ist das noch viel lästiger.

(10) 15.05.15 - 17:56

Hallo,

wenn du einen Labrador möchtest, dann züchten seriöse Züchter in Deutschland in einem dieser beiden Vereine
http://www.lcd-labrador.de/

http://www.drc.de/content/labrador-retriever-kurzbeschreibung

Wenn Labbi, dann nur ein Züchter von dort und selbst dort würde ich mir die Stammbäume anschauen und nur einen Welpen aus einer Verpaarung wählen, die eine gute und hohe Röntgenquote der Hüfte und Ellenbogen nachweisen.
Bei Labbis muss auch auf das Herz und Epilepsie geachtet werden, deshalb würde ich vor dem Kauf den Züchter fragen, ob diese Erkrankungen in seiner Zucht schon vorgekommen sind!

Viel Spaß beim aussuchen #winke

Falls es doch eine andere Rasse wird, dann würde ich darauf achten, dass der Züchter dem VDH angeschlossen ist
http://www.vdh.de/welpen/

Informiere dich über rassetypische Krankheiten und überhaupt über Rassemerkmale, denen man als Halter gerecht werden muss!

LG

(11) 15.05.15 - 18:21

Hi,
ich würde jederzeit einen kleinen und seriösen (!) Züchter einem großen Zwinger vorziehen. Allein von der Anzahl der Würfe/ Hündinnen leitet sich die Qualität der Arbeit nicht ab.
Für mich wäre entscheidend, dass
- der Züchter dir erlaubt vorbeizukommen und dich umzuschauen und die Tiere kennen zulernen
- der Züchter in einem Verband organisiert ist (auch wenn ich vom VDH, Kennel Club usw. kein Fan bin, aber besser etwas Kontrolle als gar keine)
Dabei kann man bei vielen Verbänden und Vereinen auch online einen Blick in das Zuchtbuch werfen (wie viele Würfe hat der Züchter wirklich, Anzahl der verstorbenen Welpen, AVK und IK !!!! usw.).

Die Welpen sollten frühzeitig mit der Familie leben und alles kennen lernen, was es in einer Familie so gibt.
Der Züchter sollte dich genauso unter die Lupe nehmen wie andersrum.

Wir haben unseren Hund von einer Züchterin die ich jederzeit wieder wählen würde.
Sie hat eine überschaubare Anzahl von Hunden mit etwa 2 Würfen im Jahr.
Die Welpen wachsen im Haus und im Garten auf und werden auch mit den Hunden der Nachbarschaft bekannt gemacht, wenn sie dafür alt genug sind.

Es gibt sogar Kinder-Nachmittage bei denen die Kinder der Nachbarn mit den Kleinen spielen dürfen, damit sie auch das kennen lernen.

Wir durften vorbei kommen ohne, dass uns sofort ein Welpe aufgeschwatzt wurde. Und ganz wichtig, sie wollte wissen wo ihre "Babys" hinkommen. Sie hat gefragt ob wir Erfahrung haben, wie wir wohnen (weiß der Vermieter Bescheid) und ob wir auch in den Ferien wüssten wohin mit dem Tier.
Ich weiß von zwei Interessenten die sie abgelehnt hat weil sie ihr nicht verantwortungsvoll genug erschienen.
Ich habe gefragt ab wann sie die Welpen abgibt und sie antwortete, "wenn sie dafür alt und stark genug sind".
Fand ich super, da sie bei jedem Hund individuell entschieden hat, ob er noch Zeit bei der Mama braucht oder nicht. Viele Züchter geben ihre Welpen zu früh ab, um sich die Kosten für einige Nachimpfungen zu ersparen.

Ich hoffe du findest einen guten Züchter und einen Hund der zu euch passt :-D.
Lass dich auch nicht bequatschen "wenn sie den Hund ohne Papiere nehmen kriegen sie ihn dreihundert Euro billiger"

Liebe Grüße Sherry#hund

(12) 15.05.15 - 20:37

Laß dich nicht verrückt machen!

Wenn du kein ausgebildeter Tierarzt bist, kannst du dir das Vorlegen der Röntgenbilder und Augenuntersuchungen sparen. Du wirst nämlich nicht erkennen, ob ein pathologischer Befund vorliegt, oder die Normwerte eingehalten sind. Zudem wirst du nicht überprüfen können, ob die Bilder zu dem Elternhund gehören, wenn du kein Chiplesegerät zur Hand hast und die Bilder nicht korrekt gekennzeichnet sind.

Vielmehr kannst du dich nach der AUSWERTUNG dieser Untersuchungen erkundigen, und damit nach dem Bestehen der Zuchttauglichkeitsprüfung im Mitgliedsverein. Diese sollten BEIDE Eltern ohne Auflagen bestanden haben.

Einsicht ins Zuchtbuch zu nehmen ist zwar ne hübsche Idee, aber mehr auch nicht. Es gibt genug Züchter, die nicht in der Lage sind, den Ahnenverlustkoeffizienten (AVK) oder den Inzuchtkoeffizienten (IK) richtig zu berechnen oder zu deuten. Wie soll man da als reiner Interessent und Liebhaber mit solchen Infos umgehen? In EIN Zuchtbuch zu gucken, würde ohnehin nicht genügend Infos zum vorhandenen bzw. erwarteten Wurf geben. Man müsste schon über mehrere Jahrgänge Infos zusammen tragen, um über die Erbgesundheit einer Verpaarung auch nur annähernd Aussagen machen zu können.
Also: Mülltonne auf, Tipp rein, Mülltonne zu!

Die meisten guten Rassezuchtverbände haben eine Welpenvermittlung. In der Regel ist es hilfreich, sich an diese zu wenden und nach Züchtern zu fragen, die einen Labi züchten, der eure Anforderungen mit hoher Wahrscheinlichkeit erfüllt.

Auch Züchter, die viel Gedöhns um ihre Hunde veranstalten, können Murks züchten. Da ist es wenig hilfreich, wenn sie per vieler Fragen eure Lebensverhältnisse auseinander nehmen, einen auf wichtig machen, aber das Ganze am Ende nur eine schlaue Verkaufspolitik ist und die Hunde weder von der Gesundheit her, noch vom Wesen taugen. Genau so können die stillen, die dich nicht bis auf den Gehaltszettel ausquetschen, genau die richtigen für euch sein.

Es ist manchmal hilfreich, in einem speziellen Rasseforum um hilfreiche Tipps per PN zu bitten. Offen darf dir keiner einen Züchter an- oder abraten, aber durch persönliche Nachrichten erfährt man manchmal viel aus den tatsächlichen Erfahrungen mit Hunden aus bestimmten Zwingern.

Naja, und es bleibt immer auch ein bisschen Bauchgefühl und Sympathie - von BEIDEN Seiten.

Ute

Hallo!

Nachdem 3 Labradore meiner Freundin diverse Gelenk- und Hüftprobleme hatten/haben und sich schon mit 6/7 jahren kaum noch normal bewegen können beim Laufen, würde ich persönlich lieber keinen anschaffen.
Auch der 7jährige Labrador des Nachbarn meiner Eltern wurde mit 5 schon an der Hüfte operiert und hat diverse andere Wehwehchen, die kaum in den Griff zu bekommen sind und einen Haufen Geld kosten/gekostet haben.

Zwar gibt es keine Rasse, die nicht mit irgendwelchen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat (oder zumindest das Risiko besteht), aber wirklich alle Labradore die ich kenne sind im frühen Alter schon krank und/oder unbeweglich.

Ich würde mir das gut überlegen ...

LG
sonntagskind

  • Von den Labradoren, die bei uns im Programm waren, schieden zwischen 2001 und Mai 2015 4.8% wegen schlechten HD-Werten (unter C/C) und 2.4% wegen schlechten ED-Werten (unter 1/1) wieder aus dem Programm.

    Also... eh.

(15) 19.05.15 - 09:57

Vielen Dank für eure Antworten! Das hilft mir sicher weiter.
Wir waren auch noch mal am Tierheim. Die haben auch immer mal wieder Welpen. Da bleiben wir auch im Kontakt. Vielleicht finden wir ja unseren Hund doch dort.

  • (16) 19.05.15 - 12:27

    Gute Entscheidung #pro

    Ich les grad, dass du 3 noch kleinere Kinder hast.
    Viele machen andere Erfahrungen, aber ich kann dir sagen, dass mich mein Labrador in den ersten 3 Jahren sehr forderte und - obwohl ich hundeerfahren bin - sehr an meine Grenzen brachte!
    Er ist jetzt 4, hat keine gesundheitlichen Probleme (Hüfte und Ellenbogen sind geröngt und sehr gut), aber ein Temperamentsbolzen und zwar mehr als andere Labbis!

    Er ist jetzt der Hund, den ich immer haben wollte, ich würde ihn aber niemals jemandem mit geben, der unsicher ist, oder Jugendlichen unter 16.
    Der durchschaut Menschen / Schwächen sehr schnell und macht dann, was er will!
    Er ist ein Hund, den man nicht aus den Augen lassen darf - nur außerhalb des Hauses, aber das reicht schon.
    Im Haus ist er allerdings ein Schatz, macht nichts kaputt, man kann Essen stehen lassen, bleibt alleine... #verliebt

    Was ich sagen will: hätte ich bei dem immer einen Kinderwagen zu schieben, dann hätte der mich in seinen ersten Jahren in den Wahnsinn gebracht!

    Ich empfehle dir eine kleinere Rasse, max. 15 - 20 kg, z.B. Pudel oder Pudelmischling.

    LG

    • (17) 19.05.15 - 12:30

      ....was ich noch hinzufügen wollte: Labradore sind Jagdhunde, das sollte man nicht unterschätzen.
      Wenn die nicht gearbeitet werden, dann sollte man die andersweitig beschäftigen, z.B. Dummyarbeit, mantrailing, ZOS usw. - ohne Aufgabe wird denen schnell langweilig und dann suchen sie sich eigene Beschäftigungen.....

      • Hallo!
        Wir haben unsere Beagelin seit sie 11 Wochen ist, Da waren unsere Kinder 10, 7, 4, 1. Ich also nur mit Kiwa unterwegs. War kein Problem, auch wohnen wir am Wald und sehen täglich Rehe, Kaninchen und co. Außerhalb der Schonzeit kann unser "Jagthund" ohne Leine laufen. Also kommt es schon sehr auf Erziehung, Sozialisiereung, Zucht? an. Allerdings bin ich froh, dass sie nur 10-12 Kilo wiegt. Das ist schon von Vorteil, gerade weil sie das 1 Jahr keine Treppen laufen solle.
        Es ist übrigens mein 1. Hund und für mich absolut super Anfängerhund. Also pauschal von Jagthunden abraten würde ich absolut nicht. Unser ist absolut problemlos.
        Lg Sportskanone mit Sally auf dem Hundesofa

(20) 19.05.15 - 17:58

es wurde ja schon viel geschrieben...
ich würde darauf achten, dass ich die elterntiere bzw. wenigstens die mutter "begutachten" darf. ebenso die welpenstation oder vergleichbares. eben allgemein, wie sieht es dort aus und ist der züchter so offen dir das alles auch zu zeigen. seriöse züchter werden das zulassen. außerdem bestehen die in der regel darauf, dass man den welpen mehrfach besucht bevor man ihn endgültig abholen kann. zudem sollten der züchter immer ein offenes ohr für fragen usw haben, auch noch nach der "adoption"!
wie du züchter von gesunden hunden findest wurde ja schon gesagt... ansonsten vertrau auf dein gefühl!!! wenn dir der züchter irgendwie komisch vorkommt, kauf ihm keinen welpen ab!

(21) 19.05.15 - 20:28

Man erkennt einen guten Züchter definitiv NICHT an der Vereinszugehörigkeit.
Wir haben nach einem Schäferhund gesucht und einiges erlebt,
von im Pferdestall großgezogen ohne jeglichen Menschenkontakt:-(hatten einfach nur Angst, hatten weder Gras noch sonst irgendwas alltägliches gesehen.( ja die Eltern waren preisgekrönt und der "Züchter" Mitglied in Deutschlands größtem Verein)
bis im Haus und Garten großgezogen aber von einem kleinen Verein.

Achten würde ich auf die Rassetypischen Erkrankungen ( wurden die Eltern darauf getestet ?)
Wie sehen die Elterntiere aus?

Wie das Umfeld?
Sind die Welpen aufgeschlossen oder ängstlich?
Und natürlich der Gesundheitszustand der Welpen, Augen tränen?
Durchfall? ect.

Außerdem sollte es kein Züchter nötig haben auf einen Kauf zu drängen und aktiv fragen stellen wo sein Welpe hinkommt.

(22) 19.05.15 - 20:39

Hallo

Habe selber mal gezüchtet, aber wegen des Jobs und der Tatsache, das ich zeitlich meinen Welpen nicht mehr gerecht werden konnte, aufgehört.

Ich kann dir jetzt nur schreiben, wie wir es gehandhabt hatten.
Wie wir es VÖLLIG FALSCH gemacht hatten...

Unseren ersten Rassehund haben wir folgendermaßen ausgesucht:

Je nach Rasse (bei uns war es der Kft / Klub für Terrier).
Wir haben damals über das Telefonverzeichnis (Internet gab es noch nicht :-p) beim KfT über Züchter in unserer Nähe informiert.
D.h. ob sie zu der Zeit, als wir gesucht haben, einen Wurf hatten, einen geplant hatten oder evt. zu einem späteren Zeitpunkt.

Vom KfT haben wir dann drei Telefonnummer und die jeweiligen Anschriften der Züchter bekommen.
Wir haben damals ein Bild von dem noch einzigen freien Rüden per Post bekommen und so den Hund mit einem Kaufvertrag per Fax gekauft!

SO würde ich das heute nie wieder tun, aber ich wollte das auf dem Knie abbrechen.
Geduld ist noch nie meine Stärke gewesen.
Gott sei Dank hatten wir Glück und einen wirklich tollen und gesunden Hund bekommen.

So haben wir es dann gemacht:

Die Welpen kamen in einem extra hergerichteten Raum in einer Wurfkiste auf die Welt.
Mutter und Welpen hatten so ihre Ruhe.
Die ersten drei Wochen habe ich bei den Welpen und der Mama übernachtet, das Haus nur verlassen, wenn mein Mann zu Hause war. War haben die Mutterhündin nicht genervt, aber immer alles kontrolliert.
Täglich zwei mal gewogen, so dass ich wusste, ob sie auch genügend zunehmen.

Nach ca. drei Wochen wurden die Welpen agil und sind aus der Wurfkiste gekrabbelt.
Das war nun der Zeitpunkt für einen Umzug :-D
Wir haben im Wohnzimmer ein riesiges Welpengehege aufgestellt (einen alten PVC Teppich als Unterlage und täglich mehrmals Vedbeds gewechselt).
Sie haben nun alltäglich vorkommende Geräusche im Haushalt kennen gelernt. Staubsauger, TV, Radio, Küchenmaschine...

Besucher waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht willkommen!

Mit fünf Wochen habe ich gegen Parvovirose impfen lassen (Puppy Impfung).
Nach einer Woche, also im Alter von sechs Wochen durften dann Besucher kommen.
Straßenschuhe mussten ausgezogen werden bzw. so OP Überziehschuhe getragen werden. Das Risiko, das mir jemand Parvo Viren ins Haus schleppte, war mir zu hoch.

Ich habe die Welpen mit so viel Liebe und Fürsorge aufgezogen... da wollte ich nichts riskieren. Es mag sein, dass der ein oder andere das übertrieben fand, mir war das recht schnuppe... denn ich habe bei einer Züchterkollegin mitbekommen, wie grausam die Welpen eingegangen sind... trotz Tierarzt war ihnen nicht zu helfen!

Wenn sich Interessenten angemeldet hatten, haben wir uns zunächst kennen gelernt.
Ein Parson Russell Terrier ist ein Hund, der "süß" ist, aber kein Hund für Oma, die den lieben, langen Tag im Sessel sitzt und nur noch einmal um den Block geht.
Die Chemie musste auf beiden Seiten stimmen.

Hier war eine Familie, die unbedingt einen Hund von uns wollten.
Wir haben uns, wie bei allen anderen, erst mal kennen gelernt.
Sie hatten einen Sohn von fünf Jahren.
Der kleine "Rotzlöffel" ist mir ständig mit den Straßenschuhen übers Sofa. Das hab ich mir ne Weile angesehen und dann höflich gesagt "Ich möchte nicht, das du mit deinen Straßenschuhen über unser Sofa läufst! Das dürfen unsere Kinder auch nicht!" Der vater nahm seinen Sohn dann auf den Arm und sagte " Hör jetzt auf!" und dann....
KLATSCH... hatte der Papa!!! eine Backpfeife!
In diesem Moment hatte ich entschieden, dass diese Familie keinen Hund von mir bekommen wird! Sie waren sauer und enttäuscht, aber ich war der Meinung, dass sie zuerst mal ihr Kind erziehen sollten!

Ich habe die Welpen auch nicht mit acht Wochen abgegeben.
Mit Vollendung der 10. Woche sind sie ins neue zu Hause gezogen.
So konnte ich sie nach der Impfung beobachten (Verträglichkeit) ect.

Vorgelegt hatte ich:

Alle Untersuchungen (PL, PLL, Audiometrie) DNA Einlagerungsprofil
Zuchtzulassung, Ausstellungsbewertungen (habe ich nie viele besucht, meine Hunde waren entsprachen dem Rassestandart und hatten wenig Freude an Ausstellungen). Wir haben die freien Sonntage lieber im Garten verbracht :-p
Durchschrift der Deckmeldung
Ahnentafel

.......

Lasst euch Zeit, euer Bauchgefühl muss stimmen... und ihr solltet das gefühl haben, nicht abgefertigt zu werden. Ein guter Züchter ist eine hundeleben lang für euch da!

Viele Grüße
0815

Top Diskussionen anzeigen