Mein Pechvogel... (Hüftprothesenlockerung)

    • (1) 22.05.15 - 11:36

      Hallo ihr Lieben,

      Ich hoffe ich darf mir bei Euch mal meine Sorgen von der Seele schreiben. (Achtung, das wird bestimmt lang!...) Vielleicht kann uns ja jemand etwas Mut machen oder sogar aus Erfahrung sprechen.

      Und zwar geht es um meine zauberhafte Rottweilerdame, mittlerweile schon 8 Jahre alt, die wir im Alter von knapp einem Jahr aus einem Tierheim zu uns geholt haben.

      Was ihre Gesundheit anging, war sie schon immer ein echter Pechvogel. Neben vielen Bagatellen erwähne ich mal kurz die größten Baustellen:

      Nach drei Jahren in unserer Obhut wurde eine völlig zerstörte Hüfte rechts festgestellt (nicht durch HD, links ist alles unauffällig. Vermutlich eher infolge schwerer Misshandlung oder eines Verkehrsunfalles...) und sie hat ein künstliches Hüftgelenk bekommen. Die OP und Heilung verlief damals völlig unproblematisch. (Geröntgt wurde sie übrigens, weil sie nach langen Spaziergängen anfing, gaaaaanz dezent hinten rechts zu hinken. Ganz allgemein zeigt sie fast nie Beschwerden oder Schmerzen an :-(. Wenn Sie was äußert, brennt es meist schon richtig...)

      Sie hat zudem eine schwere Nahrungsmittelallergie, die sich in Mittelohrentzündungen und üblen allergischen Gastroenteriden äußert. 2013 wäre sie uns dabei mal fast an ein blutenden Magengeschwür verstorben. Den letzten heftigen Schub mit schwerem Erbrechen, Durchfällen und schließlich sogar zugeschwollenem Auge und Tennisballgroß geschwollenen Ohren (!!!) hatte sie letzten Sommer.

      Die aktuelle Vorgeschichte: Im November 2014 wurde sie wegen einem Kreuzbandriss links operiert (TTA). Die OP verlieft gut. Leider ist sie eine Woche postop blöd aufgesprungen und hat sich einen Spiralbruch des Schienbeins, ausgehend vom OP-Schnitt im Knochen, zugezogen (siehe Foto). Das wurde dann mit einer riesen Platte wieder zusammen geschraubt.

      Im weiteren Verlauf hat sie dann trotz antibiotischer Abdeckung einen Wundinfekt entwickelt. Da somit die implantierte Platte, die den Knochen zusammen hält, als infiziert gilt, wird sie schon seit 6 Monaten testgerecht mit Doxycyclin, einem Antibiotikum, behandelt.

      Ich muss dazu wohl nicht sagen, dass Doxy schwer Schleimhautreizend ist und sie jetzt seit sechs Monaten (unter dreifachem Magenschutz mit Omeprazol, Ranitin und Bariumsulfat) immer wieder erbricht und/oder Durchfälle hat... Nicht so schlimm, dass man es riskieren würde, die Therapie abzubrechen. Aber es geht ihr natürlich nicht toll, und sie wiegt nur noch 32 kg bei 60 cm Schultehöhe (war früher optimal bei 36 kg).

      In den Kontrollen heilt der Cage, das Implantat der Kreuzband-OP, jetzt gut ein. Der Bruchspalt hat sich auch gut verschlossen. Für den 08.Juni haben wir also den OP-Termin festgesetzt, um die Platte wieder auszubauen damit wir im Verlauf endlich die Antibiose beenden können. Ein Lichtblick.

      Das große ABER: im Zuge der letzten Kontrollen haben wir den rechten Hinterlauf mitröntgen lassen, da sie ein paar Tage zuvor mal minimal hinten rechts gehinkt ist. Der niederschmetternde Befund: obwohl die letzten Kontrollen vor de TTA-OP völlig unauffällig waren, hat sich nun das künstliche Hüftgelenk massiv gelockert und ist sogar schon um einige Milimeter abgesunken! (Ob einfach so, oder im Zuge der Infektion kann keiner sagen...) Die Konsequenz: die Hüfte muss schnellstmöglich raus!!! Und es kommt erstmal kein neues Hüftgelenk rein! Das wird dann alles in einem Aufwasch im Juni gemacht.

      Ach Mann. Einerseits bin ich froh, das die OP steht. Dass es weiter geht, dass wir irgendwann das Doxy wieder absetzen können. Auch, dass das Hüftgelenk rauskommt und den Knochen drumrum nicht weiter auflöst. Gleichzeitig habe ich aber auch einen Riesen Schiss, weil sie an beiden Hinterläufen gleichzeitig große Wunden haben wird und weil ich ja gar nicht weiß, wie es ihr danach - auch langfristig - so gehen wird. Ich hab so wahnsinnige Angst, dass sie einfach nicht mehr wird.

      Ich weiß auch gar nicht, was ich von Euch hören will. Vielleicht hat ja schon jemand Erfahrungen sammeln müssen mit einer Hüftgelenkslockerung, und kann mir berichten. Vielleicht könnt ihr mir ja auch einfach nur ein bisschen Mut zusprechen. Oder, falls ihr noch den ein oder anderen Daumen über habt, den am achten Juni ganz feste für unser Mädi drücken...

      Vielen Dank fürs Zuhören.
      Traurig Grüße
      I.

      • (2) 22.05.15 - 12:57

        Wenn kein neues Hüftgelenk rein kommt, wie wird sie dann laufen können?

        Ich kenne mich mit Hüftproblemen (Gott sei Dank) nicht wirklich gut aus, aber als ich das gelesen habe, habe ich mich gefragt, wieviel Lebensqualität bei den ganzen OPs und Schmerzen am Ende noch bleibt? Sie ist ja schon 8 Jahre alt, für Rottweiler meines Wissens nach ja schon ein gutes Alter. Wird sie die OPs überhaupt noch verkraften?

        Gibt es keine Alternative ihr ohne OPs vielleicht noch eine schöne Zeit zu gönnen?

        • (3) 22.05.15 - 15:37

          Hey,
          Danke für deine Antwort.
          8 Jahre sind für einen Rotti eigentlich kein Alter, im Gegebsatz zu anderen größeren Hunderassen wird die Lebenserwartung meist so mit 12-15 Jahren angegeben.

          Laut Orthopäde laufen die Hunde nach Entfernung bei Hüftlockerung in der Regel auch ohne Hüftgelenk gut, weil der verknöcherte Kapsel-Band-Apparat das Gelenk gut stützt. Die Aussage deckt sich mit den Studien, die ich mir zu dem Thema durchgelesen habe. Fast alle Hunde scheinen nach der OP kaum oder wenig Schmerzen zu haben. Im Gegensatz dazu kam es in den Fällen, in denen ein neues Gelenk eingesetzt wurde, im Verlauf eigentlich immer zu Komplikationen, so dass auch das neue Gelenk letztlich entfernt werden musste. (Das steht aber bei uns auch nicht zur Debatte, da wir ja nicht ausschließen können, dass ein Infekt in der Hüfte ist. Dazu müssen wir die Abstriche aus der OP abwarten.)

          Ich kann mir das auch nicht so richtig vorstellen, deswegen hatte ich ja gehofft, jemand könnte dazu was berichten.

          Insgesamt ist mein Mädi sonst aber topfit und gut drauf. Auch der Rundum-Checkup jetzt präop war unauffällig. Sie lässt sich nicht unterkriegen und ehrlich gesagt auch echt wenig anmerken. Klar fällt ihr die Decke auf den Kopf weil ich nicht viel raus kann mit ihr. Aber das wird ja hoffentlich bald wieder besser.

          Die OP nicht zu machen ist für mich daher auch keine Option, das käme mir dumm und fahrlässig vor. Ohne OP braucht sie weiter Antibiotika, hat weiter Übelkeit und Durchfälle, und die Platte liegt direkt unter der Haut und ist sicher unangenehm. Bleibt die Hüfte noch länger drin, wird der Knochen irgendwann so dünn, dass er von selbst bricht - nein danke.

          Wir sind aber auch noch lange nicht soweit, dass "nichts mehr machen" sich wie der richtige Weg anfühlt. Du würdest sicher das selbe denken, würdest du die Kleine erleben.

          Wie es langfristig wird, kann ich natürlich nicht sagen, und das ist ja auch meine große Angst. Aber so wie sie zur Zeit drauf ist, müssen wir auf jeden Fall erstmal alles versuchen.

          Trotzdem vielen Dank.

          • (4) 22.05.15 - 16:08

            Wenn noch eine Lebensedauer von 5-7 Jahren zu erwarten sind sehe ich das allerdings auch anders. Ich dachte die liegt bei Rottweilern so bei 8-10 Jahren.

            Ich hoffe dir kann noch jemand wirklich helfen

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