Mein Mann kann unseren Hund nicht leiden :'-(

    • (1) 23.06.15 - 21:32

      Hallo!

      Ich habe vor 8 Jahren einen Dackelmischling aus dem Tierheim adoptiert. Er ist ein lieber, gutmütiger Hund und eigentlich recht problemlos bis auf seine Bellerei.
      Danach hat sich in meinem Leben viel getan, ich ließ mich scheiden, bin mehrmals umgezogen. Mein Hund blieb natürlich immer bei mir.

      Nun habe ich vor ca 3 Jahren meinen jetzigen Mann kennen gelernt. Er hatte noch nie einen Hund und war immer eher der Katzentyp. Noch dazu gibt es in seinem Heimatland viele streunende Hunde und schon von frühester Kindheit an hörte er, er müsse sich immer von den Hunden fernhalten und dass sie dreckig, böse und aggressiv seien.
      Dennoch hat sich mein Partner bemüht mit dem Hund gut auszukommen, ging sehr oft Gassi mit ihm usw. Ich muss dazu sagen dass mein Mann ein sehr friedliebender und guter Mensch ist und keineswegs schlecht.

      Wir haben dann vor einem Jahr eine Tochter bekommen und seitdem ist es sehr schwer mit Mann und Hund. Er besteht zB darauf, dass der Hund nie im Wohnzimmer ist wenn die Kleine im Wohnzimmer ist. Ins Schlafzimmer darf er natürlich auch nicht. Das könnte ich ja noch akzeptieren, doch was mich sehr traurig macht ist seine genervte und oft harte Art dem Hund gegenüber und seine Lieblosigkeit. Er würde den Hund zwar niemals schlagen oder derartiges, aber mir reicht es schon dass er oft hart mit ihm redet und ihn nie streichelt etc.

      Wenn ich versuche mit ihm darüber zu reden sagt er "ja du hast ja recht, ich werde ab sofort liebevoller mit ihm umgehen", doch das hält nie lange an.
      Ein anderes Zuhause für ihn zu suchen ist für meinen Mann aber keine Option, denn das würde er niemals übers Herz bringen, so sagt er zumindest.

      Doch so wie es jetzt läuft geht es für mich einfach nicht.

      Was kann ich machen damit mein Mann unseren Hund lieben lernt?

      Ich gebe zu ich bin auch oft genervt von ihm, vor allem wenn er grundlos bellt obwohl das Baby gerade eingeschlafen ist usw. Da schimpfe ich dann auch schon mal. Trotzdem bin ich nicht aggressiv ihm gegenüber, mein Mann aber schon.

      Ich bitte euch um hilfreiche Antworten und um Tipps und bitte euch, Verurteilungen zu unterlassen. Ich schreibe das unter Tränen und will wirklich dass alles wieder gut wird.

      Danke

      • (2) 24.06.15 - 00:29

        Hallo, hier ist es auch so. Mein Mann ist sehr tierlieb, aber meinen Hund findet er einfach nur dämlich. Der Hund war auch vor ihm da. Am Anfang hat er sich noch zusammengerissen, ihm war wohl klar hätte er gleich gegen ihn gewettert, dann wären wir nie zusammengezogen. Nach der Geburt unserer Tochter war es dann mit seiner Selbstbeherrschung vorbei. Frei nach dem Motto, das ich mich ja wohl wegen dem Hund nicht trennen werde. Immer wenn er den Hund wieder auf dem Kieker hat bekommt er von mir den erhobenen Mittelfinger gezeigt. Ich habe ihm auch ganz klar gesagt, das es seine Entscheidung war, das wir zusammen ziehen und ich es nicht zulassen werde, das er so zu dem Hund ist. Auf der anderen Seite wundert er sich dann, das das Tier nicht mit ihm mitgeht....ich kann es tital verstehen, mit ihm würde ich als unser Hund auch nicht mitgehen.
        Bei deinem Mann liegt das Problem viel tiefer, hier geht es ja nur um DEN Hund, alle anderen sind ja soooo toll.Mein Hund scheint kein Männerhund zu sein, er ist nicht der Erste, der ihn doof findet.

        Einen wirklichen Rat habe ich nicht für dich, man kann niemanden zwingen ein anderes Lebewesen so zu mögen, wie man selber. Das funktioniert einfach nicht. Allerdings lasse ich auch nicht zu, das er den Hund ausgrenzt. Ich rede auch nicht mehr, bringt eh nichts. Auf leere Worte und Versprechungen kann ich verzichten. Aber ja, es hat mich sehr von ihm entfernt, einfach die Tatsache das er nicht von Anfang an ehrlich war.
        Hier hat sich das Thema bald erledigt, der Hund ist Uralt und in den letzten Zügen.

        Einfach das Gefühl, das mein Mann etwas "mies" behandelt was mir wichtig ist, macht mich stinksauer.

        Das was du amchen kannst, ist einfach nur weiter lieb zu deinem Tier zu sein und seine "Rechte" klar zu vertreten. Auch wenn das Ärger bedeutet.

        LG

        Hallo!

        Ich überlege eher, ob es FÜR DEN HUND nicht besser wäre, wenn er abgegeben wird.

        Hunde sind eben Rudeltiere und akzeptieren die menschliche Familie voll als Ersatzrudel. Aber mit dem wollen sie dann auch zeit verbringen, so viel wie möglich. Dein Hund darf aber nicht ins Wohnzimmer, nicht ins Schlafzimmer, ganz sicher auch nicht ins Kinderzimmer. Wo darf er denn hin? Flur und Küche? Wie viele Stunden am Tag hält sich da jemand auf?

        Der Hund ist wahrscheinlich meistens außen vor, es geht zwar jemand Gassi, streichelt ihn mal, aber er vereinsamt damit trotzdem.

        Dann bellt er, woran seine Situation sicher nicht ganz unschuldig ist, dann wird er angeschrieen - was das Bellen eher verstärkt im Sinne von "Frauchen bellt auch" - und sonst wird er auch eher lieblos behandelt.

        Ich überlege eben, ob der Hund nicht besser aufgehoben wäre bei Leuten, wo er wirklich Familienanschluss hat, mittendrin leben darf und nicht die meiste Zeit alleine im Flur sitzt.

        Oh wie traurig :-(
        Wie alt ist denn dein Hund jetzt?

        Vielleicht solltest du nochmal mit deinem Mann reden, ihm sagen, dass der Hund noch die letzten Jahre ein schönes Leben bei euch haben soll und er mal über seinen Schatten springen soll.
        Er muss ja nicht gleich mit ihm in einem Bett schlafen, aber hier und da mal einige nette Worte und Streicheleinheiten könnten doch drin sein.

        Alles Gute!

      • Hallo,

        ich würde es so einschätzen, dass dein Mann so lang gute Miene zum bösen Spiel gemacht hat bis eure Tochter auf der Welt war. Er hat die Maske nun fallen lassen und zeigt seine Ablehnung gegen den Hund deutlich.

        Der Hund tut mir einfach nur leid. Such ihm ein neues gutes Zuhause. Du schreibst ja, dein Mann ist aggressiv zu ihm. Ich denke, euer Hund spürt diese offene Ablehnung.

        Und nein, ich glaube nicht, dass dein Mann den Hund noch akzeptieren wird. Dein Mann kommt scheinbar aus einem anderen Kulturkreis, wo Hunde nur "dreckige Straßenviecher" sind und er hat von Kindesbeinen an gesehen, dass sie eben so behandelt werden. Das wurde ihm von Kindesbeinen an eingeimpft.

        Ich persönlich könnte es gar nicht akzeptieren, wenn ein mich scheinbar liebender Mensch, mies zu einem meiner Haustiere wäre. Niemals würde ich meinen Hund deshalb abgeben. Da könnte eher der Typ von dannen ziehen.
        Aber zum Glück liebt mein Mann unseren Dicken genauso wie ich.

        Dir alles Gute und triff die Entscheidung im Sinne des Tieres

        Nici

        Ich danke euch sehr für eure Antworten. Habe mir jeden Beitrag aufmerksam durchgelesen.
        Gestern abend habe ich meinem Mann noch ein langes Email geschrieben (er war früher zu Bett gegangen) und heute abend wird es ein Gespräch geben.
        Meinen Hund wegzugeben kann ich mir nicht vorstellen, vor allem da er schon ein älterer Herr ist (12 Jahre) und ich nicht glaube dass ihn noch so leicht jemand nimmt.
        Viel mehr habe ich beschlossen, dass sich einiges bei uns ändern wird.
        Der Hund wird ab sofort auch ins Wohnzimmer dürfen und mehr gestreichelt werden. Das ist mein Anteil. Meinem Mann werde ich ordentlich ins gewissen reden. Er ist gsd ein sehr gescheiter Mensch und auch einsichtig, das weiß ich. Wenn er ihn schon nicht lieben kann so soll er ihm das wenigstens nicht so zeigen. Ich werde ab sofort mehr um die Rechte meines Hundes kämpfen und mich selbst mehr bemühen.

        Ich danke euch für euren Rat.

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