Sein Leiden ist endlich vorbei, aber dennoch...

    • (1) 16.07.15 - 15:00

      Hallo ihr Lieben,

      ich muss mich mal bei euch ausheulen. Mein Rocky musste am Dienstag nach 15 Jahren treuen Dackeldaseins eingeschläfert werden. Ich bin eigentlich nur noch verzweifelt und habe keine Ahnung, wie ich damit umgehen soll.

      Es ist so schwer für mich, da er in mein Leben kam, als ich 14 war. In einer Zeit, in der ich es ziemlich schwer hatte (u.a. Mobbing), kam er in mein Leben und gab mir neue Hoffnung. Er war immer für mich da, es interessierte ihn weder wie ich aussah, noch was ich für Hobby hatte.

      Es ging schon Ende Mai los. Sein Hals war plötzlich furchtbar dick. Der Arzt wusste angeblich erst nicht was es sei und gab Medikamente mit. Später wurde die Stelle aufgestochen: Alles voller Eiter. Richtig weg ging das leider nie, sondern kam immer wieder. Operieren wäre keine Option gewesen, durch die Anästhesie wäre er gestorben.

      Letzte Woche bekam er dann Tabletten gegen das Cushing-Syndrom (ständig Durst und Hunger). Er hatte daraufhin schwarzen Durchfall und weder gefressen noch getrunken :(
      Montag waren wir beim Arzt, es ging ihm schon nicht gut, der ganze Kopf war geschwollen, er sah aus als hätte er Mumps. Er bekam noch Aufbauspritzen, aber selbst die haben nicht wirklich etwas gebracht... Ich hab ihn nur in die Augen gesehen und schon gewusst, dass das nicht gut geht.
      Am nächsten Tag hat er ungelogen 13 Mal erbrochen. Beim Arzt hatte er sich noch ein letztes Mal von alleine hingestellt, was er die Tage zuvor kaum fertig brachte. Ich glaube, er wusste, dass sein Ende nahte. Dieses "Ja" über die Lippen zu bringen ist furchtbar.

      Ich weiß, dass er nur gelitten hätte, wenn wir diesen Schritt nicht gegangen wären. Es war auch irgendwo abzusehen.... Aber dennoch...
      Niemand freut sich lauthals, wenn ich nach Hause komme. Keine feuchte kalte Nase stupst mich an oder leckt mir die Beine ab, wenn ich in kurzen Hosen rumlaufe.

      Wir lassen ihn Mittwoch beerdigen und hoffen, dass wir dadurch auch einen Abschluss finden können. Ich bin froh auf Arbeit Kollegen zu haben, die mich auch mal weinen lassen, Verständnis zeigen und nicht sagen "ist doch nur ein Hund".

      Vielleicht könnt ihr mir ja Tipps geben, wie man mit dieser Trauer und Verzweiflung umgehen kann. Gerne auch aus eigener - wenn auch schlimmer - Erfahrung.

      Liebe Grüße

      Jasimini

      • Hallo,

        tut mir ehrlich leid!

        Du als Besitzer hast Dich aber richtig entschieden - dafür wird er Dir immer dankbar sein!

        Wir haben vor 4 Wochen unseren Dicken gehen lassen müssen. Einen Tag vorher ist er 5 Jahre alt geworden, also kein Alter. Bei uns kam es plötzlich - zu überraschend. Wir hatten keine Wahl und keine Chance um ihn. Es war furchtbar - 70 Kilo kann man auf dem Behandlungstisch nicht übersehen.... Selbst meinem Mann sind die Tränen gekommen nachdem er reglos auf dem Tisch lag. Ganz, ganz furchtbar schrecklich.

        Wie wir darüber hinwegkommen? Wir schauen nicht mehr zurück. Leo war da, er war ein Teddybär - unersetzlich für uns. Ein Riese in Form eines Kuscheltiers. Aber wir haben dennoch schon einen neuen Hund auserkoren. Dieser wird im September zu uns ziehen. Wir wollen keinen Ersatz (in dem Fall gibt es auch keinen), wir wollen keinen Lückenfüller aber wir wollen gerne zwei Hunde haben. Für diesen Hund bedeutet das sehr, sehr viel. Ein Herz, welches glücklich sein wird, von dem er noch nichts weiß, dass er sein tristes Dasein bald hinter sich lassen kann.

        Genau dieser Gedanke lässt uns nicht allzu sehr mehr trauern. Wir können die Welt nicht retten, aber wir können einem Hundetier die Chance auf ein "Leben" geben, weil ein Platz frei geworden ist.

        Am Sonntag Nachmittag werden wir alle auf den Tierfriedhof gehen und sämtliche, dort bestatteten Tiere von uns besuchen. Alle wurden feuerbestattet und in einem Sammelgrab gestreut. Die Kinder haben schon jeder einen Stein angemalt, ein Andenken für Leo. Ich denke, das ist wichtig für unsere Kinder und auch für uns, damit wir vollkommen das Kapitel Leo abschließen können.

        LG
        Caro

        Hallo und mein herzlichstes Beileid #kerze

        Vor inzwischen 7 Jahren mussten wir unsere knapp 12 Jahre alte DSH-Mix-Hündin einschläfern. Es hatte bis dahin keine großen Anzeichen gegeben, wir sind wg. Rückenproblemen, die sie öfter mal hatte, zum Tierarzt und der fand da was komisch weswegen er sie röntgen ließ.
        Erkannt wurde dann ein Tumor im Bauchraum, der bereits gerissen war und sie drohte innerlich zu verbluten.

        Es war schlimm, einen bis zum Vortag lebendigen, vermeintlich gesunden Hund plötzlich einschläfern zu müssen.
        Obwohl man wusste, dass es keine Rettung mehr gab, hat mich das sehr lange verfolgt.

        Inzwischen sage ich mir, sie hatte bis dahin ein schönes Leben, musste nicht lange Leiden. Das wünscht man sich doch eigentlich.

        Bei dir ist es erst einige Tage her und es wird auch noch eine ganze Weile weh tun. Lass es zu, es wird die Zeit kommen, in der es weniger wird und du dich nur noch an die schönen Momente erinnerst!

        Alles Gute!

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