Hund einschläfern, Kind mitnehmen?

    • (1) 27.07.15 - 11:35

      Ich stehe vor einer schweren Entscheidung. Wir müssen heute einen unserer Hunde einschläfern lassen. Der Krebs hat sie besiegt. Nun stellt sich die Frage, ob ich meine Tochter, 3 Jahre, mitnehme, oder nicht. Da wir auf dem Land aufwachsen hat sie ein recht natürliches Verhältnis zum Tot. Wir haben zusammen schon einige Vögel und einen Hasen begraben, die wir versucht haben aufzupäppeln. Ich würde ihr gern zeigen, dass der Tot schmerzfrei eintritt, weiß aber nicht, ob ich ihr damit vielleicht zu viel zumute. Was würdet ihr machen?

      • Oje, mein Großer war auch in dem Alter als unser Hund euthanasiert werden musste.

        Ich habe ihn damals mitnehmen müssen - aber er hat erst nach ein paar Tagen verstanden, was geschehen ist.

        Wenn du jemanden hast, der auf deine Tochter aufpassen kann hat es aber auch wenig Sinn sie mitzunehmen. Das ist für dich ja wahrscheinlich auch keine einfache Situation.

        Die Tiere müssen erst einmal eine Spritze bekommen. Das ist nicht dramatisch, aber nicht jedes Tier lässt das ruhig zu und viele Kinder haben ohnehin Angst vor Spritzen. Damit demonstrierst du nicht unbedingt, dass der Tod schmerzfrei eintritt - es kann auch passieren, dass deine Kleine vermehrt Angst vor Spritzen bekommt.

          • Euthanasieren ist das richtige Wort. Dass die Nazis es auch in Bezug auf Menschen benutzt haben ist nicht die Schuld des Wortes, es steht weiterhin für Gnadentötung, und kann durchaus auch im Zusammenhang mit Tötung auf Verlangen bei schwerstkranken Menschen gebraucht werden.

            Ich denke, Du solltest mal googeln - und Dich entschuldigen.

            (6) 27.07.15 - 15:20

            Regst Du Dich über "euthanasiert" auf? Dann solltest Du Dich informieren und lesen und entschuldigen!

            Auszug aus der Gebührenordnung für Tierärtzte:

            Anlage: Gebührenverzeichnis
            Teil B (Fortsetzung)

            Nr. 502 Tötung (Euthanasie) durch Injektion a) Pferd 82,47 b) Hund 17,18 c) Katze 17,18 d) Rind 20,05 e) Schwein, Kalb, Schaf, Ziege 20,05 f) Tiere im Säuglingsalter, Heimtiere, Ziergeflügel, Pelztiere 5,72

      Nein, nicht mtnehmen.
      Es gibt Erfahrungen, die sollten Kinder nicht zu früh machen.
      Es ist ausreichend, wenn du ihr versicherst, dass es schmerzfrei ist.
      Sie wird dir glauben.
      Aber du weißt nicht, wie sie in ihrem Erleben den Gang zum Tierarzt verarbeiten wird.
      "Mama hat den Hund zu totmachen weggebracht" oder ähnlich.

      Ich würde ihr auch nicht sagen, dass er getötet wird, sondern dass die Krankheit ihn getötet hat. Wie du gesagt hast, der Krebs war es. Und die Tierärztin gibt dem Hund was gegen die Schmerzen, was anderes ist einschläfern ja nicht.

      #klee

      (9) 27.07.15 - 12:11

      Nein! Nicht weil das Thema Tod von einem Kind ferngehalten werden sollte, da bin ich ganz bei dir. Ich finde allerdings, das man ein Tier in seinen letzten Minuten etwas Ruhe gönnen sollte, was mit einen 3jährigem Kind einfach nicht machbar ist. Außerdem weiß ich nicht ob ein Kind in dem Alter den Unterschied zwischen DER Spritze und allgemeinen Spritzen schon begreifen kann, nicht das es am Ende denkt, jeder der eine Spritze bekommt stirbt dann.
      Dir ist auch klar, das der Tod zwar schmerzfrei eintritt, aber die Tiere alleine von der Spritze mit Jaulen oder Quieken reagieren können. Das der Eintritt des Toides sich eine Weile hinziehen kann, auch wenn das Tier nichts mehr mitbekommt.
      Gönn deinem Hund eine ruhige Atmosphäre für die letzten Minuten. Bedenke auch deine eigene Reaktion, es ist ein himmelweiter Unterschied ob du einen jahrelangen Begleiter oder ein Wildtier ohne Bezug "unter die Erde bringst". Bekommst du es auf die Reihe, Hund und Kind in dieser Situation zu begleiten?

      (10) 27.07.15 - 12:11

      Hi,

      nein, nicht mitnehmen. In dem Alter überforderst Du Dein Kind meiner Meinung nach.

      Unser Sohn war 2010, als "sein" Pancho eingeschläfert werden musste, gut 7,5 Jahre alt und bei uns Zuhause dabei. Genauso ein 3/4 Jahr später bei unserer Sandy. Ihm konnten wir aber bereits erklären, was passiert und Fabian hat sich entschieden, dabei zu sein.

      Vorher hätte er das sicher nicht verkraftet und auch wir leben auf dem Land. Er weiß schon sehr lange, was der Tod bedeutet - durch unsere Meeris & Kaninchen (bei deren Euthanasie er aber nicht dabei war!) und auch dadurch, dass wir alle angeln und die Fische eben auch schlachten müssen.

      Gruß
      Kim

      Ich danke Euch für Eure Antworten. Damit habt Ihr mir die Entscheidung abgenommen. Ich werde sie dann Abschied nehmen lassen, wenn alles vorüber ist, denn nein, sonderlich gefasst werde ich sicherlich nicht sein, wenn Mausi die Spritze bekommt. Bei unserer anderen Hündin vor zwei Jahren habe ich geglaubt durchdrehen zu müssen, als sie in meinen Armen zusammengesackt ist.

      (12) 27.07.15 - 13:14

      Hi,

      manchma frage ich mich, warum manche User so #kratz " unsensibel" sind.

      Einem 3 jährigen Kind zum Einschläfern des Hundes mitnehmen.....alleine schon dieser Gedanke#gruebel

      Wenn ein Tier des natürlichen Todes stirbt ist es halt so.....oder würdest Du Dein Kind mitnehmen, wenn Hühner, Schweine...geschlachtet werden? Ist auf dem Land auch etwas natürliches. Ich habes miterlebt und ich muss sagen......es war nicht schön, damals nach heute bei der Erinnerung.

      Arztbesuche sollten auch positiv sein!

      lisa

      (13) 27.07.15 - 13:23

      Hallo!

      Ich weiß nicht, ob ich mit meiner Meinung 'zu spät' dran bin, aber ich habe mir und meinen Hunden versprochen, daß, wenn der letzte Gang ansteht, er bei uns zu Hause geschehen soll und sie auf dem Sofa in meinem Arm über die Regenbogenbrücke gehen werden.

      Vielleicht wäre das eine Alternative für Dich.

      Viele Grüße
      Trollmama

    Auf keinen Fall, wie kommt man auf so eine Idee?

    Je größer der Hund, desto wahrscheinlicher ist, dass er schon bei der Narkose vor dem eigentlichen Einschläfern zuckt, schwer atmet etc., und die Spritze ins Herz ist NICHT schmerzfrei (daher unbedingt drauf achten, dass er tief genug in Narkose liegt um nichts mitzubekommen). Je größer das Tier, desto wahrscheinlicher sind Zuckungen, rasselnde Atemzüge oder gar aufbäumen. Das ist bei einem 20 Kilo Hund schon für erwachsene nur schwer auszuhalten (bei einem pferd ist ein Metzger mit Bolzenschussgerät gleich ratsamer als Einschläfern).

    Einschläfern läuft bei Tieren unter 5 Kilo meistens relativ ruhig ab, aber auch da ist das kein Anblick für kleine Kinder. Man kann ein verstorbenes Tier wenn alles vorbei ist gemeinsam im Garten beerdigen, aber doch bitte kein kind beim Sterbevorgang zusehen lassen.

    • Hallo hasipferdi!

      Entschuldige, aber ich muss jetzt doch mal (ein bisschen doof) nachfragen.

      Ich habe vor zwei Jahren meine Hündin einschläfern lassen müssen. Sie bekam zwei Spritzen, aber keine davon "ins Herz". Ist das normalerweise tatsächlich so?

      Viele Grüße,
      blackorchid

      • Hallo!

        Wenn ein Tier schon fast "drüben" ist über der Regenbogenbrücke, reicht oft schon die Narkose an sich, die wird ja auch höher dosiert gegeben, wenn das Tier nicht mehr aufwachen soll. Da reicht das schon, um das Herz zum Stillstand zu bringen.

        Was aber gar nicht geht: bei einem Tier das weder Narkotisiert noch sehr tief sediert ist direkt eine Spritze ins Herz, weil das ein sehr grausamer bewusster Tod ist. Das Tier erlebt da bei vollem Bewusstsein eine Lähmung des Herzens und der Atemmuskulatur, das Gehirn und Bewusstsein sind aber noch mehrere Minuten aktiv.

        Es spricht aber nichts dagegen, wenn schon die Narkose reicht, das ist sogar schonender und zeigt, dass man den richtigen zeitpunkt erwischt hat.

Hallo,

wir haben letzten Donnerstag unsere Hündin nach 14 Jahren einschläfern lassen müssen.

Wir (mein Mann, meine Tochter 9 und ich) haben gemeinsam mit der Tierärztin die Entscheidung in der Praxis getroffen. Dieser Schritt zeichnete sich schon ein paar Tage vorher ab und wir haben alles besprochen. Ich wollte unbedingt dabei bleiben. Ich war dabei als sie geboren wurde und wollte bis zu letzt bei ihr bleiben. Mein Mann und meine Tochter haben im Wartezimmer gewartet. Die beiden wollten es gerne so.

Für uns als Familie war es gut so, wie es war. Aber das muss jeder selbst entscheiden.
Als meine Tochter 3 war, musste sie mit ansehen, wie mein Pferd plötzlich starb. Zum damaligen Zeitpunkt hat sie das eindeutig überfordert.

LG und alles gute für Euch
Anja

(20) 27.07.15 - 19:45

Hallo!

Gut das du sie nicht mitgenommen hast. Auf die Idee bin ich nicht mal gekommen als meine Tochter 8 Jahre war. Einfach weil Einschläfern auch dramatisch werden kann und ich nicht der Meinung bin das ein Kind das sehen sollte. Man selber knabbert ja da auch dran.
Unseren Hund musste ich damals einschläfern lassen. Meine Tochter war da in der Schule und das war gut so. Der Hund war so noch recht fit und man sah es ihm nicht an. Doch wir wussten das sie bald leiden würde und haben uns direkt für das Einschläfern entschieden. Es gab nunmal keinen anderen Weg.
Wir wollten nicht abwarten bis das Leiden los geht. Es hat leider recht lange gedauert, weil der Hund einfach nicht gehen wollte. Sie hat gegen die Narkose gekämpft, sich übergeben, versucht sich aufzurappeln......also schön war das nicht und diese Bilder bekomme ich auch nicht mehr aus meinem Kopf. Die Narkose war richtig dosiert gewesen, aber der Wille des Hundes war da stärker. Es musste nachgespritzt werden. Ich habe da wirklich nur geheult und mein Mann auch der auch da gewesen ist. Der Hund hat einfach gespürt das etwas passiert, etwas Schlimmes. Es war einfach furchtbar und ich bin wirklich froh das meine Tochter das nicht sehen musste.
Von daher würde ich mich nicht darauf verlassen das alles immer so Reibungslos funktioniert.

Herzliches Beileid übrigens. Ich denke mal der Hund ist schon über die Regenbogenbrücke gegangen?

LG Sonja

Hallo,

ich bin schon zu spät.... Mein Beileid!

Nein, ich würde das Kind nicht mitnehmen.

Unser Sohn ist vor gut einem Jahr mit in die Klinik gefahren - da war er 9 Jahre alt. Wir mussten unsere Katze einschläfern. Er wollte unbedingt mit. Kurz vorher hat er allerdings fluchtartig den Behandlungsraum verlassen. War vollkommen ok.

Ich habe damals nicht den Nerv gehabt mich um Mogli und um unseren Sohn zu kümmern. Ich war mit mir beschäftigt.

Bei unserem Leo vor gut 2 Monaten waren mein Mann und ich spät abends in der Tierklinik. Wir wussten schon zu Hause, dass wir ihn nicht mehr mitnehmen können - dazu ging es ihm zu schlecht. Beide Kinder hatten die Möglichkeit sich zu Hause noch zu verabschieden. Sie sind zwar wach geblieben bis wir nachts wieder nach Hause gekommen sind, mitgenommen haben wir die Kinder nicht. Auch in diesem Fall waren wir mit uns beschäftigt. Es war unglaublich schwer so einen Koloss zu verabschieden. Das wäre nichts für unsere Kinder.

Was anderes war, als unsere Katze vor gut 2 Jahren zu Hause friedlich gestorben ist. Ich habe zwar einen halben Herzstillstand bekommen, als ich sie gefunden habe, unser Sohn hat es im Gegenteil zu mir gut gemeistert. Er kam mit einem Handtuch und hat es über die Katze gelegt, hat sie auch noch geknuddelt und gestreichelt - was ich nicht konnte. Er hat sie auch zusammen mit Papa im Garten beerdigt.

Dennoch ist es ein Unterschied, ob ein Tier "einfach so" verstirbt oder eingeschläfert werden muss. Bei uns gibt es keine Herzspritzen mehr, es wird ein Zugang gelegt und eben dann das Medikament über den Zugang gespritzt. Gelitten haben unsere Tiere in dem Moment nicht, aber der Moment, wo alles "Schlaff" wird, braucht kein Mensch. Auch den letzten Atem muss ein Kind nicht wahrnehmen.

Das hat nichts mit Erfahrung zum Tod zu tun. Es wird immer schwer sein ein geliebtes Tier gehen zu lassen. Egal wie alt man ist. Als Erwachsener kann man einigermaßen verstehen bzw. verdrängen. Als Kind begreift man das, was man sieht - das ist nicht unbedingt schön.#zitter

LG
Caro

So, es ist geschafft. Wir haben einen Tierarzt gefunden, der zu uns nach Hause kam. Dort durfte sie in ihrem Hundebett friedlich gehen. Sie hat die Narkosespritze bekommen und anschließend die Tötungsspritze. Es ist, wie schon bei unserer letzten Hündin, alles friedlich abgelaufen. Meine Tochter hat ihr vorher noch eine gute Reise gewünscht und ihr eines ihrer Lieblingsspielsachen mit auf den Weg gegeben. Wir beide haben das Zimmer dann verlassen und der Rest der Familie war bei unserer Wilma. Als sie dann tot war, durfte Leni sie nochmal streicheln und in Ruhe trauern. So war es der beste Weg. Und heute Morgen hat sie sie sogar mit beerdigt ohne weitere Trauer, weil sie weiß, dass Wilma nun beim Uropa und unserer letzten Hündin im Himmel ist.
Aber ich bin froh, sie während der Spritze nicht bei ihr gelassen zu haben.

Kurz auf die Frage, ob sie beim Schlachten dabei sein dürfte: Ja, war sie schon und sie findet gar nichts dabei. Sie weiß, dass Hühner zum Essen da sind, füttert sie, während sie leben und hält es für ganz natürlich, wenn sie dann geschlachtet werden. Sie kennt es eben nicht anders. Lediglich ihr Lieblingshuhn darf nicht in den Suppentopf und das respektieren wir. Dieses Huhn wird bis zum natürlichen Tode leben dürfen (ist aber auch ein Knuddelhuhn, das gern auf dem Arm ist und sich streicheln lässt).

Eine 3jährige ist noch viel zu klein, um sie etwas miterleben zu lassen. Du würdest ihr damit zu viel zumuten. Ich hoffe sehr, du tust es nicht.

(24) 31.07.15 - 13:11

Ich bin eigentlich auch von der Der-Tod-gehört-zum-Leben-also-warum-Kinder-davon-fernhalten-Fraktion, aber die Situation mit Spritze einschläfern bringt für ein 3 Jahre altes Kind zu viel Verwirrung: nicht jede Spritze bringt um, und wenn man einschläft, wacht man wieder auf.

Gib dem Abschiednehmen Gestalt und beziehe die Kleine mit ein (Bild malen etc), aber ich glaube nicht, dass die Kombination, Du & Kind & sterbender Hund beim Tierarzt gewinnbringend für irgendeinen der Beteiligten ist.

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