Ratlos - Abschied von verstorbener Katze wie gestalten

    • (1) 05.08.15 - 13:37

      Hallo zusammen,

      ich wende mich an euch, da ich echt gerade ein wenig ratlos bin und nicht weiter weiß...

      Auch wenn es weiter unten einen ähnlichen Thread gibt, ist unsere Ausgangssituation eine andere.

      Unsere Katze (13 Monate / vorwiegend Freigängerin) ist überfahren worden. Ich habe sie heute früh gefunden - gestern früh haben wir sie zum letzten mal gesehen - und jetzt ist sie hier bei mir daheim im Körbchen.

      Über nacht war sie zwar öfters mal weg, kam aber immer gleich morgens zum Begrüßen der Kinder und zum Fressen und/oder Schlafen. Heute früh dann nicht, und mein Bauchgefühl hat sich leider bestätigt.

      Hier ist nun mein Problem. Ich selbst bin unendlich traurig - wir hatten sie als Findelkind von meinem Vater bekommen - und sie ist mit meinen Kindern (in Kürze 5 Jahre) groß geworden. Sie wurde von uns allen heiß und innig geliebt, und die Kinder werden sehr traurig sein. Wir haben sie als Baby bekommen und gemeinsam aufgepeppelt.

      Ab 15 Uhr kann ich sie zum Tierfriedhof bringen, ich habe mir da einen guten rausgesucht. Eine Freundin holt mich ab und bringt unsere Stromerin und mich dann hin. Und wartet derweil, bis ich alles in die Wege geleitet habe.

      Auf dem Grundstück begraben kommt nicht in Frage, da wir derzeit noch nicht wissen, ob wir bzw. einer von uns das Haus behält (sind getrennt, aber wohnen noch unter einem Dach). Dementsprechend schwierig gestaltet sich natürlich die Frage, wie und in welchem Umfang man den Kindern einen Abschied derzeit zugesteht...

      Sie ist nicht sonderlich entstellt, liegt auch mit der unversehrten Seite oben. Soll ich die Kinder sie nocheinmal streicheln lassen? Sollten sie sie nocheinmal sehen? Die Kinder mit zum Tierfriedhof nehmen...? Oder sich dann erst von der Urne verabschieden lassen...? Nach der Verabschiedungsprozedur (muss dazu sagen, dass ich derzeit selbst psychisch angeschlagen bin - es wird nicht einfach und ich werde auch nicht die Starke spielen können). Erklären ja - so ehrlich wie nötig und kindgerecht wie möglich - das haben wir bei der Trennung auch schon ganz gut hinbekommen.

      Meine Kinder haben bis jetzt noch keine Trauererfahrung. Als mein Opa vor 2,5 Jahren starb, waren sie noch zu klein. Als ich meine geliebte alte Katzendame (18 Jahre) einschläfern lassen mußte, waren sie gerade ein Jahr geworden. Der Tod ist also bei uns bisher noch kein "großes" Thema gewesen.

      Aber jetzt bin ich echt ein wenig ratlos. Vielleicht hat hier jemand schon ähnliches durchgemacht und / oder einen Ratschlag für mich.

      Vielen Dank für eure Antworten.

      LG Saitenspiel

      • Hallo,

        Ich kann dir keinen guten rat geben, da ich noch keine kinder habe, trotzdem möchte ich dir mein herzliches beileid aussprechen, es ist furchtbar was eurem kätzchen passiert ist :( ich kann deinen schmerz gut nachfühlen.
        Ich wünsche dir für heute viel kraft und hoffe, dass du dich würdevoll von deinem kleinen schatz verabschieden kannst!

        Ich denke an dich!

      Das tut mir sehr leid für dich/euch.

      Wenn deine Kinder schon bald 5 sind, würde ich ihnen auf jeden Fall die Gelegenheit geben, sich von dem Tier zu verabschieden, wenn sie das denn wollen, und sie nicht vor vollendete Tatsachen stellen. Frage sie doch, ob sie die Katze nochmal sehen wollen, ob sie sie nochmal streicheln wollen... ich würde sie sogar ein bisschen dazu ermutigen, manche brauchen das und sind dann froh hinterher.

      Ich würde sie auch entscheiden lassen, ob sie mitkommen möchten zum Tierfriedhof oder nicht. Und Zeitdruck, das ganze um 15 Uhr über die Bühne zu bringen, würde ich mir auch auf keinen Fall machen.

      Und ich glaube, du musst nicht die Starke spielen - zum Umgang mit Trauer gehört auch, dass Erwachsene da weinen und traurig sind!

      • Vielen lieben Dank für Deine Antwort.

        Zeitdruck mache ich mir nicht, da hast Du recht. War bloß etwas irrational gedacht, wegen der hier herrschenden Temparaturen. Aber ihr Platz ist kühl.

        Ich werde sowieso auf den Papa warten müssen. Bis er von Arbeit kommt. Das wird heute dann hoffentlich heute beizeiten sein. Meine Freundin wird dann zeitgleich hier ankommen und wir werden dann starten.

        Im Falle dessen, dass ich sie nicht zum Tierfriedhof mitnehme, möchte ich sie trauernd bei niemanden anderen wissen, als bei ihrem Vater...

        Ich werde sie fragen. Ihre Antwort kenne ich schon, bloß ihre Reaktion hinterher kann ich nicht einschätzen... Oder doch, ach mensch, ich weiß auch nicht...

        Ja ich bin furchtbar traurig, hätte ich vorher nicht gedacht. Bei meiner alten Dame war es schon schlimm, aber das war meine... jetzt ist es unser Familienmitglied.

        LG Saitenspiel

    Ich würde die Kinder die tote Katze nicht mehr sehen lassen, sie aber zum Friedhof mitnehmen, damit sie da ein Blümchen auf das Grab legen können, um Abschied zu nehmen.

  • Lass deine Kinder selber entscheiden. Ob sie die Katze sehen möchten, ob sie nochmal streicheln möchten, ob sie zum Friedhof mit möchten. Erkläre ihnen was passiert ist und erkläre ihnen was auf dem Friedhof passiert.

    Vielleicht fährt ja auch Papa mit zur Unterstützung?

    Mein Sohn war 3 als wir unseren 18,5 Jahre alten Kater einschläfern lassen mussten. Ich habe ihn nicht mit zum Tierarzt genommen, das fand ich zu viel. Aber ich habe meinen Kater wieder mit nach Hause gebracht, er lag in seinem Transportkorb als würde er schlafen. Aber mein Sohn hat ihn angefasst und gemerkt, er ist kälter als sonst, er ist steif. Er konnte also wortwörtlich begreifen was tot sein heißt.

    Wir haben den Kater bei vielen anderen Haus- und Hoftieren in Omas Garten beerdigt (bei Oma fallen Hühner irgendwann aufgrund von Altersschwäche von der Stange, 3 Hunde und einige Katzen der letzten 40 Jahre). Und es war meinem Sohn sehr wichtig dabei zu sein, er hat dann am nächsten tag noch eine Blume gekauft und auf dem Grab gepflanzt.

    Hallo,

    zunächst mal ganz herzliches Beileid. Ich weiss, wie mies sich so etwas anfühlt.

    Als vorletztes Jahr unser Kater völlig überraschend eingeschäfert werden musste, habe ich ihn danach mit nach Hause genommen. Ich habe ihn in eine schöne, weich gepolsterte Kiste gelegt, dann musste ich die Kinder von Schule und Kindergarten abholen und ihnen reinen Wein einschenken. War natürlich nicht einfach und gerade meine Tochter hat sehr geweint (mein Sohn hat es noch nicht so ganz verstanden).

    Gerade meiner Tochter war es aber sehr wichtig, sich anständig zu verabschieden. Sie hat den Kater nochmal gestreichelt und ein Bild gemalt und ein Gedicht für ihn mit draufgeschrieben. Das hat sie ihm dann in das Kistchen gelegt, zusammen mit seiner Spielzeugmaus. Wir haben dann Freunde von uns, die auch sehr am Kater hingen, zu uns eingeladen und ihn feierlich im Vorgarten begraben. Tatsächlich mussten auch die Erwachsenen Tränen verdrücken, aber unter Freunden war das überhaupt nicht merkwürdig und für unsere Kinder auch wichtig zu sehen, dass man in jedem Alter auch mal traurig sein darf.

    Meine Kinder legen inzwischen auch Wert darauf, dass jeder Fisch, der im Laufe der Jahre im Aquarium mal stirbt, beerdigt wird. Ihnen ist das verabschieden total wichtig und meine Tochter ist richtig sauer auf mich, wenn ich einen Fisch mal aus Versehen gleich entsorgt habe (mache ich auch nicht mehr).

    LG
    Katja

    Hallo,

    ach Mensch, das ist wirklich traurig, tut mir leid!!

    Ich persönlich würde die Kinder mit einbeziehen, sie verstehen oft mehr als man denkt und wollen ja auch gerne Abschied nehmen! Du musst auch nicht die Starke spielen, ich würde es den Kindern erklären, und auch sagen, dass es zum Leben dazu gehört, aber man dann auch traurig sein darf, das ist vollkommen normal. Geh ganz natürlich damit um!

    Unsere eine Katze ist im November 2013 gestorben, da war sie 13 1/2 Jahre alt und die Kinder sind ja auch mit ihr aufgewachsen. Das war sehr traurig für alle, obwohl wir immerhin noch unseren Kater haben (Geschwisterpaar)

    Mein Mann hatte sie damals (sie ist in seinem Arm eingeschlafen) auf die Couch gelegt in eine Decke und die Kinder (damals 2 1/2 und 4 1/2) durften nochmal streicheln. Konnten sie dann bei den Schwiegereltern im Garten beerdigen, da waren sie auch dabei und haben Blumen aufs Grab gelegt, und es mit Steinen dekoriert. Heute besuchen sie die Stelle immer noch regelmäßig.

    Alles Gute
    Simone

Top Diskussionen anzeigen