Haltung nicht artgerecht - kann der tierschutz da was machen?

    • (1) 08.08.15 - 22:36

      Hallo zusammen :)

      Ein Freund von mir hat erzählt dass seine Schwester seit ein paar Wochen ein Kätzchen hat. Es ist eine rassekatze (vermutlich aus keiner seriösen Zucht, da bereits mit 8 Wochen von der Mutter getrennt), die kleine ist den ganzen Tag alleine in der wohnung, da sie berufstätig und nur abends zu hause ist, eine zweite katze wäre zu teuer, raus lassen wird sie sie nicht, da zu viel Angst dass sie geklaut wird. Zurzeit sind wohl öfter tagsüber Handwerker da, dann wird sie den ganzen Tag in einem Zimmer eingesperrt :(
      Mir tut das Kätzchen so leid, kann auch nicht nachvollziehen dass man sich unter diesen Umständen eine katze holt.

      Kann man da irgendwas machen? Mit ihr reden funktioniert wohl nicht. .

      • Moin,

        oha, erkundige Dich doch bitte erst mal welche Bedürfnisse eine Katze hat bevor Du nach dem Tierschutz schreist :( Was völlig fehlt ist die Info ob die Wohnung katzengerecht eingerichtet ist (begehbare Regale z.B. um das Revier zu vergößern, ein Katzenrevier ist dreidimensional zu sehen), Spielmöglichkeiten, und ob sie abends dann mit der Katze spielt.

        Eine Katze schläft 15-17 h am Tag, die restliche Zeit verteilt sich auf Revier durchstreifen (auch eine Wohnung will patroulliert werden und man schaut auch gerne mal ein zwei Stunden aus dem Fenster), Putzen (ca 3 h am Tag!!!) Fressen und Spielen. Zum Schlafen und Putzen und Patroullieren braucht sie schon mal keine Gesellschaft, und da bleiben ja nur noch 3-4 h ca zum Spielen, und die wird sie morgens und abends ja zu Hause sein oder? Und Katzen haben da eher wenig Ausdauer, das heißt wenn man morgens ne Runde mit ihnen spielt und Abends sich eine Stunde insgesamt mit ihnen beschäftigt - das auch am liebsten auf mehrere Einheiten aufgeteilt, sind sie mehr als ausgelastet. Klar spielen Kätzchen in den ersten Monaten mehr, aber sie spielen auch gerne selber mit Fellmäusen, man kann Futter in "Fummelbrettern" anbieten, man kann einen Katzenbrunnen aufstellen (einer meiner Kater spielt am Tag ne halbe Stunde bis Stunde mit seinem Brunnen!), "Gruschelkisten" aufstellen (KArtons mit Zeitung oder Blättern gefüllt in denen z.B. das Baldrianmäuschen erst gesucht werden muss und Rollbahnen und so. Mein einer Kater wirft seine Maus immer wieder in die Gruschelkiste zurück damit er sie neu jagen kann, damit kann er sich ewig selber beschäftigen. Oft ist auch mal ne Maus im Schuh weil da gespielt wurde ...

        Dass sie jetzt immer wieder wegen Handwerkern in einem Zimmer eingesperrt ist ist zwar nicht schön, ist aber wohl auch nur eine vorübergehende Einschränkung die bald vorüber sein wird, also auch kein Grund gleich die Katze wegnehmen zu wollen. Sowas passiert mal.

        Und am Wochenende holen sich die Einzelwohnungskatzen auch ihre Einheiten nach, mein erster Wohnungskater schlief unter der Woche mehr, und war dafür am Wochenende fast den ganzen Tag mit mir aktiv, wenn ich Urlaub hatte sah er mich nach spätestens 4 Tagen an und man sah richtig dass er sich dachte "Alte geh Einkaufen ich will pennen!" Ich warf ihm morgens beim Frühstück ca 15 Minuten lang sein Trockenfutter durch die Wohnung damit er es jagen musste, seine Mittagsration versteckte ich in Spielbrettern für Katzen wo er es erst mal mit viel Geschick herausangeln musste und Abends spielte ich dann richtig mit ihm. Beim Fernsehen kuschelten wir u.s.w.

        Wenn sie sich in der Zeit in der sie zu Hause ist ca 1 h intensiv mit der Katze beschäftigt ist das ok.

        Ich muss sagen ich bin zurZeit in Elternzeit und viel zu Hause und ich bekomme meine Fellnasen recht wenig zu sehen, sie gehen wenn mein Mann aus dem Haus ist meist in unser Bett und pennen und ab und an verirrt sich mal einer zum Schlafen auf die Couch, man läuft mal durch die Wohnung, aber richtig spielen tun wir meist in den Morgen und Abendstunden, das ist einfach Katzenzeit.

        Schick ihr nicht gleich den Tierschutz auf den Hals, schenk ihr lieber ein Buch ala Wohnungskatzen glücklich machen (gibts einige) oder recherchiere mal Internetseiten zu dem Thema und schubs sie lieber in die Richtung an. Wie gesagt, wenn mans richtig anstellt ist das alles durchaus katzengerecht zu gestalten!

        Liebe Grüße
        Pikku

        • Danke für die Antwort :)
          Ich möchte doch auch gar nicht dass ihr die katze weggenommen wird! War eher so gedacht dass sie vllt bereit ist nach einer Lösung zu suchen wie sie der katze mehr Beschäftigung bieten kann. Junge katzen haben ein erhöhtes spielbedürfnis und lt meinem Freund bettelt sie ständig um Aufmerksamkeit, die sie offensichtlich zu wenig bekommt.
          Wofür ich halt null Verständnis habe ist dass man sich eine teure reinrassige katze kauft, eine 2te jedoch zu teuer ist..
          Gute idee mit dem Buch, werde ich mal weiter geben :)

      ... dazu kommt dass eine Katze - vor allem ein Jungtier - das wirklich nicht genug Zuwendung bekommt oder zu beengt gehalten wird das meist sehr deutlich auch zu verstehen gibt, sprich sie pinkeln ins Bett, legen die Wohnung in Schutt und Asche, zerkratzen die Türen, zerfleischen die Pflanzen, holen die Tapeten von den Wänden, ....

      Hallo!

      Der Tierschutz DARF nichts machen, die können ihr höchstens ins Gewissen reden - und da müsstest Du jemanden finden, der sich mit Katzen auskennt.

      Wirklich was machen darf nur das Veterinäramt, und bis das mal eingreift - eine gelangweilte Einzelkatze reicht da sicher nicht. Solange Futter da ist und das Klo sauber ist machen die meistens gar nichts.

      Kannst Du nicht vielleicht ein Buch oder anderes Infomaterial besorgen? Wenn keine zweite Rassekatze geht, dann vielleicht eine vom Tierheim?

    • Hallo,

      so hart das klingt: Da geht es diesem Kätzchen immer noch besser als in so manchem Tierheim. Und die Lösung mit dem Zimmer, in dem die Katze eingesperrt ist, ist ja auch nur eine Notlösung und wird verbessert, sobald die Handwerker nicht mehr in der Wohnung sind.

      Im Tierheim in unserer Stadt wird der Bereich für die Katzen und Kleintiere vom Tierschutzverein geführt. Die Katzen leben in Gruppen von 10 bis 12 Tieren in separaten Räumen, die eine Größe von ca. 20qm haben und vollständig gefliest sind, d.h. Fußboden und Wände. An den Wänden hängen Regale mit Kisten und Körben zum Schlafen, in der Mitte der Räume stehen Kratzbäume oder es liegen dicke Äste zum Kratzen und Klettern da. Man hatte mal alte Sessel dort, aber viele Katzen haben auf die Möbel gepinkelt, sodass diese inzwischen entsorgt werden mussten. Es gibt drei bis vier Katzentoiletten pro Raum, die mehrmals täglich ausgesucht werden müssen.

      Möchte man eine Katze aus dem Tierheim haben, dann muss man zwei nehmen. Alleine werden Katzen nur vermittelt, wenn bereits eine andere Katze vorhanden ist. Man vermittelt auch in der Regel nicht an voll Berufstätige und behält sich vertraglich das Recht vor, die vermittelten Tiere jederzeit ohne Anmeldung besuchen und die Haltung kontrollieren zu können.

      Wahrscheinlich ist das der Grund, warum momentan in diesem Tierheim etwa 140 Katzen auf ein neues Heim warten...

      Viele Grüße,
      lilavogel

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