Eine Katze oder zwei adoptieren?

    • (1) 07.09.15 - 19:32

      Hallo!

      Nachdem unsere Katze vor 4 Jahren gestorben ist, sind wir jetzt wieder bereit für ein Haustier. Unsere Große war mit der Katze aufgewachsen und LIEBT alle Tiere, unser Kleiner ist eher ängstlich im Umgang mit Tieren.

      Nun möchte mein Mann gerne ein jüngeres Geschwisterpärchen adoptieren, ich eher eine ältere Katze, bei der man schon den Charakter erkennt. Ich arbeite von zuhause aus und kann mir vorstellen, dass zwei junge Katzen mir das Leben ziemlich schwer machen würden, will sagen, am Ende bleibt die Arbeit wohl eher an mir hängen.

      Kann mir jemand mit Erfahrungen mit mehr als einer Katze erzählen, ob wirklich mehr Arbeit damit verbunden ist? Wie steht es um Schmutz in der Wohnung, Tierarztkosten und Radau in der Nacht ;-)?

      Muss man bei ca. 5 Monate alten Katzen die Wohnung noch kindersicher machen und wie viel Erziehungsarbeit muss man noch leisten.

      Ich bedanke mich im Voraus für eure Erfahrungswerte.
      Liebe Grüße,
      Anja

      • Hallo!

        Zwei Katzen machen wesentlich weniger Arbeit als eine, erst recht bei Jungkatzen. Die spielen dann in erster Linie miteinander, hat man dagegen eine Einzelkatze, will die ebenso viel spielen - und fordert dann anwesende Menschen auf, und wenn die nicht mitmachen, dann werden eben die Gardinen erklommen, Blumentöpfe umgegraben, Mülleimer aufgehebelt und jede Menge anderer Blödsinn angestellt. Da ist es für Dich wesentlich entspannter, wenn zwei Jungkatzen miteinander herum tollen.

        Die restliche Arbeit bleibt auch etwa gleich - Katzenklo muss so oder so 2x täglich gereinigt werden, und zwei Klos braucht man auch oft bei einer Katze, viele bevorzugen es, großes und kleines Geschäft getrennt zu verrichten. Haare auf dem Sofa hat man auch in jedem Fall, und wenn zwei Kätzchen sich tagsüber gegenseitig müde spielen gibt es nachts eher weniger Radau als mit einer gelangweilten Einzelkatze, die schon um 3 Uhr nachts ausgeschlafen ist und Unterhaltung wünscht.

        Tierarztkosten - tja, da kann alles sein. Man kann Glück haben und mit einer Katze den Tierarzt ausschließlich alle 3 Jahre für die Impfungen aufsuchen müssen. Und man kann Pech haben und gerade bei Freigängern mit Autounfällen und gebrochenen Knochen zu tun haben. Wohnungskatzen haben natürlich ein wesentlich geringeres Unfallrisiko und schleppen keine Flöhe an. Da müssen viele erst mit 7 oder 8 Jahren zum ersten mal für eine echte Behandlung zum Tierarzt - und das ist dann ne Kleinigkeit wie Zahnstein entfernen.

        Mit 5 Monate alten Katzen müssen vor allem giftige Zimmerpflanzen weg, nur Sachen stehen lassen bei denen alle damit leben können wenn sie angekaut werden. Wertvollere Dekogegenstände gehören bei Katzenbesitzern immer in eine Vitrine, und der Mülleimer sollte zuverlässig schließen. Keine Nahrungsmittel offen stehen lassen, auch nicht in Plastik eingeschweißt.

        Bei uns leben seit Anfang Juli 2 kleine Katerchen (geboren Anfang April). Und ich bin wirklich überrascht, wie unkompliziert alles bis jetzt gelaufen ist. Was hab ich mir vorher einen Kopf über die unmöglichsten Dinge gemacht... #hicks

        Die beiden Miezen waren 12 Wochen alt, als sie bei uns eingezogen sind. Sie kommen vom Bauernhof, sind die ersten Wochen ohne Menschenkontakt im Heuboden aufgewachsen, mit ca. 7 Wochen dann in den Kuhstall mit gelegentlichem Menschenkontakt gezogen und ab ca. 9 Wochen waren sie dann auf dem ganzen Gelände unterwegs und haben erste Kontakte auch mit Kleinkindern gemacht (meine Kinder sind 6 3/4 und 1 3/4).

        Die beiden sind von Anfang an aufs Katzenklo gegangen, ich hatte nicht einen einzigen Unfall. Und entgegen anderer Meinungen reicht bei uns für beide Katzen ein Klo (eine Wanne ohne Deckel). Mehr will ich nicht, wir wohnen in einem RMH, das EG ist nicht gerade groß und da will ich nicht auch noch 3 Katzenklos rumstehen haben.

        Nachdem sie dann geimpft waren (haben die Bauern nicht gemacht) durften sie nach 3 Wochen das erste Mal raus. Und auch das hat von Anfang an hervorragend geklappt. Sie sind die ersten Wochen nicht von unserer Seite gewichen. Wenn wir nicht im Garten waren, wollten sie auch nicht raus. Inzwischen gehen sie auch mal alleine raus und erweitern ganz langsam ihr Revier. Neueste Marotte ist, dass sie mit uns auf den ca. 400 Meter entfernten Spielplatz gehen. Wie kleine Hunde ;-).

        Zum Dreck. Ich habe nicht mehr und nicht weniger Dreck als vorher auch schon mit den Kindern. Nur rund ums Katzenklo liegt manchmal ein wenig Streu, dass aber gleich weggekehrt ist. Mal schauen, wie es im Fellwechsel wird, aber ich staubsauge sowieso jeden Tag 1-2 mal... #schein

        Die tägliche Pflicht nimmt nicht mal 10 Minuten in Anspruch. Morgens und abends das Katzenklo sauber machen, morgens und abends Nassfutter verfüttern (dazwischen gibt's bei uns hochwertiges, getreidefreies Trockenfutter). Die Kür zwischendurch braucht natürlich ein wenig mehr Zeit, wenns an die Spiel- und Streicheleinheiten geht.

        Ich würde immer 2 Kitten nehmen. Die beiden beschäftigen sich den ganzen Tag miteinander, es ist echt toll, ihnen zuzuschauen. Und weil sie sich miteinander austoben, sind sie bisher noch nicht auf die Idee gekommen, irgendwas kaputt zu machen. Das einzige, was dran glauben musste, war ein Blumentopf, der auf der Jagd nach einer Fliege am Fenster im Weg war...

        Tierarztkosten:
        Zweimal entwurmen, zweimal impfen waren bisher 140 Euro für beide Kater. Im Dezember steht die Kastration an, da weiß ich noch nicht, was es kosten wird. Aber sicherlich auch nicht die Welt.

        Auch Futterkosten halten sich in Grenzen. Obwohl ich nur hochwertiges Futter kaufe (nass von Mac´s, Animonda Carny, Best Nature/Dehner, Real Nature/Fressnapf und trocken von GranataPet) kosten mich beide Katzen max. 50 Euro im Monat.

        Radau in der Nacht:
        Gibt's bei uns nicht, weil die Kater nachts im EG bleiben. Sie dürfen grundsätzlich auch nach oben, aber nicht nachts. Das haben wir ausprobiert. Aber ich will schlafen und nicht von zwei Katern überrannt werden, die einen zwischendurch in den Zeh beißen und laut ins Ohr schnurren. #schein

        Falls Du noch fragen hast, immer her damit.

        VG
        Claudia #sonne

        • Hallo Claudia!

          Am besten macht ihr die Kastration schon eher. Wenn die beiden rausgehen, können sie bis dahin durchaus schon Babies gezeugt haben. Wann Kater geschlechtsreif werden, kann man vorher nicht genau sagen und auch nach der Kastration sind sie wohl noch bis zu 6 Wochen zeugungsfähig.

          Ansonsten hast du einen schönen Bericht geschrieben!

          Liebe Grüße,
          A-M

          • Danke für Deinen Hinweis. Mein Tierarzt meinte, dass eine Kastration mit 8 Monaten meistens passt. Sollte ich aber merken, dass sich der Geruch vom Urin verändert, soll ich eben dann früher kommen. Mein Bruder lässt seine 2 Kätzinnen (gleich alt wie meine) bereits mit 6 Monaten kastrieren, meine Nachbarin ihren Freigänger-Rassekater (BKH) erst mit 12 Monaten. Laut meinem TA liegt der ideale Zeitpunkt wohl irgendwo dazwischen... Rassekater werden scheinbar auch später geschlechtsreif als die "normale" Hauskatze.

            LG
            Claudia #sonne

            • Wenn man die Katzen nicht rauslässt, kommt es auf ein paar Tage/Wochen meist ja auch nicht an. Es fängt ja auch nicht jeder Kater an zu markieren, wenn er geschlechtsreif wird. Aber wenn man bei Freigängern wartet, bis die Geschlechtsreife offensichtlich wird, können in der Zwischenzeit natürlich schon ordentlich viele Babies entstanden sein.
              Ich denke mal, deshalb lässt dein Bruder seine Katzen auch früher kastrieren, denn in dem Fall hätte er ja selbst das Problem mit den Katzenwelpen am Hals ... MIt nem Kater kriegt man davon in der Regel ja nichts mit.

            • bitte lass sie lieber mit 6 Monaten kastrieren.

              Nicht nur riskierst Du, dass sie dann schon Babys machen, noch bevor Du was riechst - Du riskierst auch tödliche Geschlechtskrankheiten, und Kater auf Freiersfüßen laufen oft Kilometerweit weg, wo natürlich größere Straßen, Flüsse, Bahnlinien, Autobahnen etc. im Weg sind. Für unkastrierte Kater ist das risiko zu sterben einfach um ein vielfaches höher.

              Wenn Du sie liebst lieber früher kastrieren lassen als zu spät.

      Ich hatte in meinem Leben bislang zwei Einzelkater.

      Der erste kam in den 90er Jahre zu uns (ich wohnte noch bei meinen Eltern) - da war es irgendwie noch nicht so verbreitet, zwei Katzen zu halten.
      Der war auch echt unausgelastet, bis er dann rausdurfte. Im Nachhinein kann ich's ihm echt nicht verübeln. Als Freigänger hatte er dann aber dennoch ein schönes Leben, da bin ich mir sicher.

      Den zweiten haben wir vor knapp drei Jahren mit geschätzten 10 Jahren aus dem Tierheim geholt.
      Er darf auch raus - andernfalls täte er mir alleine im Haus auch echt leid. Denn entgegen der Prognose der Tierpflegerinnen ist er nämlich ein leidenschaftlicher Freigänger (gut, er liegt hauptsächlich in der Nähe des Hauses rum, verteidigt aber so sehr effektiv sein Revier) und steht auch leider doch nicht so auf kleine Kinder wie wir und die Pflegerin dachten (wir hatten extra ein "Testkind" mitgenommen, als wir uns für ihn entschieden). Außerdem markiert er (zum Glück nicht so häufig), auch das wussten wir und die Pflegerinnen vorher nicht.
      Wir lieben ihn trotzdem, aber ich glaube eben, dass man sich auch nicht 100%ig auf die Aussagen von Tierheimmitarbeitern verlassen kann. Die kennen das Tier auch nur in einer Ausnahmesituation.

      Ich würde euch zu zwei Jungkatzen raten, vor allem wenn sie nicht rausgehen können und ihr zwei kleine Kinder habt.

      Ich finde es zwar schön, wenn man älteren Katzen eine Chance gibt, frage mich aber in unserem Fall z.B. oft, ob wir unserem Kater nun so einen großen Gefallen getan haben, ihn in ein Haus zu holen, in dem es (vermutlich) für den Rest seines Lebens kleine Kinder gibt, mit denen er scheinbar gar nichts anzufangen weiß.

      Selbst bei älteren Katzen muss die Charakterbeschreibung von Tierheim oder Tierschutzverein nicht immer stimmen. Wenn sich ein Tier in einer Familie eingelebt hat, kann es sich viel aufgeschlossener verhalten, als im Tierheim oder bei einer Pflegestelle.

      Grundsätzlich finde ich es toll, auch älteren Tieren eine Chance zu geben, die Frage ist aber dabei, wie alt - denn mit zwei Kindern kann es einem älteren Tier schnell zu viel werden, da ist ein noch sehr aktives, verspieltes Tier vermutlich die bessere Idee.

      Und wenn es nicht ein Tier ist, was definitiv keinen Partner akzeptiert, dann bitte immer mindestens zwei Katzen adoptieren. Wenn die Tiere anständig sozialisiert sind, sind sie i. d. R. keine Einzelgänger und entwickeln Verhaltensauffälligkeiten in "Einzelhaft".

      Wir haben drei Katzen - zu beginn haben wir ein Geschwisterpärchen geholt (der Dritte aus dem Wurf wurde weitervermittelt, weil wir damals nur zwei Katzen wollten und ich trauer der Entscheidung nach 7 Jahren noch immer etwas nach), ein Jahr später kam dann doch noch ein weiteres Notfellchen dazu.

      Zwei oder drei Katzen machen nicht viel mehr Arbeit: Katzenklo sollte man immer eines mehr haben als Katzen im Haushalt sind, Haare liegen so oder so rum.

      Die Futterkosten sind natürlich um 1/3 höher und wenn man Pech hat und Dauergast beim Tierarzt ist, wird es natürlich teurer, aber das kann auch bei einem Einzeltier passieren, wenn es eine chronische Krankheit bekommt.

      Unsere Katzen haben relativ schnell nachts Ruhe gegeben, wenn sie tagsüber von den Kindern bespielt werden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Nachts ruhiger sind bzw. schlafen auch gegeben.

      Erziehungsarbeit ist bei Katzen auch immer eine Charakterfrage. Manche lernen schnell, andere gar nicht. Wichtig ist Konsequenz, dann kann es funktionieren. Auf alle Fälle Pflanzen erst mal verbannen und auf Kabel aufpassen, besonders beim Zahnwechsel kauen Katzen gerne auf Sachen rum. Auch ältere Tiere müssen in einem neuen Zuhause erst lernen, was sie dürfen und was nicht.

      Hallo,

      wir haben damals zwei 10 Monate alte Katzen übernommen, die wegen Allergie abgegeben wurden.
      Ich kann nur sagen, dass es ein absoluter Glückgriff war. #verliebt
      Sie waren noch jung, aber der Charakter bereits ausgeprägt. Sie sind sehr gut sozialisiert und verstehen sich miteinander gut.
      Sie spielen zusammen, so dass wir das nicht so oft tun müssen.
      Die Tierarztkosten halten sich im Rahmen, bisher eine Kastrierung und die Impfungen.
      Futter kostet (hochwertig aus dem Netz) 70-75 €.

      Unsinn haben die beiden natürlich trotzdem im Sinn, auch jetzt noch. Alle interessanten und alle giftigen Pflanzen mussten weg. Auch so wird gern Deko abgeräumt und sie jagen manchmal über Tisch und Couch. :-D
      Wir haben unsere Wohnung aber eh katzengerecht eingerichtet mit Cat Walk etc. Ist vielleicht auch für euch was, weil sich die Katzen vor den Kindern zurückziehen können.

      Radau in der Nacht gibts nicht, die schlafen ca. von 22 bis 5 Uhr.

      LG

    Wenn es für Dich/Euch in Frage kommt, würde ich zu zwei ältere Miezen aus dem Tierheim raten.....einfach aus dem Grund dass Tiere die schon älter sind als 2-3 Jahre schwerer vermittelt werden als Jungtiere....aber auch eine Chance bekommen sollten.

    Wenn Menschen nur eine einzelne Katze halten, finde ich das immer ein wenig traurig......einfach weil Katzen meistens eben KEINE Einzelgänger sind....sondern nur dazu gemacht werden.

    <<<Kann mir jemand mit Erfahrungen mit mehr als einer Katze erzählen, ob wirklich mehr Arbeit damit verbunden ist?>>>

    Nein...ist es nicht......nur die Schmusestunde dauert länger. :-)

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