Glaukom beim Hund

    • (1) 15.10.15 - 13:37

      Hallo Ihr Lieben,

      bei meiner Hündin wurde Grüner Star festgestellt. Das ging jetzt alles sehr schnell (knapp 2 Wochen). Da der Innendruck nicht reduziert werden konnte, bleibt nur die Entfernung des Auges. Jetzt stellt sich nur die Frage, ob das Auge komplett entfernt werden soll oder ob ein Silikonimplantat rein soll.

      Hat da jemand Erfahrung damit? Es geht jetzt nicht um die Kosten. Beim Glaukom ist es ja so, dass das 2. Auge meist innerhalb eines Jahres auch betroffen ist und auch meist entfernt werden muß.

      Ich freu mich auf Eure Antworten. Die OP ist schon am Dienstag, bis morgen muß die Entscheidung getroffen sein.

      LG

      Tina#hund

      • Hi,

        ich würde das Auge entfernen lassen und die Wundhöhle zunähen. Kenne bisher auch nur Hunde, bei denen es nach einer Augenentfernung so gemacht wurde.

        Wozu soll das Implantat sein? Als Augenprothese wie beim Menschen? Dann ist es mMn unnötig, weil es eher dem optischen Empfinden des Menschen dient, als dem Hund.

        Gruß
        Kim

        • Hallo,

          klar hat das hauptsächlich optische Gründe.

          Aber die Tierärztin meinte zu mir, wenn das 2. Auge auch weg ist, dass dann die Mimik des Hundes total verändert ist und man dann auch nicht mehr sehen kann, ob der Hund z.B. schläft oder nicht, es gibt ja kein Lidschlag mehr.

          Und dann hat unser Hund ein hübsches Gesicht, dass ja dann verändert ist.

          Ach, ich bin einfach hin und her gerissen und auch noch ziemlich geschockt von der Situation. Das war alles zu schnell.

          Hat jemand Erfahrung mit sowas, hat jemand ein blinder Hund zu Hause?

          LG

          Tina

          • Hi,

            dann lass doch ein Implantat einsetzen! Es tut dem Hund nicht weh und schadet nicht und wenn der Augapfel erhalten werden kann, dann geht das ja.

            Allerdings verändert sich die Mimik auch mit Implantat. Einfach deshalb, weil der Hund dich nicht mehr anschauen kann. Ich kenne eine junge Frau mit "Glasauge" und solange man sich nur oberflächlich unterhält ohne direkten Blickkontakt fällt es nicht auf, aber bei Gesprächen, in denen man sich intensiv unterhält, öfter Blickkontakt sucht, da merkt man es, weil das Auge starr ist. Ist nicht ganz vergleichbar, aber ähnlich,

            Wir hatten einen alten Hund, der durch den grauen Star erblindet ist. Pancho hatte damit keinerlei Probleme. Einzig, wir haben keine Möbel mehr umgestellt, weil er dann "angeeckt" wäre.

            Für Hunde ist Blindheit generell kein so großes Problem wie für uns Menschen. Das wichtigste Organ für sie ist die Nase. Damit "sehen" sie. Die erste Zeit ist es eine Umstellung, aber danach benehmen sie sich wie gesunden Hunde!

            Alles Gute
            Kim

      (5) 15.10.15 - 23:31

      Bei meiner Hündin wurde damals das Auge entfernt und komplett zugenäht. Also nicht ganz, es mußte ja von innen heraus heilen. In der Augenhöhle war eine Drainage, die wurde jeden Tag ein Stückchen rausgezogen, das hat Wochen gedauert. Als das Fell nachgewachsen war hat man es kaum gesehen. Ein Implantat? Wie soll das gehen? Du mußt es ja täglich reinigen und selbst dann können durch Sand Reizungen entstehen. Nee, die ganze Prozedur würde ich meinem Hund nicht antun. Der Heilungsprozess dauert eh schon lang genug und ist ziemlich aufwändig.
      Ein Implantat ist ein rein ästhetisches Thema, aus meiner Sicht Geldmacherei. Ich könnte mir auch vorstellen, das es Probleme durch den "starren Blick" bei der Kommunikation der Hunde untereinander geben könnte. Besonders wenn es bei beiden Augen ist.

      • Hi,

        das Implantat ist nicht wie beim Menschen, wo der komplette Augabpfel durch eine Prothese ersetzt wird sondern der Glaskörper des Auges wird erhalten (also nur inneres raus) und damit er nicht in sich zusammen fällt, wird ein Silikonimplantat eingesetzt - im Prinzip so, wie bei eine Brustkrebs-OP, wenn die Brust erhalten bleiben soll. Gereinigt werden muss da nichts, denn die Tränenflüssigkeit und auch der Wimpernschlag bleiben ja erhalten. In wie weit allerdings die Muskulatur des Auges aktiv bleibt (um z.B. nach links oder rechts zu schauen), das weiß ich nicht.

        Vor daher würde ich, wenn wirklich beide Augen betroffen sind, durchaus das Implantat in Erwägung ziehen.

        Gruß
        Kim

        • (7) 16.10.15 - 08:07

          Entschuldige die Rechtschreibfehler. Ich hab sie überlesen.

          (8) 16.10.15 - 12:18

          Okay, ich bin jetzt davon ausgegangen das das Augen komplett raus muß. Für mich war das Silikonimplantat einfach die moderne Variante eines Glasauges.
          Ich habe jetzt auch mal etwas gelesen, die Variante von der du sprichst ist ja eine ganz andere Option. Ich kenne vom Menschen, das die Linse ausgetauscht wird, aber das ist ja der graue Star.

          Bei meiner Hündin war das Auge durch eine Verletzung zerstört, ist ja auch noch eine ganz andere Geschichte.

          Das würde ja auch bedeuten, das "nur" eine kleine Wunde entsteht und man überhaupt nicht den ganzen Heilungsprozess, wie bei einer kompletten Entfernung, hat. Natürlich untertreibe ich wenn ich "nur" schreibe, aber es ist ja ein ganz anderer Heilungsweg.

          • Stimmt. Die komplette Entferung ist deutlich schwieriger. Und wenn es beide Augen betrifft, macht so ein Implantat tatsächlich sind. Auch wenn es dem Hund vermutlich egal ist, ob er noch Augäpfel hat oder nicht. Für den Menschen ist es auf jeden Fall leichter.

            • Hallo, wollt mich nur mal melden.

              Wir haben uns für das Implantat entschieden.

              Ich hab heut auch nochmals nachgefragt, wegen Reinigung und so.
              Es ist so, wie Du es gesagt hast, die "Linse kommt über das Implantat, deshalb muß man nichts reinigen. Sie braucht halt ihr Leben lang Tropfen, damit das Auge nicht austrocknet.

              Noch ist das 2. Auge ok, aber laut Arzt wir das auch blind werden, hoffentlich nicht zu schnell.

              LG

              Tina#schock

              • Hi,

                danke für die Rückmeldung.

                Ich wünsche euch alles Gute für die OP und, dass das andere Auge noch lange gesund bleibt. Aber selbst wenn auch das blind wird - für euren Hund ist es kein Problem. Ihr müsst dann halt nur bedenken, dass euer Hund sich die Wege im haus merkt (wie ein blinder Mensch auch) und solltet dann keine Möbel verrücken oder Dinge in den Weg stellen.

                VG
                Kim

                • Danke,

                  mein Mann ist ziemlich geschockt, dass der Hund wohl bald nichts mehr sieht. Er meinte, dann habe sie keine Lebensqualität mehr und dass sie sich dann zuhause nicht mehr zurecht findet, er hat Angst wegen der Treppe und dass sie versuchen wird auf's Bett zu springen. Ob es dann nicht besser wäre,...

                  Ich sagte, so ein Quatsch. Klar findet sie sich zurecht, sie kennt die Wohnung und wird mit etwas Übung auch bei der Treppe kein Problem haben.

                  Sie ist zwar schon 11 1/2, aber immer noch lebensfroh. Das wir dann schon klappen.
                  Ich bin auch traurig, dass sie dann nichts mehr sieht, z.B. das Feuerwerk. Sie ist nämlich ein seltsamer Hund, sie liebt Feuerwerk. Sobald sie es knallen hört, wird sie unruhig und will sofort auf den Arm und den Balkon und dann schauen. Nur wenn die Böllerei zu laut wird, schaut sie lieber von drinnen raus.

                  Hoffen wir mal das Beste.

                  LG

                  Tina

                  • Hi,

                    natürlich hat euer Hund dann noch Lebensqualität. Die Treppe kann man sichern, damit sie -vor allem in der ersten Erblindungszeit- nicht versehendlich fällt, aber das lernen sie schnell. Unseren Pancho haben wir anfangs immer begleitet und irgendwann flitzte er die treppe genauso hoch und runter, wie zu sehenden Zeiten. Trotz allem hatten wir aber ein Treppengitter oben und unten, weil wir einfach sicher gehen wollten, dass nichts passiert.

                    Pancho lebte ca 4 Jahre blind bei uns - und er spielte sogar blind noch fangen mit mir, wenn ich ihn draußen anleinen wollte. Ganz wichtig ist eben, dass ihr jetzt vielleicht schon "Markerworte" trainiert, um ihr später, wenn sie komplett blind ist, in wichtigen Situation über die Stimme helfen zu können. Außerdem müsst ihr euch daran gewöhnen, viel mehr mit ihr zu sprechen. Wo sie heute ausweichen kann, wenn sie euch kommen sieht - das kann sie irgendwann nicht mehr. Auch jetzt schon, ist ihr Sichtfeld zur blinden Seite eingeschränkt.

                    Und zu dem "auf´s Bett springen oder runter" - wenn sie bisher aufs Bett darf, dann helft ihr einfach rechtzeitig. So habe ich es auch gemacht. Das Runter war weniger ein Problem, aber trotzdem habe ich immer versucht, Pancho runter zu heben. Vieles ergibt sich auch einfach im Alltag, wenn man merkt, wo die Einschränkungen deutlich werden oder evtl. Probleme auftreten.

                    ABER: alles in allem kommen blinde Hunde sehr gut zurecht, weil die Nase sehr viel wichtiger ist.

                    LG
                    Kim

                    • Hallo,

                      danke für Deine aufbauende Worte. Ich denke auch, dass sie dann zurecht kommen wird, wenn es mal soweit ist.

                      Heute war die OP und sie kämpft immer noch mit den Nachwirkungen. Sie ist immer noch etwas abwesend, fressen und trinken ist ein Fremdwort. Ich werde wohl gleich mit sanfter Gewalt etwas Wasser ins Maus spritzen.
                      Pipi hat sie auch noch nicht gemacht. Etwas Sorgen mach ich mir schon, weil die Narkose doch schon Stunden vorbei ist.
                      Mal sehen, wie es ihr morgen geht.

                      LG
                      Tina

                      • Hi,

                        ich hab es erst jetzt gelesen.

                        Das waren alles ganz normale "Nachwirkungen". Sie wird heute sicher schon etwas fitter sein. Vielleicht noch etwas müde, aber sonst ok.

                        Fressen & trinken nach Narkose kann zu fürchterlicher Übelkeit führen. Lass sie selbst entscheiden, was und wieviel sie mag. Und Wärme ist wichtig, wenn sie noch viel schläft. NAch einer Narkose frieren die Tier (und Menschen) sehr oft.

                        Hoffe, die Nacht war ruhig und ab heute geht es wieder aufwärts!

                        LG
                        Kim

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