Morgen muss sie gehen, traurig!

    • (1) 27.11.15 - 21:12

      Hallo,

      habe schon lange nicht mehr geschrieben, aber heute muss es mal sein.
      Vor etwa 7 Jahren bekam ich in einer Tierhandlung ein Meerschweinchen geschenkt, weil es keiner kaufen wollte und es durch Unachtsamkeit der Mitarbeiter trächtig wurde.
      Jedenfalls war sie auf einmal nicht mehr im Laden und auch Nachfragen hin wurde mir gesagt dass sie nun im Lager ist weil sie trächtig ist und nicht verkauft werden kann.
      Kurzerhand wurde mir das schwarze Tier auf den Arm gesetzt und geschenkt, hauptsache weg halt!

      Da hatte ich sie nun und nannte sie Felicitas (die Glückliche).
      Feli war extrem ängstlich und scheu, ging den Käfig hoch vor Panik wenn man in den Raum kam und fiel fast tot um wenn man näher kam.
      Meine Kinder waren noch klein aber haben sehr wohl gespürt wie es ihr geht und waren sehr, sehr behutsam.
      Feli kam in eine Gruppe mit 2 weiteren Schweinchen und wurde da zum Glück gut aufgenommen, der Käfig wurde gegen ein schönes Gehege ausgetauscht und Feli wurde entspannter und immer runder.....sie war echt trächtig und bekam 4 zuckersüße Babys von denen zwei erstmal bei uns blieben und zwei vermittelt wurden.
      Die Meerschweinchen zogen in das Aussengehege der Kaninchen ein und ich hatte eine bunte 7er Truppe die ganzjährig draussen lebte.
      Bis diesen Herbst.....da beschloss ich meine Omis (zwei der Tiere) sollen im Winter nicht mehr draussen sein, also kam die Gruppe Meeris ins Haus.
      Irgendwie dachte ich mir schon das Feli diesen Winter nicht mehr packt, sie ist jetzt etwa 8 Jahre alt, eher 8 1/2.
      Tja, und heute dann.....sitzt sie da und wackelt beim atmen vor und zurück. Ganz wenig und sonst merkt man ihr nichts an...sie frisst, läuft mit den anderen mit...alles normal....

      Wir sind zum TA und diese hat schon beim Abtasten bemerkt das da etwas großes in ihrer linken Flanke ist.....so groß wie ein kleines Hühnerei !!!!!
      Im Ultraschall war es dann deutlich....Feli hat einen Tumor an der Gebärmutter.
      Man könnte es versuchen und sie kastrieren lassen und während der OP entscheiden was man macht......aber sie ist schon wirklich alt und so haben wir beschlossen dass sie gehen darf.
      Da es ihr soweit noch gut geht haben wir sie noch mit nach Hause genommen, eher wegen meiner Tochter die dabei war, morgen muss ich dann mit ihr den letzten Weg gehen.
      Ich bin traurig, aber auch froh dass sie so alt werden durfte, dass sie gelernt hat das Menschen nicht alle böse sind und dass sie Teil einer Gruppe sein konnte.

      Tja, und doch ist es immer wieder schwer.......dass einem echt das Herz wehtut und man einen dicken Kloß im Hals hat.....

      Heute haben wir dann noch ihr Lieblingsgemüse gekauft......Fenchel! Und sie frisst und läuft.....komisches Gefühl nur wegen dem Wackeln ein Tier einzuschläfern, aber der Tumor drückt auf die Lunge...sie atmet nicht mehr so frei......

      So, das tat gut einfach mal aufzuschreiben.......

      Mona

      • Ich wünsche dir ganz viel Kraft für morgen. Manchmal ist der Weg über die Regenbogenbrücke der beste für die KLeinen.

        Wir mussten im Januar auch ein Kaninchen wegen eines EC SChubs einschläfern lassen. Sie hatte die Hinterpfoten gelähmt und war spindeldürr. Haben ihr dann auch sonntags ihr Lieblingsfutter gegeben. Ich habe beim Schneiden Rotz und Wasser geheult. Es war ja wie ne Henkersmahlzeit.

        Einige Tage vorher mussten wir sie baden. DA war sie ganz anhänglich und hat uns die Hände geleckt, dass hat sie sonst nie gemacht. Es war, als ob sie sich verabschieden wollte.

        Wir haben zum EInschläfern ihren Bruder mitgenommen. So konnte er sich verabschieden und sie war bis zum Schluss nie allein.

        lifee (die jetzt Tränen in den AUgen hat)

        Heute Nacht wurde sie von den anderen Schweinchen noch bekuschelt und durfte sogar bei ihrem Sohn im Haus schlafen. Der sonst sein Haus für sich haben will.

        Auf dem kurzen Weg zum Tierarzt ist sie dann ganz friedlich eingeschlafen. Sie wurde noch abgehört und das war's.

        Bin froh dass sie mir die Entscheidung abgenommen hat.

        Gestern Abend und heute früh hat sie noch gefressen als wenn nix ist.

        Mona

        wenn es doch nur mehr menschen wie dich geben würde...
        immer wieder erlebe ich, wie egal es ist, wenn tiere krank sind.

        man kauft es wegen der kinder, aber wehe es wird mal krank.
        keine zeit, zu teuer... die ausreden sind lang.

        wenn es dann stirbt kommt direkt ein neues und alles beginnt von vorne.

        ich finde man hat richtig dein herz sprechen hören beim lesen.
        die kleine feli hatte sicher ein sehr schönes und langes leben bei euch #herzlich
        lg

      • Liebe Mona,
        Danke, dass du Feli so ein schönes Leben ermöglicht hast.

        Es tut mir sehr leid um Dein Schweinchen. Es ist immer schwer, wenn ein echtes Seelentierchen geht, das einem so besonders nahe stand. ich weiß wie es Dir geht, ich habe deses Jahr gleich drei besondere Schweinchen gehen lassen müssen.

        Du hast alles richtig gemacht, wenn so ein großer Tumor in dem Alter auftritt kommt das Ende oft sehr schnell. Man merkt das einfach nicht vorher. Schön, dass sie alleine gehen konnte.

        • Aber Wahnsinn wie groß der war. Aber so doof es sich anhört, so wie sie starb war es wirklich schön. Das dauertes wenige Minuten und begann in dem Moment wo ich sie aus der Gruppe nahm.

          Alle anderen haben es sicher bemerkt, denn sie haben sie umsorgt. Das finde ich erstaunlich und habe es nicht nie so beobachtet.

          Mona

          • Ich versuche, sterbende Schweinchen inmitten ihrer Gruppe gehen zu lassen. Es klappt nicht immer, manche schaffen es einfach nicht loszulassen, und wenn sie schon mehrere Stunden im Sterben liegen lasse ich sie einschläfern, oder wenn sie bei bewusstsein sind und Schmerzen haben. Die meisten sind aber beim eigentlichen Sterbevorgang schon richtig weg getreten und spüren nichts mehr bewusst. Aber ihre Artgenossen kümmern sich oft liebevoll um sie, wärmen sie, bleiben bei ihnen - je nachdem wie das sterbende Schweinchen es braucht.

            Ich finde diese Stunden zwar immer wahnsinnig schwer für mich als Menschen, weil man ja doch irgendwo den Impuls hat alle medizinischen Möglichkeiten auszuschöpfen, wie man es eben bei einem Menschen machen würde, der mit Herzinfarkt umkippt - aber ich versuche wirklich die Füße still zu halten, damit sie selber los lassen können.

            Die Schweinchen untereinander scheinen zu wissen, wer dann jemand haben will der mit ihm kuschelt, und wer lieber alleine in Ruhe gelassen werden will.

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