Sarcoptes Milbe

    • (1) 07.12.15 - 11:25

      Hallo zusammen,

      eigentlich geht es eher um den Hund meiner Eltern (Retriever). Dieser ist sehr empfindlich, was Haut- und Haar angeht.

      Er scheint allergisch auf diese Sarcoptes-Milbe zu reagieren. Meine Eltern haben etliche Tests und Untersuchungen (Allergie- Bluttest und Geschabsel)

      mit ihm durchgeführt und alles scheint immer wieder auf diese Milbe hin zu führen. Sicher ist das allerdings nicht.

      Das einzige, was hilft, ist eine ständige Behandlung mit Advocate (Spot on) - alle 3 Monate etwa. Ansonsten juckt und kratzt er sich wund. Während der Behandlung und auch kurze Zeit danach ist es gut.

      Meine Eltern vermuten allerdings auch unseren Hund (Mischling) als Überträger. Die beiden sind häufig zusammen. Aber obwohl keine Anzeichen vorhanden waren, haben wir unseren Hund im April ebenfalls mit Advocate (3 x) behandelt. Und nun soll er wieder der Schuldige sein...

      Wir waren mit unserem Hund beim Tierarzt und der schließt einen Milbenbefall eigentlich aus. (Hat aber keinen Bluttest o.ä. gemacht.) Klar. Nicht jeder Hund reagiert empfindlich

      auf die Milbe, aber übertragen könnte er es natürlich schon.

      Wir wissen nun nicht, was wir noch machen sollen. Wollen die Hunde ja nicht ständig mit diesem Gift behandeln. Ist es eigentlich möglich, dass der Juckreiz auch durch

      diesen Spot on gelindert wird und dadurch der Eindruck einer Wirkung entsteht ?

      Kennt sich jemand aus ??

      Danke für einen Tipp...
      betty

      • Warum lasst ihr keinen Bluttest mit eurem Hund machen? behandeln lassen würde ich ihn nur, wenn er die Milbe tatsächlich hat. Ausserdem würde ich beide Hunde separieren und nicht mehr zusammen spielen lassen, bis sie geheilt sind - sie stecken sich ja sonst ständig gegenseitig wieder an.

        Auch habe ich den Eindruck, dass der Hund deiner Eltern nicht hinreichend genug behandelt wird, da das Problem immer wiederkommt. Bei Wärme tritt der Juckreiz anscheinend vermehrt auf. Bekommt er Kortison gegen die Entzündung und etwas gegen den Juckreiz? Vielleicht sollte man ein anderes Präparat nehmen wie Avermectin?

        Zitat:

        "Die definitive Diagnose wird über grossflächige Hautgeschabsel und eine mikroskopische Untersuchung gestellt. Mit dieser Methode findet man aber nur ca. bei 3 von 10 Hunden auch wirklich die Milben. Bei den restlichen Hunden ist es nötig, Blut zu nehmen, um darin Antikörper gegen Sarkoptesmilben zu bestimmen. Diese Untersuchung ist aber erst ab 4 Wochen nach Auftreten der ersten Symptome möglich."
        (Quelle: http://www.savd.ch/index.php/hautkrankheiten/sarkoptesraeude)

        http://www.tierarzt-wienrich.de/wissen/sarkoptesr%C3%A4ude/

        • Vielen Dank für die Antwort.

          Ein Separieren der Hunde ist leider nicht möglich, da meine Eltern sich um meinen Hund mit kümmern - ich bin den ganzen Tag außer Haus - mind. 12 Stunden.

          Sie hatten wohl auch schon einige Medikamente gegen den Juckreiz, wobei die wohl auch nicht ganz so ohne sind mit ihren Nebenwirkungen...

          Mal schauen...

          VG betty

      (4) 07.12.15 - 18:13

      Hallo!

      Viele Tiere haben ein paar wenige Milben, mit denen das Immunsystem fertig wird. Solange sie keine Allergie dagegen haben und das Immunsystem stabil ist dann merkt man davon nichts und muss auch nicht behandeln. Neue Milben können sie sich jeden Tag holen, wenn sie mit einem anderen Hund zusammen treffen.

      Das sinnvollste wäre eigentlich, den Hund Deiner Eltern häufiger zu behandeln, statt euren Hund sinnlos zu behandeln. Das Advocate wirkt ja immer nur 4 Wochen lang, sind die vier Wochen vorbei kann der Hund jederzeit neue Milben abbekommen.

      Deine Eltern werden ja auch mit ihrem Hund nicht jeden Kontakt zu Artgenossen so strikt unterbinden, dass er sich auch auf der Hundewiese nicht anstecken kann, daher ist es völlig egal ob jetzt euer Hund der Überträger ist oder ein Fremder.

      Daher wäre es vernünftiger ihren Hund engmaschiger zu behandeln, Advocate ist ja grundsätzlich nicht schädlich und kann auch alle 4 Wochen gegeben werden.

      • (5) 08.12.15 - 08:48

        Vielen Dank für die Antwort. Ist denn diese Milbe so weit verbreitet ? Meine Eltern treffen fast täglich den ein oder anderen Hund und sie gehen auch in die

        Hundeschule.

        Wir haben vor allen Dingen die Befürchtung, dass das häufige Verabreichen des Spot On's schädlich ist und hofften einfach auf eine endgültige Lösung. Aber die

        scheint es ja dann leider nicht zu geben,...

        Ich persönlich finde es auch gar nicht so extrem mit dem Juckreiz. Ein Hund kratzt sich doch schon mal....

        • (6) 08.12.15 - 18:11

          Hallo!

          Da ist doch die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass irgendein anderer Hund die Milben überträgt als ausgerechnet eurer. Sarcoptes ist schon ziemlichv erbreitet und sehr hartnäckig, gerade da wo viele Tiere aufeinander Treffen wie Hundeschulen halten die sich verdammt gut.

          Spot Ons sind natürlich wirksame Medikamente die auch Nebenwirkungen haben, aber im allgemeinen sehr gut verträglic sind, Nebenwirkungen betreffen eher seltene Fälle von Allergien und falls ein Tier sich das Zeug ableckt weil es falsch aufgetragen wurde.

          Du kennst sicher auch den einen oder anderen Halter, der den ganzen Sommer über alle vier wochen Frontline oder Stronghold gibt, um Zecken abzuhalten - das ist auch bei Hunden die sehr häufig von Zecken gebissen werden sinnvoller, als eine Borreliose zu riskieren. Klar, wenn man einen Hund hat der nur sehr selten Zecken hat kann man sich das sparen, aber bei den Hunden die jeden Tag 5 Zecken heim schleppen sollte man auch vorsorglich behandeln. Also da gibt es schon breite Erfahrungen mit vielen tausenden Hunden, die von April bis September alle 4 Wochen ein Spot On bekommen. Ich denke, wenn das so viele Hunde ein halbes Jahr lang gut weg stecken kann es der Hund Deiner Eltern auch das ganze Jahr über gut vertragen.

          Wenn es ihnen mit alle 4 Wochen zu viel wird können sie es ja auch alle 6 Wochen probieren ob das reicht von der Restwirkung her.

          In Sachen Juckreiz muss man eben beobachten. Wenn ein Hund sich 5x am Tag kratzt ist das natürlich völlig normal und muss nicht behandelt werden. Wenn es aber eher 5x in der Stunde ist oder er auch andere Dinge unterbricht um sich zu kratzen (Spielen, Schmusen, Schlafen) dann sollte man es schon behandeln. Wenn ein Hund sich vom vollen Fressnapf abwendet um sich zu Kratzen, obwohl er mit großem Apetit gefressen hat oder aus dem Tiefschlaf wach wird nur um zu Kratzen, dann ist der Juckreiz wahrscheinlich schon eine Belastung.

          Das kann man auch mal mit einer Strichliste überwachen, um sicher zu gehen, ob es nur der subjektive Eindruck ist, dass er sich "dauernd" kratzt. Einfach nur nen Strich machen, wenn er sich kratzt und den beobachteten Zeitraum aufschreiben, also etwa Sonntag Abend beim Tatort, 1,5 Stunden, drei Striche. Dann weiß man woran man wirklich ist und ob eine Maßnahme eine Besserung bringt oder man sich das nur einbildet. Dann hat man auch wirklich was in der Hand und kann es nachvollziehen.

          Nebenbei würde ich raten auf Getreidefreies Futter umzusteigen weil das auch oft zu Juckreiz führt, und gerne mal nen Teelöffel Öl übers Futter geben (bei einem großen Hund, für nen kleinen Pupser entsprechend weniger Öl) das pflegt die Haut und versorgt sie mit essentiellen Fettsäuren. Es muss nicht immer eine Nahrungsmittelallergie sein, oft ist es auch nur eine Überempfindlichkeit, die kein Bluttest feststellen kann.

          • (7) 09.12.15 - 10:24

            Hallo,

            vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort(en). Das gebe ich auf jeden Fall an meine Eltern weiter. Die sind natürlich ganz verzweifelt.

            Ich kann es ja mit dem Kratzen schlecht beurteilen. Weiß, dass der Hund in den schlimmen Fällen auch nachts ständig kratzt. Das ist natürlich nichts. Das will ich aber nun nicht beurteilen.

            Ich weiß, dass meine Mutter äußert penibel ist. Hat die gesamte Wohnung mit dem Dampfreiniger gereinigt und mit Flee Umgebungsspray alle Kontaktflächen des Hundes eingesprüht und so weiter. Ich bin da aus zeitlichen Gründen auch etwas nachlässiger..

            Ich hoffe mal, dass es jetzt besser wird...

            Danke sehr :-) liebe Grüße Betty

            • (8) 09.12.15 - 18:34

              Hallo Betty!

              Ich kann das so gut nachvollziehen. Als mein Golden Retriever noch gelebt hat hatte der auch dauernd was - mal ein Ekzem, mal Pfoten wund lecken, bevor wir ihn kastrieren liesen hat er sich Eier und Schniepie wund geleckt... furchtbar. Bei Jack lag es vor allem an ganz schlechter Haltung vor uns, seine ersten 2 Jahre war er alleine in einem Kellerraum eingesperrt und kam nur 2x am Tag für wenige Minuten raus - Geschäft machen und sofort wieder zurück. Er hatte nicht mal eine Wasserschüssel oder eine Decke weil er durch diese Langeweile und reizarme Umgebung eben mit allem gespielt hat was er zur Verfügung hatte, also wurde ihm auch das genommen, damit er die Decke nicht kaputt macht oder das Wasser auskippt. Dadurch war er komplett auf den eigenen Körper beschränkt und hat sich eben angewöhnt in Phasen von Langeweile irgendwo an sich selber rumzuschlabbern. Ganz hat er es sich nie abgewöhnt, wenn er alleine war oder nachts wach geworden ist und nicht sofort wieder einschlafen konnte, und oft hat er sich dabei eben irgendwas wund geleckt.

              Ich habe da auch so ziemlich alles probiert bis wir einfach eingesehen haben, dass wir ihn so nehmen müssen wie er ist. Dann hat er eben ne Halskrause umbekommen, wenn wieder mal etwas wund war, damit die Wunde abheilen konnte, wenn nichts gejuckt hat, hat sich das meistens einfach besser "verteilt" und es ging wieder einige Monate ohne Wunden.

              Man leidet da wirklich mit.

              Ich würde statt Putzen eher einen Fogger empfehlen, den gibts beim Kammerjäger. Das ist eine Art Rauchbombe, alle Lebewesen müssen aus der Wohnung raus, und das Gas zieht dann auch wirklich in die kleinste Ritze. Bei Parkett, im Sofa, in jedem Teppich. Nach einigen Stunden muss man dann gründlich lüften und erst dann dürfen alle Lebewesen zurück in die Wohnung.

              Wenn man das zusammen mit einer Spot-On-Behandlung macht ist sicher alles tot und man hat wesentlich weniger Arbeit als wenn man alles mit Dampfreiniger und Spray behandelt und dabei ja doch irgendeine Ecke übersieht. Danach hat man auch wirklich keine einzige Fliege mehr in der Wohnung.

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