Frage an die erfahrenen Hundehalter

    • (1) 08.12.15 - 15:07

      Hallo,

      würde gern mal lesen, wie ihr diese Situation einschätzt. Ich mag ja Hunde total gern, hatte aber mittlerweile so viele negative Erlebnisse, eigentlich bei jedem Spaziergang, dass ich bei den meisten Haltern mittlerweile rot sehe. (Wer mag, kann das in der Hundescheißediskussion weiter unten genauer nachlesen).

      Aber konkret: Wir waren neulich mit unserer 2jährigen Tochter bei Bekannten eingeladen. Die haben ein winziges Reihenmittelhaus mit kleinem Garten mitten in der Stadt. Und sich jetzt einen wirklich großen Hund angeschafft. Wenn der sich im Wohnzimmer umdreht, fegt er mit dem Schwanz den Tisch ab. Bleibt ihm auch nichts anderes übrig.

      Den Hund fand ich ganz sympathisch, echt ein liebes Tier. Aber: Er hat mehrmals aus Versehen/Platzmangel/Ungeschicklichkeit/Unerzogenheit? unsere Kleine umgerempelt und meinen Mann, als er ihn von ihr wegziehen wollte, mit den Zähnen gefasst. Kommentar der Halterin: "Der ist im Spielmodus". Da hätte ich schon Kotzen können. Ich hätte jetzt erwartet, dass die den Hund dann in einen Nebenraum bringen oder zumindest an einer Ecke anleinen. Nix. Wir mussten uns nonstop den Hund vom Hals schaffen und sind dann letztlich gegangen. Und werden keine weiteren Besuche mehr machen.

      Wie denkt ihr darüber?

      • (2) 08.12.15 - 15:23

        So etwas geht gar nicht.aber, wie so oft, liegt es nicht am Tier, sondern am Halter. Leider.

        Wir haben eine Beagle Bulldogge Mischung, ca. 35 cm hoch. Ist erst 2,5 Jahre alt und hat natürlich auch Temperament. Ich habe selbst zwei Kinder (4 und 8) und arbeite dazu als Tagesmutter mit Kindern unter zwei Jahren. Das heißt, ein Hund muss bei mir immer erzogen sein!

        Im Übrigen tue ich keinem Hund einen Gefallen, wenn ich ihn nicht erziehe und ihn immer machen lasse, was er gerade will.
        Platz zu haben gehört für mich bei Hundehalung ebenso dazu. Auch wenn wir einen sehr großen Garten haben (700 qm) finde ich es unerlässlich, regelmäßig mit unserer Hpndin Gassi zu gehen.

        Natürlich reich geht auch unsere Hündin mal stürmischer zu, aber wenn sie bei Besuch nicht hört, kommt sie entweder in die Küche, oder wird auch mal angeleint. Ich finde es ein absolutes No Go, wenn mein Besuch dauerhaft von meinem Hund, gleich welcher Rassse, permanent gestört wird. Hast du deine Freundin direkt darauf hingewiesen? Das würde ich beim nächsten Mal tun, gerade auch im Hinblick auf das mit den Zähnen. Ein Hund muss wissen, wann er die Zähne einsetzen darf (bei der Jagd auf Beutetiere oder im Spiel mit anderen Hunden) und wann nicht!

        Ich kann dich absolut verstehen, obwohl ich Hundehalter bin!!#hund

        LG
        Corinna

        (3) 08.12.15 - 15:23

        Ich finde es völlig normal, den Hund nicht wegzusperren oder anzubinden, allerdings hätte ich als Halter mehr eingegriffen, kann aber die Sitution nicht wirklich einschätzen, da Du ja so gar nichts mit Hunden am Hut hast und das sicher anders schilderst als jemand, der mit Hunden zu tun hat.

        Was der Hund jetzt von Deinem Mann wollte, ist schlecht einzuschätzen aber da er relativ neu "angeschafft" ist, wird er im Halbstarkenalter sein und das unbeholfene Wegziehen durch Deinen Mann möglicherweise als Spielaufforderung aufgefaßt haben.

        Ich würde als Besuch auch keinen großen fremden Hund zurechtweisen, das solltet Ihr den Haltern überlassen.

        LG

        • Sorry deine Antwort ist so eine, die man als Nicht-Hundehalter gerne liest.
          Besonders wenn um kleine Kinder geht.

          Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln über so wenig Rücksichtsnahme.

          • (5) 08.12.15 - 18:05

            Ach ja und

            <<<Ich würde als Besuch auch keinen großen fremden Hund zurechtweisen, das solltet Ihr den Haltern überlassen.<<

            Wo hat die TE geschrieben, dass ihr Mann den Hund zurechtgewiesen hat?

            • Er hat ihn weggezerrt.....das kann man jetzt als Spielaufforderung deuten oder - wie ich - als Zurechtweisung.
              Je nach Hund kann das böse ins Auge gehen.

              Gruß,

              W

              • Der Vater soll also tatenlos ( genau wie die Hundehalter ) mitansehen, wie seine zweijährige Tochter bedrängt wird, von einem fremden Hund.

                Tja...........

                • (8) 09.12.15 - 12:56

                  Hallo, danke dir.

                  Die TE kenne ich schon aus anderen Diskussionen, da sind immer die Fragesteller die Bösen. Sie ist da weder von Argumenten noch Logik abzubringen.

                  Aber mein gesunder Menschenverstand arbeitet offenbar auch wie deiner. ;-)

      >> Ich hätte jetzt erwartet, dass die den Hund dann in einen Nebenraum bringen oder zumindest an einer Ecke anleinen.<<

      na, das wäre ja Quatsch. Der Hund soll ja lernen, wie er sich wenn Besuch da ist, verhalten soll.

      >>Wir mussten uns nonstop den Hund vom Hals schaffen und sind dann letztlich gegangen. <<
      Da es nicht euer Hund ist, ist die Erziehung auch nicht eure Sache. Statt dessen hättet ihr den Hundebesitzern mal ein paar Takte flöten sollen. Spielmodus hin und her, woher soll der Hund wissen, dass ihr nicht zum spielen da seid und ihr euch von ihm auch nicht bedrängen lassen wollt?

      Solltet ihr mal wieder in so eine Situation hinein geraten, dann redet mit den Hundehaltern. Manche brauchen das, die kommen nicht von alleine drauf.
      Alles Gute!

      • <<<< Manche brauchen das, die kommen nicht von alleine drauf.
        Alles Gute! <<

        und genau das ist die Krux mit vielen Hundehaltern.Rücksichtslos z.B.gegnüber Eltern von kleinen Kindern , die sich dann die ganze Zeit unbehaglich fühlen.

        • ja, schon selbst erlebt! Ich find das auch unmöglich. Wir waren letztes Jahr auf einer privaten Geburtstagsfeier in einem größeren Rahmen, es waren extra Räume angemietet worden dafür.

          Läuft da zwischen den ganzen Leuten, die sich nicht alle unter einander gekannt haben und wo auch kleine Kinder dabei waren, einfach ein Hund frei rum! Ok, es war ein wirklich lieber Kerl, aber ich hätte da gar nicht den Nerv für, erstens weiß ich nicht, wer da alles kommt und zweitens, solls ja auch Leute geben, die Angst vor Hunden haben.

          Die Hundebesitzer ausfindig gemacht (es war nicht das feiernde Geburtstagskind) eine kleine Ansprache gehalten und der Hinweis, dass ja vorne die Tür offen ist und der Hund u. U. verschwinden könnte und siehe da, es wurde auf den Hund auf gepasst bzw. er hatte ein Körbchen dabei, wo er dann drin lag

    Hallo,

    der Hundehalter war hier zu lasch und hat die Situation einfach laufen lassen.

    Richtig wäre gewesen, dass er seinen Hund mit einem Komando wie z.Bsp. "auf deinen Platz" auf seinen Liegeplatz geschickt hätte.

    Ein Hund möchte bei Besuch natürlich im Mittelpunkt stehen und drängt sich überall dazwischen, klarer Fehler des Hundehalters. Ein Hund sollte erst dann, von seinem Platz aufstehen und den Besuch begrüßen, wenn das Herrchen dazu ein Komando gibt, das dem Hund klar anzeigt, so jetzt darfst du herkommen und dich streicheln lassen.

    Das Kind umzuwerfen ist wohl der Größe des Hundes gezollt und nicht absichtlich geschehen.

    Das sogenannte mit den Zähnen fassen, wie du es schilderst, machen viele junge Hunde (du schreibst leider nicht wie alt der Hund ist) vergleichbar mit kleinen Kindern, die alles in den Mund stecken. Er hat ja nicht fest zugebissen nehme ich an und auch hier hätte das Herrchen eingreifen müssen und dem Hund mit einem klaren NEIN erkennen zu geben, dass er das nicht tun darf.

    Ich kann dich absolut verstehen, man ist zu Besuch und muss sich die ganze Zeit einen fremden Hund vom Hals halten, zumal mit so einem kleinen Kind....also das geht garnicht - und Herrchen wiegelt ab mit "Spielemodus" #kratz

    Den Hund in ein anders Zimmer zu sperren wäre grundfalsch, ihn anzubinden noch schlimmer....das jetzt näher zu erklären sprengt hier den Rahmen. Hundebesitzer wissen aber wie das gemeint ist.

    Hier hat der Halter den Hund nicht im Griff, vor allen Dingen hat er nicht erkannt, dass ihr genervt ward.

    Einen Hund zu erziehen ist harte Arbeit, erfordert Geduld, Ruhe und eine Menge Hundewissen - das geht nicht gerade mal so nebenbei - leider denken viele das aber.

    • Danke dir für die ausführliche Antwort. Der Hund ist sicher schon ausgewachsen. Also er hat die Maximalgröße schon länger erreicht. Wie alt genau, keine Ahnung. Er ist ein Fundtier, Hintergrund unklar.

      Ich in halt immer irritiert, wie selbstsicher einige Hundehalter offenbar davon ausgehen, dass nix passieren kann. Einmal zugebissen hätte er unser Kind schwerstverletzen können. Ich hatte jetzt nicht so wahnsinnig Angst, weil er mir auch nur schlecht erzogen vorkam, aber sehr gutartig. Aber ein fremdes Kind ist ja kein "Rudelmitglied".

      LG

(14) 08.12.15 - 19:13

Hallo!

Da musst du mit dem Halter Klartext reden. Ich weiss nicht warum Leute ein Problem haben da offen und direkt zu sein wenn sie etwas stört. Ganz klar äußern das man das nicht will und fertig. Wenn sie das nicht sehen, dann muss man ihnen das sagen.

Ich bin selber Hundehalter und wenn ich Besuch habe schaue ich das der Hund nicht in die Nähe des Besuchs kommt. Erst wenn dieser sagt das es ok ist. Bei kleinen Kindern passe ich da doppelt auf.

Wenn die Bude bei denen so klein ist, ist das natürlich schwer, aber nicht der Hund Schuld.
Im eigenen Haus den Hund weg sperren, anleinen ist da der absolut falsche Weg. Damit verzieht man sich das Tier. Er muss ja lernen wie er sich da zu benehmen hat.
Was dein Mann gemacht hat war auch ein Fehler. Er sollte den Hund nicht anpacken, der Hund kennt ihn nicht und natürlich kann er dann mit Schnappen reagieren.
Ich hätte also eher das Kind auf den Arm genommen und die Halter aufgefordert den Hund auf Abstand zu bringen.

LG Sonja

  • (15) 08.12.15 - 19:22

    Tja, leider haben die Halter nicht reagiert. Und wenn mein Kind Angst bekommt, weil der Hund es umschubst und nicht in Ruhe lässt, dann würde ich ihn wieder am Halsband wegziehen. Um das Kind auf den Arm zu nehmen, muss man erstmal wieder an das Kind rankommen.

    Deswegen sind wir ja auch gegangen...

    • >>Tja, leider haben die Halter nicht reagiert<<
      hab ich das richtig verstanden, ihr habt gesagt, dass sie bitte den Hund zurück rufen sollen und die Halter haben nicht reagiert bzw. wie ich oben gelesen hab, gesagt, der Hund sei im Spielmodus?
      Dann wäre ich auf der Stelle gegangen. Wer die harte Tour braucht, bekommt sie

      • Jupp. Und ja, wir sind dann gegangen. Natürlich ist das das Zuhause des Hundes, aber als Gast habe ich auch Angst um mein Kind.

        Und, wie in meinem Post weiter unten, mittlerweile bin ich der festen Überzeugung, dass 3/4 aller Hundehalter einfach bescheuert sind. Ich habe so Erlebnisse regelmäßig.

        Und dieses "der will nur spielen" ist tatsächlich nicht nur ein Klischee. Das hört man doch wirklich ständig.

        • ja, gefolgt von einem "der macht nichts".
          Ich bin selbst Hundehalter und glaub mir, mir stinkt das auch. Letzten Endes tun sich die Leute damit selbst keinen Gefallen und der Hund kann nichts dafür

          (19) 09.12.15 - 12:39

          Wir persönlich gehen mit liebem erwünschten Besuch anders um und auf neutralem Boden begegnen wir anderen Tieren und Menschen vollkommen rücksichtsvoll, jetzt kannst Du überlegen, ob Eure Freunde keinen Wert auf Euren Besuch legen oder einfach keine Ahnung haben oder bescheuert bzw. gleichgültig sind.
          Unsere Hunde werden unterwegs angeleint, sobald wir Menschen sehen und zu uns nach Hause kommen nur Hundeleute, es wird aber selbstverständlich darauf geachtet, dass keine Kinder bedrängt oder gefährdet werden.
          Wir haben aber schon mehrfach die Erfahrung gemacht, dass Menschen, sobald sie Kinder haben, denken, sie hätten einen generellen Freifahrtsschein, überall tun und lassen zu können, wonach ihnen ist und die ganze Welt müsse sich um sie drehen.
          Vielleicht ging es Euren Freunden auch so, wenn Ihr davon ausgegangen seid, dass der Hund weggesperrt (ist absolut kontraproduktiv und gefährlich!) oder angebunden wird?

          LG

          • (20) 09.12.15 - 12:52

            Du willst wieder nur stänkern, oder?

            Lies doch mal meine anderen Beiträge, falls es dich wirklich interessieren sollte. Daraus geht klar hervor, dass a) der Hund ständig zu unserem Kind gelaufen ist und b) unser Kind Angst bekommen hat, nachdem der Hund es mehrfach umgeschubst hat. Ich erwarte in einem Haushalt nicht, dass der Hund weg soll, aber dass ein kleiner Gast, der explizit mit eingeladen war, auch respektiert wird.

            Von unseren Bekannten denke ich mittlerweile tatsächlich, dass sie, was das Thema Haustiere angeht, bescheuert sind.

            Alles Gute dir

    (21) 08.12.15 - 19:39

    Ich kenn da nichts und werde bei soviel Ignoranz richtig böse und unfreundlich.
    Ich hätte da Klartext gesprochen nach diesem bescheuerten Spruch mit Spielmodus. Da wäre ich also in den Kampfmodus gegangen. ;-)
    Wie lange wart ihr denn dann bei denen?

    • (22) 08.12.15 - 19:44

      Ich bin da eher zurückhaltend und erzähle als Nicht-Hundehalterin anderen, die angeblich die Hundeschule besuchen, nicht, wie sie sich in ihrem eigenem Zuhause zu verhalten haben. Erst recht nicht bei einer Familienfeier, bei der wir nicht die einzigen Gäste waren.

      • (23) 08.12.15 - 19:49

        Also wenn ich mein Kind in Gefahr sehe, handel ich auch.

        Man muss ja nicht rumbrüllen, aber klar machen das man das nicht will und sie den Hund gefälligst auf Abstand halten sollen. Ich finde das ist dein Gutes Recht. Du musst ja dein Kind schützen.

        • (24) 09.12.15 - 12:41

          Ich bitte Dich - natürlich sollten die Hundehalter rücksicht üben, aber sie kann das in deren Haus kaum einfordern. Man kann darum bitten, mehr nicht und das haben sie ja getan und sind dann eben gegangen, um das Kind zu schützen.

          LG

(25) 08.12.15 - 20:10

Hallo!

Da ist die Situation nicht gesehen habe, habe ich mehrere Gedanken woran es liegen könnte und wie man da verfahren sollte:

1. Rüpelalter des Hundes bei Besuch der sich weitgehend ruhig und unauffällig verhält - da muss klar der Besitzer eingreifen, sehr konsequent und bestimmt den Hund auf seinen Platz schicken - gerne mit Sicht auf die Besucher, aber eben auf seiner Decke.

2. Maßregelung des Hundes gegenüber lautem Besuch der sich viel bewegt - der BEsuch ist hibbelig, laut, läuft rum, statt ruhig da zu sitzen, wie es eben Kinder gerne tun. Der Hund fühlt sich davon verunsichert und will, dass der BEsuch sich endlich wie ein "normaler Mensch" benimmt, insbesondere wenn er keine Kinder kennt, und will daher das Kind Maßregeln. In dem Fall sollte der Besitzer dem Hund klar machen, dass er sie Situation schon selber regelt - und das Kind dazu bringen sich still zu verhalten und hinzusetzen, ggf. eben mit ein paar Buntstiften und etwas Papier zum malen. Ich weiß, das ist bei Eltern nicht gerade ein beliebtes Verhalten.

3. Spielverhalten dank missverständlicher Körpersprache des Besuchs. Wenn ein Hund an jemandem hoch springt neigen viele MEnschen dazu, die Arme hoch zu reißen, den Hund anzusehen, und nen halben Schritt zurück zu machen. Das hat Ähnlichkeit mit der Geste, mit der Hunde Artgenossen zum Spielen auffordern, wirkt ein wenig wie die menschliche Variante dieser Geste. Das verstehen einfach viele Hunde falsch und wollen wirklich spielen. Wenn man von einem Hund in Ruhe gelassen werden will, dann zeigt man ihm am besten "die kalte Schulter". Also eine geschlossene Körperhaltung, Rücken oder Seite zuwenden, nicht anschauen. Das klappt erstaunlich gut, die meisten Hunde verlieren da sehr schnell das interesse.

Was die Ursache jetzt war wirst Du selber herausfinden müssen. Den Hund ins Nebenzimmer sperren macht ja das Verhalten nicht besser sondern verstärkt die probleme eher noch.

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