Leinenaggressirvität....was tun?

    • (1) 23.12.15 - 19:42

      Hallo,

      unsere ansonsten sehr liebe Hündin hat leider eine ausgesprochenen Leinenaggressivität.

      Wir sind bereits in der Hundeschule. Da tritt das gar nicht auf.

      Auf den Rat des Hundetrainers haben wir bislang "Ruheübungen" gemacht wenn ein anderer Hund kam. Das ging mal gut mal weniger. Es kommt darauf an wie nah der andere Hund kommt. Rennt er direkt an uns vorbei hilft mir keine Ruheübung mehr. Sie flippt total aus, steigt hoch wie ein Pferd und versucht aus dem Halsband zu kommen - einmal hatte sie das tatsächlich geschafft......ich konnte sie am Geschirr aus dem Hundeknäuel ziehen...die anderen sind davon, es ist nichts passiert. Auch nachdem ich sie rausgezogen haben hat sie sich ganz brav hingesetzt und gewartet, ich konnte ihr das Halsband wieder anlegen und wir sind weiter gegangen als wäre nichts gewesen.

      Sie kam mir vor als wollte sie dem anderem Hund eben mal schnell "Bescheid" geben....

      Unter Ruheübung versteht unser Hundetrainer: Den Hund über das Halsband sitzen lassen und den anderen Hund schöne füttern.

      Ganz ehrlich, begeistert bin ich davon nicht gerade...und es hilft auch nicht richtig. Eben nur solange ihr keiner zu nahe kommt. Ansonsten interessiert sie kein Leckerli oder die Sitzposition, sie knurrt und bellt was nur geht. Sie bellt ansonsten den ganzen Tag NICHT! Nicht wenn die Kinder rumspringen oder irgendwas anderes.

      Ich bin schon mit verschiedenen Hunden spazieren gegangen....das hatte bislang keiner.
      Es nervt mich!

      Nun meine eingentliche Frage:

      Welche Methoden gibt es noch, bzw. was habt ihr gemacht?

      Seit gestern habe ich beschlossen nicht mehr mit ihr zu warten bis der andere kommt und sie dabei zusehen zu lassen. (Sie kann mich nicht ansehen. Sie muss einfach sehen was passiert.) Sondern entweder umzudrehen oder Abstand zu halten aber so oder so weiter zu gehen. Sie notfalls weiter zu ziehen und ihr ne klare Ansage machen. So geht das nicht weiter. Ich will, dass mein Hund sich benimmt!

      Noch Ratschläge? Keine dummen Sprüche - das wäre schon mal nett von euch!

      Danke!

      • Hallo, so eine ähnliche Situation kenne ich von den tierheimhunden mit denen ich immer spazieren gegangen bin... Da war die oberste Regel kein Kontakt zu anderen Hunden...

        Prinzipiell finde ich das ja ein Stück weit ok, wenn man nicht weiß wie die Hunde aufeinander reagieren, aber isolieren und kein Kontakt zu anderen Hunden ist halt auch sehr fragwürdig...

        In deinem Fall, naja, ich würde den vorbei kommenden Hund einfach mal ignorieren und stur vorbei gehen, wenn dein Hund dann gelernt hat ohne Zwischenfälle vorbei zu gehen mit leckerlies, Spielzeug, schmusen belohnen, je nach dem was bei deinem Hund am besten ankommt :-) klar wird es anfangs schwierig werden das durchzuziehen, aber auf gar keinen Fall auf dieses Verhalten reagieren... Wenn er bellt verhalten ignorieren und einfach weiter gehen. Du machst nichts besonderes draus und dein Hund wird hoffentlich dann lernen, ok mein Verhalten bringt mir nix positives, weder darf ich so zu dem anderen Hund, noch bekomme ich Aufmerksamkeit von herrchen/Frauchen...

        Hast du schon ein halti ausprobiert? Die werden zwar gerne zum bei Fuß gehen lernen verwendet, aber da durch das halti der Kopf ja zur Seite gezogen wird sobald Zug drauf ist, würde das vlt auch in deinem Fall funktionieren, weil dein Hund dann in dem Moment keinen blickkontakt zum anderen Hund herstellen kann...

        Ich drück dir die Daumen das es bald besser wird, trotzdem schöne Weihnachten :-)

        LG Babsi mit Hund blacky

        • Danke auch für deine Antwort!

          Also sie hat schon Kontakt zu anderen Hunden aber im Moment nur in der Hundeschule.

          Sie freut sich schon wenn wir auf den Parkplatz stehen bleiben. Spielt auch mit den anderen. Bislang hatten wir eine Situation in der Schule ..... ein unbekannter Hund kam auf sie zu und sie hätte geschnappt.

          Das mit dem Halti wird ich mir überlegen.

          Wir hatten heute 2 Begegnungen - wie sich das anhört #klatsch;-)

          Der eine kam auf uns zu. Ich führte sie auf die andere Seite und wir haben gewartet. Hat ihr nicht gepasst, ich hab aber nicht gerade zimperlich reagiert und doch mehr oder weniger am Halsband "gezuckt". Der andere kam aus der Ausfahrt vor uns raus. Da ich keine Lust mehr habe ständig umzukehren mussten wir halt nach. Sie fing wieder furchtbar an zu schnaufen und hecheln. Das hab ich so gut es ging unterbunden. Sie hat weder geknurrt noch gebellt. Ich war richtig glücklich darüber. #freu

          Aber ich sehe schon, keiner von euch ist bislang der Meinung den Hund sitzen zu lassen und Ruheübung zu machen....

          Darum geht's mir hauptsächlich.

          LG

      Hast du ml versucht sie neben dir laufen zu lassen das du zwischen ihr und dem anderen Hund bist (optimal wäre der gegenüber würde das auch so machen, Hunde also außen und Menschen gehen aneinander vorbei) und einfach weiter gehen.

      Wenn sie Leine und Geschirr an hat, mach doch Leine an beidem fest. Führe sie über das Halsband wenn sie es so kennt aber sie kann sich nicht so leicht rauswinden (kenne ich, meiner kommt aus jedem Halsband, der Kopf ist kaum schmaler als der Hals, mach ich das Halsband so eng der er nicht raus kann würde ich ihn würgen).

      Kann sie frei laufen? Was passiert dann? Meiner bellt dann zwar aber hält abstand zu Hunden die ihm unsympathisch sind. Das kann man aber nicht mit jedem anderen Hundebesitzer machen. Ich weiß hier bei welchen Hunden ich meinen frei lassen kann und bei wem ich ihn fest halten muss. Aber wie gesagt, eher wegen der Besitzer, angreifen würde er die Hunde nicht. Und festgehalten oder angeleint führt er sich schlimmer auf weil er ja im Ernstfall keine Fluchtmöglichkeit hat. Frei laufend ist es eher aus Abstand mal laut bescheid sagen "Bleib mir vom Pelz", angeleint ist es "Ich kann ihm nicht aus dem Weg. Ok, Angriff ist die beste Verteidigung!"

      • Danke für deine Antwort.

        Also, wir sind noch nie ausserhalb der Hundeschule direkt neben einem Hund vorbei gegangen. Ich wechsle die Strassenseite. Sonst flippt sie aus.

        Ja, wir sind des Öfteren einfach mal weitergegangen, wenn z.b. der Hund im Garten ausflippt...da haben wir ein paar Kandidaten da hab ich auch etwas blödes Gefühl. Riesen Schäferhund der am Zaun hochspringt, da bleib ich nicht stehen und mach noch ne Ruheübung. Muss nicht sein.

        Aber es kommt ja des Öfteren mal vor, dass ein Hund irgendwo steht und wir vorbei müssen, wenn auch auf der anderen Strassenseite.

        Ich leg bei bestimmten Hunden auch die Leine doppelt an, so wie du mir es geraten hast.

        Mittlerweile habe ich auch eine Zug-Stopp-Leine und auch keine Scheu mehr, sie mal im Nacken zu packen. Wir haben sie erst 2 Monate, anfangs war ich noch brav in diesem Bezug weil ich sie ja nicht kannte. Mittlerweile setz ich mich schon recht körperlich ein wenn es sein muss.

        Noch lasse ich sie nicht frei laufen, nur mit der Schleppleine 10m. Sie reagiert nicht immer auf Rückruf....bei ner Katze z.b.. Das ist mit mit den Autos zu gefährlich.

        Aber wir hatten die Situation dann auch schon mal mit Hunden die weiter weg waren. Sie bellt sie genauso an, kommt aber zu mir und winselt...bellt dann weiter.

        Ich denke es ist grundsätzlich einfach nur mal ne Ansage "bleib mir fern". Sie ist aber auch sehr Selbstbewusst und steuert direkt auf den anderen Hund zu. Sie macht kaum Ausnahmen. Unseren Nachbarshund akzeptiert sie mittlerweile total, der kann uns entgegenkommen und auch mitgehen....

        Sie ist unsicher.

        In der Hundeschule klappt es eigentlich sehr gut, nur einen "fremden" hätte sie auch geschnappt als er auf sie zukam....

        sowas....macht man nicht...

        • Hi,

          du widersprichst Dir: auf der einen Seite sagst du, sie ist selbstbewusst, auf der anderen, dass sie unsicher ist? Bezieht sich dieser Unterschied auf unterschuedliche Orte / Situationen?

          Ich kenne diese Leinenaggression von meiner Hündin. Sie kommt aus Rumänien, hat ein sehr gutes Sozialverhalten, ist Zuhause souveräne Rudelchefin und beschützt ihre Hundekumpels, wenn nötig. Das wirklich gute Sozialverhalten wurde mir von einer Trainerin bestätigt, die sehr viel mit Tierschutzhunden arbeitet, Angsthunde resozialisiert etc. Dazu gehört auch, dass sie z.B. im Freilauf / bei Spaziergängen (immer an der Leine - sie jagd) einem anderen Hund zeigt, was sie nicht mag. Dazu gehört z.B. wenn ein Hund frontal auf sie zu stürmt (das mögen viele nicht!) oder sofort schnuppern will - sie knurrt dann, rümpft die Nase und wenn der Hund trotzdem aufdringlich wird, schnappt sie abwehrend nach ihm. Lässt dieser sie dann in Ruhe, ist alles entspannt. Ich mache völlig problemlos Hundewanderungen mit bis zu 20 fremden Hunden aller Größen und Rassen / Mischungen mit ihr mit. Bitte eben nur, dass die Leute ihre Hund nicht direkt an sie ran lassen. Nach spätestens 10min schnuppert sie mit jedem fremden Hund am gleichen Mauseloch. Freilauf auf dem Hundeplatz lasse ich aus verschiedenen Gründen nur mit ausgewählten Hunden zu. Aufdringliche Hunde, die zwar freundlich sind, aber nie gelernt haben, den Individualabstand zu respektieren, lasse ich nicht mit ihr laufen. Auch keinen körperlich spielenden Hunde (z.B. Boxer) - das aber wg ihrer HD.

          Trotzdem ist sie draußen oft unsicher. Bei ihr äußert es sich eben in der Leinenagression. Zu 100% werde ich es nicht aus ihr raus bekommen, aber wir haben so viel erreicht, dass ich (meist) zufrieden bin. Und ich laufe extrem vorausschauend und versuche sie mit ganz besonderen Leckerlis (z.B. Fleischwurst), schon sehr früh abzulenken und lobe überschwänglich, wenn sie "bei mir bleibt". Auch versuche ich selbst gaaaaanz tief zu atmen und entspannt zu bleiben, wenn die Distanz kürzer wird und Sanas Spannung und der Erregungslevel steigt. Fängt sie an zu pöbeln, versuche ich entweder ruhig, aber deutlich mit "nein" zu intervenieren oder ognoriere sie und gehe stur weiter. Dabei habe ich sie dann aber kurz, damit sie nicht vorstürmen kann. Ach so... und manchmal trifft man Hundehalter, mit denen man so ins Gespräch kommt, stehen bleibt - und dann ist nach 2min Ruhe. Schnuppern lasse ich sie dann zwar nicht, aber lobe und werfe viele Leckerlis in sie rein.

          Bei uns hat die Hundeschule nicht wirklich etwas gebracht in der Beziehung. Sobald sie sich sicher fühlte und der HuPla ihr "Zuhause" wurde, pöbelte sie. Schönfüttern hilft nur bedingt - irgendwann interessiert sie Futter nicht mehr und sie spielt auch nicht. Blick abwenden hilft bei ihr gar nicht - im Gegenteil, sie spult sich nur noch mehr auf. Naja, und das sieht dann schon beeindruckend aus -schwarzer Hund in Schäferhundgröße und läuft teilw. fauchend und bellend auf zwei Beinen neben mir.... Anfangs war es mir peinlich, heute nervt es nur noch.

          Mein Weg: einfach weiter gehen. Diese "Ruheübungen" sorgen bei Sana für einen Triebstau, was die Pöbelei wesentlich schlimmer macht, als wenn sie die Energie ins Laufen investieren muss. Und ich führe Sana immer so, dass ich zwischen ihr und dem anderen Hund bin. Wenn möglich, weiche ich aus ansonsten habe ich sie ganz kurz an Halsband oder Geschirr. Ach so... und seit ich ein Sicherheitsgeschirr für sie habe, aus dem sie definitiv nicht raus kommt, bin ich selbst auch viel sicherer! Normale Geschirre oder Halsbänder halten sie nicht auf, denn sie geht rückwärts. Das Halsband, welches ich habe, sitz eng ohne zu würgen, aber es fördert mMn die Aggression gegen den anderen Hund, da jedes Halsband in so einer Situation anfängt zu würgen und uU Schmerzen verursacht. Besser finde ich Geschirre, die z.B. an der Brust einen zusätzlichen Ring haben und auf dem Rücken zwei bis drei, damit der Hund nicht kreiseln kann.

          Ich versuche positiv mit ihr zu arbeiten, aber manchmal reicht gutes Verhalten belohnen (dazu gehört für mich schon, wenn sie einfach bei mir bleibt), schlechtes ignorieren nicht. In den Fällen blockiere ich sie und dränge sie zurück. Kommt nicht oft vor, aber manchmal geht es nicht anders. Und ich belohne dann SOFORT, wenn sie mich anschaut und nur für einen Moment Ruhe gibt. Gehe dann auch direkt wieder vorwärts - und blocke erneut, wenn sie wieder mit voller Kraft vordrängt und sich in ihr Verhalten reinsteigert.

          Gruß
          Kim

          • Hallo,

            ja, da hast du recht.....es ist ein Wiederspruch.

            Sie geht selbstsicher vor, Kopf und Rute Hoch, Steht da wie eine eins. Sie tut also zumindest selbstsicher ;-)

            Was genau der Auslöser ist, keine Ahnung. War heute wieder in der Hundeschule.

            Es gab kein Gebelle oder geknurre obwohl nur fremde Hunde da waren. Sie laufen alle an der Leine. Es ist kein Thema. ??? Wie bei dir.

            Der Hundetrainer hat dann extra noch 2 fremde Hunde angeschafft, um zu üben.

            Nichts. Am Nachmittag treffen wir einen Hund "von hinten" - also er ging vor uns - nichts. Treffen nochmals auf den gleichen in ca. 10 Meter Abstand. Nichts.

            10 Minuten später gehen viel weiter weg 2 Hunde und meine Hündin flippt aus. Die Hunde gingen ganz woanders und sie knurrt und bellt und wirft sich hoch.

            Das gleiche hatten wir am Abend im Ansatz. Ihr Lieblingsfeind hängt am Zaun und flippt aus. Anfangs konnte ich sie gut mit Leckerlies ablenken. Als es nicht mehr ging - Ruheübung wobei sie sich heute tatsächlich ablenken lies. So machten wir immer ein paar Meter. Irgendwann wurde der andere reingeholt und wir konnten die letzten 5 Meter "unbeschwert" vorbei. Ich hab sie arg gelobt....trotzdem bin ich mir immer noch nicht sicher ob das die richtige Methode ist. Wenn es hilft, o.k. Ich werde wohl immer so handeln wie es mir gerade am Besten erscheint.

            Als ich die Übung in der Hundeschule hatte, habe ich meine Hündin auch sofort gestoppt, mit den Beinen wenn sie anfing zu hecheln (so geht's meistens los) ich kam problemlos an den anderen vorbei. Trotzdem meinte der Trainer, dass das bestrafen sei...Ja ich weiß auch nicht.

            Ich will nur, dass sie ruhig ist und nicht ausflippt....sie ist übrigens auch eine Strassenhündin.

            Ach ja, ich brauch ein Würgehalsband weil ihr Kopf schmaler als der Hals ist, sie windet sich somit aus dem Halsband wenn sie einen anderen sieht. Mit dem Geschirr kann ich sie sehr schlecht halten wenn es losgeht.

            LG

            • "Ach ja, ich brauch ein Würgehalsband weil ihr Kopf schmaler als der Hals ist, sie windet sich somit aus dem Halsband wenn sie einen anderen sieht. Mit dem Geschirr kann ich sie sehr schlecht halten wenn es losgeht."

              Hi,

              genau aus dem oben genannten Grund habe ich ein Sicherheitsgeschirr. Das empfiehlt sich ganz besonders für Hunde, die sonst aus jedem Halsband oder Geschirr rauskommen (sei es, weil sie Houdini in den Ahnen haben oder aufgrund körperlicher Eigenschaften). Das Sicherheitsgeschirr sitzt mit dem letzten Band hinter dem Rippenbogen und ist damit, wenn richtig verschnallt, ausbruchssicher. Das würde ich Dir auf jeden Fall empfehlen. Dazu ggfs. ein gut sitzendes Halsband als "Backup" - ein gewürgter Hund kann nicht entspannen / locker sein (auch wenn ich nachvollziehen kann,w arum du so ein Halsband hast!)

              Wenn ich mir das zweite machen lasse, werde ich vorne am Hals einen zusätzlichen Ring anbringen lassen, damit Sana nicht mehr "kreiseln" kann und ich sie ohne druck auf dem Hals korrigieren und kontrollieren kann. Ich führe sie in unbekanntem Terrain auch immer am mittleren Ring und nicht wie auf dem Bild am letzen. Ideal wäre es, wenn ich noch zwischen den Schultern und vorne an der Brust einen Ring hätte - dann könnte die Leine an zwei Enden befestigt werden. Wird alles beim nächsten Geschirr berücksichtigt ;-).

              Die Erfahrung, die Du gestern gemacht hast, mache ich auch immer wieder. Ich bin leider noch nicht dahinter gekommen, was der Auslöser dieses unterschiedlichen Verhaltens ist. Anfangs waren es Hunde, die aussahen, wie ein schwarz-weißer Bordercollie - von zwei Hunden dieser Art wurde sie mehrfach angegriffen. Das habe ich aber mittlerweile gut im Griff, weil ich Bekannte mit s/w BC habe, die absolut lieb und entspannt sind. Da kann ich nur sagen: Hund & Frauchen haben das Trauma überwunden.

              Körperlich blocken ist für mich keine Strafe. Das machen Hunde untereinander nicht anders. Wir haben ja drei Hunde und wenn Sana als Rudelführer der Meinung ist, dass die beiden z.B. nicht in den Flur sollen, dann stellt sie sich quer und macht sich dabei groß & breit. Blocke ich, dann bin ich ganz ruhig, nicht hektisch, schreie nicht, sage idR allerhöchstens mal scharf "nein", folge ihr mit meinem Körper bis sie MICH anschaut und lobe dann mit Super-Leckerli!

              Strafen, wenn auch sanft, ist für mich z.B. das Werfen mit Discscheiben oder die Wasserspritze. Bei den Discs habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie eher Angst verursachen als helfen - deshalb liegen sie seit vielen Jahren tief in der Schublade vergraben.

              Die Wasserspritze löst nicht das Problem, ist aber in manchen bzw. einer bestimmten Situationen für mich nicht zu ersetzen. Und das ist mein Auto: Sana verteidigt es auch während der Fahrt gegen alles, was nach Hund aussieht und kratzt dabei an der Scheibe, flippt regelrecht aus. Nun kann ich während der Fahrt nichts positives / ablenkendes dagegen tun und nutze die Wasserspritze, um dieses Verhalten zu unterbrechen. Sana ist dann nämlich nicht mehr ansprechbar. IdR reicht ein "Schuß" mit der Wasserspritze und sie ist irritiert, schüttelt sich und schaut zu mir - und genau das belohne ich überschwänglich mit stimmlichem Lob. Erfolg dabei: mittlerweile bellt sie bei Menschen nur noch und flippt nicht mehr aus - sie bleibt ansprechbar und reagiert auf meine Stimme. Bei Hunden reagiert sie sich schneller ab - nur bei Katzen ist sie wie von Sinnen (die hasst sie). Und natürlich lobe ich sie überschwänglich, wenn sie -für ihre Verhältnisse- entspannt an anderen Hunden & Menschen vorbeifährt. Ziel ist es ja, das Verhalten nicht nur zu unterbrechen, sondern abzustellen und positives zu belohnen.

              Sicher, mit meiner Einstellung werde ich bei den zu 100% rein positiv arbeitenden Hundehaltern immer auf Kritik stoßen, aber auch Hunde untereinander sind nicht nur positiv oder ignorieren unerwünschtes Verhalten - bzw. nur bis zu einem gewissen Punkt und wenn der erreicht ist, dann gibt es eine deutliche Ansage in Form von Knurren, Schnappen, wegdrängen. Schön zu sehen, wenn man ein funktionierendes Rudel Zuhause beobachten kann - man lernt unheimlich viel, wenn man aufmerksam ist. Wir haben jetzt schon das zweite Dreier-Rudel - und nur unser Spike war schon im alten Rudel.

              Ganz wichtig ist auch: Hunde untereinander sind nicht nachtragend. Sie maßregeln - und wenn der andere darauf korrekt reagiert, ist alles vergessen. Auch daran nehme ich mir ein Beispiel.

              Der richtige Weg ist der, den Du gehst: entscheide je nach Situation was die richtige Reaktion deinerseits ist. Beim Verständnis meiner Sana hat mit kein "normaler" Trainer helfen können bzw. diese 0815-Erziehung, die für die meisten Züchterhunde und Abgabehunde aus dem TH funktioniert, passt nicht unbedingt zu einem Auslandshund mit entsprechenden Erfahrungen. Sana war / ist ein gemäßigter Angsthund und ich muss meine Erziehung und das, was ich verlangen / erwarten kann, an sie anpassen und Grenzen des möglichen erkennen. Dabei geholfen hat mir eben eine Trainerin, die seit vielen Jahren mit Hunden aus dem Auslandstierschutz und auch mit Angsthunden arbeitet. Sie hat mir z.B. auch klar gemacht, dass Sana 1. ein Angsthund ist (wenn auch nicht schwer traumatisiert) und 2. ein tolles Sozialverhalten hat (auch wenn das für manche schwer zu erkennen ist, wenn sie so tobt).

              Eigentlich kann man sagen, dass ich es immer in folgendem Schema versuche:

              1. ablenken mit Super-Leckerli und loben, loben, loben 8am besten in hohen Quietschtönen bei Sana ;-) )
              2. geht ablenken nicht mehr - Umfeld und Sana ignorieren, entspannt bleiben und einfach weiter gehen
              3. flippt sie richtig aus und 1+2 sind nicht mehr ein/umsetzbar, dann blocke ich, denn durch die Gegend ziehen lasse ich mich nicht (und 25kg Hund haben verdammt viel Kraft - sollte man nicht meinen)
              4. geht 1+2 nicht mehr, 3 ist evtl. nicht umsetzbar aufgrund der örtlichen Gegebenheiten (z.B. Straße), dann packe ich Sana am Geschirr und dann läuft sie eben ggfs. auf zwei Beinen neben mir

              ABER: sobald der Ansatz da ist, dass sie ruhig wird - lobe ich! Ich versuche mir das immer ganz bewusst zu machen, denn man neigt dazu, zu wenig zu loben, weil man uU ja das Ziel erreicht hat. Dabei vergisst man, dass der Hund dann zu wenig Aufmerksamkeit für gutes gbekommt - und viel zu viel für negatives. Ist nicht immer einfach, gelingt nicht immer, aber irgendwann wird es hoffentlich "automatisiert" klappen.

              VG
              Kim

              • Huhu,

                Mensch, du hast dir aber viel Arbeit mit deiner Antwort gemacht.

                Vielen Dank!!!

                Wir waren gestern wieder in der Hundeschule...in den Ferien nutze ich das aus ;-)

                Gleich zu Beginn ging unsere Hündin auf eine andere los...war dann aber erledigt.

                Es klappte auch problemlos, dass ich ohne Leine direkt, also wirklich sehr nah, an dieser Hündin mehrmals vorbeigehen konnte. Null Reaktion, sie hatte nur Augen für mich.....o.k. ich hatte Wurst dabei....aber immerhin. Diesen Hund hatte sie Minuten vorher noch auf dem Kiecker...

                Ich verstehe es nicht.

                Heute wurden wir von einem Hund überrascht, der kam von der Seite sehr nah an uns ran. Ich konnte meinen Hund noch schnell neben mich bringen und schon waren wir vorbei. Sie drehte sich zwar mehrmals um und das wars. Schlimmer ist es wirklich wenn sie die Hunde vorher sieht oder andere Terz machen. Das kann sie gar nicht ab.

                Nun gut, ich werde mich mal nach dem Geschirr umsehen....ansonsten mach ich nach "Gefühl" weiter ;-)#schwitz

                ...im Moment hab ich eine neue Theorie....es liegt am anderen Hundehalter. In der Hundeschule sind ja eigentlich alle darauf bedacht den Hund nicht aus den Augen zu lassen, bzw. man weiß ja selber, dass manche Dinge einfach nicht machbar sind. Das trifft ja auf ganz viele Hundehalter außerhalb nicht zu. Das ist unseren Hunden evtl. gleich bewusst, nach dem Motto "der macht was er will.....aber nicht mit mir".

                Keine Ahung :-p...warum sie aber anderen Hunden, die sie noch relativ ruhig vorbeiziehen lässt, nachbellt....ein Rätsel ist das schon....

                GlG

                • Hi,

                  naja, Antworten sollen hilfreich sein - und das versuche ich. In drei Sätzen oder 0815 funktioniert es selten ;-).

                  Das, was du über deinen Hund schreibst, erinnert mich sehr an meine Sana. Ich kann auch keine Logik dahinter festellen - mal klappt es, als wäre es selbstverständlich und dann wieder ist es so, als hätte ich einen vollkommen unsozisales A...loch an der Leine.

                  Übrignes: umdrehen und gucken ist völlig ok solange sie ruhig bleiben! Ich lobe dafür und versuche eben die Aufmerksamkeit wieder auf mich zu lenken. Es ist der erste Schritt in die richtige Richtung.

                  Sana pöbelt übrigens nur neue Hunde an - hat sie 2-3x mit ihnen trainiert, sind es scheinbar "Freunde" und es wird nicht mehr gepöbelt. Wichtig ist auch, dass der andere Hund nicht auf sie reagiert - dann beruhigt sie sich ziemlich schnell. Ganz schwer ist es, wenn ein Hund sehr hoch aufgerichtet ankommt - am besten noch die Rute über dem Rücken getragen und angespannt. Das verunsichert sie sehr und dann habe ich viel Mühe. aber es wird!

                  Und es ist richtig: handele aus dem Bauch heraus - zuviel denken und überlegen hilft in akuten Situationen nicht.

                  Mein Ziel ist es einfach, dass Sana bei Hundebegegnungen bei mir bleibt. Sie darf gerne gucken, gerne auch angespannt sein - aber sie soll ruhig sein und nicht toben.

                  Wünsche Dir alles Gute für 2016 und viel Erfolg! Das wird schon werden!

                  VG
                  Kim

            Hier sieht man sehr schön, wie das Geschirr sitzt.

      Nochwas:

      Es dauert... und das frustriert oft, aber mit Strafen kommt man nicht wirklich weiter - im Gegenteil, es wirft einen zurück (ich hab es auf Anraten anderer Trainer und entgegen meiner Überzeugung mit Wasserflasche, Leinenruck, etc versucht). Und bei uns wurde die Leinenagression durch 3 Angriffe von Hunden "hinterrücks" (sie kamen sprichwörtlich von hinten auf Sana drauf), als sie noch nicht lange bei uns was (im ersten Jahr - sie ist jetzt 4 Jahre bei uns) ausgelöst.

      Bei mir kommt erschwerend hinzu, dass ich idR mit zwei Hunden gleichzeitig unterwegs bin. Und der kleine puscht die anderen oft hoch - wobei ich bei ihm mittlerweile so weit bin (er ist jetzt 11!), dass er sich aus dem Verhalten "abrufen" lässt und dann -ganz der kleine Streber, der er ist- brav bei Fuß läuft und auf Leckerlis wartet.

Hallo!

Mein Hund macht auch oft ein Riesen Theater, wenn wir an der Leine an anderen Hunden vorbei laufen ( allerdings entscheidet sie teilweise auch nach Sympathie).
Ohne keine gibt es selten Probleme und wenn, dann ist das eine Sache, die binnen Sekunden geklärt ist.

Wenn ich sie mit leckerli oder Spielzeug Fuß laufen lasse, ist es Garkein Problem, sie lässt sich sehr gut ablenken.

Ansonsten versuche ich zwischen ihr und dem anderen Hund zu laufen und möglichst locker zu bleiben. Wenn ich angespannt bin überträgt sich das sofort auf den Hund.

Wenn sie brav vorbeigelaufen ist gibt es Lob, ansonsten ignoriere ich sie oder sage knapp nein oder Schluss.

Ich akzeptiere, dass sie nicht möchte, dass andere Hunde ihr zu nahe kommen. An der Leine kann sie nicht ausweichen, was sie unter anderen Umständen tun würde.

Von sitzen lassen halte ich nichts. Kein normaler Hund würde sich irgendwo hinsetzen und warten, bis der andere Hund vorbei ist. Normale Reaktion wäre ausweichen oder erstmal schauen wer der andere ist und dann ist es entweder ok oder es gibt eben Stress.
Zumal ja auch nicht immer alle Hunde angeleint sind.

Wenn einer angeleint ist und der andere nicht ist das sowieso mega ungünstig und meiner Meinung nach auch ziemlich respektlos dem angeleinten Hund + Besitzer gegenüber.

Wenn mir ein frei laufender Hund entgegen kommt Leine ich meine nach Möglichkeit auch ab oder gehe aus dem Weg, soweit es geht.

Alles in allem nicht so einfach und ich kann sehr gut verstehen, dass es dich nervt.

Hallo :-) wenn es dir nur darum geht ihren verstand aus dieser blöden Situation zu ziehen, damit sie sich nicht rein steigert würde ich einfach mal die Wasserflasche ausprobieren.

Nein sagen und wenn von ihr nicht sofort eine positive Reaktion kommt einfach mal mit Wasser anspritzen. Für Worte haben die Hunde in solchen Momenten oft nichts übrig. Nach zwei drei malen reicht irgendwann nur noch das knacken der Flasche und bald braucht man sie gar nicht mehr. Dann genügt ein nein. Einige nehmen auch rasseln um die hunde aus ihrem "bann" zu kriegen. Die muss man aber ständig aufheben :-D Geht sie ohne meckern vorbei gibt's nen Leckerli oder ne runde toben oder was dein Hund auch immer toll findet.

Kommen andere Hunde auf dich zu wenn deine an der Leine ist solltest du dem Besitzer klar machen seinen anzuleinen und nicht an der Leine schnuppern zu lassen. Ist der andere lose dann stell dich entweder zwischen deinen und den anderen oder wenn sie verträglich ist Leine sie !rechtzeitig! ab.nicht erst wenn sie schon in Wallung ist. Soll dein Hund sich nicht für andere Hunde an der Leine interessieren muss es eine Regel eben auch für dich sein. Und zwar immer. Nicht mal eben ausnahmsweise. Liebe grüße

Ach und noch ein kleiner Tipp was den Rückruf betrifft. Übe mit ihr zwei verschiedene. Einen für den alltäglichen gebrauch: komm her und einen für wirklich brenzlige Situationen:hier!

Bei komm her bekommt sie normale trocken Leckerli oder eben trockenfutter je nachdem.

Bei hier! gibt es Fleischwurst. LeberwurSt aus der Tube gibt es im zoo Fachhandel. Oder andere Sachen worauf Hunde eben abfahren. Diese Dinge gibt es auch die nächsten Wochen nur dann wenn sie bei "hier" kommt. Nicht mal eben so und auch nicht bei "komm her". Mach fünf bis zehn Übungen damit am tag. Aber dann wenn sie nicht drauf wartet. Wenn es zu hause klappt geht's raus. Und bitte nicht ausreizen. Es muss noch spannend sein.

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