Geschlagener Hund

    • (1) 26.01.16 - 13:26

      Hallo,

      ich bin am Überlegen, ob ich meiner Hündin eine Spielgefährtin besorgen soll. Dabei bin ich auf einen weiblichen Hund der gleichen Rasse gestossen , dessen Besitzer ihn seit 2 Monaten hat - und ihn aus dem Ausland während eines Heimat-Urlaubs aus schlechter Haltung gerettet hat. Er wurde wohl geschlagen, weil er sehr ängstlich ist und schnell zusammen zuckt. Zu wenig gefüttert wurde er wohl auch. Jetzt ist er 8 Monate alt und die Tochter des jetzigen Besitzers hat eine Katzenhaar-Allergie entwickelt und der Arzt hat anscheinend gesagt, dass sich daraus auch eine Allergie gegen Hundehaare entwickeln kann, weshalb der Hund nun verkauft wird.

      Da ich keine Erfahrung mit misshandelten Hunden habe, wollte i h hier nachfragen, was mich so alles erwarten könnte . Er ist nicht aggressiv und mit anderen Hunden hat er wohl keine Probleme......

      • Sofern sich aus der Misshandlung des Hundes kein aggressives Verhalten und aus der mangelnden Fütterung kein Futterneid entwickelt hat, sehe ich da eigentlich keine Probleme. Ich würde auf jeden Fall mit einem professionellen Hundetraining an der Angst arbeiten. Angst setzt den Hund unter Stress und wenn ein Hund außer Haus und unter Menschen ständig Stress empfindet, kann sich daraus aggressives Verhalten ergeben, selbst wenn es derzeit noch nicht besteht. Der Hund muss zu dir eine vertrauensvolle Bindung aufbauen, sodass du ihn in Gefahrensituationen händeln kannst und er dir bedingungslos vertraut. Da muss man aber erstmal hinkommen, das kann ein weiter Weg sein.

        Zudem würde ich vorher ggf. testen, ob der Hund tatsächlich auf Kinder, andere Hunde/Tiere, schnelle Bewegungen oder Berührung mit Gegenständen (Zeitung, Schirm, Stock, etc.) wirklich nicht aggressiv reagiert.

        Hinsichtlich des Futters würde ich klären, ob der Hund futterneidisch ist, denn das kann bei zwei Hunden im Haushalt schwierig werden. Weiterhin würde ich in Erfahrung bringen, ob der Hund eine "Fressmaschine" ist. Es gibt Hunde, die aus dem Hungern gelernt haben, alles zu fressen, das herumliegt (Socken, Lebensmittel, Müll, tote Tiere, etc.).

      Die Nummer mit der Allergie würde ich ehrlich gesagt nicht glauben, nicht in dem Kontext.
      Wirfst du alle Tomaten weg nachdem bei deiner Tochter eine Sellerieallergie diagnostiziert wurde?

      Nein, nein, der Hund wird nicht so süss und lieb sein wie erwartet, sondern Arbeit machen, und womöglich auch Probleme. Was kein Wunder ist bei seiner Vorgeschichte.

      Was dich erwarten kann? Schwer zu sagen, schade dass der jetzige Halter nicht die Eier in der Hose hat ehrlich zu sein. Denkbar ist vieles, Probleme mit Stubenreinheit, Verlustangst, zerbeisst Dinge, kann nicht allein sein, kläfft aus Angst, schnappt aus Angst, pinkelt und stuhlt aus Angst.....Kann aber auch sein, dass sie lediglich etwas zurückhaltend ist und besonders anschmiegsam (was ich aber nicht glaube, sonst wäre die "Allergie" nicht zeitlich so passend aufgetreten)

    (6) 26.01.16 - 16:50

    Ich stimme Bambuswald komplett zu, die Story mit der Allergie ist schon so ausgelutscht. Aber wegen einer Katzenallergie den Hund abgeben, wow eine neue Variante.
    Ich hatte einen Hund mit schlechter Vergangenheit aus dem Tierschutz, es hat Jahre gedauert bis er wirklich seine Ängste (fast) überwunden hatte. Sie war nicht aggressiv, davon habe ich mich aber persönlich überzeugt und nicht den Worten mir unbekannter Leute geglaubt. Erwarten kann dich alles, besonders wenn du nicht die Geduld oder das Einfühlungsvermögen für so ein Tier hast.

    Bei meinem Hund waren Männer mit roten Jacken und Fliegenklatschen die größten Auslöser, nach 5 Jahren konnte ich eine Fliegenklatsche in ihrer Nähe wirklich benutzen. Die Sache mit den roten Jacken hatte sie nach ca 3 Jahren "verarbeitet".

Hi,

an die Allergie glaube ich auch nicht #sorry ist aber auch egal.

Vielleicht kommt ja die Angst auch gar nicht von früher.... #schock....

Ja, ich würde es machen. Wir haben seit Augst einen großen Mischling aus Spanien. Tutti wird jetzt 4 Jahre alt, in Spanien war er 6 Monate bei einer Pflegefamilie. Die Zeit vorher - keine Ahnung, was mit ihm passiert ist. Schön war es sicherlich nicht für den Schatz.

Er war immer noch furchtbar dünn, wie er zu uns gekommen ist, schreckhaft ist er immer noch. Wenn ich z. B. eine ruckartige Bewegung mit der Hand mache oder ich im Garten mit irgendwelchen Spaten oder Rechen hantiere, zuckt er kurz zusammen. Kommt dann aber her und beschnuppert die ominösen Teile. Einen Tag später wieder das gleiche Spiel. Macht aber nichts, ich gehe da gar nicht weiter drauf ein.

Ansonsten hat er keine Probleme. Weder mit Hunden oder Katzen. Einfach treudoof und lieb.

LG
Caro

Hallo!

Falls Du keine Kinder hast und auch selten Besuch von Kindern hast kannst Du es wagen. Du hast ja offenbar Hundeerfahrung, der neue Hund könnte sich an Deiner Hündin orientieren, und wenn die Sympathie zwischen den Tieren passt könnte das die beste Chance für den Hund sein.

Die Story mit der Allergie ist absoluter Quark und Du solltest ernsthaft fragen, was los ist. Sie sollen ehrlich sein, damit Du dann auch ernsthaft entscheiden kannst. Wenn sie keine Lust oder keine Zeit haben oder es den Leuten mit Kindern im Haus doch zu riskant ist, dann ist das ja nun mal so, aber Du weißt dann, woran Du bist.

In einem ruhigen Haushalt ohne Kinder, wo nur erwachsene Menschen sind die einen Hund einschätzen können und Du zur Not die Hunde fürs Füttern trennen kannst, spricht wenig dagegen, selbst wenn es ein schwieriger Hund sein sollte.

  • Hallo,

    meine Kinder sind schon erwachsen. Es kommen ab und zu Kinder, aber eher selten.

    Ich denke schon, dass ich den Hund mit viel Zeitaufwand erziehen könnte - und dass er tatsächlich meinen Hund als Vorbild hat, aber ich müsste bei 0 anfangen, der Hund kann ja noch nicht einmal Deutsch und ich nicht Russisch.

    Auch denke ich mir, dass ein so stark vernachlässigter Hund, der sogar kaum Futter bekommen hat, wahrscheinlich nichts kennen wird. Bei meinem Hund habe ich damals, als er noch Welpe war, natürlich auch viel Zeit investiert. Ich bin mit ihm erst in die Welpengruppe einer Hundeschule gegangen, dann in die Junghundegruppe etc. Ich bin mit ihm Bahn gefahren, habe ihn an Menschenmengen, Fahrradfahren etc. gewöhnt. Man braucht einfach viel Zeit. Und mein Hund war damals auch als Welpe schon gut sozialisiert.

    Wie Du schreibst: die Sache mit der Allergie stimmt höchstwahrscheinlich nicht - und ich müsste wissen, was wirklich Sache ist, um entscheiden zu können, ob ich mich darauf einlassen kann oder nicht.

    Es läuft alles darauf hinaus, dass ich den Hund zunächst persönlich kennen lernen muss. - gemeinsam mit meinem Hund.

    • Hallo!

      Es ist total egal, in welcher Sprache bisher mit dem Hund gesprocjhen wurde, weil er wahrscheinlich sowieso nichts kann. Als ich damals Jack bekam kannte er auch nichts, und egal ob Deutsch, Russisch oder Türkisch - nachdem ihm niemand beigebracht hatte, wie "Platz" geht war doch sowieso egal welche Sprache er nun kannte. Ich habe anfangs viel mit Handzeichen gearbeitet - Hand flach zum Boden senken für Platz ist leicht verständlich, Zeigefinger nach oben und einen halben Schritt auf den Hund zu gehen führt fast schon automatisch zum hinsetzen, weil der Hund den Blick auf die hohe Fingerspitze gerichtet hält und durch die Annäherung sich setzen muss, damit er den Finger noch sieht.

      Noch dazu hast du einen zweiten Hund an dem sich die neue Hündin orientieren kann.

      es ist natürlich löblich einen Hund schon im Welpenalter mit allem vertraut zu machen, aber auch wenn ein Hund das allererste mal mit 3 Jahren über einen schmalen Steg geht, zum ersten mal Aufzug fährt etc. kann er das alles noch normal erlernen, ebenso wie er eine tiefe Bindung zu seinen Menschen aufbauen kann - langsamer, aber nicht weniger tief. Vielleicht sogar ein Stück verdienter, weil der erwachsene Hund sich auch gegen die Bindung entscheiden kann, wo dem Welpen nichts anderes übrig bleibt.

      Schwierger finde ich, dass die Leute nicht die Wahrheit sagen und ein langsames Kennen lernen nicht machbar ist. Selbst wenn es mit beiden Hunden auf einer Wiese klappt heißt das eben noch lange nicht, dass Deine Hündin auch dann noch die neue akzeptiert, wenn sie in ihr Kernrevier eindringt. Da kann es einfach arg krachen.

Guten Morgen,

kennst du denn den Hund?

Ich würde mich einfach mal selber überzeugen. Besuch die Leute mal, geh mit dem Hund spazieren, füttere ihn, mach ihn mit deinem Hund bekannt usw.

Nur so kannst du das Ausmaß ungefähr einschätzen. Allerdings würde ich das wirklich öfters machen. Also wirklich heute mal, morgen wieder, nächste Woche.....damit du wirklich viele Situationen kennenlernen kannst und siehst wie der Hund reagiert.
Mit beiden spazieren gehen, kehren, was "knallen" lassen usw. Du weißt ja was ich meine. Falls der jetzige Besitzer damit nicht einverstanden ist, dann ist klar, das was faul ist....zumindest seh ich das so ;-)

Wir haben eine Hündin aus dem Tierschutz die zu Hause sehr entspannt und cool ist - man kann alles mit ihr machen, sie hat vor nichts Angst. Es ist ihr egal ob die Kinder rumspringen usw. Sind wir draußen ist sie sehr wachsam. Hunde die auf sie zulaufen sind für sie der totale Horror. Es wird besser.....aber es ist eine Aufgabe. Nachts knurrte sie anfangs alles an. Es kommt auch heute noch vor, dass ein Hydrant den sie jeden Tag sieht in der Nacht eine Gefahr darstellen könnte. Menschen mit Taschen, Kinderwägen....alles was weiter weg am Boden kreucht lässt sie nicht kalt. Allerdings kommt sie schnell runter wenn sie sieht was es wirklich ist.

Und, wozu tendierst DU?

LG

  • Ich bin hin- und hergerissen. Ich sehe es auch so, dass ich den Hund vorher kennen lernen muss. Er wohnt nur dummerweise 450 km entfernt. Auch wenn ich ihn 1x vorher besuchen gehe - mit meinem Hund zusammen - kann ich das nicht mehrmals wiederholen.

    Einerseits würde ich ihm gerne ein schönes Zuhause bieten, andererseits muss es aber passen. Wenn ich einen Hund aufnehme, der keine Befehle und kein Deutsch kann und evtl. problematisch ist, muss ich das vorher wissen, damit ich weiss, worauf ich mich einlasse und einschätzen kann, ob ich diese Erziehung leisten kann und will.

    • Huhu,

      also wenn das so ist....ich würde dir abraten.

      Klar, es ist schön wenn man helfen kann. Wenn du aber dann am Ende viel Ärger hast....

      Es gibt genügend Hunde im Tierschutz die evtl. weitaus bessere Voraussetzungen haben, die freuen sich auch über Hilfe.

      Man kann ja leider nicht allen helfen.

      GlG

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