Bindung zum Hund vertiefen....mehr vertrauen aufbauen, Tipps gesucht!

    • (1) 23.03.16 - 20:37

      Hallo,

      aufgrund meines anderen Beitrags....

      Wie vertiefe ich die Bindung zu meinem Hund. Wir haben sie 4 Monate, sie ist 3 oder 4 Jahre alt.

      Gibt es bestimmte Spiele oder Rituale die das Vertrauen mehr aufbauen können?

      Bin für jeden Tipp dankbar!

      • Liebe beim Hund geht durch den Magen.

        Öfters mal mit einem Leckerli locken,viel streicheln Hunde zeigen dir was ihnen gefällt. Hat sie schon eine Bezugsperson bei euch, dann schau zu wie diese Person mit ihr umgeht was diese Person mit dem Hund spielt und mache es nach( aber langsam angehen.

        Da man die ganze Situation nicht weiß/sieht kann man schlecht beurteilen, aber nach 4 Monaten müsste der Hund aber komplett angekommen sein bei euch.
        Was meinst du mit Vertrauen aufbauen. Hat Sie angst vor dir oder lässt sie dich nicht ran,

        • (3) 24.03.16 - 07:00

          So ich habe jetzt unten gelesen es geht um das Gassigehen da schreibe ic später was dazu.habe jetzt keine Zeit

          Danke für deine Antwort!

          Die Hauptbezugsperson bin ich.

          Grundsätzlich habe ich nicht das Gefühl, dass sie mir nicht vertraut.

          Mir wurde von einem Hundetrainer gesagt, dass ich den Hund auf mich "festigen" soll weil er eben andere Dinge interessanter findet als mich.

          Bsp. ist eben ein entgegenkommender Hund.

          Meistens ist sie eben Leinenaggressiv. Mittlerweile habe ich aber schon kleine Erfolge, d.h. sie geht auf rufen dann zu mir oder reagiert besser auf mich als anfangs. Da ging gar nichts. Ich bin der Meinung, dass es einfach mit ihrer Vergangenheit zu tun hat, dass eben manche Dinge für sie noch wichtiger sind als ich - Strassenhund, da ging es ja ums überleben. Somit ist mir klar, dass sie mir in solchen Situationen noch nicht 100% vertraut.

          Daher eben meine Frage, was kann ich noch dafür tun?

          Ansonsten ist sie wirklich ein Traumhund. Wir haben keinerlei Probleme mit ihr. Die Leinenaggression ist das einzige. Sie ist im Haus ruhig, sie zieht nicht mehr an der Leine usw....

          • Ist natürlich schwierig, da du den Hund nicht schon als Welpen bekommen hast.

            Vor allem sind 4 Monate überhaupt gar keine Zeit für eine Bindung da musst du noch mehrere Monate warten.

            Ich kann dir eigentlich gar keine Tipps geben, da meine Hündin schon von Anfang an auf mich fixiert gewesen ist(Vizsla=überaus anhänglich und herrchenfixiert).

            Versuche, so viel Körperkontakt wie möglich zu halten, natürlich nur in dem Rahmen, der für das Tier okay ist. Also wenn du dich zu ihr legst und sie geht weg, nicht hinterher und nochmal dazulegen. Was auch hilft ist das gemeinsame schlafen in einem Bett, das stärkt die Bindung.

        (7) 29.03.16 - 09:14

        "Da man die ganze Situation nicht weiß/sieht kann man schlecht beurteilen, aber nach 4 Monaten müsste der Hund aber komplett angekommen sein bei euch."

        Da muss ich dir leider widersprechen. Je nach Hund dauert es Jahre, bis sie wirklich angekommen sind!

        Bei unseren Tierschutzhunden hat es zwischen 6 Monaten und 4 Jahren gedauert, bis man sagen konnt "jetzt ist er/sie wirklich angekommen".

    Hallo,

    du hast den Hund noch nicht so lange und er ist kein Welpe mehr - das wird also dauern!
    Finde heraus, was deinem Hund Spaß macht, z.B. apportieren, oder Bällchenspiel, oder Suchspiel - je nach Rasse kannst du das einfach herausfinden.

    Geh mit ihm an Orten Gassi, wo (noch) nicht viel Ablenkung durch andere Hunde oder Umwelt sind, dort Spieleinheiten gestalten und einen Teil des täglichen Futters unterwegs füttern.

    Vertrauen dauert, ältere Hunde bringen ihr Päckchen mit.
    Ich bekam meinen Hund als Welpe und erst mit 1 1/2 Jahren war er soweit, dass er mir voll vertraute, ist auch eine Charaktersache. Heute ist er fast 5 und ich kann sagen, mein Hund vertraut mir blind ;-)

    Bei Leinenaggression würde ich darauf achten, dass der Hund an der Leine nicht vorläuft.
    Du musst voraus schauen und im Falle anderer Hunde deinen Hund in deine Aufmerksamkeit bringen, Leine sollte locker sein.
    Z.B. die "Schau-Übung": Zuhause üben, indem der Hund vor dir sitzt. In dem Moment, wo er dich anschaut sagst du "schau" und es folgt ein Leckerchen.
    Später nach vielem Üben solltest du "schau" sagen und dein Hund schaut dich an.

    Unterwegs kannst du ihn dann mit "schau" in deine Aufmerksamkeit nehmen - immer darauf achten, genügen Abstand zu anderen Hunden einhalten (im großen Bogen um fremde Hunde gehen), später den Abstand verringern, wenn dein Hund weniger Aggressionen zeigt.

    Und lass nie Kontakt an der Leine zu fremden Hunden zu! Du weißt nicht, wie fremde Hunde reagieren und eine Beißattacke kann dir dein ganzes Training kaputt machen!

    Viel Erfolg!

    • Du bist doch bei einem Hundetrainer - der sagt dir, du sollst die Bindung stärken, aber nicht wie? Ist aber ein merkwürdiger Hundetrainer - da würde ich kein Geld mehr für zahlen.

      Schau dich nach nem anderen Trainer oder ner Hundeschule um - die bieten total viele Möglichkeiten an. Die meisten Hundesportarten helfen dir dabei.
      Wenn sie noch keinen guten Grundgehorsam aufweist, wäre z.B. Mantrailing vielleicht etwas. Da bleibt der Hund an der Leine und muss auch sonst nichts "können". Das lastet den Hund super aus.

      Grundsätzlich muss du halt was finden, was dem Hund Spaß macht - wenn er lernt, dass in deiner Gegenwart immer "was tolles los ist", dann kommt der Rest von ganz alleine.

      Ich war lange Zeit Pflegestelle für Angsthunde aus Spanien. Zwei meiner ehemaligen Pflegekinder sind nun bei meinen Eltern untergekommen. Sie waren damals 3 und 4 Jahre alt. Eine kam aus einer Tötung, eine aus einer wirklich schlechten Haltung, wo der Besitzer sie aus Wut so stark getreten hat, dass die Schulter gebrochen war (hat heute noch Probleme mit der Schulter).
      Also, die beiden waren wirklich unsicher und hatten erstmal Angst vor Menschen. Die mit dem Schulterbruch hat erstmal immer unter sich gelassen, sobald man sie angesprochen hat.

      Heute sind beide selbstbewusst und würden für meine Mama durchs Feuer springen.

      Was habe ich gemacht?
      Also, erst einmal gab es Futter ausschließlich in meiner Nähe. Die meisten meiner Angsthunde habe ich die ersten Wochen ausschließlich aus der Hand gefüttert. Hatten sie zu viel Angst, habe ich mich so weit sie mich ließen hingehockt und ihnen einen Futterbrocken nach dem anderen hingeworden - so kamen sie langsam immer näher, bis sie sich anfassen ließen.
      Als das klappte ging es halt darum, tolle Dinge zu machen. Wie gesagt, da muss man gucken, was ihnen Spaß macht. Lecken sie sich häufig über die Nase, gähnen viel oder hecheln, obwohl es nicht warm ist, sind das Anzeichen für Stress und somit dafür, dass die Situation gerade nicht so toll ist.

      Wichtig ist dass der Hund merkt, dass alles tolle von DIR ausgeht. Er hat also keine Spielsachen zur freien Verfügung und auch nicht sein Futter. Er muss sich all dies erarbeiten. Es gibt auch keine Schmusestunden, ohne dass irgendwas gelobt wird. Wenigstens muss er erstmal auf deinen Ruf reagieren und kommen. Wenn er von sich aus zu dir kommt und gestreichelt werden will, ignorierst du ihn.

      Du hast sämtliche Entscheidungsgewalt - du entscheidest, wann es Essen, Schmuseeinheiten und Spielzeiten gibt.

      Leinenaggression ist meist eine Unsicherheit des Hundes. Er glaubt nicht, dass du ein guter Rudelführer bist und hat selbst Angst - also bellt er andere an, damit sie nicht näher kommen. Er kann ja an der Leine nicht fliehen, wenn es hart auf hart kommt.

      Daher musst du dich erstmal als Rudelchef qualifizieren. Der Hund sollte möglichst wenig negative Erfahrungen in deiner Nähe machen. Wenn er erstmal merkt, dass du durchaus ein fähiger Rudelchef bist und dich um alles kümmerst, dann kommt der Rest von ganz alleine. Und ein guter Rudelchef ist man durch Intelligenz. Also nie übermäßig böse mit dem Hund sein (anschreihen oder gar hauen - das zeigt dem Hund Inkompetenz) sondern bestimmt sein und dem Hund zeigen, dass du die Dinge besser kannst als er.

      Zuhause kannst du ihm allemöglichen Tricks beibringen (in vertrauter Umgebung), das hilft schon für die Bindung.

      Danke. Sie darf schon vorgehen, aber nicht grundsätzlich. Wenn ein anderer Hund kommt sollte sie zu mir, daran happerts dann meist...wenn sie vorausgegangen ist. Wir machen während des Spaziergang auch mal Suchspiele usw. "Schau" beherrscht sie solange sie den anderen noch nicht fixiert hat. Im Endeffekt muss da noch der Knoten Plätzen dann glaub ich ist viel erreicht.

Hallo,

letztlich vertieft alles die Bindung, was Dein Hund mit Dir zusammen macht und ihm Spaß bereitet. Spielen, neue, positiv aufgebaute Dinge erlernen (das können Tricks sein, aber auch Dinge, die Du gut im Alltag einsetzen kannst - z.B. der Handtouch ist da sehr gut geeignet), Kontaktliegen usw.

Wird die Bindung vertieft und bist in Deinem Handeln konsequent, für den Hund also berechenbar, kommt das Vertrauen von ganz alleine.

Das Kommando "Schau´" ist definitiv ein sinnvolles Kommando - allerdings solltest Du sehr, sehr gut abwägen, ob Du das tatsächlich bei einem leinenaggressiven Hund einsetzt, der Dir darüber hinaus noch nicht wirklich vertraut.

Der weitaus größte Prozentsatz der Hunde wird aus Unsicherheit heraus leinenaggressiv. Es gibt nichts Schlimmeres für ein Lebewesen, als eine Situation, die beängstigend und verunsichernd ist, nicht im Blick halten zu dürfen. Von einem Hund zu verlangen, seinen Besitzer anzuschauen und den anderen Hund zu ignorieren, setzt schon ein verdammt hohes Maß an Vertrauen und Impulskontrolle voraus. Es fördert auch nicht unbedingt, dass der Hund lernt, dass andere Hunde harmlos sind.

Da macht es weit mehr Sinn, ihn sogar ganz bewusst schauen zu lassen, ihn sogar (ruhig und "vorsichtig") auf den anderen Hund aufmerksam zu machen, damit er nicht von dem Auftauchen überrascht und erschreckt wird, und jeden ruhigen Blickkontakt zu belohnen. Je öfter er die Erfahrung macht, dass nichts Schlimmes passiert, desto leichter wird es ihm nach und nach fallen, von ganz alleine den Blick zu lösen und zu seinem Besitzer zu schauen.

Viele Grüße, Alex

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