Angriff auf meinen Hund

    • (1) 29.03.16 - 12:56

      Hallo!

      Ich habe einen Dackelmischling, 8 Jahre alt.

      Heute Morgen ist folgendes passiert und ich erhoffe mir Rat von euch:

      Ich war heute früh mit meinem Hund auf der ersten Gassi-Runde. Er war angeleint. An einer unübersichtlichen Engstelle durch verbotswidrig geparkte Autos kam plötzlich ein angeleinter schwarzer Labrador um die Ecke geschossen, sah meinen Hund, der sich erschreckte, riss seiner Besitzerin (Frau Ende 60) die Leine aus der Hand und stürzte sich laut bellend auf meinen Hund! Gerade noch konnte ich meinen Hund hinter mich ziehen und den anderen lauthals anbrüllen. Der Labrador reagierte auf nichts mehr, war einfach nicht mehr abrufbar und die Besitzer (der Mann zu der Alten war auch dabei, aber hinter seiner Frau) ergingen sich in wüsten Beschimpfungen an mich und meinen Hund ("Ihr Hund hat ja angefangen, zu bellen!"), während die Frau die Leine wieder an sich nahm.

      Ich war so dermaßen überrascht, dass ich nicht viel sagen konnte zu den beiden, nur, dass wenn sie körperlich nicht in der Lage wäre, so einen Hund in der Größe zu halten, sie es lassen soll, ihn draußen zu führen!!

      Wir sind mit zitternden Knien und wütend weiter gegangen. Was macht man, wenn ein großer unangeleinter Hund auf einen kleineren angeleinten zugeschossen kommt?? Wie schütze ich mich und meinen Hund?? Und was habe ich für rechtliche Handhabe, wenn meinem Hund doch mal was passiert dabei??

      Liebe Grüße
      jessy

      • Brüllen und Schreien bring in so einer Situation nicht viel.

        Ich kenne das zur Genüge, da mein Hund in der Stadt nie unangeleint laufen darf.

        Mir hilft es da oft, einfach meinen Haustürschlüssel nach dem anderen Hund zu werfen, wenn dieser aggressiv wird und nicht abrufbar ist. Durch das Klimpern und den Wums am Fell ist der Hund oft überrascht und lässt einen Moment lang von meinem Hund ab. Oder umgekehrt. Ich habe auch schon mal meinen Hund so "gemaßregelt".

        Es geht auch eine Packung Tempos oder Dein Geldbeutel. Nur der Schlüssel hat halt den Vorteil, dass er nicht nur körperlich spürbar ist, sondern auch Geräusche macht, die den Effekt verstärken.

        Nicht falsch verstehen: Du sollst den Hund nicht abschießen und mit voller Dröhnung den Gegenstand auf ihn schmeißen. Ein spürbarer - leicht dosierten Wurf - reicht da völlig aus. Ich finde das allemal besser, als das bekloppte Pfefferspray, was Dir bestimmt auch noch geraten wird.

        Du musst dann natürlich schnell reagieren und den Überraschungsmoment nutzen, um beide Hunde zu trennen.

        LG

        • in so einer Situation ist Pfefferspray nicht angesagt. Pfefferspray dient vor allem der Abschreckung, ohne dass es zum Einsatz kommt.

          Wenn man z. B. die Bitte äußert, dass jemand seinen Hund an leinen möge, der Bitte nicht nach gekommen wird, von einem sau doofen Spruch begleitet, dann erfolgt der Hinweis, dass man Pfefferspray hat und es zum Einsatz bringt, wenn sich der andere Hund nähert und man sich da durch bedroht fühlt.

          Klappt prima

          Generell kann ich dem nix hinzufügen, guter Tipp, zumindest bei den allermeisten Vorfällen. Nützt nichts, wenn man einen wirklich aggressiven Hund vor sich hat, aber meistens sind es ja doch Kläffer, die man trifft..

          Ich hab das auch schon mit meinem Schlüssel gemacht, sehr erfolgreich, denn die Hunde sind echt erstmal sehr erschrocken. Leider musste ich mein Schlüsselbund einmal auch schon wieder aus einem gut gefüllten Graben raus angeln.. Seidem habe ich statt meines Schlüssels zum Werfen immer ein ca. 20 cm langes Stück grobgliedriger Metallkette aus dem Baumarkt dabei. Kostet weitgehend nichts, kann daher auch probelmlos mal verschollen gehen und hat außerdem noch den Vorteil, dass sie nirgends spitz ist und daher ungefährlicher als ein Schlüsselbund ist. Mir wurde nämlich von einem befreundeten Jurist mal der Hinweis gegeben, dass eventuelle Verletzungen am angreifenden Hund durch meinen Schlüssel durchaus dann zu meinen Lasten gehen würden...
          Er gab mir dann den Tipp mit der Wurfkette, den fand ich sehr prima!

      So wie ich das sehe, lief es einfach dumm, beide Seiten waren überrumpelt, beide Hunde regierten entsprechend und die alle Beteiligten hatten ihre Hunde dadurch nicht unter Kontrolle.
      Eurer hat gekläfft wie blöde, der andere konnte sich losreissen.

      Dumm gelaufen, aber zum Glück nichts Schlimmes passiert.

      ("Ihr Hund hat ja angefangen, zu bellen!")

      wenn das so ist, hat der Labrador deinen Hunde eher gehört als gesehen und dein Hund ebenfalls

      warum fängt deiner an zu bellen, wenn er auf andere Hunde trifft?

      Der Labrador hat doch nix gemacht, oder?

    • (7) 29.03.16 - 17:16

      Ach je, und ich dachte wunder was jetzt für eine heftige Geschichte kommt#augen.
      Ich finde dich extrem dramatisch. Solche Situationen hat man doch ständig mit Hund.

      Oberstes Gebot: Ruhig bleiben.
      Hat deiner denn nun angefangen oder nicht? Falls ja, daran arbeiten....ansonsten: wer ne große Klappe hat braucht sich über das Echo nicht zu wundern.
      Falls die Umgebung es zu lässt: Hund ableinen, auch wenn er kleiner ist. Die Kleinen können fehlende Kraft durch Wendigkeit ausgleichen. Und sich auch sonst ziemlich gut verteidigen.
      Falls doch etwas passiert (das habe ich mit dem kleinen Hund nie erlebt, nur der Große hat immer von Kleinen was abbekommen): sind die Leute kooperativ (soll ja vorkommen), dann wird die Behandlung über die Versicherung des anderen Hundes bezahlt , das hat mir gereicht. Es hat ja niemand seinen Hund mit Absicht auf uns gehetzt.
      Was ich dir aus 20 Jahren mit Hunden sagen kann: Von allen blutenden Wunden mussten nur 3 intensiver behandelt werden. Die meisten Treffen (du meinst damit Angriffe) endeten damit, das sich beide Hunde über die Felder gekugelt haben, einen riesen Spaß hatten und am Ende aus einer Pfütze getrunken haben. Und selbst wenn sie sich nicht mochten, seltenst wurde es richtig Ernst oder gefährlich. Man muß die Hunde auch einfach manchmal lassen. Ich habe tolle Leute kennengelernt, sogar wenn es besser war sich aus dem Weg zu gehen.

      Ich weiß ja nicht, ich habe in der "Hundezeit" immer ländlich gelebt, man kannte sich, man wusste wann welcher Hund unterwegs war. Erlebt man so etwas in der Stadt auch? Weiß ich nicht.

      Jedenfalls ist deine Begegnung für mich nicht spektakulär. Vielleicht solltest du etwas mehr auf deine Umwelt und die Menschen darin achten, vielleicht enge Stellen meiden, wenn du deine Panik nicht in den Griff bekommst.

      • Selbst 20 Jahre mit Hunden haben Dich nicht verstehen lassen, dass "Hunde einfach mal machen zu lassen" eine ziemlich dämliche Aussage ist?

        • (9) 30.03.16 - 11:41

          #augen...wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Wenn du mich schon unbedingt zitieren musst, dann bitte richtig!

          Lass mich raten: Entweder du gehörst zu den Panikpillen, die ihre Hunde hektisch am Halsband hochreißen (egal ob der Hund kurz vorm ersticken ist). Oder gehörst du zu denjenigen, die ständig demonstrieren müssen das a) doch soooo viel über Hunde wissen und b) ihre Hunde wie dressierte Affen vorführen?

          • les ich ja jetzt erst

            ich zitiere hoffentlich richtig
            >>Man muß die Hunde auch einfach manchmal lassen<<

            kommt auf das "manchmal" an, wo und wie es statt findet.

            Es stimmt schon, dass kleine Hunde weniger und flinker sind. Es fällt aber aus, dass ich, blos weil ein anderer seinen Hund nicht in der Gewalt hat (oder es ihm egal ist) einen Hund ab leine. Sinn des ab leines ist es ja, dass sich der u. U. kleinere Hund wehren kann. Manch mal hauen die kleinen aber ab, rennen auf die Straße und da sie kleiner sind, also tiefer gelegt, werden sie nicht von Autofahrern gesehen. Somit entsteht Verletzungsgefahr bei Tier und Mensch.

            Dieser Preis ist mir persönlich zu hoch.
            Lass dir gesagt sein, meine Hunde werden weder als dressierte Affen vor geführt noch hektisch am Halsband hoch gezerrt.

            Wissen tu ich hauptsächlich was über meine Hunde. Wo her soll ich wissen, wie andere mit ihren Tieren um gehen?

            • weniger=wendiger

              "Wissen tu ich hauptsächlich was über meine Hunde. Wo her soll ich wissen, wie andere mit ihren Tieren um gehen? "

              So sehe ich das auch. Und das sagt auch schon alles. Warum sollte ich meinen Hund "opfern" für die vermeintliche Inkompetenz anderer Hundehalter?

              Ich finde diese Aussagen wie "Hunde müssen das unter sich regeln" oder " einfach mal ableinen, dann klappt das schon" sowas von daneben! Kaum ein Hundehalter kapiert, was da oft für ein Mobbing unter den Hunden stattfindet, und wundert sich dann, warum der Hund dazu neigt alles alleine regeln zu müssen. Weil Frauchen es nicht peilt, was da im Hundekosmos gerade passiert.

              Die vermeintlich "dressierten Affen" sind wohl viel mehr erzogen, als sich so manch einer mit jahrelanger Hundeerziehung erträumen würde.

              • >>Ich finde diese Aussagen wie "Hunde müssen das unter sich regeln" oder " einfach mal ableinen, dann klappt das schon" sowas von daneben!<<

                ich auch. Ich mein, klar regeln die Hunde das unter einander, kein Thema. Die Frage ist halt aber, was am Ende dabei raus kommt, u. U. hat dann einer halt keinen Hund mehr. Oder einen mehr od. weniger verletzten Hund.

                Man könnt fast glauben, den Hundehaltern, die diese Sprüche von wegen Hunde regeln das schon od. dann halt ab leinen bringen, bedeute ihr Hund nichts, da sie Schmerzen für ihr Tier locker in Kauf nehmen. Und sich oben drein nicht z. B. an auf gestellte Regeln wie Leinenpflicht halten.

            (14) 30.03.16 - 12:50

            Meine "flapsige" Antwort galt ja auch dem anderen User;-).
            Genau, dieses Wörtchen "manchmal" macht schon eine Menge aus, um diese paar Buchstaben ging es. Klar stimme ich dir zu, das kann das man kaum an einer Straße (oder mitten in der Stadt) realisieren. Hatte ja auch geschrieben, das meine Hundezeit extrem ländlich geprägt ist.
            Die doofe Antwort von minimoeller war für mich eine Steilvorlage um etwas zu zicken, das ging ja nicht an dich (oder andere).
            Ich werde halt etwas griffig, wenn man mir meine eigenen Erfahrungen (auch wenn sie aus keinem Lehrbuch stammen) abspricht.

            • Das Wort "manchmal" macht den Sinn Deiner Aussage auch nicht besser. Hundesituationen gehören IMMER in die Entscheidungsgewalt des Menschen. Du als Halter hast in JEDER Situation zu entscheiden, was Deinem Hund gut tut und was nicht. Das sollte so sein, da Du sonst leider als Bezugs- und Vertrauensperson (aus Hundesicht) recht wenig taugst.

              Die Kommunikation zwischen Hunden ist so hochkomplex, dass ich mir nicht anmaße, für fremde Hunde meine Hand ins Feuer zu legen. Was weiß denn ich, wie der andere seine Vierbeiner erzogen hat?

              Sei mir nicht böse, aber ländlich geprägte Hundehaltung ist sicherlich nicht schlecht, rechtfertigt aber nicht, das ich meinen Hund u. U. "opfere" damit andere Hunde ihre Instinkte ausleben können.

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