Pferd ist nun im Himmel

    • (1) 13.06.16 - 06:52

      Hallo,
      musste gestern mein Pferd einschläfern.

      Ich selbst hatte ihn 4 Jahre. Er ist 28 und hatte ein schönes Leben.
      Seit einem Halben Jahr konnte er nicht mehr richtig gehen, vor 3 Wochen ging es wieder.
      Konnte auch wieder auf die Koppel. Dann auf einmal hatte er Hohes Fieber.
      Einen Tag später als es weg war meinte der Tierarzt das 1 Herzklappe kaum noch arbeitet bzw. gar nicht mehr.
      Gehen konnte er wieder nicht mehr.
      Habe dann gestern, nach dem ich mit vielen Gesprochen habe und lange darüber nach Gedacht habe, ihn einschläfern lassen, bevor er leiden muss.
      Es ging sehr schnell war bis zum Ende dabei, viele sagten das es lange dauern könnte. Aufgrund seines Schwachen Herzens hat es nur 2 Minuten gedauert bis er nicht mehr Unter uns war. Ich habe ihn gestreichelt und musste weinen.
      Ich glaube er hat gemerkt das er gehen muss da er mich mit einem Blick anschaute den er sonst nie hatte, er war auch etwas Panisch.

      Alle sagen ich habe das richtige Getan und das er ein wundervolles Leben hatte und nun keine schmerzen mehr habe.
      Jedoch leide ich sehr. Bekomme seinen Blick nicht aus dem Kopf, wie er mich angeschaut hat. Ich habe Angst das er dachte ich würde ihn nicht mehr wollen in seinen Letzten Minuten. Solange ich mich Ablenke geht es. Aber wenn ich nichts zu tun habe mache ich mir immer mehr und mehr Gedanken. War es richtig, hätte ich ihn noch ein Paar Tage geben sollen? Was dachte er sich als er merkte was passiert? Merkte er es überhaupt oder bilde ich mir das nur ein? Was hat er gefühlt in dem Moment?
      Ich hoffe so sehr das er an einem Schönen Ort im Himmel mit seinen Freunden ist, die schon vor ihn gegangen sind.

      Hat jemand hier ähnliches durchgemacht?
      Wie habt ihr den Schmerz überwunden? oder wie geht ihr damit um?

      • Du hast das richtige getan, als mein Pony eingeschläfert werden musste, ging es mir wie dir. Was mir damals geholfen hat war, mir immer zu sagen das es das richtige war, das ihm jetzt gut geht und das ich ihn von seinen Schmerzen befreit habe. Mein Pony hatte Asthma, er war 29 Jahre alt. Im Sommer hat er kaum noch Luft bekommen und stand nur da mit hängendem Kopf. Seine Medikamente und auch mehrmals tägliches inhalieren hat ihm nicht mehr geholfen. Lass dir Zeit, es dauert bis du es verarbeitet hast & setzt dich dabei nicht unter Druck. Ich wünsch dir alles liebe und gute.

        (3) 13.06.16 - 09:43

        Ein Pferd zwar nicht- aber meine Hündin, die 9 Jahre bei mir war. Sie kam mit (geschätzt) einem Jahr aus der Türkei zu mir, und war mein erster Hund. Sie war ein besonderer Hund- in jeder Hinsicht. Niemand wollte sie, weil sie körperlich recht massiv eingeschränkt war. Ihre Diagnosen waren: Skoliose (Wirbelsäule S-förmig verkrümmt Rippen verformt), Spondilose, Dysplasie Hüften und Ellenbogen vorne links.

        Am Ende ging alles ganz schnell. Freitag Abend war sie komisch, und kam dann auch nachts zu uns ins Schlafzimmer. Legte sich auf den Teppich vorm Bett, und ich dachte- der Hund hat was. Nun ja, morgens konnte sie nicht mehr aufstehen. Vorderläufe steif gelähmt. Ich wusste in dem Moment, das wars. Bin noch mit ihr zum Notdienst in die Klinik, und die haben dann im MRT festgestellt das sie eine Zubildung in der Wirbelsäule hat die auf das Rückenmark drückt. Wir vermuten Tumor, aber genau sagen kann man das nicht. Wir hatten dann die Wahl- OP, mit langer Genesungszeit und ungewissem Ausgang. Oder Abwarten (Hund gelähmt, konnte keinen Urin absetzen etc). Oder einschläfern. Wir haben sie dann gehen lassen. Ich Weiss das sie nicht von uns weg wollte. Sie war vom Kopf her kein alter Hund, aber der Körper war verbraucht. Und den letzten Tag, bis die Narkose wirkte, hat sie gelitten. Sie versuchte immer wieder aufzustehen, und war voller Angst. Das konnten wir ihr nicht zumuten. Das ist jetzt 2.5 Jahre her, und sie fehlt mir immer noch sehr. Wir haben sie einäschern lassen, die Urne steht daheim im Regal. Ich habe monatelang getrauert. Unser neuer Hund, der 4 Monate später einzog, war ein Trost. Aber ersetzt hat der neue sie nicht. Ich sehe das so, das Tiffany ihren Platz bei uns vererbt hat. Auch der neue Hund hat eine Behinderung, und sass Jahre im Tierheim.

        Hallo!

        Ein Pferd hatte ich nie, aber ich habe schon Hunde, Katzen und zahlreiche Meerschweinchen einschläfern lassen müssen...

        Der panische Blick komt eher von der ganzen Situation mit Tierarzt und sehr angespanntem Frauchen, ein Tier merkt eben, wenn mit Dir was nicht stimmt, und das macht ihm am meisten Angst.

        Wenn das Einschläfern so schnell geht, erst recht bei einem so riesengroßen Tier, dann hätte dein Pferd auch so nicht mehr lange gelebt. normalerweise geht es mit zunehmender Größe langsamer, Meerschweinchen 5-10 Minuten, Katze 10-20 Minuten, Hund auch mal 30 Minuten, bei Pferden kann es auch eine Stunde und länger dauern. Daran merkst Du, dass er so oder so nicht mehr lange gehabt hätte, und die letzten wenigen Wochen wären nicht schön gewesen. Und Du weißt ja auch nicht, wo er dann vielleicht zusammen gebrochen wäre, so ein Pferd nimmt man ja dann nicht auf den Arm und trägt es weg - da ist schon ein großer Hund ein echtes Problem.

        Es wäre ganz sicher nur noch um Tage oder wenige Wochen gegangen, und die sicher nicht voller wohlbefinden, Du hast das einzig richtige getan. Er hat nur Deine Angst gespiegelt, mehr nicht. Er war in seinen letzten Minuten ganz bei Dir. Und die Minuten zählen trotzdem viel weniger als die Jahre davor.

        • Hasi, was hast du denn für einen Tierarzt, bei dem ein Hund 30 Minuten und ein Pferd eine ganze Stunde zum Sterben braucht??? Das wäre hochgradig tierschutzrelevant.

          Ich habe leider auch schon einige Hunde, Katzen, Schweinis, Hasen, Pferde auf ihrem letzten Weg begleitet. Es hat bei keinem länger als maximal 5 Minuten gedauert! Auch nicht bei den alten, deren Kreislauf schon so schlecht war, dass das Medikament kaum noch verteilt wurde.. Und bei den Pferden, bei denen ich dabei war, ging es meistens eher blitzschnell, innerhalb weniger Minuten!

          Ansonsten schliesse ich mich deinen Worten allerdings wie so oft schon an..! Man vergisst keinen von seinen Tieren, alle haben ihren Platz im Herzen, aber mit der Zeit wird die Traurigkeit weniger und man erinnert sich an viele schöne, lustige oder auch skurrile Momente!

          • Mein letzter Hund hatte ein Lungenödem über Nacht bekommen... daher erst mal in Narkose legen, damit er nichts mehr mitbekommt, aber eine Spritze ins Herz war einfach nicht machbar weil die Lunge einfach zu sehr voll gelaufen war. da dauert es elend lange.

            Ich will aber auch immer erst eine Narkose, und erst wenn das Tier zuverlässig schläft eine Spritze ins Herz, weil die wohl schmerzhaft ist. das verlängert die Prozedur natürlich weil man erst Zeit lässt, bis die Narkose wirkt. Und ich bleibe immer bis zum allerletzten Herzschlag.

            • Keines unserer Pferde hat eine Spritze ins Herz bekommen und selbstverständlich werden die Tiere vorab sediert/narkotisiert. Auch das geht bei intravenösen Spritzen abgesehen von Ausnahmefällen sehr schnell.

        (8) 14.06.16 - 14:56

        Also ich musste leider auch schon einige Tiere einschläfern lassen, auch wurden schon einige Pferde in unserem Umfeld eingschläfert. Die sind meistens tot bevor sie auf dem Boden aufkommen, wenn der TA es richtig macht.
        Eine Stunde! Wo hast du das den her???

        @ TE: es tut mir sehr leid für dich! Du hast sicher richtig gehandelt!

        Mit graut auch vor dem Tag, meine Pferde sind 29 und 30 #schwitz...

        • Ja, glücklicherweise kamen ja keine Beispiele auße dem Hund mit ausgeprägtem Lungenödem.
          Meine Erfahrungen beim Einschläfern von Hunden und Pferden sind deutlich anders, auch ganz abgesehen von unterschiedlichen Methoden.

          Ewig lange hat das in keinem Fall gedauert und ich habe auch keinem unserer Tiere Panik angemerkt. Sie waren alle an Tierarztbesuche gewöhnt, kannten in dem meisten Fällen den TA seit Jahren und haben uns vertraut. Auch schon durch die Sedation vorweg war da der einzige Stress, der sich nicht komplett vermeiden ließ das Legen der Zugänge, was bei einem ohnehin schon festliegenden Pferd nicht immer ganz einfach ist.

          LG - ich kenne diese Angst ganz genau, wir haben innerhalb von 9 Monaten letztes und vorletztes Jahr unsere beiden ganz alten Stuten verloren, das war nach so vielen Jahren ganz furchtbar.

      Sorry, aber was verbreitest Du denn hier für Schauergeschichten?
      Ich habe schon alle von Dir genannten Tierarten einschläfern lassen müssen aber das hat niemals, auch nicht bei wirklich alten und organisch nicht mehr so fiten Tieren, dermaßen lange gedauert.
      Selbst 5 min. von der letzten Spritze bis zum Tod, wären m. E. übertrieben, das fühlt sich ja anders an, wenn man dabei sitzt und auf die Aussage des Arztes wartet, dass es jetzt vorbei ist.
      Ein TA, der für das Einschläfern eines Pferdes ohne irgendwelche unerwarteten Komplikationen braucht, sollte den Beruf aufgeben. Es hängt auch eher vom Kreislauf des Tieres und den Organfunktionen ab, wie lange es dauert, als von der Größe des Tieres.

      Gruß,

      W

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